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1979er BMW 323i E21: RACINGDIS IN MY BLOOD


BMW Scene Live - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 13.09.2019

Angesichts der ruhmreichen BMW-Erfolge im Motorsport liegt es nahe, sich auch seinen persönlichen Fan-BMW im Look eines Rennboliden zu stylen. Alfons Seibold ging ein paar Schritte weiter: Aus einem 323i mit Schnitzer-Leistungskit baute er einen klassischen Tourenwagen-Renner, der nun tatsächlich bei historischen Rennveranstaltungen an den Start geht. So sorgen die Renn-Zutaten nicht nur für feine Optik, sondern überzeugen obendrein mit ihrer Funktion.


Sportlichen 323i fit für die Rennstrecke gemacht

Artikelbild für den Artikel "1979er BMW 323i E21: RACINGDIS IN MY BLOOD" aus der Ausgabe 5/2019 von BMW Scene Live. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: BMW Scene Live, Ausgabe 5/2019

Beispiel Semislicks: Der 323i rollt auf straßenzugelasse-nen Nankang-Rennreifen vom Typ „Sportnex AR-1“ in ...

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... der Dimension 205/50 ZR15. Vorne sitzen BBS/Mahle-Räder in 7 x 15 Zoll in den Radkästen, hinten ducken sich 8-Zöller von Lenso in Mehrteileroptik ins Radhaus. Und das Gewindefahr-werk von KW hört nicht umsonst auf den Namen „Competition“. Da passt die 45% Sperre in der Hinterachse ideal ins Bild.

Seit Alfons 19 Jahre alt war, begeisterte er sich für den Motorsport – und für die Marke BMW. Zuerst fuhr er mit Kumpels zu DTM- und STW-Rennen; ab etwa 2001 fand er Zugang zur Sl-alom- und Bergrennszene und lernte Gleichgesinnte mit einem Faible für die weiß-blaue Marke kennen. Schließ-lich glückte dem heute 48-Jährigen der Einstieg ins direkte Renngesche-hen. „Das war bei einem historischen Bergrennen in Österreich 2005; mit meinen 34 Lenzen war ich damals eher ein Späteinsteiger“, schmunzelt der gelernte Schreiner. Das Auto: der 323i auf diesen Seiten.

Den Wagen besaß Alfons zu dieser Zeit bereits acht Jahre lang. Und er hatte etliche Arbeitsstunden in den E21 investiert. Der am 14.12.1979 erstmals zugelassene 323i trug beim Kauf 1997 bereits das Kamei-Spoi-lerpaket, das vom Erstbesitzer ange-bracht worden war. Da Alfons einige typische E21-Roststellen entdeckt hatte, entschloss er sich zur Kom-plettzerlegung, um die Karosse wie-der in einen einwandfreien Zustand zu versetzen. Ein Fachbetrieb über-nahm anschließend die Neulackierung im originalen „Alpinweiß“, wobei der BMW-Fan für ein neues Motor-sport-Streifendekor sorgte.

Semislicks mit speziellem Profil: Auch das Heck mit Spoiler und Schürzenecken gefallen.


Leichter ist das: Kunststoff-Motorhaube mit Schnellverschlüssen von Pesch aus Tschechien.


Ansauggebaren: Unter den Trichtern sitzt eine VGS-Gemischaufbereitung mit drei 42er Weber-Vergasern.


Da steckt Power drin: Gut 200 PS leistender ohc-Sechszylinder mit rund 2,5 Liter Hubraum.


Gewicht runter, Performance rauf: Alfons Seibold besitzt mit seinem Renn-323i einen rassigen E21.


Im Laufe der Zeit verfeinerte er die Außenhaut mit DTM-Tropfenspiegeln, Dachspoiler und einer Kunststoff-Mo-torhaube des tschechischen Anbieters Pesch: „Zur Zeit ist die GfK-Haube drauf, aber die Blechhaube hab ich noch zuhause“, berichtet Alfons. Der Gewichtseinsparung diente auch die rundum eingesetzte Makrolon-Vergla-sung (außer Frontscheibe) nebst seitli-chen Schiebefenstern vorn.

Beim Kauf war der 2.316 ccm-Reihen-sechszylinder mit 143 PS bereits mit einem Leistungskit von AC Schnitzer ausgerüstet, das den Motor auf 163 PS brachte. Doch die modifizierte K-Jetro-nic-Einspritzanlage machte Mucken: „Ich hab bei Schnitzer wegen einer Komplettüberholung angefragt, aber das war sehr teuer“, erinnert sich der aus dem Raum Passau stammende Bayer. Gemeinsam mit seinem Kolle-gen Heinz Edelmann entschloss er sich den 323i-Motor selbst umzubauen. Dabei entstand ein 2,5-Liter-Verga-seraggregat mit 524 td-Kurbelwelle, Mahle-Rennkolben, 296°-Nockenwelle und VGS Motorsport-Gemischbatte-rie. Offene Luftansaugtrichter sorgen nicht nur bei abgenommener Haube für augenschmeichelnde Optik, sondern kommen auch den Lauschorganen von Racing Fans zugute.

