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1 »ICH TRAGE GEHEIMNISSE IN MIR, VON DENEN NIEMAND ETWAS AHNT«


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Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 41/2021 vom 07.10.2021

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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 41/2021

Zusammen mit Guerlain und der UNESCO setzt sich Angelina Jolie jetzt für den Erhalt der Bienen ein

SELBST IN EINEM UNVORTEIL-HAFTEN IMKERANZUG wirken ihre Bewegungen grazil und anmutig. Als wir Angelina Jolie das erste Mal auf unserer Reise begegnen, inspiziert sie gerade zusammen mit sieben jungen Frauen eine Honigwabe. Wir befinden uns auf einer Bienenfarm inmitten der malerischen Hügel von Sainte-Baume, nahe Marseille. Die sieben Frauen sind die ersten Absolventen der „Women for Bees“-Initiative – einem Schulungsprogramm, das Frauen in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt innerhalb der nächsten fünf Jahre zu Imkerinnen ausbilden will. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der UNESCO und der Beauty-Brand Guerlain. Angelina Jolie, die sich außerdem für Frauenrechte stark macht, wird die internationalen Frauengruppen als „Godmother“ – so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung – begleiten. Aber wieso liegt ihr gerade dieses Projekt so am Herzen, und was macht sie ...

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... eigentlich privat, um nachhaltiger zu leben? Um Antworten hierauf zu bekommen, besuchen wir die Schauspielerin am nächsten Tag in ihrem Feriendomizil in Cassis, einer idyllischen Hafenstadt an derCalanque-Küste. Wir sind wohl etwas früh dran, denn als wir die Eingangstür des pompösen Anwesens erreichen, laufen wir ihren sechs Kindern – Maddox (20), Pax (17), Zahara (16), Shiloh (15) und den Zwillingen Vivienne und Knox (13) – in die Arme, die gerade in einen Van mit abgedunkelten Scheiben klettern. Kurz darauf werden wir in ein helles Zimmer mit Meerblick geführt, von draußen dringt melodisches Grillenzirpen in den Raum. Nach allem, was über ihre angebliche Härte und Strenge, vor allem nach der Trennung von Brad Pitt im Jahr 2016, geschrieben wurde, überrascht uns am meisten die warmherzige und offene Art, mit der uns Angelina Jolie begegnet. Zur Begrüßung kommt sie auf uns zu und streckt uns mit einem breiten Grinsen auf ihren Jolie-Lippen ihre zierliche Hand entgegen. Für ihr elfenhaftes Erscheinungsbild ist ihr Händedruck stark und bestimmt. Sie bietet uns einen Platz direkt neben sich an. Von wo wir angereist sind, möchte sie wissen. Ob es unser erstes Mal in der Provence ist und wie es uns hier gefällt. Ganz wunderbar, vielen Dank. Aber wir sind ja nicht gekommen, um über uns zu reden, sondern weil wir ganz viel von Angelina Jolie wissen wollen. Los geht’s…

Frau Jolie, wurden Sie je von einer Biene gestochen?

Jep. Aber wissen Sie, ich habe so viele Tattoos, da machen mir Stiche gar nichts mehr aus. Viel schlimmer fand ich, dass die arme Biene wegen mir ihren Stachel verloren hat.

Bienenschutz scheint Ihnen sehr am Herzen zu liegen – das ist wohl auch der Grund, weshalb Sie mit Guerlain und der UNESCO das „Women for Bees“-Programm unterstützen.

Einer der Gründe, ja. Ich arbeite seit einigen Jahren mit Imkern und Imkerinnen in Kambodscha zusammen, und mir wurde klar, dass wir ein echtes Problem haben, wenn es keine Leute mehr gibt, die Bienen züchten. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem wir aktiv daran arbeiten müssen, Bienen zu erhalten – immerhin sichern sie durch millionenfaches Bestäuben etwa ein Drittel unserer Nahrungsquellen. Der andere Grund ist, dass ich Frauen durch dieses besondere Handwerk empowern und zu Unternehmerinnen machen will. Erst gestern habe ich mit dem europäischen Team über mein Treffen mit den asiatischen Girls gesprochen, man konnte die Begeisterung richtig spüren. Auf diesen Auf bau einer globalen Schwesternschaft freue ich mich besonders bei dem Projekt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Bienenarten: die häusliche Honigbiene, die in Bienenstöcken lebt und Teil eines großen sozialen Gefüges ist, und die Wildbiene, die eher ein Einsiedlerleben führt. Mit welcher können Sie sich eher identifizieren?

Lustig, einerseits würde ich sagen, dass ich eine wilde, solitäre Biene bin, aber andererseits bin ich in einer sehr engen Gemeinschaft mit meinen sechs Kids. Na gut, wir sind ein ziemlich kleiner Bienenstock. (lacht)

Interessanterweise sind Wildbienen aber viel friedlicher, weil sie eben keinen großen Schwarm haben, den sie beschützen müssen.

