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Zeitschrift journal für lehrerInnenbildung - epaper

Equity und Eqality

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Ausgabe 2/2017 vom 19.06.2017
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Lesen Sie das Editorial von journal für lehrerInnenbildung - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift journal für lehrerInnenbildung - epaper die aktuelle Ausgabe 2/2017 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Die Frage der Gestaltung diversitätssensibler Lehr- und Lernangebote beschäftigt derzeit nicht nur die Lehrer*innenbildung in Anbetracht der Aufgaben, die die inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung mit sich bringt, sondern auch die Hochschulen. Wie es scheint, setzen die beiden Institutionen an unterschiedlichen Punkten an: In der Diskussion zur inklusiven Lehrer*innenbildung geht es im Moment überwiegend um die Frage der Vermittlung von handlungsrelevanten Konzepten und Ansätzen inklusiver Schule und inklusiven Unterrichts. Im Fokus stehen dabei u. a. eine vermehrte und verbesserte individuelle Förderung von Schüler*innen1 in allen Schulstufen und Schulformen sowie die Frage ihrer Partizipationsmöglichkeiten im Unterricht. Die Frage nach der Entwicklung einer diversitätssensiblen Lehrer*innenbildung, die Diversität nicht nur als Thema der Lehrerbildung, sondern auch als Herausforderung für die Organisationsentwicklung an den lehrerbildenden Standorten versteht, wird dabei jedoch nur selten gestellt (Plate, 2016). In der Diskussion zum Diversitätsmanagement der Hochschulen werden demgegenüber zwar Maßnahmen, Verfahren und Strategien der Diversifizierung und der verbesserten Zugänglichkeit der Lehr- und Lernangebote diskutiert, jedoch werden hier Ungleichheiten kaum als Inhalt und ‚Lerngegenstand‘, vielmehr hauptsächlich als organisatorische Herausforderung verstanden.

Wenn wir einen ‚weiten Inklusionsbegriff‘ zugrunde legen, der neben der Reaktion auf spezifische Bedürfnisse von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förder- und Unterstützungsbedarf auch andere Differenzkategorien wie z. B. besondere Begabungen, soziale Herkunft, Gender, Benachteiligung aufgrund von Mehrsprachigkeit oder sexuelle Orientierung berücksichtigt, können wir Überschneidungsbereiche von beiden Diskursen ausmachen: Die Frage der Qualifizierung von Dozierenden für eine diversitätssensible eigene Lehre ist hochschulweit und in der Lehrer*innenbildung relevant. Noch haben jedoch nur wenige Dozieren de in der Lehrer*innenbildung weder selbst eine Qualifizierung für eine diversitätssensible Lehre wahrgenommen; noch spiegelt sich die eigene wissenschaftliche Auseinandersetzung der Dozierenden mit Fragen von Ungleichheiten, Privilegierungen und Diskriminierungen unbedingt in den eigenen Lehransätzen wider. Die Angebote der Hochschuldidaktiken, Anregungen für eine diversitätssensible Adressierung der Studierenden zu geben, nehmen allerdings ständig zu. Eine sich diversitätssensibel, inklusiv entwickelnde Lehrer*innenbildung kann somit als Teil der „Diversitätskultur“ der ganzen Hochschule verstanden werden. Die Forschung in diesen beiden Bereichen steht in den deutschsprachigen Ländern entsprechend der erst in den letzten Jahren in Bezug auf eine weit verstandene Diversität intensivierten Entwicklungen in Schulen und Hochschulen bzw. der Lehrer*innenbildung noch eher am Anfang. Das vorliegende Heft bietet Einblicke in das Diversitätsmanagement an Hochschulen und in Konzepte, Vorgehen und Fragestellungen inklusiver Lehrer*innenbildung. Damit sollen erste Befunde, aber auch Anregungen und weiter gehende Fragen für die Diskussion gewonnen werden.

