Lesezeit ca. 11 Min.
arrow_back

10 Pfund Silber


Logo von Blinker
Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 40/2022 vom 11.03.2022

GEZIELT AUF KAPITALE MEFOS

Artikelbild für den Artikel "10 Pfund Silber" aus der Ausgabe 40/2022 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Der Rio Grande in Argentinien, welchen Sie auf diesem Foto sehen, ist wegen seiner ?grande? Forellen jenseits der 8 Kilo-Klasse bekannt. Das ist übrigens das einzige Mal, dass Sie in diesem Artikel etwas vom Ausland lesen, denn auch in Deutschland sind kapitale Meerforellen mehr als nur Zufallsfänge!

So, so, Sie wollen also eine kapitale Meerforelle fangen? Kein Problem! Nein, wirklich nicht. Sie müssen nur mit dem richtigen Köder zur richtigen Zeit am richtigen Ort fischen. Fast hätte ich‘s vergessen: Das richtige Gerät brauchen Sie natürlich auch noch …

Finden Sie gar nicht komisch? Ehrlich gesagt: Ich auch nicht – denn es hat auch mich einige Jahre gekostet, bis ich rausgefunden habe, wie der Hase läuft. Obwohl der Vergleich einer kapitalen Meerforelle mit einem Hasen auch nicht gerade passend ist. Sei‘s drum. Also: Sie möchten gezielt auf große Meerforellen fischen? Okay!

Dann haben Sie zwei Reviere zur Auswahl, in denen Sie das Verhalten der Forellen verstehen müssen, um das Geheimnis zu lüften: den Fluss und das Meer. Beginnen wir mit dem Fluss.

MEERFORELLEN IM FLUSS

Einmal pro Jahr ziehen viele Meerforellen in deutsche, dänische und schwedische Flüsse, um sich zum ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Blinker. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 40/2022 von Blinker. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Blinker
Titelbild der Ausgabe 40/2022 von Futter bei die Fische!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Futter bei die Fische!
Titelbild der Ausgabe 40/2022 von Der Schleienlift. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Der Schleienlift
Titelbild der Ausgabe 40/2022 von Völlig falsch auf Schleie. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Völlig falsch auf Schleie
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Verführung im Flachen
Vorheriger Artikel
Verführung im Flachen
Tide & Forelle
Nächster Artikel
Tide & Forelle
Mehr Lesetipps

... Laichen zu versammeln. Diese Forellen nennt man übrigens „Aufsteiger“. Der Laichvorgang findet im Spätherbst und Winter statt, aber trotzdem beginnen einige Exemplare bereits Ende Mai mit ihrem Aufstieg. Und das sind fast ausschließlich kapitale Exemplare! Obwohl noch recht wenige Fische im Fluss sind, lohnt sich das Angeln sehr. Denn wie gesagt: Diese Meerforellen sind groß und sie sind, wenn sie frisch in den Fluss aufgestiegen sind, sehr aggressiv, also beißwillig. Wichtig zu wissen: Die großen Meerforellen steigen zuerst in die Flüsse auf, einige wenige schon Ende April, ein guter Schwung großer Fische kommt auf jeden Fall im Mai.

Die Chancen sind besonders gut nach kräftigen Regenfällen. Sobald das Wasser wieder etwas fällt, der Himmel bedeckt ist und ein leichter Wind geht, sind die Bedingungen für die Tagesfischerei optimal. Ansonsten muss man das Angeln in die Dämmerung und Nachtstunden verlegt. Die Standorte der Meerforelle ähneln übrigens denen der Bachforelle: große Steine, unterspülte Ufer, tiefe Rinnen und Gumpen unterhalb von Wehren oder Stromschnellen sowie tiefe Außenkurven sind immer meerforellenverdächtig. Besonders interessant sind auch Einmündungen von Bächen oder anderen Flüssen. Die Meerforellen scheinen unschlüssig zu sein, in welchen Arm sie aufsteigen sollen. Oft stehen an solchen Plätzen daher mehrere Fische.

