Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 5 Min.

1:40 Sammeln: Wiking VW Käfer-Werbemodelle: Sieben auf einen Streich


Caramini - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 31.07.2019

Die Käfer-Werbeminiaturen des Modelljahrgangs 1960 miniaturisierte Wiking im Maßstab 1:40. Die behutsamen Änderungen des Wolfsburger Käfers wurden ebenso nachvollzogen wie auch die Farbkombinationen, mit denen sich dieser Beitrag befasst.


Artikelbild für den Artikel "1:40 Sammeln: Wiking VW Käfer-Werbemodelle: Sieben auf einen Streich" aus der Ausgabe 8/2019 von Caramini. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Caramini, Ausgabe 8/2019

Die blasse Stempelschrift belegt es: In dieser Faltschachtel steckte ein Indiana-roter Käfer.


Ein starkes Symbol für das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre in Westdeutschland war der in Wolfsburg hergestellte VW Käfer. Kontinuierlich konnte Volkswagen in jener Zeit die Produktion steigern, denn die Nachfrage im In- und Ausland wuchs rasant. Waren es 1950 noch keine 79 ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Caramini. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 8/2019 von Norev: Chevrolet Corvette 1969: Gute Figur, gute Wahl. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Norev: Chevrolet Corvette 1969: Gute Figur, gute Wahl
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von 1:18 AUTO art: Ford USA Mustang Shelby GT350 2017: Pony im Sonnenaufgang. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
1:18 AUTO art: Ford USA Mustang Shelby GT350 2017: Pony im Sonnenaufgang
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von Kurzmeldungen: Kurz & fündig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kurzmeldungen: Kurz & fündig
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von 1:18 Norev: Ford Escort IV RS Cosworth 1992: Cossie im Spätsommer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
1:18 Norev: Ford Escort IV RS Cosworth 1992: Cossie im Spätsommer
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von Ottomobile: Fiat Ritmo Abarth Rallye Monte Carlo 1979 1:18: Endlich ein Ritmo!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ottomobile: Fiat Ritmo Abarth Rallye Monte Carlo 1979 1:18: Endlich ein Ritmo!
Titelbild der Ausgabe 8/2019 von 1:18 Maisto: Ford GT Gulf-Design: Gulf-Spieler. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
1:18 Maisto: Ford GT Gulf-Design: Gulf-Spieler
Vorheriger Artikel
Kurzmeldungen: Kurz & fündig
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel 1:18 Norev: Ford Escort IV RS Cosworth 1992: Cossie im Späts…
aus dieser Ausgabe

... 000 gebaute Einheiten, so konnten im Jahr 1960 schon weit über 689 000 Käfer von den Montagebändern rollen. Interne Modellkonkurrenz gab es so gut wie keine, nur über den ehemaligen Osnabrücker Karosseriebauer Karmann gab es noch den Ghia sowie das Cabriolet als Heckmotor-Varianten. VW stellte in klassischer Weise nur einen Personenwagen her, eben den Käfer. Der Bulli wurde seinerzeit eher als Transporter oder Kleinbus wahrgenommen, nicht als Lifestyle-Pkw. Und der VW Typ 3, der als Limousine mit Stufen- und Schrägheck sowie als Kombi gebaute VW 1500, kam erst 1961 auf den Markt. 1960 war VW im Pkw-Bereich also gleichzusetzen mit Käfer, und der lief und lief und lief…


1957 gab es den Export-Käfer für den europäischen Markt nicht nur in sechs, sondern in sieben Außenlackierunge


