ZWEI SIND EINE ZU VIEL

Cicero - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 28.03.2019 ⋅ Seiten 30-37 ⋅ Lesedauer ca. 8 Min.

ZWEI SIND EINE ZU VIEL

Annegret Kramp-Karrenbauer heißt die neue starke Frau in der CDU. Gleich nach ihrer Wahl zur Parteichefin hat sie begonnen, sich von Kanzlerin Merkel abzusetzen. Wie lange geht das gut?

Der Moment, in dem sich die Wege von Annegret Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel unwiderruflich trennen, ist zugleich vielleicht ihr innigster. Die zierlich wirkende Frau aus dem Saarland hat gerade in einem Wimpernschlagfinale den Wettbewerb um den Parteivorsitz gegen ihren Widersacher Friedrich Merz gewonnen, im zweiten Wahlgang mit 35 Stimmen Vorsprung.

Merkel erhebt sich von ihrem Platz auf der Bühne, geht auf die Gewinnerin zu. Kramp-Karrenbauer hat den Parteitag in Hamburg zu ihrem gemacht, die Stimmung unter den 999 anwesenden Delegierten mit einer sehr persönlichen Rede gedreht. Es ist kurz vor fünf an diesem 7. Dezember 2018, als sich Merkels und Kramp-Karrenbauers Blicke nach einer Umarmung verschwörerisch treffen. In der Umarmung und der Art, wie sie sich gegenseitig an den Schultern packen, geht die Energie von der einen auf die andere gleichsam über. ...

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