KÖDER 1: GROSSE SPINNER SIND GEWINNER

Und, wie gesagt, diese Fische sind oft aggressiv. Ein großer, silberner Spinner in Größe 4 ist genau richtig, um eine kapitale Meerforelle zum Biss zu reizen. Denn so ein großer Spinner macht einen Riesenwirbel, und das geht den nervösen Meerforellen gewaltig an die Nerven. Vibrax, Perlox und Mepps sind eine gute Wahl.

Wichtiger ist, dass der Köder bei der Tagesfischerei tief geführt wird. Der Spinner wird leicht stromauf geworfen und nach dem Absinken zum Grund zügig herangeholt. Der Spinner läuft dann in einem Bogen zum Ufer.

Manchmal kommt der Biss genau dann, wenn sich der Spinner am Ufer nach oben bewegt -also praktisch vor den Füßen. Der Biss einer kapitalen Meerforelle ist knallhart, und ihre erste Flucht auch! Stellen Sie die Bremse also vor dem Fischen ein und kontrollieren Sie diese regelmäßig.

Übrigens: Ich knipse an meinen Spinnern die brünierten Original-Drillinge ab. Anschließend ziehe ich einen kleinen Sprengring durch das Öhr und bringe einen superscharfen Drilling in Größe 4 an.

KÖDER 2: DER BÖSE, BÖSE TAUWURM

Doch nicht nur der Spinner ist ein guter Köder, auch ein dicht am Grund angebotener Tauwurm wird gerne genommen. Dieser Köder ist richtig böse, will heißen effektiv. Viele Angler benutzen eine Posenmontage mit Endblei, der Haken ist etwa 30 Zentimeter über dem Blei an einem Seitenarm befestigt. Keine schlechte Montage.

In meiner „Wurmzeit“, die hatte ich von Mitte der 1980 bis Mitte 1990, bevorzugte ich jedoch den Wurm in Verbindung mit einem Tiroler Hölzl.

Die Montage ist denkbar einfach: Ans Ende der Hauptschnur kommt ein Dreiwegewirbel. An diesem Wirbel wird in Verlängerung der Hauptschnur ein etwa 1,5 Meter langes Vorfach angeknotet, an der seitlich abstehenden Öse ein etwa 30 Zentimeter langes Stück Monofil. An dieses Ende kommt das Hölzl. Wichtig: Die Tragkraft des Seitenarms mit dem Hölzl muss schwächer als die der Hauptschnur sein. Dann reißt bei einem Hänger nur das Hölzl ab, nicht die ganze Montage.

Ans Ende des Vorfachs kommt ein großer Einzelhaken (Gr. 1 bis 3), auf den ein Tauwurm der Länge nach aufgezogen wird. Das war‘s schon.

Kleiner Tipp: Ein roter Wollfaden oder ein „Spin-N-Glo“, kurz vor dem Wurm angebracht, wirkt Wunder.

Das Fischen mit dem Hölzl ist recht einfach. Die Montage wird leicht stromauf geworfen. Kurz vorm Auftreffen wird sie abgebremst, damit sich das Vorfach strecken kann. Sobald das Hölzl am Grund ist, bremsen Sie die von der offenen Rolle ablaufenden Schnur mit dem Zeigefinger ab. Sie werden deutlich merken, wie das Hölzl über den Grund hüpft. Gegen Sie gelegentlich etwas Schnur, damit das Hölzl weiter abtreiben kann. So können Sie einen großen Bereich sehr effektiv abfischen. Bei einem Biss, Sie werden ihn mit Sicherheit deutlich spüren, geben Sie noch etwa zwei bis drei Meter Schnur. Dann schließen Sie die Rolle, nehmen Fühlung auf und schlagen an. Klingt einfach? Ist es auch!

Die Farben des Erfolgs

Süßwasser

Beim Spinnfischen auf Aufsteiger sind große Spinner (Gr. 3-5) mit silbernem Blatt eine gute Wahl. Später in der Saison fangen auch große Wobbler in den Farben Orange und Fire Tiger gut.