Standard und Export

Aber Käfer war nicht gleich Käfer. Der Wolfsburger Dauerläufer war immerhin in zwei Ausstattungsversionen erhältlich. Der sogenannte Standard-Käfer, äußerlich erkennbar an den in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern, fristete bis in die Mitte der 1960er Jahre eher ein Nischendasein, er war den deutschen in der Wirtschaftswunderzeit dann doch etwas zu spartanisch, bot er lediglich Seilzugbremsen und nicht einmal ein in den Gängen 2 bis 4 synchronisiertes Getriebe, das ab 1951 im Exportmodell eingebaut wurde. Kein Wunder, dass der Standard-Käfer 1960 in nur 24 268 Exemplaren hergestellt wurde, für Wolfsburger Verhältnisse geradezu exotisch. Das Volumenmodell war eindeutig der in knapp 665 000 Einheiten produzierte Export-Käfer, der 1960 für 4600 DM erhältlich war. Zehn Jahre zuvor hatte er noch stolze 5150 DM gekostet. Autos wurden zu damaliger Zeit noch billiger, während die Löhne langsam stiegen. VW motorisierte den Käfer bis 1960 mit einer einzigen Motorenversion, der 1200er Boxermotor lieferte 30 PS ab. Erst mit dem Modelljahrgang 1961 erstarkte die Exportversion auf 34 PS. Damals verschwan-den dann auch die in den dicken B-Säulen untergebrachten Winker, der Käfer erhielt Blinkleuchten.

VW Käfer Modelljahr 1960 in den drei Grüntönen Jade, Mango und Keramik.


Fotos: Johannes Schwörzer

VW Käfer Baujahr 1960 in den Blautönen Arktis (links) und Indigo.


Vorbildgerecht verfügten auch die Modelle über verschiedenfarbige Sitze: links schwarzer Käfer mit grauen Sitzen, rechts der kieselgraue VW mit blauem Gestühl.


Auf die Farbe kommt es an

Die Liste bestellbarer Extras war kurz. Wahlmöglichkeiten gab es für den Käfer-Interessierten vor allem bei der Außenfarbe. VW verteilte hierzu kleine Farbprospekte, welche die verfügbaren Farben sowie die dazu vorgesehenen Polsterungen der Sitze aufzeigten.

Ein neues Modelljahr begann bei VW ab 1958 regelmäßig mit dem August. Das Käfer-Modell 1960 startete daher 6.8.1959 und wurde bis zum Juli 1960 angeboten. Fast jedes Jahr gab es neue Farben, wenngleich manche Töne länger im Programm blieben. Mitte der 1950er Jahre gab es den Export-Käfer für den europäischen Markt zunächst in sechs, ab 1957 dann in sieben unterschiedlichen Außenlackierungen, nur 1960 waren es sogar mal acht Farbtöne – in Nordamerika gab es auch weitere Farbvariationen. Der Standardkäfer war seinerzeit nur in Jupitergrau und Riedgrün erhältlich. In Europa konnten die Kunden unter den drei Grüntönen Keramik, Mango und Jade auswählen. Laut Farbprospekt wurden die Sitze mit staubgrüner Polsterung versehen. Wer Blautöne bevorzugte, wurde mit den sehr gegensätzlichen Farben Indigo und Arktis bedient. Während Indigo klar ins Blauschema gehört, ist beim fast weißen Arktis nur noch ein geringfügiger Blaustich auszumachen. Als weiteres „helles“ Modell gab es zudem den in Kiesel(grau) lackierten Käfer. Sowohl der Indigo-, der Arktis-als auch der Kiesel-farbene Käfer wurden mit wasserblauen Polsterbezügen ausgeliefert.

Fehlt noch ein Rotton. 1957 hieß dieser beim Käfer noch Korallenrot, 1959 wurde nach Granatrot gewechselt, um schließlich 1960 ein Indiarot anzubieten. Erst das 1961 folgende Rubinrot durfte bis 1967 deutlich länger im Programm verweilen.

Mehr Konstanz im Programm zeigte eine Farbe, die schon immer eine Sonderstellung innehatte: Schwarz (als tiefes Ebenholzschwarz) wurde in damaliger Zeit permanent nachgefragt und blieb bis 1968 bestellbar, dann zeigten auch die Käfer-Kunden mehr Mut zu bunteren Farben. Sowohl der indianarote als auch der schwarze 60er-Käfer erhielten pelzgraue Polster.

