Zeitschrift Betrifft Mädchen - epaper

Bestellen Sie jetzt die Archiv-Ausgabe 1/2018 der Zeitschrift als epaper.

 - mehr 
Beliebteste Artikel dieser Ausgabe
epaper-Einzelheft
Ausgabe 1/2018 vom 05.01.2018
6,99 EUR*
Stöbern Sie im Archiv vonStöbern Sie im Archiv von
Betrifft Mädchen - epaper 
Aktuelle Ausgabe & Abo-Angebote vonAktuelle Ausgabe & Abo-Angebote von
Betrifft Mädchen 
Ihre Vorteile bei Betrifft Mädchen - epaper
  • Gratis Geschenkurkunde
  • Bequem und sicher zahlen

    VISAMasterCardPayPalSEPA

  • Trusted Shops Käuferschutz
  • Auf 5 Geräten gleichzeitig lesen

Lesen Sie das Editorial von Betrifft Mädchen - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Betrifft Mädchen - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Liebe Leser*innen,
bereits in der Betrifft Mädchen 3/2016 Flucht. Punkte. Mädchen und junge Frauen und Flucht gab es Bezüge zum Thema Zwangsverheiratung, so dass wir in der Redaktion entschieden haben ein eigenes Heft dazu zu machen. Sowohl medial als auch unter Praktiker_innen wird viel darüber diskutiert, wie mit Mädchen umzugehen ist, die entweder vor, auf oder nach der Flucht verheiratet wurden. Was können Pädagoginnen tun, wenn eine Minderjähriger gültige Heiratspapiere vorlegen kann? Kann, soll oder muss sie/er wie jeder andere unbegleitete_ r Minderjährige in Obhut genommen werden? Wie ist die rechtliche Situation? Ein Aspekt in diesen Fragen wurde im Sommer 2017 im sog. „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ geklärt: Nun gilt in Deutschland das Mindestheiratsalter von 18 Jahren ohne Ausnahme. Vieles bleibt aber nach wie vor offen bzw. ambivalent. Mit diesem Heft bewegen wir uns auf schwierigem Terrain, aber wir wollen versuchen über Zwangsverheiratung zu sprechen! Denn Nachfrage und Redebedarf sind groß – insbesondere in Facheinrichtungen für Mädchen und junge Frauen, die sich mit Zwangsverheiratung und Ehrenmord befassen. Daher lassen wir vor allem auch einige dieser Hilfs und Unterstützungseinrichtungen selbst zu Wort kommen. In der erziehungswissenschaftlichen und der pädagogisch praxisrelevanten Fachwelt wird über Zwangsverheiratung und Ehrenmord nach wie vor widerstreitend gesprochen. Einigkeit herrscht an der Stelle, dass Zwangsverheiratung gegen die Menschenrechte verstößt. Dennoch wird häufig nicht mit Betroffenen bzw. Beteiligten, sondern über sie gesprochen. Mit Sorge beobachten Fachleute außerdem, wie Marginalisierung und Ausgrenzung von Migrant_innen medial reproduziert werden. So wird der Fremdenfeindlichkeit nicht entgegengewirkt, sondern sie wird gefördert. Medial diskutiert wird das Thema Zwangsverheiratung hauptsächlich im Kontext Migration und Islam. Die Realität zeigt jedoch, dass das Phänomen Zwangsverheiratung durchaus in einheimischen und christlichen Zusammenhängen vorhanden ist. Zwangsverheiratung sollte daher weitreichender, d. h. mit Blick auf patriarchale Familienstrukturen und –traditionen überall, diskutiert werden. In diesem Heft stellen wir unterschiedliche Zugänge zum Thema vor. Dabei kommen Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen zu Wort – und ihre Überlegungen und Berichte zeigen die Verschiedenheit der Logiken von Theorie und Praxis, die sich nur bedingt aneinander messen lassen können. Antje Leitheiser stellt in ihrem Beitrag eine Beziehung zwischen Zwangsverheiratung und den Postkolonialen Theorien her. Gleichzeitig reflektiert sie ihr eigenes Vorgehen, indem sie einen (selbst-) kritischen Blick auf die Herangehensweise der „Weißen Wissenschaftlerin“ wirft. Meltem Kulaçatan stellt sich die Frage, welche Berührungspunkte Zwangsverheiratung und instrumentalisierter Feminismus haben. Anhand zahlreicher medialer Darstellungen führt uns Kulaçatan vor Augen, wie häufig diese unterschiedlichen Formen der Eheschließung gleichgesetzt werden. Sie prognostiziert, dass politische Konsequenzen auch im Kontext aktueller Migrationsbewegungen nicht ausbleiben werden.

