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11 verblüffende Coups hinter dem Cup


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The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 14.06.2022
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Bildquelle: The Red Bulletin-Deutschland Ausgabe, Ausgabe 7/2022

TEAMLEISTUNG Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco (2. v. re.) feiert den ersten großen Titel in der 13-jährigen Vereinsgeschichte.

1 Leipziger Haarpracht

Fußball ist ein Mannschaftssport – zehn Euro fürs Phrasenschwein! Und dennoch ist es mehr als eine Steilvorlage, wenn man den besten Einzelspieler in seinen Reihen hat. Und den hatte RB Leipzig in diesem Jahr: Fans, Experten und die Kapitäne der Bundesliga-Vereine wählten Christopher Nkunku zum Spieler der Saison. Zuvor war er bereits viermal Spieler des Monats gewesen.

Der französische Leistungsträger, der seit 2019 für die Roten Bullen kickt, erzielte in dieser Saison 36 Scorer-Punkte (Tore und Vorlagen). In der Bundesliga-Tabelle liegt er damit auf Platz zwei hinter Weltfußballer Robert Lewandowski.

Der 24-Jährige ist bei seinen Mitspielern aber nicht nur beliebt, weil er auf dem Platz die Gegener rasiert – der frischgebackene Nationalspieler hat als Hobby-Friseur auch schon mal bei seinen Vereinskollegen Hand angelegt und ihnen die Haare gestutzt. Das Ergebnis: fesche ...

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... Friesen und gelock(er)te Stimmung! Und ohne Stimmung kein Erfolg.

Wer weiß, was Multitalent Nkunku nach seiner Karriere irgendwann einmal machen wird? Vielleicht arbeitet er als Trainer, als Berater, als TV-Experte – oder seine zweite Karriere geht als „Die Hoch-Zeit des Figaro“ in die Geschichte ein. Und … Schnitt!

2 Die French Connection

Abstimmungsprobleme durch Kommunikationsschwierigkeiten gibt es in diesem Team auf keinen Fall, vraiment pas! Neben Christopher Nkunku spielen noch zwei weitere Franzosen in der Mannschaft: Nordi Mukiele, 24, und die Abwehrkante Mohamed Simakan. Benjamin Henrichs, 25, ist zwar Deutscher, spricht aber ebenfalls fließend Französisch, weil er zuvor bei der AS Monaco auflief; und auch Amadou Haidara, 24, weiß: „Le ballon“ ist kein Luftballon, der platzt, wenn man ihn tritt – sondern das Spielgerät. Die Landessprache in seiner Heimat Mali ist Französisch.

Dass sich die vier Defensivspieler blendend verstehen, konnte man heuer auch auf dem Platz sehen: RB Leipzig stellte zusammen mit den Bayern die beste Abwehr der Liga (37 Gegentore). Oh, là, là! (Ach, übrigens: Was wir als „Ballon“ bezeichnen, ist für Leipzigs French Connection eine „montgolfière“ …)

3 Das Rad des Weisen

Eltern kennen das Problem, und Trainer sind ja auch irgendwie Väter: Wie geht man damit um, wenn Kinder, wenn Spieler die Regeln brechen? Eine Woche Handyverbot? Möglich. Aber für Fußballer schlimmer als eine Rotsperre. Und auch Taschengeldentzug kommt Profis vor wie ein Foul ohne Ball. Also ließ sich Leipzigs Coach Jesse Marsch (war zwar nur zwei Pokalrunden im Amt – aber hey, da sind die Bayern zum Beispiel schon rausgeflogen) etwas anderes einfallen: Wer etwas falsch macht, dreht am Strafenrad!

Und hilft dann – je nachdem, auf welchem Feld es stoppt – zur Buße im Fanshop aus oder checkt Geschenke für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, oder … Alles besser als Handyverbot!

4 Emil und die Macht der Ahnen

Emil Forsberg ist einer der dienstältesten Spieler bei RB Leipzig, schon seit 2015 beflügelt er die Roten Bullen. In dieser Periode erreichte der Verein dreimal das DFB-Pokal-Finale – und in jedem vorangegangenen Halbfinale erzielte der Schwede ein Tor. So auch diesmal beim 2:1-Erfolg gegen den Ligakonkurrenten Union Berlin, als er in der Nachspielzeit per Kopf einnickte. Kein Wunder also, dass der 30-Jährige in seiner Wahlheimat mittlerweile Kultstatus genießt. Laut einer Studie war Emil 2021 der am häufigsten vergebene Jungenname in Leipzig. Zufall? Oder vielleicht doch der Plan, dem Baby gleich auch ein wenig Torinstinkt in die Wiege zu legen.