VW Käfer im Maßstab 1:40

Wiking stellte bereits 1948 Großmodelle im Maßstab 1:40 als Werbemittel für das junge Volkswagenwerk her, war also schon dabei, als der Käfer so richtig das laufen lernte. Der ständigen, moderaten VW-Politik der Veränderung in kleinen Schritten folgend, wurden sichtbare Maßnahmen am originalen Käfer wie die sich verändernde Heckscheibe (Oval-Fenster ab März 1953, großes Heckfenster ab Oktober 1957) auch bei den 1:40-Miniaturen nachvollzogen. Am Käfer-Modell des Jahrgangs 1960 gab es dann endlich auch „verglaste“ Fenster, aber ganz dem damals ausgelieferten Original entsprechend, zeigte das Wiking-Modell noch keine Blinker auf den vorderen Kotflügeln. Werkseitig wurden die Blinkleuchten erst ab August 1960 bei fabrikneuen Fahrzeugen montiert.

Ausschnitt aus dem Farb prospekt, links die Lackfarbe, in der Mitte der Stoffbezug und rechts das Modell in der Wagenfarbe. Weißwandreifen gab es als Extra gegen „Mehrpreis“.


Volkswagen zeigte Kunden mit solchen Prospekten, welche Farben und welche Polsterungen verfügbar waren.


Links der blassrote Käfer, rechts die drei Farben Grau, Blau und Grün, die bei den Sitzen verwendet wurden.


Für Ausstellungszwecke, zum Beispiel für die Käferpalette, wurden bei einigen Modellen spezielle mehrteilige und mehrfarbige Felgen verwendet.


Zum Ende der Produktionszeit wurde erkennbar bei den Herstellungskosten gespart. Jeweils außen steht ein Käfer, bei dem die Rücklichter und die Trittbretter nicht mehr farblich abgesetzt wurden.


Auch im Innenraum variierte Wiking das Chassis, den Tank und sogar das Lenkrad. Beim Vorbild wurde ab August 1959 und somit ab Modelljahr 1960 ein neues Lenkrad mit versenkter Nabe und einem separaten Hupenhalbring eingebaut. Friedrich Peltzer ließ auch dieses Detail maßstabsgerecht nachfertigen. Was am Käfer wann alles anders wurde, haben übrigens die Oldtimerfreunde Kaiserslautern anschaulich auf ihrer Website dargestellt – mit Bildvergleichen vorher/nachher: https://www.vwoldtimerfreundekl.de/was-anders-wurde-käfer/.

Die Farbpalette von 1960

Auch aus heutiger Sicht beeindruckt Wi kings damalige Fähigkeit, die Farbnuancen der VW-Lacke mit speziell eingefärbten Kunststoffen wiederzugeben. Wie beim Vorbild wurde das 1960er Modell in Keramikgrün, Mangogrün, Jadegrün, Indigoblau, Arktis, Kiesel und Schwarz hergestellt. Auf den Stirnseiten wurde die Farbe per Stempel festgehalten, damit der VW-Händler dem Kunden das Modell in der passenden Farbe aushändigen konnte.

Zu den sieben „Richtigen“ kann hier auch eine weitere Variante sozusagen die „Zusatzzahl“ gezeigt werden. Wiking-intern wurde ein weiterer Rotton abgemustert, der anscheinend keine hierzulande angebotene VW-Farbe als Bezug hatte. Diese blassroten Karosserien sind wohl auch nicht an VW geliefert worden. Wikings Vorbildtreue umfasste auch die Inneneinrichtung.Die Sitze wurden passend zu den Farbgruppen grün (Keramik, Mango, Jade), blau (Indigo, Arktis, Kiesel) und grau (India, Schwarz) gespritzt.

Seinerzeit waren die 1:40-Modelle des Wiking-Käfers nicht im Spielwaren-Fachhandel erhältlich. Bei den VW-Vertretungen wurden sie hingegen bis in die frühen 1970er Jahre hinein zur Kundenbindung eingesetzt, wurden somit breit gestreut und kamen nicht nur in die Hände von Modellauto-Sammlern. Heutzutage sind diese Werbe-Modelle nur noch antiquarisch erwerbbar. Die Suche lohnt, denn die 1:40-Miniaturen stehen für ein der Zeit entsprechend hohes Niveau der VW-Werbung und die modellbauerische Kompetenz der Firma Wiking.

VW Käfer des Jahrgangs 1960: sieben echte Serien-Farben und – links unten – die Zusatzfarbe.