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10 künstliche Berge– vom Menschen gemacht


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Land & Berge - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 16.02.2022

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Bildquelle: Land & Berge, Ausgabe 2/2022

Bei einer Führung kann man die steilen Hänge des Monte Kali erklimmen und die eigentümlichen Klimabedingungen erleben: Das Salz reflektiert die Sonne, es kann hier heiß und gleißend hell sein. Und oben lockt ein Blick bis zum Thüringer Wald!

Hessen

1 Bergtour auf ein kristallweißes Plateau

Schon von Weitem ist der weiße Koloss zu sehen: ein 200 Meter hoher Berg aus Salz nahe der Werra an der hessisch-thüringischen Grenze. Der Monte Kali oder Kalimandscharo ist eine Salzhalde, die seit 1976 stetig wächst. Jede Stunde laden Bagger fast tausend Tonnen weißen Abfall dort ab, Überreste der Düngemittelherstellung. Im Untergrund lagert Rohsalz, das zu Kalidünger abgebaut wird. Übrig bleibt Kochsalz, das so verunreinigt ist, dass es sich nicht lohnt, es aufzubereiten. Also wird es einfach abgelagert – und der weiße Berg wird höher und höher.

Ausgerüstet mit Helm und Schutzbrille können Besucher den Monte Kali im Rahmen einer anderthalbstündigen Führung erklimmen. Für den Aufstieg sind feste Schuhe erforderlich, außerdem kann auf dem Plateau ein frischer Wind wehen. Ratsam ist auch eine Sonnenbrille, denn bei gutem Wetter blendet der helle ...

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... Untergrund. Belohnt werden die Bergsteiger mit einem herrlichen Blick über das Werratal, den Thüringer Wald, den Hainich, den Hohen Meißner sowie die Rhön.

INFO Das Kalimuseum in Heringen informiert nicht nur über den Kalibergbau, sondern bietet auch jeden Sonntag um 15 Uhr Führungen auf den Monte Kali an. Eintritt: 5 Euro. Eine Anmeldung ist unter Telefon: 0 66 24/91 94 13 erforderlich. Mehr dazu: www.kalimuseum.de

Nordrhein-Westfalen

2 Lichtkunst auf der Pyramidenhalde

Mehr als 250 Bergbauhalden gibt es im Ruhrgebiet, entstanden aus Abraum des Kohleabbaus, Schlacke und Bauschutt. Sie liegen zwischen 70 und 140 Meter über der Umgebung und bilden eine künstliche Berglandschaft. Nur eine dieser Erhebungen besitzt zwei Gipfel, getrennt durch ein schnurgerades Tal: der Rungenberg in Gelsenkirchen-Buer. Der Schweizer Architekt Rolf Keller hat das Gelände zu einem Gesamtkunstwerk geformt. Auf dem ausgedehnten Berg sind zwei mystische, kantige Pyramiden aus dunklem Schutt entstanden. Auf ihren Gipfeln thronen rostige Großscheinwerfer, deren Strahlen sich im nächtlichen Himmel treffen – eine weithin sichtbare Lichtinstallation der Künstler Hermann EsRichter und Klaus Noculak. Sie ist jede Nacht bis Mitternacht zu sehen.

Der Gipfel lässt sich über eine steile Treppe mit rund 300 Stufen erklimmen, die in der Gelsenkirchener Siedlung Schüngelberg beginnt. Wer es gemütlicher mag, nimmt einen der Wanderwege, die sich entlang der Hänge schlängeln. Von oben bietet sich ein weiter Blick zur Zeche Hugo, deren Abraumhalde der Rungenberg ist, zur Veltins-Arena auf Schalke, über Gelsenkirchen, Essen und mehrere andere Haldenberge. Schüngelberg zu Füßen des Rungenbergs ist eine klassische Bergwerkssiedlung mit Schachtanlage, Zechenbahn sowie denkmalgeschützten Arbeiterhäusern. Außerdem lohnt ein Abstecher zum Schloss Berge und dem Berger See.

INFO Die Halde Rungenberg liegt auf der „Route der Industriekultur“. Erreichbar ist sie von der Holthauser Straße in Schüngelberg (Gelsenkirchen). www.halden.ruhr

Saarland

3 Steinwüste mit Blick zum „Weißen Riesen“

Bis 2012 wurde im Saarland Steinkohle abgebaut Eine der wichtigsten Gruben war Göttelborn bei Quierschied, die 2000 geschlossen wurde. Zurück blieb eine 120 Meter hohe Halde mit von Kohle befreitem, „blindem“ Gestein. Weil der einst spitzkegelige Berg Überschwemmungen in Quierschied verursachte, wurde er abgeflacht, zum Teil begrünt und mit vielen Wegen begehbar gemacht. Der Kohlbach-Weiher, ein künstlich angelegtes Gewässer, das einst Grubenwasser aufnahm, ist heute ein artenreiches Biotop.

