Kommentar: EINE ZUSTANDSBESCHREIBUNG

Cicero - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.03.2019 ⋅ Seiten 48-49 ⋅ Lesedauer ca. 3 Min.

Kommentar: EINE ZUSTANDSBESCHREIBUNG

In Deutschland sind die Eliten nur noch mit sich selbst beschäftigt. Die großen Herausforderungen der Politik bleiben derweil liegen

Worüber redet die deutsche Kulturelite? Zum Beispiel darüber, ob sich Knaben am Fasching noch als Indianer verkleiden dürfen. Aus einer Hamburger Kita drang die Kunde: Nein, das dürfen sie nicht, denn die Maskierung verletze die Würde der Erstbewohner des amerikanischen Kontinents. Überdies seien Indianerkostüme als Aneignung einer fremden Kultur zu betrachten, typisch für „alte weiße Männer“ – Faschings-Kids als alte weiße Männer? Ja, auch das gibt’s in der verhexten deutschen Wahrnehmungswelt.

Als weiteres Beispiel elitärer Aufgeregtheit lässt sich die Agitation für sprachliche Präsenz des Weiblichen anführen: Frauenfreundliche Formulierungen sind Feminismuspflicht, beispielsweise „Bürger*innen“. Ferner fordern die ...

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