Ahmad Toprak befasst sich mit der patriarchalen Logik im Kontext von Zwangsverheiratung. Er stellt einige definitorische Unterschiede zwischen arrangierten Ehen und Zwangsverheiratungen heraus, betrachtet aber auch die Motivation von Eltern und Familie, solche Formen der Eheschließung gezielt zu favorisieren. In seinem Beitrag bezieht sich Toprak sowohl auf soziale Normen und familiäre Traditionen als auch auf Sexualität und wirtschaftliche Motivationen. Fidan Yiligin nimmt eine rassismuskritische Perspektive auf Zwangsverheiratung ein. Sie spricht von einer doppelten Vereinnahmung der Mädchen und Frauen, die wiederum zu doppelter Entmündigung führt. Yiligin verschafft sich Zugang zum Thema Zwangsverheiratung, indem sie ihr Verständnis von Rassismus darlegt, Verleugnung und Verharmlosung kritisch beleuchtet und im Anschluss zentrale Ergebnisse der Postkolonialen Studien auf ihre eigenen Erkenntnisse bezieht. Zu einer Perspektiverweiterung im Thema Zwangsverheiratung führt besonders ihre abschließende Forderung nach Menschenrechten für alle.

Im Praxisteil stellen Rabia Karadag und Antje Leitheiser vom Schutzprojekt „Rabea“ ihre alltägliche Arbeit mit von Zwangsverheiratung bedrohten Mädchen und Frauen vor. Erfolge – und das mag zunächst überraschend klingen – erleben sie häufig. Denn als Erfolg betrachten die Mitarbeiter_innen von Rabea nicht nur, wenn Betroffene die Trennung von ihrer Familie aufrechterhalten. Andere Betroffene wagen den Schritt zurück in ihre Familie und auch das muss kein Misserfolg sein. All diese Mädchen und jungen Frauen vereint eine zentrale Gemeinsamkeit: sie haben den Schritt in die Selbstbestimmung gewagt. Wie das funktioniert und welche Organisationen „Rabea“ unterstützen, ist Thema dieses Beitrages.

Die Fachberatungsstelle gegen Zwangsverheiratung des Mädchenhauses Bielefeld e. V. stellt das Herzstück ihres Präventions-, Informations- und Beratungsangebotes vor. Sevilay Inci-Karta und Sylvia Krenzel von der Fachberatungsstelle bieten weiterführenden Schulen Präventionstage an, die Schüler_innen für das Thema Zwangsverheiratung sensibilisieren wollen. Gleichzeitig sollen Betroffene dazu ermutigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, indem sie umfassend über verschiedene Möglichkeiten informiert werden. L. Polster, H. Yilmaz, A. Breitfeld und S. Wecker, Mitarbeiterinnen von „Scheherazade“, berichten von ihrer Arbeit mit jungen Volljährigen, denen eine Zwangsverheiratung droht. Viele von ihnen werden aufgrund ihres Alters durch die zuständigen Jugendämter nicht adäquat unterstützt. Der zeitlich eng befristete Aufenthalt in Scheherazade wird durch das Land Bayern finanziert und unterscheidet sich maßgeblich von regulären Frauenhäusern: durch eine deutlich engmaschigere, intensivere Betreuung.

Die Fachberatungsstelle Wüstenrose erweitert den Blick auf das Thema Zwangsverheiratung um die Gruppe der Frauen, die im Kontext mit Flucht nach Deutschland gekommen sind. In diesem Beitrag wird offensichtlich, dass Zwangsverheiratung zwar ein wesentliches Fluchtmotiv ist, im Asylverfahren allerdings selten Berücksichtigung findet. Kernaussage aller Beiträge ist: Zwangsverheiratung widerspricht den Menschenrechten! Zum Schluss noch eine selbstkritische Anmerkung: (auch) wir geben den eigentlich Betroffenen nicht das Wort. Dennoch hoffen wir, mit unseren Beiträgen einige neue Blickwinkel auf das Thema Zwangsverheiratung zu eröffnen und wünschen allen interessierten Leser_innen eine informative Lektüre.

Lütfiye Ciftci, Antje Leitheiser

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Betrifft Mädchen - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …

Mehr zeigen

Steckbrief von Betrifft Mädchen - epaper

Lieferzeit Einzelheft sofort
Ausgabe 1/2018 vom 05.01.2018
Erscheint quartalsweise , 4 Ausgaben pro Jahr
Sprache Deutsch
Zugriff nach der Registrierung online in der Bibliothek lesen & als PDF downloaden
Kategorie Zeitschriften für Pädagogik

* inkl. Mehrwertsteuer und Servicepauschale für Einrichtung
TrustedShops Bewertung
-/5.0 
noch keine Produktbewertungen für Betrifft Mädchen - epaper
Leser und Leserinnen, die Betrifft Mädchen - epaper bestellt haben, bewerten dieses Produkt sicher über Trusted Shops. Sagen Sie uns Ihre Meinung:
Bewerten

Zeitschriften-Tipps für Sie

Ihre zuletzt angesehenen Magazine und besondere Empfehlungen
Kennen Sie schon diese Kategorien?
Entdecken Sie
aktuelle
BESTSELLER
NEWCOMER,
frisch für Sie
eingetroffen
Sparen Sie bei
Zeitschriften
mit RABATT
Stöbern Sie
durch ALLE
KATEGORIEN
Unsere Webseite verwendet Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen.
×