Salzwasser

Beim winterlichen Spinnfischen auf Überspringer sind große Blinker und Küstenwobbler in natürlichen Farben am besten. Schockfarben (Rot, Orange) sollten Sie nur im stark angetrübten Wasser einsetzen.

Sie können natürlich auch anstelle des Wurms mit einer Fliege fischen.

In einigen Lachs-und Meerforellen-Flüssen müssen Sie das sogar, denn dort ist der Wurm verboten. Ich bevorzuge zwei Grundtypen: schwarze und orange/gelbe Tubenfliegen. Natürlich können Sie es aber anderen Mustern versuchen. Schauen Sie den Einheimischen ruhig mal über die Schulter, es lohnt sich immer.

WENN DIE BLÄTTER FALLEN, DANN VERÄNDERT SICH DAS SPIEL AM FLUSS

Im Juli werden die Chancen auf eine kapitale Meerforelle schlechter. Spät in der Saison, also im September und (wo erlaubt) im Oktober, wird es dann nochmal interessant. In dieser Zeit können Sie ebenfalls mit großen Spinnern oder Wobblern (7 bis 11 Zentimeter) in aggressiven Reizfarben fischen. Orange ist eine gute Wahl, doch auch mit einem bunten Fire Tiger-Muster sollten Sie es unbedingt einmal probieren.

Manchmal sind im Herbst jedoch kleinere, auffällig gefärbte Köder besser. Zum Beispiel Fliegen auf Einzel-oder Doppelhaken in den Farbkombinationen Orange, Gelb und Rot. Orangefarbene Eierfliegen, am Hölzl oder an der Fliegenrute, sind ein echter Geheimtipp!

Leicht ist die Herbstfischerei jedoch nicht. Die laichgefärbten Fische sind zwar aggressiv und gehen auch auf den Köder los, wollen ihn aber nur verjagen. Fehlbisse gehören daher zur Tagesordnung. Ich persönlich fische so spät im Jahr im Fluss nicht mehr auf Meerforellen. „Bunte“ Fische, also gefärbte Meerforellen, die kurz vor der Laichzeit sind, lasse ich in Ruhe.

Genauso wie die „Absteiger“ – Sie werden sich jetzt denken können, welche Fische das sind. Richtig: Wer von Absteigern spricht, meint die Forellen, die nach dem Laichen wieder ins Meer ziehen. Okay, okay, ich gestehe, das war nicht immer so, auch ich habe auf Absteiger geangelt und diese manchmal auch entnommen, deshalb will ich den Zeigefinger nicht zu hoch anheben.

Aufsteiger, Absteiger, Überspringer, wie bitte?

Jede Angelart bringt seine eigene Fachsprache mit sich. So auch das Meerforellenangeln!

Wir unterscheiden drei Arten von Forellen im Meer:

Aufsteiger: Fette, teilweise braune Forellen, die zum Laichen in den Fluss aufsteigen (April bis Oktober)

Absteiger: Magere und braune Forellen, die nach dem Laichen aus dem Fluss zurück ins Meer schwimmen (Januar bis April)

Überspringer: Große, eigentlich geschlechtsreife Forellen, die nicht zum Laichen in den Fluss gehen

Sei es wie es sei: Auf Absteiger sollten Sie in Deutschland und Dänemark nicht fischen, wenn Sie auf einen Fisch jenseits der 10 Pfund-Marke aus sind. Die abgemagerten Meerforellen sind zwar in Beißlaune und lassen sich mit Wurm, orangenen Wobbler und Tubenfliegen gut fangen, sie sind aber leider auch in einer schlechten Kondition. Eine 70er Meerforelle, die beim Aufstieg durchaus die 10 Pfund-Marke überschreiten kann, hat als Absteiger selten mehr als 7 Pfund.

Wenn Sie den Vorteil der gut beißenden Absteiger ausnutzen wollen, sollten Sie nach Südschweden fahren. Hier haben Sie gute Chancen, eine Zweistellige zu fangen. Die Meerforellen, die dort im März und April gefangen werden, sind bereits wieder in einer guten Kondition. Sie sind bereits fast wieder silberblank und haben wieder einige Pfund Winterspeck zugelegt.