Erholungsuchende können auf der Halde Göttelborn – auch barrierefrei – wandern, inlineskaten und Rad fahren. Das Plateau bietet Besuchern einen Rundumblick über das Saarland, den Pfälzer Wald, den Hunsrück und die Vogesen in Frankreich. Außerdem wurde mit dem „Himmelspfeil“ ein Aussichtspunkt angelegt. Vom Gipfel aus sieht man auch den imposanten weißen Förderturm, genannt „Weißer Riese“. Er war mit 90 Metern beim Bau der höchste in Europa – wurde aber nie in Betrieb genommen.

INFO Parkplätze gibt’s auf dem Grubengelände Göttelborn. Der „Weiße Riese“ kann von April bis Oktober am ersten Sonntag im Monat besichtigt werden. Mehr dazu unter www.quierschied.de („Industriekultur“)

BUCHTIPP

Qualmende Schlote, Förderbänder voller Kohle, Demos gegen die Schließung – damit beginnt Hobbyfotograf Lothar Strobel sein Buch über die Entwicklung der Grube Göttelborn. Heute ist sie ein moderner Unternehmens- und Hochschulstandort mit benachbartem Freizeitgelände. „Grube Göttelborn“, Bestverlag Saarbrücken, 102 Seiten, 24,90 Euro. Erhältlich bei www.saarnews.com

Oberpfalz

4 Freizeitvergnügen im weichen Sand

Skifahren mitten im Sommer? Auf dem Monte Kaolino in der Oberpfalz ist das kein Problem. Der weiße Berg in Hirschau ist das einzige Sandskigebiet in Europa, mit Lift und Skiverleih. Doch wieso ragt hier eine fast 150 Meter hohe Düne aus feinstem Sand aus der Umgebung?

Seit 1833 wird im Raum Amberg Kaolin abgebaut, eine weiße Tonerde, die zur Herstellung von Papier und Porzellan nötig ist. Als Abfallprodukt fielen über 35 Millionen Tonnen nutzloser Quarzsand an, der bei Hirschau zum Berg aufgetürmt wurde. Bereits in den 1950er-Jahren nutzten die Hirschauer die Düne als einzigartiges Freizeitgelände. Hier fanden die Weltmeisterschaft im Sandboarding und die Europameisterschaft im Sandskifahren statt. Ein Schwimmbad, ein Campingplatz, ein Abenteuerspielplatz und Restaurants ergänzen das Angebot. Freizeitsportler können Ski fahren, Sandboarden oder Rodeln. Für Spaß sorgt ein Coaster, der über 800 Meter rasant durch 180-Grad-Kurven und Panoramakreisel nach unten saust. Vom Dünengipfel überblickt man Hirschau und die Sandgruben, in denen die Kaolinerde gewonnen wird. Am Fuß des Sandbergs gibt es einen Hochseilgarten, eine Adventure-Golf-Anlage sowie eine Skaterstrecke. Segways können ausgeliehen werden.

INFO Der Sandberg ist frei zugänglich. Lift und Co. starten mit den bayerischen Osterferien in die Saison und laufen bis November. Mehr dazu unter www.montelift .de

Baden-Württemberg

5 Ein Mahnmal hoch über der Stadt

Dass ein Berg deutlich sichtbar wächst , ist ungewöhnlich.Doch dem Birkenkopf im Stuttgarter Westen ist es so ergangen: Ursprünglich betrug seine Höhe 471 Meter über dem Meeresspiegel, seit den 50er-Jahren ist er 40 Meter höher. Der Grund: Hier wurden nach dem Zweiten Weltkrieg 1,5 Millionen Kubikmeter Trümmer zerbombter Häuser abgelagert. Daher wird er auch „Monte Scherbelino“, Scherbenberg, genannt.

Solche Schuttberge gibt es in vielen Städten und in der Regel sehen sie einfach wie Berge aus – man ahnt nicht, was unter der begrünten Oberfläche liegt. Anders auf dem Birkenkopf: Offen herumliegende Fassadenreste, kunstvoll verzierte Trümmer oder Säulen machen den Spaziergang hier oben zu einem beklemmenden Gang durch die Zeitgeschichte. Eine Gedenktafel erinnert an die Opfer der Bombennächte und mahnt zum Frieden. Von Ostersonntag bis Anfang September treffen sich am Sonntagmorgen um acht Uhr Gläubige zur Andacht rund um das schlichte Gipfelkreuz. Der 20-minütige Aufstieg lohnt sich besonders bei schönem Wetter: Der Blick schweift von hier über den Stuttgarter Talkessel bis über die Schwäbische Alb und den Schwarzwald.

