Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 10 Min.

14 Immun-Booster


Iss dich gesund - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 10.09.2021

Immun-Booster

NEU

ERFORSCHT

Artikelbild für den Artikel "14 Immun-Booster" aus der Ausgabe 6/2021 von Iss dich gesund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Iss dich gesund, Ausgabe 6/2021

Du und ich Verrückt, aber wahr: Wenn wir unseren Hund kuscheln, bildet er auch das Hormon Oxytocin. Und ist genauso entspannt und immunfit wie wir

Hongkong, Japan, Südkorea … In Asien gehört das Tragen von Masken als Infektionsschutz ganz selbstverständlich zum Straßenbild – schon vor Corona. Deutschland goes Asia: Selbst nach der Pandemie wollen laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey 44,7 Prozent weiterhin eine Maske gegen die üblichen Infektions-Krankheiten aufsetzen. Das lohnt sich, zeigt eine Analyse der „Arbeitsgemeinschaft Influenza“ am Robert Koch-Institut. Zum Saisonstart der Grippe im Herbst 2020 hat es bundesweit nicht einmal 300 bestätigte Influenza-Fälle gegeben. Ein Jahr zuvor waren es zur gleichen Zeit schon über 5.000. Sollen wir also diese neue Hygiene-Kultur weiter pflegen? Mit Händeschüttel-Stopp und Abstandhalten? Oder schnarcht die Abwehr dann im Winterschlaf weg? Nein, sind sich Immunologen sicher. Es ist nicht unterfordert und wird nicht träge. Keine Sorge, denn es reagiert und ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Iss dich gesund. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2021 von Willkommen, liebe Leserinnen und liebe Leser,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Willkommen, liebe Leserinnen und liebe Leser,
Titelbild der Ausgabe 6/2021 von Das leuchtende Rot fällt richtig ins Auge. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Das leuchtende Rot fällt richtig ins Auge
Titelbild der Ausgabe 6/2021 von Die Aroma-Knolle steigt in den Kopf. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Aroma-Knolle steigt in den Kopf
Titelbild der Ausgabe 6/2021 von Richtig essen – gesund bleiben. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Richtig essen – gesund bleiben
Titelbild der Ausgabe 6/2021 von
'Gut leben mit Autoimmunerkrankungen??
Titelbild der Ausgabe 6/2021 von Ich halt’s im Kopf nicht aus. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ich halt’s im Kopf nicht aus
Vorheriger Artikel
Ich halt’s im Kopf nicht aus
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Eine richtig scharfe Sache
aus dieser Ausgabe

... schützt ständig, rund um die Uhr. Beim Kontakt mit einem Apfel, nachts beim Schlafen, bei einem Kuss … Deshalb braucht es kein Training. Schon gar nicht durch nervige Erkältungen oder die gefährliche echte Grippe. Im Übrigen schützt unsere neue Hygienekultur ja auch nicht komplett vor Covid-19. Was die Abwehr jetzt braucht? Eine gute Portion neu erforschter, wirksamer Immun- Stärker für die kalte Jahreszeit.

1 ZUM KUSCHELBÄR WERDEN

Auf die zwei Quadratmeter der Haut verteilen sich über zehn Millionen Sinneszellen, die auf kleinste Reize ansprechen. Allein 700 davon fühlen auf einer Fingerspitze. Unsere Körperhülle ist eng vernetzt mit dem Gehirn, mit dem Mikrobiom – und damit mit dem Immunsystem im Darm.

STUDIENLAGE: Regelmäßige Umarmungen können das Immunsystem stärken und weniger anfällig für Erkältungsviren machen, haben Psychologen der Carnegie Mellon University in Pittsburgh herausgefunden.

IMMUN-EFFEKT: Beim zärtlichen Streicheln – auch Haustiere – schüttet das Gehirn das Kuschelhormon Oxytocin aus. Es senkt den Spiegel immunblockierender Stresshormone, vor allem die Produktion des Erzfeindes des Immunsystems, des Hektik- Botenstoffs Cortisol.