Okay, dann bin ich jetzt eher die häusliche Honigbiene – zumindest solange, bis meine wilden Solitärbienen aus dem Haus sind. (lacht) Aber es stimmt, Kinder bringen viel Verantwortung mit sich. Wenn man Mutter wird, gehört ihnen dein ganzes Leben. Man denkt an sie bei jeder einzelnen Entscheidung, die man trifft. Meine Jüngsten sind 13, das älteste Kind ist 20. Unser Verhältnis hat sich mit den Jahren gewandelt. Ich habe heute ganz andere Sorgen als früher. Es geht nicht mehr nur darum, sich um sie zu kümmern – es ist mehr eine Art Partnerschaft. Und sie sind meine besten Freunde.

Sie sind bestimmt eine saucoole Mutter.

Ehrlich gesagt, ich glaube, dass ich so uncool bin, dass ich schon wieder cool bin. Meine Kinder legen sich gerne mal mit mir an, ich kann eine strenge, aber auch eine ziemlich alberne Mutter sein. Ja, ich denke, die sechs finden mich sehr lustig.

Waren Sie Ihren Kindern schon einmal peinlich?

Schon mal? Ständig! Ich glaube, das letzte Mal, als sie mich in einem goldenen Ganzkörperanzug für meine Rolle als Thena im Film „Eternals“ sahen.

Der startet am 5. November in den USA. Ihre erste Superheldinnenrolle.

Richtig. Und soll ich Ihnen etwas verraten? Es war viel herausfordernder, als ich erwartet habe, weil es nicht nur darum ging, Actionszenen zu drehen. Ich darf noch nicht zu viel verraten, aber die Marvel-Familie, um die es gehen wird, ist sehr ungewöhnlich, in ihr herrscht viel Diversität, und Superhelden treten hier in ganz unterschiedlichen Formen auf.

Welche Superpower hätten Sie gerne im echten Leben?

Früher wollte ich unbedingt fliegen können, ich fliege auch selber ein Flugzeug und mag das Gefühl. Jetzt würde ich eher sagen, dass es toll wäre, Menschen heilen zu können. Ich könnte ewig darüber philosophieren. Wenn ich zum Beispiel in die Gedanken von anderen eintauchen könnte, wäre es möglich, politische Entscheidungen zu ändern, so dass es weniger Missstände auf der Welt gäbe.

Was tun Sie privat, um nachhaltiger zu leben und die Welt ein Stück weit besser zu machen?

Da gibt es bestimmte Dinge wie Müll-trennung und Recycling, die wir beachten, aber als Mutter will ich vor allem, dass meine Kinder die Ressourcen auf unserer Welt verstehen und wertschätzen lernen. Es ist interessant zu beobachten, wie sich ihre Lifestyle-Gewohnheiten ändern, je älter sie werden. Bei uns zu Hause ernähren sich zum Beispiel einige pflanzenbasiert, andere wollen es noch nicht und manche vielleicht nie. Mir ist nur wichtig, dass sie selbst ein Bewusstsein für die Entscheidungen, die sie treffen, entwickeln und Verantwortung hierfür übernehmen. Ich glaube, nur dann können sie auch langfristig sein und verinnerlicht werden.

Ernähren Sie sich denn vegan?

Nein, ich bin keine Veganerin, esse aber kein rotes Fleisch.

Sie sprachen bereits Ihre zahlreichen Tattoos an – erst kürzlich haben Sie sich ein neues stechen lassen. Dürfen wir es mal sehen?

(Sie hält uns ihren Unterarm hin, auf dem in verschnörkelter Schrift „Eppur si muove“, lateinisch für „Und sie bewegt sich doch“, steht)

Die berühmten Worte des Astronomen Galileo Galilei…

… der darüber sprach, dass sich die Welt bewegt. Dafür wurde er vor Gericht gestellt und gedemütigt. Auf seinem Weg aus dem Gerichtssaal belauschte ihn jemand, wie er sagte: „Und sie bewegt sich doch!“. Bei mir ist es ähnlich – ich trage gewisse Geheimnisse in mir, von denen niemand etwas ahnt. Und egal, was andere denken oder sagen: Ich kenne die Wahrheit.

Haben Sie das Gefühl, dass sich in Ihrem Leben gerade etwas bewegt und Sie am Anfang eines neuen Kapitels stehen?

(denkt lange nach) Ich hoffe es. Ich habe fünf in vielerlei Hinsicht herausfordernde Jahre hinter mir und bin dabei, mich zu erholen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Ehrlich gesagt liegt mein Fokus darauf, dass meine Kinder gesund bleiben und beschützt sind.

Interview: Franziska Sempell

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