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1974er Ford Gran Torino: TWO COPS IN ONE COUPE


Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 13.11.2019

Bekannt aus Kino & TV: 1974er Ford Gran Torino “Starsky & Hutch” Tribute


Der auto-unaffine Kollege verunglimpft den geliebten Wagen und steigt dann schulterzuckend in seinen vermüllten Beater? Tja, der lockige Detective hatte es nicht leicht, aber immerhin die coolste Karre vor dem Bay City Police Department.

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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 12/2019

Ford stattete diese und andere Produktionen über das Studio Loan Program mit Fahrzeugen aus.


In der Presse wegen ihrer enormen Ausmaße für ein Midsize-Modell, des hohen Gewichts und eines schwammigen Fahrwerks kritisiert, sowie später als Gebrauchtwagen gegenüber den Chevelles und Malibus verschmäht, ...

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Der betont ruhige Blondschopf Kenneth Hutchinson, ab Staffel 4 der Schnäuzermode erlegen, pilotierte sehr zur Freude von Fähnchen- Händlern einen arg heruntergekommenen Galaxie 500 von 1973 – solche alten Dickschiffe waren nach der ersten Ölkrise eher wenig gefragt. Sein mitunter verbissen wirkender Partner David Starksy ballerte als Gegenpol mit einem strahlend roten 1975er Gran Torino durch das namentlich nicht genannte San Francisco. Mit flottem weißem Custom-Streifen über Flanken und Dach, coolen Ansen Sprints im Wolfrace-Style sowie einem Keilfahrwerk zugunsten der fetten Pneus fuhr er sich direkt in die Herzen der Zuschauer. Auch in das von Danny aus Noord-Brabant (NL), der dank einer der zahlreichen TV-Wiederholungen zum Fan wurde.


“WÄHREND DES DREIJÄHRIGEN AUFBAUS GAB ES MANCHES MAL FLÜCHE, ABER WENN MAN SO ETWAS MIT SEINEM VATER ANFÄNGT, WEISS DER ALLES BESSER.”


Den hinten kantig ums Eck geführten Streifen gab es im Piloten, für die Serie wurde er ähnlich wie der “Nike Swoosh” abgerundet.


BRABANT STATT BAY CITY

Nanu? So hätte es eher in Hutchs Galaxie ausgesehen. Starsky war da penibler.


“Durch das Hobby meines Vaters habe ich seit meiner Geburt Kontakt mit alten US-Autos. So bin ich in einem erheblich umgebauten Chevrolet mit Flamejob von 1951aufgewachsen, was mich natürlich ansteckte”, schildert der Niederländer. “Als Sechsjähriger erhielt ich von meinen Eltern einen 1932er Mini-Hot Rod, in dem ich bei Treffen den Blitz machte und mehrere Preise gewann.

Seit meinem 15. Lebensjahr arbeite ich als Kfz-Mechaniker und Restaurator und wusste also, worauf ich mich mit dem Torino-Projekt eingelassen hatte.”

Das 1974er Coupe erstand Danny 2014 bei einem lokalen Händler, es stammte vom Erstbesitzer in Kalifornien. Dort hatte der komplett originale und noch nicht restaurierte Intermediate mehrere Jahre unter einem Dach gestanden, war daher in einem sehr guten, rostfreien Zustand – nur der Originalfarbe ging es nicht mehr gut.

Da juckte es kräftigst in den Fingern, und der Noord- Brabanter nahm den Ford eine Woche nach dem Kauf komplett auseinander: “Der Gran Torino wurde vor der Neulackierung bei Hurkmans in Veghel bis aufs blanke Blech abgeschliffen. Alle Tür- und Fensterdichtungen haben wir erneuert, den 351-ci-Windsor-V8 zerlegt und überholt. Zudem verbauten wir ein komplett neues, schwarzes Interieur inklusive Dachhimmel, Armaturenbrett, Türverkleidungen und Teppich, weil im Original alles braun war. Während der dreijährigen Arbeit am Auto gab es manches Mal Flüche, aber wenn man so etwas mit seinem Vater anfängt, weiß der alles besser.”

In einen Bullen-Ford gehört ein Sportlenkrad. Lieutenant Bullitt hatte schließlich auch eins.


