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Lesen Sie das Editorial von Kinderkrankenschwester - epaper

Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Kinderkrankenschwester - epaper die aktuelle Ausgabe 11/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen.

Ein Leben in viel zu großen Schuhen
Im Fotoalbum meiner Mutter gibt es ein Bild, das mich als Zweijährige zeigt. Stolz posiere ich in den viel zu großen Hausschuhen unseres Nachbarn. Irgendwie sieht man mir auch die Anstrengung an, die Balance zu halten und nicht umzufallen. Was bei mir ein spielerisches Vergnügen war, trifft im realen Leben immer mehr Kinder und Jugendliche im übertragenen Sinne. Laut aktuellen Forschungsdaten wachsen mindestens 25% der unter 18-jährigen mit zumindest einem psychisch erkrankten oder suchtkranken Elternteil auf. Da die vorliegenden Zahlen für Deutschland je nach Quellenlage stark variieren, können unter Umständen noch viel mehr Kinder betroffen sein. Tendenz steigend.

Kinder von suchtkranken oder psychisch kranken Eltern tragen ein wesentlich höheres Risiko, ebenfalls abhängig zu werden oder eine psychische Erkrankung zu entwickeln als Kinder von gesunden Eltern. Trotzdem fallen sie häufig durchs Raster. Primär steht die elterliche Erkrankung im Vordergrund. Die Professorin Hanna Christiansen von der Philipps-Universität Marburg beklagt, „dass in der klinischen Praxis bislang nicht regelhaft bei Behandlung erwachsener Patienten mit psychischen Erkrankungen nach Kindern gefragt wird“ (siehe S. 390). Dabei ist die Nachfrage sehr wichtig, denn diese Kinder tun alles, um nicht aufzufallen. Instinktiv spüren sie, dass mit Mama oder Papa etwas nicht stimmt, haben aber keine Erklärung dafür. Häufig beziehen sie dann deren Verhalten auf sich selbst und sind bemüht, die Eltern nicht noch mehr zu verärgern. Da die meisten Eltern nicht über ihre Erkrankung sprechen, trauen auch die Kinder sich nicht, nachzufragen. Sie fürchten, Mama oder Papa noch mehr zu belasten. Auch nach außen wird die Erkrankung tabuisiert, sodass die betroffenen Kinder keinen Ansprechpartner haben.

Stattdessen kämpfen sie sich irgendwie allein durchs Leben. Wenn die Mutter wochenlang das Bett nur selten verlässt, weil sie mit Depressionen kämpft, der Vater sich in Arbeit flüchtet, weil er das Elend nicht erträgt, bleibt vieles auf der Strecke. So geht es auch der 14jährigen Frederike. In der ZDF-Dokumentation „Mein verrücktes Leben - Von starken Kindern und kranken Müttern“ (37 Grad, 07.11.2012) berichtet sie über die Bemühungen der Mutter, trotz der Krankheit für sie und ihre beiden jüngeren Brüder da zu sein. Viel zu oft jedoch übernimmt Frederike die Mutterrolle, sorgt dafür, dass etwas zu Essen auf dem Tisch steht und ihre Geschwister pünktlich zu Terminen kommen.

Auch die 15jährige Lina kennt diese Situationen. Immer wenn die Depressionen ihre Mutter ans Bett fesseln, sorgt sie für ihre jüngere Schwester: „Ich kümmere mich dann hier so ein bisschen um die Kleine, wenn ich das mitkriege. Ich mache der was zu essen, gebe der was zu trinken, spiele ein bisschen mit der“ (www.deutschlandfunk.de, 22.08.2017). Für Lina ist das so normal, dass sie sich nicht beklagt. Experten beschreiben diesen Zustand als „Parentifizierung“ und meinen konkret, dass es in den Familien zu einer Umkehr der sozialen Rollen kommt. Die systemische Beraterin Alexandra Roszak von der christlichen Sozialhilfe Köln trifft bei ihrer Arbeit immer wieder auf Kinder, die im Alltag Aufgaben der Eltern übernehmen. „Wenn zum Beispiel kleinere Geschwister da sind, kümmert man sich um die Geschwister oder man sorgt für die Eltern. Man merkt, der Mutter geht‘s nicht gut, dann übernimmt man vielleicht das Kochen, oder man macht halt Sachen, die Kinder im gleichen Alter nicht machen würden. Wie freiwillig das Zimmer aufräumen, weil man der Mutter keinen Stress machen will oder dem Vater. Solche Dinge können das Kind in seiner freien Entwicklung hindern“ (www.deutschlandfunk.de, 22.08.2017).

Beratungsstellen können aber nur tätig werden, wenn Eltern Hilfe zulassen. Oft steht jedoch die Furcht im Raum, die Kinder könnten aus den Familien herausgenommen werden. Anders als die meisten betroffenen Eltern spricht Linas Mutter über ihre Depression. Sie hat erkannt, dass ihre Krankheit nicht ihre Privatsache ist, sondern Auswirkungen auf ihre Kinder hat. Geholfen hat ihr dabei auch, dass sie bei ihrer Suche nach Hilfe bereit war, eine Therapie anzutreten. So ist Lina eines der Kinder, das Hilfe bekommt.

Bei Henning Mielke war das anders. Aufgewachsen in den 70er Jahren erlebte er seine Kindheit mit einem alkoholkranken Vater und einer tablettenabhängigen Mutter. Aus eigener Erfahrung weiß der heute 49jährige: „Solange die Eltern nicht an dem Punkt sind wo sie sagen: Ich brauche Hilfe und auch mein Kind braucht Hilfe, sind die Kinder eigentlich von der Möglichkeit der Teilnahme an so einer spezialisierten Gruppe abgeschnitten. Also das ist immer die Voraussetzung. Kein Kind würde jemals gegen den Willen der Eltern so ein Angebot wahrnehmen. Die Kinder brauchen die Rückendeckung von mindestens einem Elternteil: Ja, du darfst diese Hilfe nehmen“. 2004 gründete er in Berlin „NACOA Deutschland“. Der Verein berät Kinder, die mit psychisch kranken und suchtkranken Eltern aufwachsen. So will er ihnen die Lektion seiner Kindheit ersparen „irgendwie falsch auf dieser Welt zu sein“.
Sabine Schwabe-Douah
Mit diesem Editorial leitet der/die Herausgeber/in oder die Chefredaktion der Zeitschrift Kinderkrankenschwester - epaper die aktuelle Ausgabe 11/2018 ein. Hier erfahren Sie, welche Artikel besonders lesenswert sind oder woher die Anregungen dazu kamen. …
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Kategorie Pflegezeitschriften und medizinische Fachzeitschriften

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