Die in diesem Heft versammelten Beiträge thematisieren zum einen Diversitätspolitiken an Hochschulen in der Schweiz. Sie spiegeln zum andern Erfahrungen mit Lehrkonzepten inklusiver, diversitätssensibler Lehrer*innenbildung mit Beispielen aus Deutschland, Österreich und Island. Dabei werden verschiedene Differenzkategorien in den Blick genommen, etwa neben Behinderung auch die Differenzen, die bezüglich Zuwanderung, Migration bzw. Mehrsprachigkeit und Geschlecht gemacht werden. Es wird u. a. auch ein Einblick in die Wahrnehmung der Studierenden als Adressaten einer diversitätssensiblen Lehre gegeben. Im Kernartikel wird mit dem Vorschlag einer Verschiebung der Thematisierungsweisen von Differenz eine theoretische Folie zur Reflexion gegenwärtiger Diversitätskonzepte entwickelt, die für die Lehrer*innenbildung ebenso wie für Diversitätsmanagement und -forschung relevant sein könnte. Dafür schlagen Kerstin Rabenstein, Andrea D. Bührmann, Astrid Biele Mefebue und Marian Laubner Verschiebungen der Aufmerksamkeit in drei zentralen Dimensionen der Diversitätsdiskussion vor: nämlich den Fokus zu verschieben erstens von dem Schwerpunkt auf Personen, die Veränderungen umsetzen sollen, hin zu einer Veränderung von Prozessen und Praktiken, zweitens von dem Fokus auf das Abweichende hin zur Frage nach der sozialen Konstruktion von Normalität und drittens von dem Fokus auf Differenzen als gegeben hin zur Reflexion von Differenzzuschreibungen.

In den Beiträgen steht einerseits eine diversitätssensible Hochschulentwicklung im Fokus. Elke-Nicole Kappus gibt in ihrem Forschungsbericht einen instruktiven Einblick in Instrumente des Datenmonitorings für das Diversitätsmanagement. Sie zeigt Möglichkeiten, aber vor allem auch die Schieflagen der Datenerhebung und Datennutzung für ein Diversitätsmanagement auf und schlägt vor, die Datenerfassung der Universität um zwei Kernkategorien des Diversitätsmanagements zu ergänzen: Migration und Behinderung. Susanne Burren arbeitet in ihrem Praxisbericht die Potenziale und Fallstricke einer diversitätssensiblen Hochschulentwicklung heraus. Am Beispiel des Nachteilsausgleichs zeigt sie auf, dass dieser Dozent*innen einerseits für institutionelle Ausschlussmechanismen sensibilisieren kann, andererseits mit der Fokussierung auf behinderungsbedingte Nachteile andere Benachteiligungen wie z. B. Fremdsprachigkeit ausgeblendet werden.

In weiteren Forschungs- und Praxisbeiträgen stehen die Akteur*innen der inklusiven und diversitätsbewussten Lehre im Fokus. Wiebke Esdar, Pia Brocke und Elke Wild berichten aus einer explorativen Interviewstudie, in der sie der Frage nach den Erfahrungen und dem Vorwissen zu diversitätssensibler Lehre unter Lehrenden an Hoch- oder Fachhochschulen nachgegangen sind, an denen eine Strategie zum Umgang mit Diversität dazu gehörte. Im Ergebnis berichten die Lehrenden, von denen nur eine Person eine Qualifizierung für Diversität durchlaufen hatte, kaum von Strategien, die in eigenen Veranstaltungen einbezogen werden, sondern vor allem von zusätzlichen Lehrangeboten und Maßnahmen, die die Heterogenität in Bezug auf Vorwissen von Studierenden verringern sollen.

Petra Hecht richtet in ihrem Forschungsbericht den Blick auf die Studierenden selbst. Sie stellt Ergebnisse aus einer Studie zum Selbstwirksamkeitserleben von Lehramtsstudierenden angesichts der Herausforderung inklusiver Lehre im Schulalltag vor. Dabei formuliert sie die These, dass sich trotz aller Modifizierungen und der Zusammenführung der Studiengänge in Österreich, die mit der Lehrerbildung NEU verbunden sind, mit Blick auf das Leitbild ‚inklusive Schule‘ diejenigen, die Sonderschullehramt studieren, am stärksten zuständig für die Verwirklichung der inklusiven Schule sehen.

Zwei Praxisberichte befassen sich zudem mit Angeboten einer diversitätssensiblen Lehre. Sebastian Barsch und Mona Massumi berichten von einem Angebot der Universität zu Köln, in dem Lehramtsstudierende dazu angeregt werden, migrationsrelevante Zuschreibungen zu reflektieren. Mit dem Bericht von Hanna Ragnarsdóttir und Hildur Blöndal wird der Blick über die deutschsprachigen Länder hinaus geweitet. Sie stellen einen Empowerment-Ansatz für Lehramtsstudierende mit Migrationshintergrund an der School of Education der University of Iceland vor, auf dessen Grundlage ein ganzes Studienprogramm errichtet wurde. Im Stichwort schließen Marian Laubner und Gesche Dumiak einen zentralen, nicht immer reflektierten Begriff der Diskussion um Privilegierungen und Diskriminierungen auf, den der ‚Normalität‘. Daran anschließend reflektiert Anna-Lena Meyer Grenzen und Potenziale des Diversity-Trainings als ein Angebot, das in die Lehrerbildung zu integrieren wäre.
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