MEERFORELLEN IM MEER: 10 PFUND SILBER IM SALZ

In den kalten Monaten, also der Zeit zwischen dem Auf-und Abstieg der Meerforellen, sollten Sie unbedingt am Meer fischen. Denn in dieser Zeit haben Sie an der Ostsee die Chance, die Meerforelle Ihres Lebens zu fangen! Bekanntlich steigen längst nicht alle geschlechtsreifen Meerforellen zum Laichen auf. Einige große Fische bleiben den Winter über im Meer.

Auch für diese Forellen gibt es natürlich einen speziellen Namen: Weil Sie eine Laichzeit auslassen, werden sie „Überspringer“ genannt. Diese kompakten und bullenstarken Meerforellen haben nur eines im Kopf: fressen, fressen, fressen! Aus diesem Grund bringen die silberblanken Fische meist mehr als 10 Pfund auf die Waage. Das Länge-Gewicht-Verhältnis dieser Fische sprengt das Vorstellungsvermögen. Überspringer können bei 70 Zentimetern Länge bis zu 14

Pfund auf die Waage bringen! Bei 85 Zentimetern können Sie sogar an die 20-Pfund-Marke kommen! Das sind zwar Extremfälle, aber möglich sind solche Fische durchaus.

Die beste Zeit für Überspringer ist die Zeit zwischen Oktober und Januar, doch auch jetzt, zur Heringszeit, kommen die großen Meerforellen in Wurfweite. Dazu gleich noch mehr.

Vor allem nachmittags jagen die kapitalen Meerforellen oft in Ufer nähe, wo sich das Flachwasser über den Tag etwas erwärmt hat. Gute Stellen für Überspringer sind die offenen Küstenbereiche, an denen dicht unter Land tiefes Wasser ist. Steilküsten oder Engen zwischen Inseln sind hervorragende Plätze. In Buchten sollten Sie hingegen nicht fischen. Hier werden Sie zwar im Winter ebenfalls Meerforellen fangen, aber fast ausschließlich Grönländer. Also kleine, nicht geschlechtsreife Fische zwischen 35 und 45 Zentimetern. Die Kapitalen bevorzugen auch im Winter die offene Küste. Sie dürfen daher nicht mit vielen Forellen rechnen, aber mit großen! Geben Sie nicht zu früh auf, bleiben Sie hart. Der gezielte Fang einer kapitalen Meerforelle ist immer ein hartes Geschäft und reine Nervensache, und in der kalten Jahreszeit erst recht.

„Seien Sie hart, aber drillen Sie nicht hart – schließen Sie die Beine, aber nicht die Bremse!“

GROSSE FISCHE FORDERN EINEN VOLLWASCHGANG

Im zeitigen Frühjahr, also von Anfang März bis Mitte April, können Sie ebenfalls kapitale Meerforellen fangen. Zu den Überspringern, die hinter den Heringen her sind, kommen jetzt noch die Absteiger. Doch auch können im April bereits wieder einiges auf die Waage bringen. Landspitzen, auf die der Wind steht, sind am besten. Das angetrübte Wasser zieht die Meerforellen an wie ein Magnet. Das hat mehrere Gründe. Erstens erwärmt sich trüberes Wasser durch das Sonnenlicht schneller als glasklares. Und ein bis zwei Grad Unterschied machen im Winter und Frühjahr sehr viel aus. Zweitens werden die Kleinstlebewesen durch die Wärme und das freigespülte Futter an diesen Stellen schnell aktiv.

Drittens wissen das die Sandaale, Aalmuttern und Sandgrundeln, die sich von den Kleinkrebsen im Frühjahr ernähren. Viertens wissen die Meerforellen, dass sich an diesen Stellen Beutefischen sammeln. Doch freuen Sie sich nicht zu früh, denn für Sie bedeutet das: Ab in die Wellen! Nehmen Sie unbedingt trockene Ersatzkleidung mit, sonst wird der Rückweg zur Zitterpartie. Denn mit einem Vollwaschgang müssen Sie bei dieser Fischerei immer rechnen. Aber für eine kapitale Meerforelle macht man das gern, oder?

