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10 HOT STORIES: DIE THEMEN DER WOCHE: FASHION-WEEK PARIS: 1 ACHTUNG, HIER KOMMEN DIE PAR ADIESVÖGEL!


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 41/2018 vom 04.10.2018

Saint Laurent ließ Models übers Wasser laufen, und Gucci verschickte Blumenzwiebeln. Und sonst? Gab’s in Paris auf der Modewoche jede Menge Wow-Looks, Klatsch und Stars

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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 41/2018

DIE GÄSTE
Zurückhaltung? Nicht bei Gucci! Das Credo des Labels: Mehr ist mehr, und so trägt man gerne mal bis zu drei Muster auf einmal


DIE LOOKS
Feminin oder maskulin? Bei Gucci irgendwie auch egal – dachte sich auch Schauspieler Jared Leto und kam in einem Kimono des Labels (unten)


DIE EINLADUNG Vielen Dank für die, ähm, Blumen, Gucci. Das Label verschickte Knollen mit der Einladung


WER VOR EINIGEN TAGEN EINE PACKUNG BLUMENKNOLLEN IN ...

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... SEINEM BRIEFKASTEN FAND , konnte sein Glück womöglich kaum fassen. Denn im besten Falle handelte es sich dabei um eine Einladung zur diesjährigen Frühjahr/ Sommer-Show des italienischen Modehauses Gucci. Zum allerersten Mal in der Geschichte zeigte das Kultlabel seine Prêt-àporter-Schau in der französischen Hauptstadt und kehrte seiner Heimat Mailand den Rücken. Eine Flucht? Gut möglich, schließlich passt die liberale Einstellung des Designers irgendwie nicht so recht zum Rechtsruck in Italien.

Die Message, die Gucci mit der Einladung schickte: Wir nehmen unsere Wurzeln mit – egal, wohin wir gehen. Damit demonstriert das Label zum einen seine Macht und Unabhängigkeit, zum anderen aber auch seine Heimatverbundenheit. Italienischer Stolz und das Gucci-Gefühl können auch in ein anderes Land transportiert werden.

Und so zeigte Kreativchef Alessandro Michele eine wie gewohnt extravagante Show. Dieses mal im Le Palace Theater im Pariser Künstlerviertel Montmartre. Ein Club, der in den frühen Achtzigerjahren unter Künstlern und Intellektuellen beliebt war und in dem rauschende Partys gefeiert wurden. Für Michele der Ort, an dem sich „alt und neu perfekt verbinden lassen“. Genau richtig also für seine knallbunten, Vintage-inspirierten Looks. Lurexkleider, Glitterhosen, pinkfarbene Lederensembles, Staußenfedern und Männer mit – ups – Genitalschutz. „In genau diesen Looks hätten die Models in dem Club die Nächte durchtanzen können“, so der Designer. Aha, verstanden – Bodenständigkeit war schließlich noch nie so sein Ding. Da war der Überraschungsauftritt von Jane Birkin, die sich plötzlich aus dem Publikum erhob und einen ihrer Hits trällerte, ja geradezu unaufgeregt, aber dennoch ein Knaller. Schließlich war es in dem Theater so dunkel, dass den Superstar kaum jemand bemerkte. Da war dann allen klar, dass es Alessandro Michele wieder geschafft hat, aus seiner Präsentation ein Gesamtkunstwerk zu kreieren.

DER STREET-STYLE

GALA GONZÁLEZ


OLIVIA PALERMO


ERIKA BOLDRIN


CHIARA FERRAGNI


DREE HEMINGWAY


CHRISTIAN DIOR

Nach so viel Trubel ging es bei einem anderen Traditionshaus, nämlich Dior, sehr viel, nennen wir es, alltagstauglicher zu. Doch auch hier besann man sich auf die Wurzeln. Neben opulenten Tüllröcken und Sandalen mit knöchelhohen Seidenbändern zeigte Designerin Maria Grazia Chiuri Klassiker wie die 1947 designte, mit einem schmalen Taillengürtel versehene Barjacke. Begleitet wurde die Show von einer Gruppe Balletttänzer, die eine Performance der israelischen Choreografin Sharon Eyal ablieferten. Ein klares Statement. Dior und Ballett gehören seit eh und je zusammen. Laut Chiuri haben Mode und Tanz viel gemeinsam. „In beiden Fällen steht der Körper im Fokus“, erklärte sie nach der Show.

