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2010er 750Li F02: SEIDIGER SIEBENER


BMW Scene Live - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 14.02.2020

Luftgefederter Luxuskreuzer mit langam Radstand


Der 7er ist seit jeher als Fortbewegungsmittel für die Chefetage konzipiert, daher ist es kein Wunder, dass sich David Walter für die luxuriöse Limo entschied. Denn David ist Inhaber des Tuning-Shops „Shiny Department”. „Spaß und Freude am Auto sind das Ziel”, sagt das Nordlicht. Seinen 750Li rüstete er standesgemäß mit jeder Menge Raffinessen aus, vom individuellen Airlift-Fahrwerk bis hin zu einem maßgefertigten Satz 21”-Räder.

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Bildquelle: BMW Scene Live, Ausgabe 2/2020

Mit seinen 14 Zentimetern mehr Radstand und der fondorientierten Ausstattung bietet sich der 750 Li für den Chauffeurbetrieb an, ...

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... David fährt aber lieber selbst.


„Länge läuft” ist eine Weisheit aus dem Bootsbau, die auch bei Landfahrzeugen zutrifft.


Ein Dreispeichenlenkrad mit Schaltwippen aus einem 5er F01 LCI ersetzte das „klotzige” Serienlenkrad.


David Walter lebt den Traum: 2017 gründete der gelernte Zimmermann seinen eigenen Tuningteile-Handel, zunächst als reinen Online-Shop. „Damals habe ich mich entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen”, berichtet David. Damit folgte er seiner Leidenschaft für alles was Räder hat, die er schon früh entdeckte: „Im Jugendalter schraubten wir an Zündapp-Mopeds, mit Autos ging es dann weiter.” Der Schritt zur Firmengründung in der Tuningbranche erwies sich als die richtige Entscheidung: Seitdem shiny-dept.de 2018 online ging, erweiterte David den Betrieb um ein Ladengeschäft in Padenstedt, wo die Kunden direkt vor Ort einkaufen und Ware abholen können. Die Auswahl der bei Shiny Department erhältlichen Teile ist breit gefächert: „Von Spoilern über Felgen, Fahrwerke und Karbonteile bis hin zu elektrischen Bauteilen und Abgasanlagen für viele verschiedene Fahrzeughersteller haben wir alles im Programm. Des weiteren bieten wir unseren Kunden auch Komplettumbauten bei uns vor Ort an”, schildert David. Nicht ohne Stolz fügt der Shiny-Department-Chef hinzu: „Und unser Angebot wird auch gut angenommen.” Glückwunsch, da kann man sich schon mal was gönnen! Zum Beispiel ein angemessenes „Direktionsfahrzeug” - das als Aushängeschild für einen Tuningteile-Shop natürlich nicht im Serientrimm bleiben konnte.

Das Luftfahrwerk wurde mit festen Rohrleitungen installiert; wo eine bewegliche Verbindung nötig war, kamen Stahlflex-Leitungen zum Einsatz.


Ein Wählhebel in Ceramic-Ausführung versüßt die Bedienung des Automatikgetriebes.


Schau genau: Die Karbonspiegelkappen unterscheiden sich erst auf den zweiten Blick von der grauen Farbe der Karosserie.


Schmidt fertigte die dreiteiligen „CC-Line”Räder in 10,5 und 11 x 21” für Davids 7er auf Maß.


Die richtige Grundlage fand sich in Form eines Siebeners aus der von 2008 bis 2015 produzierten Baureihe F01, beziehungsweise des LWB(Long Wheelbase)-Ablegers F02. Im Vergleich zum „kurzen” Siebener bietet der F02 satte 140 Millimeter Extra-Radstand, die nicht nur dem Fußraum im Fond zugutekommen, sondern auch der gestreckten Linienführung der Limousine. David entdeckte den 2010 gebauten 750 Li bei einem Händler: „Der Wagen hatte bei BMW einen komplett neuen Motor für 27.000 Euro bekommen und war seitdem nur 25.000 Kilometer gelaufen.” Das praktisch neuwertige 4,4-Liter-V8-Twin-Turbo-Triebwerk gab dann auch den Ausschlag für den Kauf: „Mit dem Originalmotor hätte ich ihn nicht genommen, da die Vor-Facelift-Modelle ja für Motorenprobleme bekannt sind.”