SO GEHT’S: Selbst bei beiläufigem Körperkontakt wie dem Auf-die-Schulter-Klopfen oder Handauflegen werden vermehrt Zytokine (Reaktions-Botenstoffe der Immunabwehr) gebildet. Das klappt auch bei einer Massage, sogar bei Selbst-Berührungen. Oder bei dieser Immun-Mudra: Kuppen der Daumen, Ringfinger und kleinen Finger sanft aufeinanderpressen, die übrigen Finger ausstrecken. 10 Minuten halten, dabei mit geschlossenen Augen tief und bewusst in den imaginären Herzraum atmen.

2 DUFTE NACHHILFE FÜR DIE ABWEHR

Wegen seiner Farbenpracht und seines betörenden Aromas war das Duft-Veilchen (bot.: Viola odorata) in der Antike den Liebesgöttinnen geweiht.

STUDIENLAGE: Eine Untersuchung des polnischen National Science Centre hat nachgewiesen, dass das Veilchen voller Polypeptide steckt. Sie wirken nicht nur antimikrobiell, sondern machen auch das Immunsystem aktiv.

IMMUN-EFFEKT: Ätherische Öle, Rutosid, Farbstoffe wie Violanin und Schleimstoffe bessern Bronchial-Infekte, indem sie z. B. Schleim lösen, das Abhusten erleichtern. Das nimmt Krankheitserregern ihr ideales Tummelund Vermehrungs-Medium.

IMMUNSTARKE SCHALTZENTRALE DARM

Er kann mehr, als Nahrung zu verdauen. Der Darm entpuppt sich immer stärker als Immun-Experte

Rund 70 bis 80 Prozent aller Immunzellen sitzen im Darm, knapp 80 Prozent der Abwehr-Reaktionen laufen hier ab. Das macht das Verdauungsorgan mit seinem Mikrobiom aus 100 Billionen Winzorganismen wie Lactobazillen, Enterokokken, Pilzen oder Viren zum zentralen Abwehrriesen.

Das macht er: Vor allem im Dickdarm siedeln Kolonien von weißen Blutkörperchen. Sie sind darauf getrimmt, Feinde zu erkennen und zu vernichten. Und er kommuniziert über die Darm-Hirn-Achse mit den grauen Zellen im Kopf, aktiviert so weitere Immun-Reaktionen.

So helfe ich ihm: Bifidobakterien erhöhen die Zahl der Mikroorganismen im Mikrobiom des Darms, so die European Food Safety Authority (EFSA), Parma. Auch Lactobazillen sorgen laut EFSA für eine gesunde Darmflora, bauen höchstwahrscheinlich potenziell schädliche Mikroorganismen im Darm ab. Diese sogenannten Probiotika sind zum Beispiel in Milchprodukten wie Buttermilch, Kefir oder Joghurt enthalten.

SO GEHT’S: 500 ml Wasser mit 500 g Zucker aufkochen, bis sich der Zucker löst. Saft 1 Bio-Zitrone hinzugeben. 2 bis 3 Handvoll Veilchenblätter in den lauwarmen Sirup geben, 3 bis 4 Tage im Dunkeln ruhen lassen. Hat sich der Sirup rosa bis violett verfärbt, abseihen. 4 bis 6 TL am Tag.

3 YOGA FÜR DIE KILLERZELLEN

Spezielles Immun-Yoga fährt die Produktion der Stress-Hormone Cortisol und Adrenalin herunter. Beide sind Blocker unseres Schutzschildes.

Duft-Veilchen

Die antientzündliche Wirkung von „Viola“ ist so groß, dass sie auch Hautekzeme und rheumatische Erkrankungen lindert. Lunge und Blase verleiht sie zudem einen Keim-Schutz

Akkord-Arbeit für die Abwehr

UNSERE WINZIGEN BODYGUARDS

Die Abwehrzellen des Immunsystems im Körper wiegen bis zu vier Kilo – fast dreimal mehr als das Gehirn! Hier seine Elite-Aufpasser:

Fresszellen Als erste Verteidigungslinie erkennen sie Eindringlinge, fressen und verdauen sie. Und funken Infos über sie zu den T-Helferzellen.

T-Helferzellen Sie geben den T-Killerzellen den Befehl, körpereigene Zellen zu vernichten, in die sich Krankheitserreger eingenistet haben. Und sie unterscheiden zwischen bösartigen und harmlosen Keimen.

