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1965er Chevrolet C10 Stepside Custom:Step by Step


Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 10.07.2019

Klassischer Chevy Pickup: Lustvoll Laden leicht gemacht


“Alles unter fünf Litern ist ein Softdrink!” – US-Car-Fahrer verstehen sofort, was Andreas meint. Nur gut, dass sein 1965er Chevrolet C10 da nicht mehr den Origi-nalmotor unter der Haube hat …

Andreas, in der Szene auch als “Dixson” unterwegs, wusste schon von Kin-desbeinen an, wo der Rat-schensatz hängt: “Begründet wurde meine Liebe zum alten Blech durch meinen Vater, der als Automechani-ker arbeitet. Daher konnte ich schon als kleiner Steppke mit an Autos rum-schrauben. Damals waren es eher Ostwagen wie Trabant, Lada, Wart-burg und so weiter.” In ...

Artikelbild für den Artikel "1965er Chevrolet C10 Stepside Custom:Step by Step" aus der Ausgabe 8/2019 von Chrom & Flammen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 8/2019

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PICKUP SPECIAL

Mit seinem Pickup steuert Andreas die zahlreichen Treffen in und rund um Berlin an.


“Ich hatte mich sofort in die knackige Form des C10 verliebt!”


“Ich hatte mich 2010 bei einem Händler im Speckgürtel Berlins so-fort in die knackige Form des Chevy verschossen, womit feststand, dass es exakt dieser Pickup sein musste. Pickups sind beim ’American Way of Drive’ genauso unverzichtbar wie Muscle Cars, und daher wollte ichauch einen Pickup haben. Denn die sehen nicht nur gut aus, sondern haben einen funktionalen Nutzen. Gut, ich kutschiere mit meinem C10 jetzt keine schweren Frachten durch die Gegend, aber auf etlichen Treffen wird die Ladefläche gern genutzt”, erzählt Andreas.

Kein Wunder, auf 127 Zentimeter breitem und 198 Zentimeter lan-gem Edelholz lässt sich der halbe Freundeskreis gerne mal zur Fut-termeile chauffieren. Gut 1.130 Liter Fassungsvermögen bis zur Oberkante der Seitenwände zeich-net dieses kürzeste der drei für die leichten 1965er Chevrolet Pickups verfügbaren Ladebetten aus. Neben der klassischen Form mit abgesetz-ten Kotflügeln – bei Chevrolet und nur dort als “Stepside” bezeichnet – war seit den späten 1950ern eine zweite Ausführung des Ladebetts unaufhaltsam auf dem Siegeszug: das Fleetside-Ladebett mit außen bündig integrierten Kotflügeln, das von der Konkurrenz ebenfalls grund-sätzlich anders benannt wurde.

Die Custom-Ausstattung umfasste etwa Armlehnen, ein dickeres Sitzpolster, Stoffvinyl-Bezüge und zwei Türschlösser.


Halloooo! Stacheldrahtrollen und siffige Bikes fahren hier garantiert nicht mit.


Das 6,5-Fuß-Ladebett war das kürzeste bei den Chevrolet Light Trucks. Wer mehr transportieren wollte, bekam beim Stepside auch acht oder neun Fuß Lade-länge.


Mehr Komfort genossen in diesen von 1960 bis 1967 gefertigten Nutz-fahrzeugen nicht nur die Fahrgäs-te auf der Ladefläche – auch dem Fahrer kam das vergleichsweise moderne Chassis der leichten Chevrolet-Trucks C10 und C20 zu-gute. Denn im Gegensatz zu ihren Vorgängern und auch ihren gegen-wärtigen Mitbewerbern von Ford und Dodge wurde die hintere Star-rachse nicht an halbelliptischen Blatt-, sondern von Längslenkern und Schraubenfedern geführt. Und vorn gab es nicht etwa eine Starrachse oder eine “Twin I-Beam”-Konstruktion, wie sie von Ford ver-wendet wurde und die dem starren Pendant recht ähnlich war. Viel-mehr fand wie bei Personenwa-gen eine Einzelradaufhängung mit Dreieckslenkern Verwendung – bis 1963 sogar mit Drehstäben, später analog zur Hinterachse mit Schrau-benfedern. Allerdings ausschließ-lich bei den Heckschleudern: Die Allrad-Versionen der Big Three walkten ihre Insassen sämtlich mit blattgefederten Starrachsen vorn wie hinten gehörig durch.