INFO Parken kann man an der Kreuzung Rotenwald-/Geißeichstraße in Stuttgart-West. Der Bus Nr. 92 hält an der Haltestelle „Birkenkopf“.

Gesamtkunstwerk Olympiapark

Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 errichtete München das 85 Hektar große Gelände mit Olympiastadion, -halle, -turm und -Schwimmhalle. Die luftige Zeltdachkonstruktion von Frei Otto gilt als Meilenstein der Architektur. Noch besser als vom Olympiaberg ist der Blick von der Aussichtsplattform des 291 Meter hohen Olympiaturms

Oberbayern

6 Freizeitoase auf Weltkriegs-Schutt

Großer Schuttberg“ klingt deutlich unattraktiver als „Olympiaberg“, doch dieser erste Name verrät die Wahrheit: Unter der Grasnarbe des beliebten Münchener Ausflugsziels verbergen sich Trümmer aus dem Zweiten Weltkrieg. Später kam noch Abraum vom Bau der U-Bahn-Linie 3 dazu. Das machte ihn mit seinen 60 Metern zu einer der höchsten Erhebungen der Stadt.

Im Sommer genießen Besucher hier oben beim Sundowner den fantastischen Blick, im Winter sausen sie auf Schlitten die Hänge hinunter. 2011 und 2013 wedelten Profis beim Slalom des Alpinen Skiweltcups vor den Augen von über 40 000 Zuschauern vorbei.

Die Münchener nutzen ihren Park zum Entspannen und Sporteln, Besucher können hier ganze Tage verbringen mit Sehenswürdigkeiten wie dem Olympiaturm oder dem Munich Olympic Walk of Stars am Seeufer. Sollte das Wetter schlecht sein, lockt die Schwimmhalle. Oder man genießt eine heiße Schokolade im Drehrestaurant auf dem Olympiaturm mit Rundumblick auf die Stadt.

INFO Die U3 hält mit der Station „Olympiapark“ direkt auf dem Gelände. Es gibt verschiedene Führungen durch den Olympiapark, etwa die Zeltdach-Tour auf der Dachkonstruktion. Mehr dazu: www.olympiapark.de

Franken

7 Einst Müllberg, heute Naturparadies

Der Müll muss ja irgendwo hin, also errichten viele Städte einen Müllberg. Er wird eines Tages saniert und begrünt, sodass er sich als Naherholungsgebiet eignet. Doch wer hätte gedacht, dass ein solcher Standort auch Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere sein kann? Die Stadt Fürth macht es mit ihrem Solarberg vor: Biologen zählten hier mehr als 250 Blütenarten, darunter einige Kostbarkeiten wie die leuchtend pinkfarbene Karthäusernelke. Sie ist auf sonnige Hänge mit magerem Boden spezialisiert – Lebensbedingungen, die sich nur selten finden, die dieser einstige Müllberg jedoch bietet. Die Pflanzen locken verschiedene Insekten an. Damit ist der künstliche Berg eines der artenreichsten Gebiete der Stadt Fürth.

Seinen Namen hat er von der riesigen Solaranlage, die hier seit 2003 Strom produziert. Sie gehörte damals zu den 50 größten Photovoltaikanlagen weltweit. Die Bedingungen auf der Südseite sind ideal, hier trifft volle Sonne auf die Bergflanke. Die Anlage produziert Strom für rund 250 Haushalte.Dass sie auch noch Schatten spendet, wissen die Schafe zu schätzen, die regelmäßig über die Wiesen trotten. Mit ihrer Beweidung pflegen sie die wertvollen Magerrasen und verhindern, dass sich hier Büsche und Bäume ausbreiten.

INFO Der Solarberg liegt direkt am Main-Donau-Kanal an der Vacher Straße im Fürther Stadtteil Atzenhof. Von hier aus hat man eine weite Sicht über die Metropolregion mit Fürth, Nürnberg und Erlangen. Hinweistafeln erläutern den Ausblick.Dank geteerter Wege ist der Hügel auch für Rollstuhlfahrer und mit Kinderwagen erreichbar.

Berlin

8 Ein kleiner Hügel, aufgeschüttet für einen großen Traum

Fliegen können – an diesen Traum glaubte Otto Lilienthal, Ingenieur aus Berlin, obwohl alle um ihn herum das für unmöglich hielten.

Doch er beobachtete schon als Kind Vögel und konstruierte schließlich raffinierte Fluggleiter aus Holz und Baumwollstoff. Doch von wo abspringen? In seiner Umgebung gab es nur wenige Möglichkeiten.

Daher ließ er 1894 in seinem Wohnort Lichterfelde auf dem Gelände einer Ziegelei einen gut zwölf Meter hohen Hügel aufschütten. Rund 1000 Flüge machte er von hier oben vor staunenden Zuschauern und schaffte es, in die Luft abzuheben und bis zu 80 Meter weit zu gleiten. Damit ist er der erste Mensch, der fliegen konnte.

