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With this editorial, the editor or editor-in-chief of the magazine manager magazin - epaper initiates the current issue 12/2018. Here you can find out which articles are especially readable or where the suggestions came from.

Der Bundesadler leuchtet rot
Die IG Metall will Industrie und Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umbauen.
DER TAGUNGSORT WAR EINE REMINISZENZ an die Bonner Republik, als Politik noch be - rechenbar wirkte. Tatsächlich ging es IGMetall- Boss Jörg Hofmann um die Zukunft. Zwei Tage lang debattierte die IG Metall Ende Oktober im alten Plenarsaal über ihre Rolle in der neuen, der digitalen industriellen Revolution. Die Symbolik war eindeutig: Der Bundesadler wurde rot ausgeleuchtet. Die IG Metall will Industrie und Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umbauen. Und sie ist damit schon viel weiter, als es die Öffentlichkeit wahrnimmt, wie manager-magazin-Chefreporter Dietmar Student in Gesprächen mit Gewerkschaftern, Aufsichts- und Betriebsräten, Managern und Arbeitgebervertretern herausfand. Bei ThyssenKrupp, VW oder auch Daimler sind die Arbeitnehmer aus ihrer mitbestimmenden Rolle herausgewachsen, inzwischen dominieren sie zentrale Entscheidungen. Ähnlich ist es in der Industriepolitik, Stichwort Batteriezellenfertigung. Die Metaller profitieren von ihrem hohen Organisationsgrad und ihrer intellektuellen Kraft. Vor allem aber zeigt ihre Stärke die Schwäche vieler Unternehmen und einer Bundesregierung, die sich treiben lässt, statt zu ordnen. Unsere Titelgeschichte „Freundliche Übernahme“ ist da ein eindeutiges Warnsignal, ab Seite 92.

STELLEN SIE SICH VOR, die Nummer eins unter den Autokonzernen weltweit wäre mehr als 50-mal so groß wie die Nummer zwei. Ähnlich wäre das Größenverhältnis bei Banken, bei Stahlkonzernen oder Chemieunternehmen. Unvorstellbar – oder? Im Wagniskapitalgeschäft ist es genau so. Erst kommt der Vision Fund, Werkzeug des Japaners Masayoshi Son, mit einer Feuerkraft von 100 Milliarden Dollar, dann folgen weit abgeschlagen die renommierten Silicon- Valley-Adressen. Der Aufstieg des japanischen Fonds ist der wichtigste Grund für die zuletzt spektakulär gestiegenen Bewertungen von Tech-Start-ups wie dem Fahrdienst Uber, dem Bürovermittler WeWork oder auch der Gebrauchtwagenplattform Auto1. Der Vision Fund lässt Geld regnen und sichert sich dafür oft bessere Kon - ditionen als andere Investoren. Je mehr meine Kollegen Philipp Alvares de Souza Soares und Jonas Rest mit Gründern, Investoren und Finanzexperten sprachen, desto mehr fühlten sie sich an die Zeit kurz vor der Finanzkrise erinnert. Zumal als sie feststellten, dass die Macher des Fonds noch vor wenigen Jahren die wildesten Zocker in Diensten der Deutschen Bank waren und ihr Spielgeld heute zuvörderst aus der saudi-arabischen Diktatur kommt. „Der Herr der Blasen“, ab Seite 38.

BERND FREIER (72), gelernter Karosserie - bauer, hat aus sehr wenig Chancen sehr viel gemacht. Aus einer 25-Quadratmeter- Boutique in seinem Heimatort Würzburg schneiderte der Unternehmer die – immer noch gut laufende – Modekette S.Oliver. Freier ist damit Milliardär geworden und ein Mann von sehr großem Ego. CEOs wechselt er fast so schnell wie seine De - signer die Kollektionen, der Job gilt in der Branche als unzumutbar. So fordernd Bernd Freier in der Firma ist, so scheu ist er gegenüber der Öffentlichkeit. Meinem Kollegen Martin Mehringer gelang es jetzt, den Patriarchen zu treffen. Nach einem vierstündigen Gespräch mit ihm und seinem Sohn sowie unzähligen Telefonaten versteht Mehringer, was Freier umtreibt. Arbeiten jedoch würde er keinesfalls für ihn. Das Porträt „Hart, härter, Freier“ lesen Sie ab Seite 50.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Ihr MARTIN NOÉ
Stellvertretender Chefredakteur
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Delivery time single issue immediately
issue 12/2018 of 23.11.2018
Next issue 1/2019 on 21.12.2018
Published monthly , 12 issues per year
Language German
Access after registration read online in the library & download as PDF
Category Economical Magazines & Political Magazines

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