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10 MYTHEN zur Hunde-Ernährung


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Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 01.12.2021

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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 1/2022

Haben sie einmal das Licht der Welt erblickt oder stehen in schwarzen Buchstaben auf weißem Papier gedruckt, manifestieren sie sich in unseren Köpfen: Mythen. Und so schnell kriegen wir sie danicht mehr raus. Noch schlimmer wird es, wenn sie im Internet veröffentlicht wurden und nun in den unendlichen Weiten des World Wide Web bis ans Ende der Zeit herumgeistern, bis sie vielleicht eines Tages doch noch als Fake News enttarnt werden. Aber natürlich verbreiten sie sich auch durch altmodisches „Weitererzählen“ und manchmal klingen sie sogar plausibel: „Der Hund stammt vom Wolf ab und darf deshalb nur so ernährt werden ...“

1 Hunde kann man nicht vegetarisch ernähren

Der Trend macht auch vor unseren Vierbeinern nicht halt. Grundsätzlich ist es möglich, seinen Vierbeiner komplett fleischlos zu ernähren. Dazu muss man sich aber sehr gut informieren, meint die Fachtierärztin Dr. Julia Fritz. Am besten ...

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... zieht man hier einen auf Ernährung spezialisierten Fachtierarzt zurate oder kauft vegetarisches Alleinfutter.

Wichtig zu wissen ist, dass der Hund einen wesentlich höheren Protein- und Kalziumbedarf als der Mensch hat. Die Verwertbarkeit von pflanzlichem Eiweiß ist aber geringer als bei tierischen Eiweißquellen. Deshalb muss man dem Hund meist Nahrungsergänzungsmittel verabreichen, wenn der Nährstoffbedarf nicht ausreichend z. B. durch gekochte Eier, Milch und bestimmte Soja-Produkte abgedeckt ist. Der Hund sollte ausgewachsen sein, bevor man eine Umstellung auf fleischlose Ernährung beginnt.

2 Der Hund frisst ausschließlich Fleisch, wie einst sein Vorfahre, der Wolf

Dass pures Fleisch das Beste für den Hund ist, davon sind viele Halter überzeugt. Sie vergessen dabei aber, dass Isegrim als Jäger und Fleischfresser, wenn er ein Kaninchen erbeutete, auch Obst und Gemüse mit dem Magen des Tieres aufnahm und verdaute. Laut Prof. Kurt Kotrschall vom Wolfsforschungszentrum in Ernstbrunn fressen seine Wölfe regelmäßig Obst und Gemüse. Überhaupt hat sich der Hund durch das jahrtausendelange Zusammenleben mit dem Menschen auch an dessen Speiseplan angepasst. Deshalb hat man auch der ursprünglichen BARF-Fütterung, die aus Fleisch und Fisch bestand, später Kohlenhydrate wie Reis und Kartoffeln hinzugefügt. Diese werden aber gekocht und nicht roh gefüttert, wie es die BARF-Philosophie für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter vorschreibt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt gegen eine reine Fleischfütterung ist die erhebliche Auswirkung auf den CO 2 -Verbrauch und das-Leid, das es für Tiere in der Massentierhaltung mit sich bringt.

3 Häufige Futterwechsel fördern Unverträglichkeiten und Allergien

Hat man eine Futtersorte eines Herstellers gefunden, die der Hund gut verträgt (z. B. ein bestimmtes Trockenfutter), sollte man bei genau diesem einen Futter bleiben – so eine unter Hundehaltern weit verbreitete Meinung. Doch wer seinen Vierbeiner ausschließlich mit ein und demselben Futter ernährt, läuft Gefahr, sich einen mäkligen Fresser heranzuziehen. Ganz nach dem Motto, was der Bauer nicht kennt, das (fr)isst er nicht, wird der Hund ausschließlich auf das ihm bekannte Futter geprägt. Das kann zu Problemen führen, beispielsweise wenn der Hund eine Allergie gegen dieses Futter entwickelt. Deshalb sollten Hunde von klein auf mit verschiedenen Futtersorten und Inhaltsstoffen vertraut gemacht werden. Ein gesunder Wechsel zwischen Nass- und Trockenfutter sowie verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten garantiert eine vielseitige Futterprägung. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass täglich die exotischsten Zutaten im Napf landen müssen, um Bello ausgewogen zu ernähren. Gerade bei Verdacht auf eine Allergie sollten Sie für eine Ausschlussdiät einige Proteinquellen (z. B. Pferd und Wild) in der Hinterhand haben, die der Hund noch nicht kennt.

4 Handfütterung ist das A und O für eine g ute Beziehung zum Hund

Sie haben einen Hund, für den es draußen bedeutend Spannenderes gibt als seine Zweibeiner? Viele Experten raten dann, den Vierbeiner (eine Zeit lang) ausschließlich draußen und aus der Hand zu füttern. Der Zweibeiner bleibt so für den Hund auch unter Ablenkung interessant. Die Fütterung kann ins alltägliche Training eingebunden werden und der Hund wird für positives Verhalten belohnt. Allerdings sollten Sie es mit dem Training nicht übertreiben und dem Vierbeiner regelmäßig größere Portionen zu fressen geben, damit er auch satt wird. Sonst steht Bello hungerbedingt unter Dauerstress. Muss der Hund allerdings ein paar Pfunde verlieren, ist gegen ein verstärktes Activity-Feeding nichts zu sagen. Im Gegenteil, der Hund ist dadurch positiv bestärkt, dass ihm Bewegung gut tut.