Weil der 38-Jährige als Tuning-Insider einen guten Draht zu seinen Lieferanten hat, konnten auch gleich die ersten Umbaumaßnahmen perfekt nach seinen Vorstellungen umgesetzt werden: „Die Federbeine sind eine Sonderanfertigung, die in Zusammenarbeit mit Airforce Germany entstanden.” Ergänzt wird das Luftfahrwerk durch eine Airlift-„3H”-Steuerung und einen Viair-„480C Stealth Black”-Kompressor. Bevor der Drucktank im Kofferraum montiert werden konnte, ließ David diesen in Hochglanz-Schwarz pulverbeschichteten. Alle Anschlüsse des Fahrwerkssystems sind durch sauber verlegte Hard Lines beziehungsweise Stahlflexleitungen miteinander verbunden. Ebenfalls um Spezialanfertigungen handelt es sich bei den 21-Zoll-Rädern aus der CC-Line-Serie von Schmidt: Die vorne 10,5 und hinten 11,5 Zoll breiten Dreiteiler wurden dem 750er auf die Karosse geschneidert.

Die hochwertige 3M-Folie aus der 1080-Serie in „Dark Satin Grey” verleiht der Karosserie einen ähnli-chen Look wie „Frozen Grey” von BMW.


FEATUREFACTS 2010er BMW 750 Li F02

Motor: N63B44-DOHC-32v-V8 mit Twin-Turbo-Aufladung, 4.395 ccm, 408 PS bei 6.400 U/min, 600 Nm bei 4.500 U/min; Bohrung x Hub in mm: 89 x 88,3; Verdichtung 10:1, Benzindirekteinspritzung

Kraftübertragung: Sechsgang-Automatikgetriebe mit Steptronic, Hinterradantrieb, Achsübersetzung 3,46:1

Fahrwerk: Luftfahrwerk, Federbeine Sonderanfertigung in Zusammenarbeit mit Airforce Germany, Steuerung Airlift „3H”, Kompressor: Viair 480C Stealth Black, Drucklufttank schwarz pulverbeschichtet, Hard Lines bzw. Stahlflex

Bremsen: innenbelüftete Scheibenbremsen rundum (Serie)

Räder: dreiteilige Leichtmetallräder Schmidt „CC-Line” (Sonderanfertigung) in 10,5 x 21” vorn und 11,5 x 21” hinten

Reifen: Achilles „ATR Sport” in 255/30 R 21 vorn und 295/25 R 21 hinte

Sonstiges: Vollfolierung mit 3M 1080 „Dark Grey Satin”; Scheinwerfer, Rückleuchten, Nebelleuchten und Scheiben hinten dunkel foliert; glanzschwarze Nieren, Echtkarbon-Spiegelkappen, Karbon-Embleme vorne und hinten, Ceramic-Schaltknauf und BMW-F10-FL-Lenkrad mit Schaltwippen

Gerade einmal 25.000 Kilometer hatte das 408 PS starke Austauschtriebwerk abgespult, Grund genug für David, zuzugreifen


Fotos: Frank Schwichtenberg

Aus optischen Gründen bestückte David die High-End-Räder mit Low-Budget-Reifen. Eine Entscheidung, die er in Kürze revidieren wird: „Die Reifen sind von Achilles und sehen in den Größen 255/30 R 21 und 295/25 R 21 durch ihren Stretch sehr gut aus. Ansonsten sind die Reifen in jeder Hinsicht grottenschlecht und fliegen deshalb auch bald wieder runter.”

An Ort und Stelle bleibt dafür bis auf weiteres die Komplettfolierung mit hochwertiger 3M-Folie in „Dark Grey Satin”. Die seidenmatt-glänzende Folie verleiht der Karosserie einen ähnlichen Look wie die werksseitig angebotenen „Frozen”-Farbtöne. Sämtliche Leuchten wurden ebenso wie die hinteren Scheiben abgedunkelt, eine Frontschürze von Alpina betont die superflache Straßenlage.

Den schmucken Innenraum mit seinen champagnerfarbenen Sportsitzen und dunklen Teppichen wertete David gezielt mit einigen Details auf: „Das Serienlenkrad wurde durch eines aus einem Fünfer F10 Facelift ersetzt. Dank einer entsprechenden Kodierung sind selbstverständlich die Schaltwippen funktionsfähig. Außerdem habe ich einen Schaltknauf in Ceramic nachgerüstet.”

Mit seinen Upgrades hat David genau ins Schwarze getroffen und den seidig glänzenden Siebener zum perfekten Vorzeigeprojekt für Shiny Department Tuning gemacht!