Mit Nabendeckelschmuck: Vorn sind 7 x 15 Zoll BBS/Mahle mit 205/50 ZR15 Nankang-Rennrei-fen montiert.


Abgemagert und „carbonisiert“: Leichtbau-Arbeitsplatz mit Recaro-Vollschalen und Sabelt-Gurtwerk.


Hoch aufragender Eigenbauschaltstock: Rechts die Konsole mit Start-Knopf und Not-/Aus-Schalter.


Stimmige Absenkung: KW lieferte das vielfach verstellbare „Competiti-on“-Gewinde-fahrwerk.


Um beim Histo-Cup Austria, Sla-lom-Konkurrenzen oder der ADAC Salzburgring Classic anzutreten, fehlte aber noch ein rennmäßiges, leichteres Innenleben – „obwohl da wirklich eine schöne Recaro-Ausstattung drin war“, wie Alfons berichtet. Heute ist alles bis auf die Türverkleidungen ausgeräumt. Es gibt einen Überrollkäfig, H-Gurte, Vollschalensitze, Zusatzanzeigen und ein 35er Sparco-Steuer. Ganz schlank fiel die neue, mit Carbon überzogene, Mittelkonsole aus und einen Start-Knopf gibt es auch.

Mit zwei zweiten Plätzen in seiner Klasse, darunter beim Histo Cup in Brünn, kann sich Alfons‘ bisherige 323i-Bilanz sehen lassen. Die Freude des langjährigen Mit-glieds im BMW 02-Club Niederbayern lässt dabei nicht nach – im Gegenteil: sie hat bereits Sohn Benedikt erfasst, der mit 17 Jahren bereits bei ADAC Slalom-Ver-anstaltungen antritt. Mit welchem Wa-gen? Natürlich BMW; aktuell zirkelt er einen E36 um die Pylonen.

Fahrerschutz hat Vorfahrt: Im gestrippten Innenraum des Zweitürers sitzt der Wiechers-Käfig.


FEATURE FACTS 1979er BMW 323i E21

Motor: M20B23-Reihensechszylinder, ohc, Basis 2.316 ccm, Hubraumerweite-rung auf rund 2,5 Liter, circa 200 PS, Kurbelwelle vom 524 td (E28), Mahle-Rennsportkolben, 296°-Nockenwelle, drei 42er Weber-Doppelvergaser (VGS Motorsport-Anlage), offene Ansaugtrichter

Kraftübertragung: 5-Gang-Sportgetriebe (BMW), ZF-Sperrdifferenzial 45%, Heckantrieb

Vorderachse: Einzelradaufhängung an Querlenkern und McPherson-Federbeinen, Querstabilisator, Domstrebe

Hinterachse: Schräglenkerachse, Federbeine, Schraubenfedern, Querstabilisator

Fahrwerk: KW-Gewinde „Competition“ Rennsportfahrwerk

Bremsen: Scheibenbremsen vorn 255 mm/hinten 258 mm

Räder: BBS/Mahle in 7 x 15” ET 13 vorn und Lenso in Mehrteileroptik 8 x 15” ET 20 hinten

Reifen: Nankang „Sportnex AR-1“ in 205/50 ZR15

Karosserie: Frontspoiler, Seitenschweller, Heckschürzenecken und Heckspo-iler von Kamei; DTM-Tropfenspiegel, Dachspoiler und Gfk-Motorhaube mit Rennsport-Haubenverschlüssen von Pesch Motorsport; Makrolon-Verglasung (außer Frontscheibe) mit seitlichen Schiebefenstern, M-Rennsportdekor, Neulackierung im Originalfarbton „Alpinweiß“

Interieur: 350 mm Sparco-Lederlenkrad, Wiechers-Überrollkäfig, Recaro- Vollschalen, Sabelt H-Gurte, Start/Stopp-Knopf, Not-Aus-Schalter, Eigenbau- Mittelkonsole und -Schaltstock, drei Equus-zusatzinstrumente für Spannung, Öltemperatur und Öldruck; Innenausstattung und Rückbank bis auf vordere Türverkleidungen entfernt, Riffelblech-Fußmatten


Fotos: Frank SchwichtenbergStimmige