T-K illerzellen Die Späher sind gespickt mit antennenartigen Rezeptoren. Mit ihnen identifiziert jede T-Killerzelle immer nur eine Art von Eindringling. Unterm Strich aber sagenhafte 100 Millionen!

B-Ly mphozyten Die kleinsten Vertreter der weißen Blutkörperchen produzieren Abwehrstoffe, die sogenannten Antikörper. Ihre Präzisionswaffen läuten die endgültige Vernichtung der Erreger ein.

Antikörper Nach einem Infekt floaten sie weiterhin wachsam durch den Körper. Greift ein Erreger ein zweites Mal an, erkennen sie ihn sofort nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Blitzartiger Abwehralarm!

Kakaobohnen

Unter ihrer harten Schale verstecken sich viele Antioxidanzien. Sie schützen uns vor der schädigenden Wirkung von freien Radikalen. Das entlastet und stärkt das Immunsystem

STUDIENLAGE: Eine US-Studie des renommierten Massachusetts General Hospital beweist eindrucksvoll: Ist ihr Spiegel im Blut möglichst niedrig, steigt die A ktivität der Killerzellen deutlich.

IMMUN-EFFEKT: Besonders stark fällt er bei der altindischen Körper-Geist-Lehre auf die Schleimhäute aus – der wichtigsten Schutz-Barriere des Immunsystems. Sie werden besser durchblutet, beherbergen so mehr Abwehrzellen, berichtet das Wissenschafts-Magazin „Journal of Behavioral Medicine“.

SO GEHT’S: Bei der „Haltung des Kindes“ auf die Unterschenkel setzen, Po ruht auf den Fersen, Füße berühren sich. Arme auf dem Boden so weit nach vorne strecken, bis der Oberkörper die Oberschenkel berührt. Kopf auf dem Boden ablegen. Einatmen, Oberkörper dabei maximal strecken. Ausatmen, Bauch lang gedehnt auf die Oberschenkel legen. Je 30-mal wiederholen.

4 DEN FÜSSEN EINHEIZEN

Der Bäderarzt und Pfarrer Sebastian Kneipp hat vor mehr als 100 Jahren wechselwarme Fußbäder zur Stärkung der Körperabwehr entwickelt.

STUDIENLAGE: Die Wasseranwendung erhöht die Zahl der Lymphozyten um 13 Prozent und steigert die Immunabwehr in den Zellen. Das beweist eine Studie des Uniklinikums Jena.

IMMUN-EFFEKT: Wechselwarme Fußbäder erhöhen die Zahl der Immunglobuline. Diese Abwehr-Eiweiße in Speichel, der Schleimhaut in Mund, Nase, Rachen wehren die Erreger von Erkältung und Husten ab.

SO GEHT’S: Zwei Fußbadewannen nebeneinanderstellen – eine mit kaltem, eine mit 38 Grad warmem Wasser (bis zur Wadenmitte). Füße rund drei Minuten ins warme, dann 20 Sekunden ins kalte Wasser stellen. 3-mal wiederholen, kalt abschließen.

5 SCHNELLER AM ZIEL MIT KAKAO-DRINK

In den Samen des Kakaobaumes schlummern ungeahnte Beschleuniger für das körpereigene Verteidigungs-System.

STUDIENLAGE: Flavonoide unterstützen die Abwehr-Arbeit der T-Helferzellen und können Entzündungen, die von Keimen entfacht werden, eindämmen. Das zeigt eine Studie der Universität Barcelona.

IMMUN-EFFEKT: Polyphenole, Kakao-Pflanzenfarbstoffe, glätten die Innenwände der Gefäße. Das Blut fließt reibungsloser, schleust Abwehrzellen schneller zu ihren Einsatzorten.

SO GEHT’S: 200 g Zartbitterschokolade mit einem Kakao- Anteil von mindestens 70 Prozent hacken. In 600 ml Mandelmilch mit 1 TL Agavendicksaft langsam unter Rühren erhitzen. Täglich einen Becher trinken.

6 AKTIVSCHUB MIT FEUERATMUNG

Endlich hat die moderne Wissenschaft die altbewährte Feueratmung aus der jahrtausendealten ayurvedischen Heillehre auf den Prüfstand gehoben. Mit erstaunlichen Ergebnissen.