FETTE FORELLEN STEHEN AUF HECHTBLINKER

Die Köderfrage ist an der Küste leicht beantwortet. Mit großen Meerforellenblinkern und Küstenwobblern liegen Sie immer richtig. Je größer, desto besser! Keine Angst, für Überspringer kann der Köder nie zu groß sein.

Schauen Sie sich mal die handlangen Schlepplöffel an, mit den auf Meerforellen geschleppt wird, dann wissen Sie, was Sache ist. Leider lassen sich diese Köder nicht werfen, sonst würde ich mit diesen Riesendingern auch vom Ufer aus auf Überspringer fischen. An Stellen mit tiefem Wasser fischten wir daher früher auch mit schweren Hecht blinkern, zum Beispiel dem Effzett. Diese Blinker passen genau ins Beuteschema der großen Forellen, denn diese Fische haben im Sommer im Freiwasser der Ostsee Heringe gejagt. Heute greift man eher zu großen Küstenwobblern, denn so ein großer Blinker fliegt wie ein Klappstuhl. Natürliche Farben (Silber, Silber/Grün, Silber/Blau) sind meiner Erfahrung nach für Überspringer am besten. Schockfarben, also Rot oder Orange, sollten Sie nur bei trübem Wasser einsetzen. Ansonsten sind Naturtöne für Überspringer immer die bessere Wahl.

WER HART DR I LLT, VERLIERT SEINEN LEBENSFISCH

Führen Sie Ihren Köder außerdem lieber etwas zu schnell als zu langsam. Den die Beutefische, hinter denen die Überspringer her sind, zuckeln auch nicht in Schneckentempo durchs Wasser.

Das Gerät sollte beim Angeln auf Überspringer nicht zu leicht sein, denken Sie daran! Ich kenne genug Angler, die große Meerforellen verloren haben, weil Sie zu leicht gefischt haben. Mit einer 0,16er Geflochtenen sind Sie auf der sicheren Seite. Die Rute (durchgehende Aktion) sollte 3 bis 3,3 Meter lang sein, das Wurfgewicht sollte bei 30 bis 50 Gramm liegen, das passt. Wichtig: Schärfen Sie den Drilling (Größe 2 bis 4) und kontrollieren Sie die Einstellung der Bremse! Besonders beim Spinnfischen an der Küste beißen die Fische oft direkt nach dem Einfallen des Köders. Dann bringt man nur bei einem superscharfen Haken den Anhieb durch.

„Überspringer-Forellen können bei 85 Zentimeter bis zu 10 Kilo wiegen!“

Und stellen Sie die Bremse nicht zu fest ein. Wenn Sie eine Meerforelle zu hart rannehmen, dann springt sie oder dreht sich wie wild. Und oft, leider viel zu oft, wird sie dabei wieder den Haken los. Meerforellen haben ein „weiches Maul“. Auch, wenn ich vorhin davon sprach, dass Sie als Meerforellenangler hart im Nehmen sein müssen – übertragen Sie diese Einstellung bloß nicht auf Ihr Drillverhalten. Drillen Sie die Meerforelle nie zu hart! Falls die Meerforelle springt, schnell die Rute senken. Das verringert den Druck auf den Fisch und gibt ihnen Luft, die Bremse etwas zu öffnen. Und noch ein heißer Tipp für den Drill: Beine zusammen! Es kommt immer wieder von, dass unerfahrene Angler von großen Meerforellen getunnelt werden. Ehrlich, kein Witz! Und was dann passiert, das können Sie sich selber ausmalen.

Versuchen Sie nach dem Einschlag einer großen Meerforelle ruhig zu bleiben, überstürzen Sie im Drill nichts, auf die zwei, drei Minuten kommt es jetzt nicht an. Schließlich haben Sie mit viel Ausdauer und körperlichen Einsatz auf Ihre erste kapitale Meerforelle gefischt – und die haben Sie sich dann auch redlich verdient. Ich drücke Ihnen die Daumen!