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Lesen Sie das Editorial von ZfSp Zeitschrift für Sozialpädagogik - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift ZfSp Zeitschrift für Sozialpädagogik - epaper die aktuelle Ausgabe 3/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Neulich (okay: gestern!) kam mein Chef vom Juventa Verlag vorbei und fragte, ob ich beschäftigt sei (wenn Sie jetzt nicht lachen können, hilft Ihnen vielleicht irgendein Elfjähriger weiter). Ich sagte: „Ja!“, und erläuterte, ich müsse unbedingt noch das Editorial schreiben für Heft 3/2018 der ihm fraglos nicht unbekannten Zeitschrift für Sozialpädagogik, es fehlten noch 20.000 Zeichen! Er sagte nur: „Dann aber Hopp!“ und verschwand in den endlosen Fluren des Verlagsgebäudes in der Werderstraße 10 – zum Glück! Denn es lief gerade der Fernseher mit einer sowohl irren als auch brandneuen Story über Horst Seehofer! Vielleicht höchste Zeit zu erläutern: Ich arbeite nur nebenberuflich in Weinheim an der Bergstraße und hauptberuflich als Analytiker in Berlin-Mitte unweit des Kanzleramts, und zwar für eine spendenbasierte US-Medienüberwachungsplattform namens Longhair News. Wir sind zwar Nerds, aber die Guten, haben uns in buchstäblich letzter Minute und unter heftigem Protest unseres selbstredend gleichfalls langhaarigen Bürotrottels Alf Sauerbier gegen den Namen Berlin Analytica entschieden. Auf der Mattscheibe – ich gebe es gerne zu: spätestens hier müssen Sie sich von überholten Vorstellungen, Raum und Zeit betreffend, trennen, und zwar mit Nietzsches gegen Kant gerichteter Einlassung, es gäbe keine Tatsachen, sondern nur Interpretationen – war gerade ein zorniger alter Mann in Badehose zu sehen, der immerhin noch sein Tweed- Sakko trug, aber mit seinem Jägerlatein („Wir werden Sie, Angela Merkel, jagen!“) am Ende schien und gerade einen Fürst Bismarck, nein: nicht kippte, sondern zitierte. Ihm antwortete „Bruder Longhair“ Anton Hofreiter von den Grünen, unser Ehrenmitglied, darauf verweisend, dass wir inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen seien und Frankreich nicht mehr als unser Erbfeind gelte – nichts Spannendes also, jedenfalls im Vergleich zum 20. März 2018, als, trotz Ost-Ghouta, also dem Abwurf einer russischen bunkerbrechenden Bombe über einem Schulgebäude dortselbst mit mindestens fünfzehn toten Schulkindern, der das Nervengiftattentat von Salisbury treffend orchestrierte, Petr Bystron (AfD) nichts Besseres zu tun hatte als sich auf Deutschlandfunk lang (und breitbart-mäßig) auszulassen über den lupenreinen Wahlsieger Putin, in Anwesenheit eines schwer überfordert wirkenden Interviewers.

