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Lesen Sie das Editorial von Migration und Soziale Arbeit - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Migration und Soziale Arbeit - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf das Gemeinwohl ausgerichtetes, freiwilliges Engagement beziehungsweise Ehrenamt spielen in der Entstehung Sozialer Arbeit, in ihrer (Weiter-)Entwicklung und ihrer Ergänzung eine bedeutende Rolle. Die Aufklärung und daraus resultierende humanistische Werte führten bereits im 18. Jahrhundert zu ehrenamtlichem Engagement im Rahmen der Armenfürsorge, die gleichsam als Geburtsstunde einer sich zunehmend professionalisierenden Sozialen Arbeit betrachtet werden kann. Im Zuge der Industrialisierung begannen in der westlichen Welt schließlich sozialbzw. wohlfahrtsstaatliche Prinzipien gesellschaftspolitische Diskurse mitzubestimmen. Im Ergebnis übernahm der Staat Aufgaben der Gewährleistung sozialer Dienstleistungen als Bestandteil der Daseinsvorsorge vor Ort und legte sie zumeist in die Hände der Einrichtungen des Dritten Sektors. Spätestens mit der Fachdebatte um wohlfahrtspluralistische Konzepte und der Einsetzung der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ durch den Deutschen Bundestag zur letzten Jahrtausendwende werden hierzulande sektorenübergreifende und bereichsübergreifende Formate der Kommunikation, Kooperation und Koproduktion des Sozialen vorangetrieben und weiterentwickelt. Kritisiert wird oftmals, mit der Einbindung der Zivilgesellschaft in diese Prozesse gehe ein Abbau des Sozialstaates einher, der sich schrittweise seiner Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft entziehe. Für ein an zivilen Werten, wie zum Beispiel Pluralismus, Toleranz und Solidarität, orientiertes Engagement spricht neben der Möglichkeit zur unmittelbaren Teilhabe an der Gestaltung unserer Gesellschaft auch der daraus resultierende Zugewinn an Zusammenhalt und Selbstbestimmtheit in lebensweltlichen Kontexten sowie sich damit ergebende Lernkontexte für ein demokratisches Miteinander. Engagement ist als Ergänzung professioneller sozialer Dienste jedenfalls nicht mehr wegzudenken und die Zivilgesellschaft ist ein förderlohnender Sektor. Eine gesellschaftliche Gruppe mit ihren Engagementpotenzialen erfährt bislang indes viel zu wenig Beachtung: Migrantinnen und Migranten.

Dabei ist das zivilgesellschaftliche Engagement von Migrantinnen und Migranten vielfältig. Es reicht von unterschwelligen informellen Unterstützungsleistungen über politische Mobilisierungen von Protestaktionen und das Engagement in Form von Projekten bis hin zu formellen Organisations- und Rechtsformen als Migrantenorganisationen, Migrantenselbstorganisationen oder Verbünde. Das vorliegende Heft möchte diesem spannenden Themenfeld eine Plattform geben, die aktuellen Entwicklungen und Trends aufzeigen sowie Einblicke in verschiedene migrantische ehrenamtliche Initiativen geben.

Mit einer Einführung zum Thema eröffnen Claudia Vogel, Corinna Kausmann und Nadiya Kelle das Heft. Auf Basis des Freiwilligensurveys 2014 wird die soziale Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert. Den ersten große Block des Heftes bildet das Thema Migrantenorganisationen. Uwe Hunger und Desirée Holz geben einen Überblick über das zivilgesellschaftliche Engagement von Migrantenorganisationen in Deutschland. Dabei werden die Rolle, die aktuellen Entwicklungen im politischen Umgang mit dieser Organisationsform sowie die Veränderungen von Migrantenselbstorganisationen selbst aufgezeigt.