An einem schleudernden Heck hat auch Andreas seine Freude – mit dem frisch transplantierten 350-ci-V8, der um die 300 PS an das Drei-gang-Schaltgetriebe sendet, lässt sich ein solches leicht herbeiführen. “Die Leistung ist schon herausra-gend. Zusammen mit der unbelas-teten Ladefläche schiebt er deshalb auch ganz schön über die Hinter-achse. Wir werden im kommenden Winter aus Gründen der Sicherheit allerdings noch Scheibenbremsen, Servolenkung und ein strafferes Fahrwerk nachrüsten. Aber erstmal wird die Saison so gefahren.” Ab Werk war im C10 des Modell-jahres 1965 anstelle der jetzigen 350 ci schon bei 292 ci Schicht im Schacht, und dann war das dama-lige Hubraum-Maximum auch noch ein Reihensechser.

Trotz des Spaßzuwachses im Vor-derwagen setzt Andreas den Bowtie nur gelegentlich ein: “Ich lege mit dem C10 im Jahr keine 2000 Kilo-meter zurück, vornehmlich geht‘s zu den Treffen von ‘Mopars and Coffee’ und den US Car Freunden Berlin inder näheren Umgebung.” In beiden IGs genießt der Chevy die ihm zuste-hende Wertschätzung – angesichts des Äußeren wie des Inneren. Unter Arizonas Sonne hatte nicht nur die optionale Custom-Ausstattung, die beispielsweise Armlehnen, ein di-ckeres Sitzpolster, Stoffvinyl-Bezüge und zwei Türschlösser beinhaltete, gelitten – auch vermutlich ein Re-volver setzte dem Stepside zu: Vor der Restauration wies der Pickup sechs nicht weiter nachvollziehbare Einschusslöcher auf.

Die sind genauso wie jeglicher An-flug von Gilb oder angeblicher Patina längst verarztet, sodass seine graue Eminenz nun aus jeder Ecke strahlt. “Da ich beruflich häufig auf Reisen bin, habe ich die meisten Sachen inAuftrag gegeben. Hierbei wurde so gut wie jede Schraube ausgetauscht. Darüber hinaus wurden die Ladeflä-che, der Motor, die Beleuchtungs-anlage und die Reifen vollständig erneuert. Insgesamt hat die Restau-ration gut anderthalb Jahre in An-spruch genommen. Was Arbeitsstun-den und Geld angeht – Schwamm drüber!” Fast wäre die ganze Arbeit übrigens in Rauch aufgegangen, wie Andreas schaudernd zurückdenkt: “Bei voller Fahrt stand auf einmal der Anlasser in Flammen, infolgedes-sen fast das ganze Auto abgebrannt wäre. Seither habe ich grundsätzlich einen Feuerlöscher an Bord.” Recht so. Auch wenn der Minimax mit zwo Litern nur als Softdrink durchgeht.

Bumper Guards gehörten seiner-zeit zum regulären Zubehörpro-gramm.


Text & Fotos: Arild Eichbaum

1965er Chevrolet C10 Stepside Custom

Motor: OHV-V8, 350 ci, 5.735 ccm, circa 300 PS; Ansaugbrücke, Luftfilter, Ventildeckel und Vierfach-Vergaser von Edelbrock
Kraftübertragung: Dreigang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb
Vorderachse: Einzelradaufhängung an doppelten Dreieckslenkern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Trommelbremsen
Hinterachse: Starrachse an Längslenkern, Schraubenfedern, Teleskopstoßdämpfer, Trommelbremsen
Räder: “Smoothie”-Stahlräder mit Radkappen in 15”
Reifen: Weißwandreifen in 15”
Sonstiges: Holzlenkrad, “Old Time Series”-Armaturen, Seitenwanderhöhung der Ladefläche, Vollrestauration

Ein jüngerer Smallblock-V8 ersetzte den Reihensechser und lässt mit seinen 300 PS das Heck lose werden.