In flotten Kurven rückten die Protagonisten dank Vinylbank oft zusammen.


Auf dem Street- Machine-Trip: Highjacker liften den Hintern des Gran Torino.


BULLEN-FAHRWERK, BULLEN-REIFEN …

Was hinüber war, wurde nicht aufgearbeitet, sondern rigoros durch Neuteile ersetzt. Diese ließen sich die beiden Niederländer, wie auch fehlende Parts, direkt aus den Staaten kommen. Hierzu gehören etwa die nagelneuen US-Mags in 8 × 15 und 9 × 15 Zoll mit zeitgenössischen Pro-Trac-Bias-Ply-Performance- Reifen in 235/60 und 275/60. Auch eine Original- Polizeisirene von Federal Signal, ein rotes Teardrop- Rundumlicht, wie es in der Serie verwendet wurde, sowie ein Motorola-Funkgerät adeln die “Striped Tomato”, wie der Wagen rasch allgemein genannt wurde. Als einzige Abweichung zum Original genehmigte sich Danny ein Sportlenkrad. Als obersexy galt das ursprüngliche Zweispeichen-Volant ja noch nie …

Das Filmfahrzeug wiederum sehr wohl, und so konnte Ford gar nicht anders, als im März 1976 1.000 Exemplare für den Handel aufzulegen. Bei diesem Optikpaket aus dem Zweigwerk Chicago handelte es sich im Wesentlichen um eine Zweifarblackierung mit der Deluxe- Stoßfängergruppe und den Sportspiegeln als obligatorischen Optionen. Die geschlitzten Slot-Mags des Vorbilds wurden von Ford übrigens nicht angeboten, die einzige sportliche Radoption waren teillackierte Magnum 500. Skurril, was?

Noch schräger ist aber ein wiederkehrendes Erlebnis, das Danny auf Treffen machte: “Mein Torino wird regelmäßig mit dem Charger der ‚Dukes of Hazzard’ verwechselt, so von wegen ‘das ist ein netter General Lee…’” Tatsächlich kam bei den “Dukes” eine gestreifte Tomate vor, welcher Cooter in einer Episode die Sporen gab. Allem Anschein nach war das aber der Privatwagen eines Crew-Mitglieds und keine Leihgabe der Ford Motor Company. Nicht von der Mattscheibe, sondern von der Leinwand inspiriert ist ein noch vages Projekt: “Vielleicht baue ich mir in der Zukunft mein Traumfilmauto: ‘Christine’!”

“Car-keys and clutch”: Die enorm bekannte Serie wurde alsbald parodiert. Das Cali-Plate ist aber originalgetreu.


1974er Ford Gran Torino

Schon mit sechs Jahren bewegte Danny auf Privatgrund einen 1932er Kinder- Rod. Kein Wunder, dass er Ford die Treue hielt.


Motor: Ford-OHV-V8, 351 ci, 5.766 ccm, 260 PS bei 4.300 U/min; Bohrung × Hub in mm: 101,6 × 88,9; Verdichtung 7,9:1; 500-cfm-Vierfach- Vergaser von Edelbrock, Alu-Ventildeckel und -Luftfilter, elektronische Zündanlage, Fächerkrümmer, Doppelrohrauspuff mit 40er Flowmaster-Schalldämpfern

Kraftübertragung: Dreigang-Automatikgetriebe “FMX”, Hinterradantrieb

Vorderachse: doppelte Dreieckslenker, Spiralfedern, Stoßdämpfer, Stabilisator

Hinterachse: Starrachse, Spiralfedern, Stoßdämpfer, Stabilisator

Bremsen: Scheibenbremsen vorn/Trommelbremsen hinten

Räder: US Mag Wheels in 8 × 15” vorn und 9 × 15” hinten

Reifen: Pro Trac Bias Ply in 235/60 R15 vorn und 275/60 R15 hinten

Sonstiges: “Starsky and Hutch”-Tribute inklusive Federal-Signal- Sirene, rotem Teardrop-Polizeilicht sowie Motorola-Funkgerät

Period correct: Im Ende 1974 ausgestrahlten Pilotfilm kam der Einsatzwagen “Zebra 3” wie hier mit 351-ci-Windsor, für die Staffeln wurden 400er und später 460er Motoren benutzt.