Genauso zukunftsweisend, dafür aber sehr viel farbenfroher waren die Kollektionen und Shows von zwei aufstrebenden Designtalenten. Simon Porte Jacquemus, der bereits seit 2014 auf der Pariser Modewoche zeigt, und Marine Serre, die 2017 den LVMH-Preis, eine wichtige und hoch dotierte Modeauszeichnung, gewann und erst im Februar dieses Jahres ihr Runway-Debüt gab. Insider sprechen von den beiden bereits jetzt als der „neuen Generation der französischen Mode“.

DARÜBER REDEN ALLE

PETA-DEMO Vor der Saint-Laurent-Show protestierten Tierschützer gegen die Marke, die auch in dieser Saison Schuhe aus Pythonleder zeigte


NACHBEBEN AUS MAILAND Für 1,83 Milliarden Euro verkaufte Donatella Versace ihre Marke an die Modegruppe Michael Kors


DER HOTSPOT Kein Halten: Der Celine-Store in der Avenue Montaigne erlebte einen Run. Die Looks werden hoch gehandelt


NEWCOMER Ist Jacquemus die Zukunft der französischen Mode? Wenn es nach Kritiker Tim Blanks geht, schon


JACQUEMUS

JEANNE DAMAS UND CHIARA FERRAGNI Partner-Look: Und, zugegeben, wir hätten das Kleid mit hohem Beinausschnitt von Designer Jacquemus auch gern


IMAAN HAMMAM UND CINDY BRUNA Ohne ihn geht gar nichts: Der Blazer bleibt auch im Herbst unverzichtbar


Und während Jacquemus feucht-fröhliche Stimmung verbreitete, traumhaft drapierte Roben, lachende Models und eine – kreisch! – XX(X)L Korbtasche im Garten der italienischen Botschaft präsentierte, war die Stimmung und Message bei Serre sehr viel nachdenklicher. All ihre Looks entstanden dank Upcycling. Das heißt, dass sie aus Abfallprodukten neue (und supergeniale) Mode macht. Und auch wenn die hautengen Overalls, asymmetrischen Schnitte, Baseballcaps und transparenten Mäntel eigentlich so gar nicht ins klassische Paris passen, ist bei ihrem gekonnten Mix aus Streetwear und Couture eines unverkennbar: der Stil des urfranzösischen Modehauses Balenciaga. Hier arbeitete sie vor dem Launch ihrer eigenen Linie unter Designer Demna Gvasalia, dessen Ästhetik sie so sehr verinnerlichte, dass selbst der harte Kritiker Tim Blanks sie zusammen mit Jacquemus als die „Zukunft der französischen Mode“ bezeichnete. Was für ein Kompliment.

Applaus gab’s auch bei Saint Laurent. Fraglich ist jedoch, ob die Gäste wirklich nur für die Looks klatschten, die gewohnt sexy, mit durchsichtigen Maxikleidern und ultrakurzen Snake-Shorts daherkamen – oder aber die atemberaubende Kulisse direkt vor dem Eiffelturm für Begeisterung sorgte. Einen Laufsteg, der drei Zentimeter unter Wasser liegt, sieht man ja auch nicht alle Tage. Übrigens ging’s schon vor der Show heiß her, denn anders als viele große Modemarken verwendet Saint Laurent weiterhin Reptilienleder und Pelz, weshalb PETA-Aktivisten vor der Location demonstrierten. Und irgendwie gehört ja auch das schon zu Paris. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich scheinbar alles jede Saison ändert und dennoch immer gleich bleibt. Und so vertrauen auch die Designer in diesem Jahr mehr denn je auf ihre Wurzeln. Schließlich ernten wir, was wir säen. Im Zweifel auch ein Blumenbeet von Gucci.

SPEKTAKULÄRE AUSSICHTEN Saint Laurent schickte seine Models (darunter Kaia Gerber) übers Wasser


SAINT LAURENT


TEXT: CHARLOTTE ANDERSSON; FOTOS: DANA PRESS (2), GETTY IMAGES (23), IMAGO, PICTURE ALLIANCE (4), SHUTTERSTOCK, INSTAGRAM @TIMBLANKS