Aber wenn wir schon beim Familiären sind: Das Kicken steckt Emil im Blut, der Schwede stammt aus einer fußballverrückten Dynastie. Schon sein Opa und sein Papa waren Kicker. Alle drei spielten früher mal für den schwedischen Verein GIF Sundsvall und trugen die Rückennummer zehn. Während Opa Forsberg als Regisseur bekannt war, überzeugte der Vater als Knipser. Das Besondere am Junior: Emil Forsberg vereint die Qualitäten seiner Ahnen, ist quasi ein Hybrid aus Opa und Papa. Das macht den 70-fachen Nationalspieler unverzichtbar.

5 Der vergoldete Kevin

Haarspalterei, die zweite: Jawohl, den DFB-Pokal hat RB Leipzig auch ein klein wenig dem Hairstyle von Kevin Kampl zu verdanken. Als der Slowene noch für den VfL Osnabrück kickte, hat er sich das Haupthaar blondiert. Und weil seine Karriere von da an steil bergauf ging – es folgten Stationen in Salzburg, Dortmund und Leverkusen –, stiegen ihm auch die Haare zu Berge: Immer prächtiger wurde das Blond des Mittelfeldmotors. Alles nur Aberglaube, Herr Kam(m)pl?

6 Listen to me, per favore

Die Headline ist kein unkontrollierter Sturmlauf der Sprachen. Denn um Domenico Tedesco, dem Cheftrainer der Bullen, gerecht zu werden, hätten wir eigentlich sechssprachig titeln müssen. Der Mann an der Seitenlinie spricht nämlich Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch und Russisch – und das mal laut, mal leise, mal flüssig, mal fluently.

Für ein Team, das mit Spielern aus insgesamt 14 Ländern gespickt ist, ein großer Vorteil. Der 36-jährige Taktikfuchs, der vor seinem Amtsantritt im Dezember 2021 unter anderem den FC Schalke 04 und Spartak Moskau betreute, kann dadurch noch besser auf jeden Spieler eingehen – und der wiederum kann den Chef beim Wort nehmen. Dank seiner Spanischkenntnisse verhalf Tedesco seinem perfekt Spanisch sprechenden Torjäger André Silva (eigentlich ein Portugiese) wieder zur Topfom. In den ersten sieben Begegnungen unter der Regie von Tedesco knipste der Stürmer gleich sechsmal. Da können die Leipzig-Fans nur danke sagen. Oder, um Silva zu zitieren: „¡Muchas gracias, Domenico!“

7 Der Universal-Ösi

„Jetzt muass halt ich no a Schäuferl drauflegen“, muss sich Sachsens neuer Lieblings-Ösi, Konrad Laimer, wohl gedacht haben, was übersetzt so viel bedeutet wie: Nun muss ich eben noch eine Schippe zulegen. Damals nämlich, als Kapitän Marcel Sabitzer die Roten Bullen im Sommer 2021 in Richtung München verließ.

Die Enttäuschung bei den Fans war groß, schließlich hatte „Sabi“ viele Jahre zu den absoluten Identifikationsfiguren gehört. Aber sein Nationalmannschaftskollege Laimer nutzte die Chance, die sich mit dem Transfer bot – und übernahm das Ruder im Mittelfeld. Der 24-Jährige spielt seit fünf Jahren bei RB Leipzig. Aber das war wohl seine bisher beste Saison. Immer on point und selten verletzt. Ein Art „Rundumsorglospaket“.

Egal ob defensiv als Feuerlöscher oder offensiv als Goalgetter, Laimer beweist fast überall, wie wertvoll ist. Einer der Höhepunkte: sein Doppelpack beim 4:1-Erfolg in Dortmund, wo er außerdem noch einen Treffer vorlegte und an diesem Abend selbst Erling Haaland die Show stahl. Urleiwand, Conny!

8 Das Geheimnis hinter der Doppelnull

Ein guter Tormann, so drückt man’s bildhaft aus, muss die Null halten. Doch dieser hier hält sogar die Doppelnull. Dabei ist er kein Freund der spektakulären Flugeinlagen, sondern hebt nur ab, wenn es wirklich nötig ist. Aber alles der Reihe nach: Péter Gulácsi, der 32-jährige Keeper und Kapitän, spielt bereits seit 2015 für die Roten Bullen. Mehr als 270 Pflichtspiele absolvierte der Ungar in dieser Zeit für die Leipziger, nur Stürmer Yussuf Poulsen hat mehr Begegnungen in den Beinen als Péter in den Händen. Und das ohne jede Eitelkeit und Show, eher als unscheinbarer Held, auf den immer Verlass ist. Oder, um es mit den Worten von Commissioner Gordon aus „Batman“ zu sagen: „Er ist ein stiller Wächter, ein wachsamer Beschützer.“