5 Der Hund darf nur von Ihnen und nicht von Fremden Futter annehmen

Gründe gibt es dafür einige: Immer wieder legen Hundefeinde gefährliche Giftköder aus. Auch Unrat und Plastikmüll liegt in den Städten häufig auf den Straßen. Viele Halter trainieren deshalb ihren Vierbeiner darauf, nichts vom Boden zu fressen. Sie sollten ihn aber dabei nicht komplett darauf fixieren, dass er nur von Ihnen Futter annehmen darf und sonst von keinem anderen Menschen. Was ist, wenn Sie für ein paar Tage verreisen müssen oder krank sind? Gerade scheue Hunde sollten lernen, auch von anderen Personen Futter anzunehmen. Ein Training, nur auf ein bestimmtes Signal hin zu fressen, ist dagegen sinnvoll.

6 Der Hund sollte immer zur gleichen Uhrzeit gefüttert werden

Klar, auch Hunde brauchen Rituale. Das pünktliche Frühstück um 7 Uhr gibt ihm vielleicht sogar Struktur und Halt. Sie selbst tun sich damit aber keinen Gefallen und deshalb sollten Sie es mit der Pünktlichkeit nicht übertreiben. Ein Hund, der täglich Punkt 18 Uhr sein Futter bekommt, wird vermutlich schon mit großem Augenschlag vor Ihnen sitzen, bevor Sie auf die Uhr geguckt haben. Er wird eventuell beginnen, sein Futter einzufordern, wenn Sie gerade gemütlich mit Freunden in einem Restaurant zusammensitzen. Es ist also besser, denn Hund erst gar nicht daran zu gewöhnen. Wenn sich die Fütterungszeit aber schon in sein Gehirn eingegraben hat, ignorieren Sie ihn einfach, wenn er anfängt, sein Futter einzufordern. Wenn er sich dann beruhigt hat, können Sie seinen Napf füllen. So lernt er, dass Sie bestimmen, wann Essenszeit ist. Keine Sorge, er wird bei diesem Training nicht verhungern, auch wenn er sie so ansieht.

7 Der Hund sollte immer nach dem Gassigehen gefüttert werden

Der Vierbeiner sollte nach dem Spaziergang mindestens eine Stunde ruhen. Das „Verdauungspäuschen“ ist deshalb so wichtig, weil sich durch wildes Toben das Risiko einer gefährlichen Magen- drehung erhöht. Zählt Ihr Hund aber zu den „Staubsaugern“, die beim Spaziergang jeden Krümel aufsaugen, kann ein „petite dejeuner“ vorher wahre Wunder wirken. Sie können Ihrem Hund eine kleine Portion vor oder währen des Gassigangs füttern und den Rest danach. Oder Sie lassen den Hund nach dem Frühstück einfach noch eine Stunde chillen, bevor es nach draußen geht.

8 Ein Fastentag pro Woche ist gesund

Falsch! Früher dachte man, den Hund würde das nicht weiter stören, denn der Wolf macht auch nicht täglich Beute. Mittlerweile weiß man durch neuere Studien der modernen Ernährungswissenschaft, dass dies nicht stimmt. Der Duft von leckerem Essen, das Knistern eines Papiers, das Rascheln einer Tüte oder das Öffnen der Kühlschranktür lösen beim Hund die Produktion von Magensäure aus. Da es sich aber nur um Futterreize handelt und beim Hund nicht „in echt“ etwas im hungrigen Magen ankommt, das er verdauen kann, kommt es zu einer Übersäuerung. Diese wiederum kann zu Sodbrennen oder Erbrechen führen. Es gibt aber eine Ausnahme, wann der Vierbeiner 24 Stunden lang gar nicht gefüttert werden sollte: Wenn er Durchfall hat! So kann sich der angegriffene Darm wieder regenerieren. Falls dies nicht hilft, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

9 Ein ausgewachsener Hund wird einmal täglich gefüttert

Lange wurden Hunde nur einmal am Tag gefüttert, meist nach getaner Arbeit. Die meisten Ernährungsexperten empfehlen heute, einen ausgewachsenen, gesunden Hund morgens und abends zu füttern. Welpen bis zum Alter von sechs Monaten sollten drei bis vier Mahlzeiten pro Tag erhalten, Junghunde und Senioren mindestens zwei. Klei nere Futterportionen kö nnen besser verdaut und verwertet werden. D er Körper wird weniger b elastet und der Blutz uckerspiegel bleibt im Gleichgewicht. So läuft Ihr Hund nicht mit knurrendem Magen durch den Tag.

10 Selbstgekochtes ist am besten

Auch unsere Haustiere brauchen eine ausgewogene Ernährung. Doch den richtigen Zutaten- und damit Nährstoffmix zu finden, ist nicht leicht. Wer die Futterrationen für seinen Vierbeiner selbst zubereitet, sollte sich daher ausführlich mit Tierernährung und Futtermittelkunde beschäftigen. Oft kennen Halter den Bedarf ihrer Haustiere nicht einmal. Wie viele Studien belegen, sind hausgemachte Tiermahlzeiten ernährungsphysiologisch nicht ausgewogen. In einer neu veröffentlichten Studie etwa haben US-Wissenschaftler 200 Hundefutter-Rezepte zum Nachkochen analysiert. Ergebnis: 95 Prozent verfehlten bei mindestens einem lebenswichtigen Nährstoff die Ernährungsvorgaben. Das kann vor allem für Welpen im Wachstum gefährlich sein.