STUDIENLAGE: Die Tiefenatmung aktiviert Zwerchfell und Bauchmuskulatur, diese wiederum den Darm. Perfekt, denn etwa 70 bis 80 Prozent des Immunsystems sitzen im Verdauungstrakt. Eine Studie der Norwegian University of Science & Technology in Trondheim hat jetzt herausgefunden, dass die ayurvedische Feueratmung die Aktivität der weißen Blutkörperchen erhöht und sogar ihre Anzahl anschiebt.

IMMUN-EFFEKT: Besonders die erste Verteidigungslinie des Körpers, die Neutrophilen Granulozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen), reagiert schneller auf Keime. Vor allem bei Atemwegsinfekten.

SO GEHT’S: Im natürlichen Fluss durch die Nase ein-, aber aktiv und mit ein wenig Kraft ausatmen. Langsam beginnen, dann die Geschwindigkeit steigern wie eine Dampflokomotive, die an Fahrt aufnimmt. 30-mal ein- und ausatmen, eine Minute Pause. 2-mal wiederholen.

7 IMMUNBOOSTER AVOCADOSALAT

Die Früchte des Lorbeergewächses enthalten reichlich ungesättigte Fettsäuren, Vitamin A, C, D, E, K, Beta-Carotine. Zudem Magnesium, Phosphor, Eisen und Kupfer. Alles Katalysatoren fürs Immunsystem. Die Avocado trägt deshalb ihren Beinamen „Superfood“ vollkommen zu Recht.

STUDIENLAGE: Phytosterole und Beta-Sitosterol steigern die Vermehrung der Lymphozyten, erhöhen gleichzeitig die Abwehrkraft der Killerzellen. Studien-Quelle: Wolaita Sodo University in Äthiopien.

IMMUN-EFFEKT: Ihre ungesättigten Fettsäuren unterstützen die Aufnahme von Provitamin A, z. B. in Möhren, Aprikosen. Gut für eine optimierte Immunleistung von Haut und Schleimhäuten.

SO GEHT’S: Avocado (200 g) halbieren, Fruchtfleisch auslöffeln, zerdrücken. 2 Tomaten vierteln, Fruchtfleisch würfeln. 1 Knoblauchzehe zerdrücken. Von 1 Limette 2 TL Schale abreiben, Limette auspressen. Tomatenwürfel, 150 g Joghurt und Knoblauch mit dem Avocadomus verrühren. Mit Salz, 1 Msp. Cayennepfeffer, 2–3 EL Limettensaft und -schale abschmecken. 2- bis 3-mal die Woche essen.

8 IMMUNSTARKE COLON-MASSAGE

Die schon 1930 etablierte, aber in Vergessenheit geratene Spezial-Massage stimuliert das Immunsystem im Darm.

STUDIENLAGE: Eine Massage von 20 Minuten senkt laut Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles die Zahl der Entzündungsstoffe bei einem Infekt. Gleichzeitig erhöht sie die Anzahl der weiße Blutkörperchen.

IMMUN-EFFEKT: Die anerkannte Wohlfühl-Massage verringert auch den Blutspiegel des Stress-Hormons Cortisol, das einer starken Abwehrarbeit erheblich im Weg steht.

SO GEHT’S: Auf den Rücken legen. Mit der rechten Hand vom rechten Unterbauch an den rechten Rippenbogen streichen, leicht auf den Bauch drücken. Dann mit der linken Hand vom linken Rippenbogen zum linken Unterbauch. Pro Runde 30 Sekunden. 10-mal.

9 SAURES FÜR DIE ABWEHRSPIELER

Molke, die grünlich gelbe, eiweißreiche Restflüssigkeit, entsteht bei der Käse-, Quarkherstellung. Sie gilt seit der Antike als Schönheits- und Heilmittel. Besonders Molke-Bäder punkten seitdem gegen Hautkrankheiten.

STUDIENLAGE: Ihre Eiweiße stimulieren die Neubildung von Immunzellen. Und sie stärken das Lymphsystem, einen wichtigen Teil der Abwehr („Journal of Nutritional Chemistry“).