Es folgt ein Praxisbeitrag von Elisa Rossi, Lydia Mesgina, Susanne Zastra und Deniz Zehra Tavli, der das gleiche Themenfeld aufgreift, jedoch anhand zweier unterschiedlicher Förderprojekte auf das Spannungsfeld eingeht, in dem sich migrantische Organisationen befinden: zwischen den Erwartungen der Politik und den mit der Vereinsarbeit verbundenen Erfordernissen. Auch der Beitrag von Kirsten Hoesch thematisiert die oftmals schwierige Rolle von Migrantenorganisationen, beleuchtet jedoch primär neue Möglichkeiten und Chancen auf der organisatorischen Ebene durch den Aufschwung einer neuen säkularen Organisationsform. Seit 2015 und der stark zugenommenen Fluchtmigration sind lokale Verbünde, sogenannte ,Heimatvereine 4.0‘ entstanden, die die zentrale Aufgabe verfolgen, die Vernetzung von Migrantenorganisationen voranzutreiben. Auch der nächste Praxisbeitrag thematisiert eine neue, vernetzte Organisationsform, die seit 2015 entstanden ist: Die neuen deutschen Organisationen (NDO) verstehen sich als Interessenvertretung von Marginalisierten. Meral El, Gün Tank und Julia Mi-ri Lehmann erörtern, wie sie im Zuge der Debatte um Sarazzin entstanden sind, um Organisationen aus ganz Deutschland zusammenzubringen und gegen Rassismus und Diskriminierung zu mobilisieren.

Die nächsten beiden Beiträge widmen sich der Jugendarbeit im Kontext des zivilgesellschaftlichen Engagements von Migrantinnen und Migranten. Markus Ottersbach behandelt in einem Überblicksbeitrag das politische Engagement von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Er stellt den aktuellen Forschungsstand und den Bezug zur Empirie anhand der Ergebnisse aktueller Studien dar und diskutiert das Verhältnis zur Sozialen Arbeit. Birgit Jagusch beleuchtet hingegen eine spezifische Organisationsform im Themenfeld der Jugendarbeit und zeichnet aktuelle Entwicklungen von Vereinen von Jugendlichen mit Migrationsgeschichten (VJM) nach.

Der letzte Themenblock des Heftes gibt Ein- Benjamin Landes (Direktor des ISS e.V.) Dr. Claudia Olivier-Mensah (verantwortliche Redakteurin) blicke in zivilgesellschaftliches Engagement von Migrantinnen und Migranten auf der Mikro- Ebene, fernab der Rechtsform eines Vereins, Verbands oder einer Organisation auf der Meso-Ebene. Elias Steinhilper untersucht die zivilgesellschaftliche Beteiligung marginalisierter Gruppen, indem er die Dynamiken der politischen Mobilisierung von afghanischen Migrantinnen und Migranten anhand von Protestveranstaltungen gegen Abschiebungen in Berlin beleuchtet. Der letzte Beitrag des Schwerpunktthemas von Tülin Akkoç stellt das Einbürgerungsprojekt „Ich bin Hamburger!“ vor. Dabei unterstützen sogenannte Einbürgerungslotsinnen und -lotsen, die zumeist selbst den Prozess der Einbürgerung persönlich durchlebt haben, ehrenamtlich Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben möchten, im komplizierten und langwierigen Verfahren.

Der Themenschwerpunkt dieses Heftes wird von zwei freien Praxisbeiträgen ergänzt. Laura Gali, Barbara Steidl, Alexander Kreysig, Henning Busch und Maximilian Behrens beschreiben in ihrem Erfahrungsbericht die Gründung und Durchführung des Projektes FEEL-Effect, das Geflüchtete und Helfende in Südosteuropa unterstützt. Martina Bachmeier stellt mit dem europäischen Projekt SMILAR einen Projektansatz vor, der die Integration von Migrantinnen und Migranten anhand von Trainings- und Empowerment-Maßnahmen auf kommunaler Ebene der Landkreise in ländlichen Regionen fördert.

Den Abschluss des Hefts bilden drei Rezensionen und eine Literaturschau.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

Benjamin Landes, Direktor des ISS e.V. und Dr. Claudia Olivier-Mensah, verantwortliche Redakteurin

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Migration und Soziale Arbeit - epaper die aktuelle Ausgabe 1/2019 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …

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Erscheint quartalsweise , 4 Ausgaben pro Jahr
Sprache Deutsch
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Kategorie Zeitschriften für Pädagogik

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