„Apropos überfordert“, hob ich gerade an – aber mein Chef, der zurückgekommen war, weil er wohl überwachen wollte, ob ich wirklich an meinem Editorial schrieb, mischte sich ein: „Sagen Sie mal – das ist doch eine Konserve der Bundestagssitzung vom 18. März 2018, oder? Gibt’s nichts Aktuelleres für Ihr Editorial, etwas über Seehofer oder wenigstens Özil?“ Ich wollte gerade einwenden, dies sei doch nichts für die Zeitschrift für Sozialpädagogik, ahnte allerdings um seine Antwort: „Aber Herr Niemeyer, das hat Sie doch noch nie gestört? Warum jetzt damit anfangen!“ Also schluckte ich das Ganze runter, kaute demonstrativ an meinem Bleistift – und schob schließlich den Satz nach, gut‘ Ding wolle Weile haben und brauche einen langen Anlauf. Keine schlechte Antwort: Mein Chef gähnte auffällig lange und laut – und machte auf dem Absatz kehrt, wohl in der Absicht, die Absatzzahlen zu kontrollieren. „Wau!“, machte mein Hund Donald zu meinen Füßen, was so viel meinte wie: Das Wortspiel war gut! „Wow!“, machte ich, erleichtert über den Abgang meines Chefs, denn ich konnte nun weiterträumen, vom Beinahe- Fußballweltmeister-Oberchef Putin beispielsweise und vom Versuch von Putins Rasputin Alexander Dugin in einem Spiegel-Gespräch vom 14. Juli 2014, Putin für normal zu erklären („Putin ist alles, Putin ist unersetzlich“), anders als seine Kritiker, die ausnahmslos „psychisch Kranke“ seien, dafür aber solche „mit Recht auf Heilung, auf Unterstützung“. Dies, genauer: mein aus Begeisterung zu erklärendes lautes Wiederholen meines Traums brachte meinen Chef – der erneut, diesmal laut- und also auch grußlos, eingetreten war, wohl um mich ein wenig unter Druck zu setzen – auf den Einwand, dieses Beispiel offenbare doch das grundsätzlich Bedenkliche einer psychopathologisierenden Argumentation im politischen Meinungsstreit. Gleichwohl – so ich nun wieder – sei die Psychologie nicht gleich ins Abseits zu rücken, nicht zuletzt Nietzsches wegen und eingedenk des Nietzsche-Bashing von Jochen Schmidt, Chef und Inspirator des ‚Heidelberger Nietzsche-Kommentars‘, der in seiner 2016 erschienen Anti-Nietzsche-Streitschrift resümiert habe: „Immer mehr geriet Nietzsche ins Schwadronieren über Alles und Jedes, auf einen großmäuligen und größenwahnsinnigen […] Ego-Trip, in halluzinatorisch aufgeblähte Repetitionen, Redundanzen und Variationen, mit denen er früher von ihm selbst schon Gesagtes zusammenrührte und verquirlte.“ So, meinte ich noch, könne man doch nicht mit Nietzsche umgehen – so bar jeden Wissens um die private Tragödie Nietzsches und den Umstand, dass Nietzsche sehr wohl wusste, am Rande des Fanatismus gebaut zu sein, er auch in seiner stärksten Phase immer wieder mutig wider ihn focht, wie seine Bemerkung verdeutliche, „jene blutige Art zu lästern und jene Begeisterung in der Bosheit […], welche die Abzeichen des Fanatismus sind“, mache eigentlich, zwecks Bekämpfung desselben, „eine langwierige Kur“ erforderlich. Dass Nietzsche diese seine Kur zu früh abbrach und rückfällig wurde, sei nicht bestritten; immerhin habe er aber das Problem erkannt, also über eine Krankheitseinsicht verfügt. Anders als Björn „Bernd“ Höcke (AfD), der ständig andere, etwa die Kanzlerin, „in die Zwangsjacke stecken“ wolle, nur nicht sich selbst.

Mein Chef, der zuvor erneut gähnend abgezogen war, wäre gewiss schwer beeindruckt gewesen von meinem Spontanreferat, und sollten Sie dies auch sein, liebe Leserin, lieber Leser, so sei Ihnen versichert: Bei uns, bei den Guten, bei Longhair News – selbstredend auch bei der Zeitschrift für Sozialpädagogik resp. dem ‚Redaktionsteam Marie Bergmann‘ – arbeiten nur die Besten: diejenigen also, die ihrer fehlenden Friseurbesuche wegen immer schon mehr Zeit zum Lernen hatten; und die anderen Langhaarigen, die sich sonst wie, etwa als Sitzenbleiber infolge von Unterforderung, schon in ihrer Schulzeit für höhere Aufgaben empfohlen hatten. Entsprechend gut gelaunt fuhr ich fort mit meinem Spontanreferat zwecks Fortbildung Donalds, also unseres zu meinen Füßen liegenden Bobtail-Terriers: Heidenau 2015, „Wir sind das Volk!“, sei in Washington D.C. angekommen, trage ein schrecklich anzuschauendes Toupet, äußere sich ungehobelt wie der Klassen-Bully Nr. 1, sei offenbar Sexist und Rassist, kurz: offenbare alle Anzeichen einer, mit Nietzsche geredet, „blonden Bestie“, die lautstark ruft: „Make America great again!“ – und rüpele sich in dieser Manier nicht nur durch die Welt, sondern auch, so Michael Wolff in Fire and Fury (2018), durchs White House, fast dem Script von Sinclair Lewis Roman It Can’t Happen Here (1935) folgend, also den Fußstapfen der dort fortgesponnenen Story des nur durch ein Attentat zu stoppenden populistischen Präsidentschaftskandidaten (und Demokraten) Huey „The Kingfish“ Long (1893-1935) nachspürend. Wie auch immer: Die führenden Psychiater der USA seien aktuell, was Trump angeht, offenbar unentschieden in der Frage, wer hier verrückt ist: Der Präsident (so die 27 Psychiater in Bandy Lees The Dangerous Case of Donald Trump, 2017) – oder, so Allen Frances in Twilight of American Sanity (2017), das Land, das ihn groß werden ließ und wählte. Einiges spricht für Lee & Co., im Einzelnen: es spricht für (witzige) Überschriften wie Donald Trump Is: (A) Bad, B: Mad, C: All of the Above (John D. Gartner) sowie dem (weit weniger witzigen) Krankheitsbild Sociopathy (Lance Dodes), für das Fanatismus, also das, nach Victor Klemperer „Schlüsselwort des Nazismus“, gelesen als der unbedingte, für Widerspruch nicht empfängliche Glaube an eine für richtig befundene (Wahn-)Idee, als kennzeichnend gelten dürfe.


Berlin, im Juli 2018
Christian Niemeyer
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Kategorie Zeitschriften für Pädagogik

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