IMMUN-EFFEKT: Rund 150 bis 200 Milliliter Molke pro Tag verbessern nachhaltig das Hautbild bei der Autoimmunerkrankung Psoriasis.

SO GEHT’S: 250 ml Grüntee aufbrühen, kalt stellen. Mit 2 EL Traubenzucker, 350 ml Sauermolke (Reformhaus), Saft 1/2 Bio- Zitrone, gehackten Melissenblättern von 1 Zweig mixen.

10 ZISTROSEN-SMOOTHIE TRINKEN

Die Graubehaarte Zistrose (bot.: Cistus incanus) wird seit der Antike als beliebte und bewährte Heilpflanze eingesetzt. In der Naturheilkunde feiert sie gerade wieder zu Recht ihr Comeback.

STUDIENLAGE: Eine Untersuchung des LEFO-Instituts für Lebensmittel und Umwelt in Ahrensburg zeigt: Vor allem die Blätter der Heilpflanze verfügen über ein starkes antioxidatives und immunstärkendes Potenzial.

IMMUN-EFFEKT: Vor allem ihr gelber Pflanzenfarbstoff Quercitrin, ein Verwandter des Quercetins, harmonisiert die Arbeit der Abwehr. Und Zistrose entlastet das Immunsystem zudem, weil sie sich wie ein Mantel um Viren legt und sie so an der Vermehrung hindert.

SO GEHT’S: Je 1 Kiwi, Birne, Karotte, Orange, Granatapfel mit 3 Datteln, 3 EL Blütenblättern von der Zistrose (Apotheke), 4 Zweigen Petersilie, 8 Minzeblättern, 1/2 Kästchen Kresse, 2 EL Kokosmilch im Mixer pürieren. Bei Infektanfälligkeit täglich trinken.

11 BOMBIGE BLAUBEEREN

Mit ihrem großartigen Vitamin-C-Gehalt gelten die Beerenfrüchte als der einfachste Weg, Viren in Schach zu halten.

Zistrose

Der natürliche Infektblocker ist nachgewiesenermaßen in der Lage, Viren gleich im Mund- und Rachenraum unschädlich zu machen. So können sie gar nicht erst eine Etage tiefer in Bronchien und Lunge rutschen – und sich dort in aller Ruhe vermehren

Blaubeeren

Ihre Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und keimtötend. Ihre Flavonoide bremsen die Ausbreitung von Viren, Bakterien und Pilzen aus. Davon profitiert die Abwehr ganz enorm

ʼIngwertee tötet Viren im Rachen und Hals ab, verhindert so dort Infekte ʽ

DR. MATTHIAS RIEDL

Thymian

Seine ätherischen Öle stoppen Viren in den oberen Luftwegen. Anti-Grippe-Tipp: täglich 1 Scheibe Vollkornbrot mit Honig, 2 EL fein gehackten Thymianblättern essen

Linsen

Sie versorgen uns fleißig mit den natürlichen Immun-Boostern Zink, Kupfer, Eisen. Pluspunkt für rote Linsen: Ihre Aminosäuren helfen beim Aufbau von Abwehrzellen

Sport

Wer auch sein Immunsystem trainieren möchte, sollte auf einen Puls von 180 minus Lebensalter achten. Und sich beim Training ohne schnaufen unterhalten können

STUDIENLAGE: Der Pflanzen- Farbstoff Pterostilbene spielt eine Schlüsselrolle für die Leistungsfähigkeit des angeborenen Immunsystems. Das hat eine Studie des Linus Pauling Institute in Oregon herausgefunden.

IMMUN-EFFEKT: Ihre beerigen A nthocyane unterstützen besonders die Arbeit der Immunzellen gegen Atemwegs-Erreger, beugen auch Erkältungskrankheiten vor (University of Auckland).

SO GEHT’S: Am besten 75 bis 100 g pro Tag naschen.

12 NICHT VER- SCHNUPFT MIT THYMIAN-HONIG

Als aromatische Gewürz-Pflanze ist der echte Thymian (bot.: Thymus vulgaris) schon längst unser Küchenheld. Und in Omas Hausapotheke hat er seinen festen Platz als Hustenlöser. Aber er kann noch viel mehr.

STUDIENLAGE: Marokkanische Forscher der Université Cadi Ayyad haben entdeckt, dass Thymian-Öl die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöht.