Ohne Zweifel gehört der ungarische Nationalspieler zu den verlässlichsten Torhütern der Liga. Ein Grund dafür ist neben der Psyche aber auch seine robuste Physis: Gulácsi ist trotz seines reiferen Alters kaum verletzt. Und das gibt auch der Abwehrreihe die nötige Sicherheit, die sie braucht, um in den ganz engen Duellen die Ruhe zu bewahren. Denn jeder Fußballanalyst weiß: Ein sicherer Schlussmann verbessert auch die Leistung der Vorderleute und verringert deren Fehlerquote. Kopfsache und Teamwork eben. Und: Bereits zweimal war Gulácsi am Ende einer Saison (nämlich 2018/19 und 2020/21) der Torwart mit den meisten Zu-null-Spielen. Zwei Saisonen, zweimal am öftesten zu null gespielt: Péter Gulácsi, der Mann mit der Doppelnull!

Übrigens: Im August 2021 – also pünktlich zu Saisonbeginn – wurde er zum zweiten Mal Vater: noch ein Doppelpack, den dieser Star ohne Allüren mit beiden Händen festhält.

RÜCKHALT: PÉTER GULÁCSI, 32 Auf ihn ist Verlass. Der Keeper spielte in dieser Saison zehnmal zu null.

9 Das Derby der Streber

Und noch mal Domenico Tedesco: Der Leipzig-Trainer absolvierte 2016 den Fußballlehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester mit einer Abschlussnote von exakt 1,0. Mit ihm damals in derselben Klasse: Julian Nagelsmann. Der heutige Bayern-Coach hatte auf dem Zeugnis allerdings bloß eine 1,3 stehen. Kein Wunder also, dass Klassenprimus Tedesco den DFB-Pokal holte. (Julian Nagelsmann hat den Cup übrigens noch nie gewonnen. Die Bayern schieden bereits in der zweiten Runde mit 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach aus.)

10 Das Netzwerk der Zocker

Sportwissenschaftlich ist der Zusammenhang zwar noch nicht restlos erforscht – aber zumindest auf dem Papier sind die Fußballstars von RB Leipzig heuer nicht die einzigen Pokal-Helden der Sachsen: Auch die „FIFA“-Profis der Roten Bullen haben Grund zur Freude. Ende März gewannen die eSportler das Finale der Virtual Bundesliga Club Championship und krönten sich damit erstmals zum Deutschen Club-Meister im eFootball. Was das nun mit dem Pokal-Erfolg der Rasenballsportler zu tun hat?

Sportpsychologen kolportieren hinter vorgehaltener Hand, dass der Titel der Bildschirm-Athleten die Echt-Fußballer unter Zugzwang gebracht und die letzten Reserven mobilisiert hat. Denn welcher Bulle hätte schon Bock auf Spott aus den eigenen Reihen? Fakt ist: Es steigen in Leipzig immer wieder auch „FIFA“-Matches zwischen den Fußball- und „FIFA“-Profis. Der spanische Mittelfeldspieler Dani Olmo etwa zockte auch schon gegen „FIFA“-Ass Umut Gültekin. Bestimmt wurde hier auch über den einen oder anderen Psychokniff getratscht.

11 Der Mann, der die großen Titel bringt

RB Leipzig profitiert seit kurzem von einem Experten, der schon allein sinnbildlich perfekt zu den Bullen passt. Immerhin war er früher berühmt für seinen Torero-Torjubel. Sein Name: Mario Gómez. Der 36-Jährige ist seit Beginn diesen Jahres an Bord und hat in seiner Rolle als Technischer Direktor des internationalen Red Bull-Soccer-Teams auch ein Auge auf die Leipziger Local Heroes.

Der Torjäger i. R. gewann in Diensten des FC Bayern und des VfB Stuttgart drei Deutsche Meisterschaften, einmal die Champions League und zweimal den DFB‐Pokal. Kurz gesagt: Der Mann weiß, wie man Trophäen gewinnt – nun hilft er mit seiner Expertise, dass die Titelsammlung bei RB Leipzig ähnlich umfangreich wird. 2020 beendete Mario Gómez seine Fußballerkarriere und ist jetzt einer von zwölf Spezialisten, die die Red Bull-Klubs aus Leipzig, Bragança in Brasilien und New York ganzheitlich steuern. Next Stop Meistertitel?

Noch mehr Infos über die Pokal-Helden? Bitteschön: rbleipzig.com