Heute ist der Fliegeberg mit dem umgebenden Lilienthal-Park eine grüne Oase in der Großstadt Berlin. Auf dem Hügel wurde ein Aussichtspavillon mit einem Lilienthal-Denkmal errichtet, im Park ein Wasserbassin. Das Ensemble, das in den 1930er-Jahren umgestaltet wurde, ist als Gartendenkmal ausgewiesen. Ein Rundweg führt unter Bäumen um den Hügel herum. Im Sommer organisieren verschiedene Vereine des Viertels ein Familienfest, bei dem es ums Fliegen geht.

Dabei kann man in einen originalgetreu nachgebauten Flugapparat klettern, wie ihn der Luftfahrtpionier einst benutzt hat. Kinder bauen Drachen und lassen sie vom Hügel aus fliegen.

INFO Der Lilienthal-Park liegt an der Schütte-Lanz-Straße in Berlin-Lichterfelde, nicht weit von der S-Bahn-Station „Lichterfelde Süd“.

Brandenburg

9 Ein neuer grüner Berg, von Wein-Experten geplant

Zwei Jahre fraßen sich die Bagger des Tagebaus Welzow-Süd durch die Landschaft in der Niederlausitz, wo einst das Dorf Wolkenberg lag. Anschließend sollte die zurückgebliebene Wüstung rekultiviert werden. Doch wieder einfach einen See oder ein Freizeitgelände schaffen? Nein, der Betreiber der Grube, Vattenfall, beschloss, hier einen Weinberg anzulegen – und zwar einen, der ideal für den Weinbau ist. In Zusammenarbeit mit Weinfachleuten und Wissenschaftlern entstand ein 30 Meter hoher Berg mit einer sechs Hektar großen, nach Südsüdwest ausgerichteten Rebfläche bei einer Neigung von elf Grad sowie mit optimalem Boden.

Seit 2010 wurden hier 26 600 Reben gepflanzt, die möglichst ökologisch bewirtschaftet werden, so Geschäftsführerin Bettina Muthmann. Als Winzer konnte sie Martin Schwarz von der Meißener Weinmanufaktur am Mariaberg gewinnen. Er musste mit den seltenen Rebsorten wie Roter Riesling, Cabernet Dorsa oder Kernling erst vertraut werden – die hatten die Weinforscher ausgewählt.

INFO Um den Weinberg bei Spremberg führt ein zwei Kilometer langer Wanderweg. Die Weinstube ist von Mai bis Oktober sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Mehr dazu: www.wolkenberg-gmbh.de

Mikroklima – vom Bergbau geprägt

Die Niederlausitz zählt zu den sonnigsten Regionen Deutschlands. Das Wetter über dem Wolkenberg wird aber auch vom benachbarten Tagebau beeinflusst: Früher war es extrem trocken. „Seit die riesigen Bagger weitergewandert sind und der Schacht verfüllt ist, kommen wieder Gewitter mit Regen zu uns“, schildert Bettina Muthmann ihre Beobachtungen. Mit einem Nachteil: „Mit Mehltau hatten wir vorher kaum Probleme. Im letzten, sehr regenreichen Jahr mussten wir erstmals etwas dagegen tun.“

Schwaben

8 Tiere beobachten auf der Hausmüll-Deponie

Spazieren gehen, den Ausblick genießen und Tiere entdecken – dazu lädt seit Ende 2016 das Naherholungsgebiet auf dem Müllberg zwischen Augsburg und Gersthofen ein. Dieser Teil der Deponie Augsburg- Nord ist ein Naturgebiet mit über zwei Kilometer Wanderwegen, scherzhaft auch „Mount Depeverest“ oder „Monte Scherbelino“ genannt. Die Natur hat den auf Schutt und Hausmüll künstlich geschaffenen Grüngürtel so gut angenommen, dass Besucher schon mal einen Fuchs oder ein Reh über den Weg huschen sehen. Auch Dachs und Biber wurden hier gesichtet, dazu Blindschleichen und die Ringelnatter. Außerdem nutzen viele Zugvögel den Berg als Zwischenstation.

Vom Gipfel des 55 Meter hohen Hügels hat man einen Rundumblick über Augsburg und Gersthofen, den Flughafen, den Fluss Lech sowie die Westlichen Wälder. An klaren Tagen lassen sich am Horizont die Alpen entdecken.

INFO Das Naherholungsgebiet Deponie-Nord hat zwei Zugänge: am Jagdweg in der Firnhaberau und am Europaweiher in Gersthofen. Es ist von 8 Uhr bis 20 Uhr im Sommer bzw. bis 16 Uhr im Winter geöffnet.