Malerei: Gelbe Kraft

Der Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 16/2019 vom 12.04.2019 ⋅ Seiten 110-111 ⋅ Lesedauer ca. 5 Min.

Malerei: Gelbe Kraft

Dafoe im Film »An der Schwelle zur Ewigkeit«

DCM FILMVERLEIH

• Vincent van Gogh gehört zu jenen Malern, deren Bilder auf Kühlschrankmagneten gedruckt werden. So oft reproduziert, dass man glaubte, es gäbe an ihnen nichts mehr zu entdecken. Ein Irrtum. Der amerikanische Künstler Julian Schnabel hat einen Film über die letzten beiden Lebensjahre van Goghs gedreht, über die Phase fiebrigen Schaffens in Arles und Saint-Rémy: »Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit« (ab 18. April). Willem Dafoe spielt den Maler, er macht das sehr gut. Aber sehenswert ist der Film vor allem deshalb, weil seine visuelle Kraft den ganzen Van-Gogh-Kitsch rasch beiseiteschiebt. Er lässt den Zuschauer den Maler und seine Bilder neu sehen. Schnabel folgt van Gogh, er schaut mit dem Blick eines Künstlers auf die Landschaft von Südfrankreich und findet ähnliche, aber eigene Bilder. Viele Motive gleichen denen der berühmten Gemälde, wie zufällig kommt der Briefträger mit dem Vollbart ins Bild, das Nacht café von Arles, immer wieder der Blick über Felder, in Baumwipfel, auf Zypressen. ...

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