IMMUN-EFFEKT: Die Heilpflanze besitzt zudem eine starke Wirkung gegen Bakterien, Viren, Pilzen. Diese zeigt sich sogar bei resistenten Bakterien-Stämmen wie dem gefürchteten Krankenhauskeim MRSA.

SO GEHT’S: 1 Glas cremigen Honig über dem Wasserbad erwärmen, bis er sich weiter verflüssigt. Vorsicht: Honig auf keinen Fall über 40 Grad erhitzen, da er sonst seine gesundheitsfördernde Wirkung verliert. Blätter von fünf Thymianzweigen abzupfen, fein hacken. In den flüssigen Honig geben, gut vermischen. Zwei Tage an einem kühlen Platz ruhen lassen. In der Erkältungszeit 3-mal täglich einen TL im Mund zergehen lassen. Danach 30 bis 45 Minuten nichts essen und trinken.

13 EIN BEWEGTES LEBEN FÜHREN

Regelmäßiger moderater Ausdauersport sorgt dafür, dass das Immunsystem rund sechsmal fitter wird.

STUDIENLAGE: Wer seine 640 Muskeln kräftig bewegt, fördert ihre Produktion von immunstärkenden Botenstoffen, den Myokinen, so eine Studie der Universität Kopenhagen.

IMMUN-EFFEKT: Die beiden wichtigsten sind Interleukin 6 und Interleukin 15. Beide unterstützen das Immunsystem, dimmen Entzündungen, entspannen die Blutgefäße. Es zirkuliert mehr Blut – und mit ihm fleißig Immunzellen.

SO GEHT’S: An fünf Tagen pro Woche mindestens 30 Minuten Sport treiben. Ideal: 70 Prozent Ausdauertraining, 20 Prozent Kraft-, zehn Prozent Koordinations-, Gleichgewichtsübungen.

14 LINSEN LIEFERN SELEN-KICK

Die Hülsenfrüchte sind mit ihrem reichlichen Vitamin B 6 in erster Linie „Geburtshelfer“ für Abwehrzellen.

STUDIENLAGE: Durch ihren hohen Selen-Gehalt sorgen sie dafür, dass mehr T-Helferzellen vom Körper hergestellt werden. So die National Institutes of Health in Bethesda.

IMMUN-EFFEKT: Eine Meta- Analyse der indonesischen Universitas Andalas belegt: Das Linsen-Selen stärkt das Immunsystem so effektiv und nachhaltig, dass es bestimmte Krebsarten wie z. B. bösartige Darmtumoren erfolgreicher bekämpft.

SO GEHT’S: Ideal sind 200 bis 300 g Linsen pro Tag. Ob Teller-, Beluga-, Berg- oder rote Linsen: Die Sorte spielt beim Immun- Effekt von Selen keine Rolle.

REIF FÜRS GUINNESS-BUCH DER REKORDE

• An einem einzigen Tag produziert jeder Mensch etwa 100 Milliarden weiße Blutkörperchen, die nur acht bis 14 Mikrometer groß sind. Deshalb schwimmen in nur einem Tropfen Blut auch sage und schreibe 25.000 von ihnen. Eine ziemlich starke Abwehr-Truppe!

Im Durchschnitt wiegt ein gesundes Immunsystem 1,5 Kilo. Welches Gewicht das eigene auf die Waage bringt, kann der Hausarzt durch eine Eiweiß- Messung im Blut bestimmen.

• Rund eine Billion Lymphozyten patrouillieren pausenlos durch den Körper – immer auf der Suche nach Krankheitserregern. Einige von ihnen leben nur wenige Stunden. Andere wie die Gedächtniszellen können ein Leben lang im Körper bleiben.

Jede Sekunde bildet der Organismus etwa zwei Millionen neue Abwehrzellen. Genauso viele sterben aber. Da herrscht ein ständiges Kommen und Gehen.

Das Fußvolk der Abwehr sind die Makrophagen, die winzige 15 bis 20 Mikrometer groß sind. Erspähen sie einen Feind, umschlingen sie ihn mit ihren Krakenarmen. So können Fresszellen sogar Keime verschlucken, die zehnmal größer sind als ein Bakterium.