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2019: Im Ringen um die knappen IT-Talente ist Kreativität gefragt


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 21.01.2019

Im neuen Jahr verschärft sich der IT-Fachkräftemangel weiter, zumal der Kampf um Talente im Zuge der Digitalisierung härter wird. Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat zehn Trends zusammengestellt, denen sich Personaler nicht entziehen können. Viele begreifen nur langsam, dass heute die Arbeitnehmer die Regeln diktieren.


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Bildquelle: Computerwoche, Ausgabe 5/2019

Elke Eller, BPM: „Fachwissen, IT-Wissen sowie soziale und personale Kompetenzen bilden den neuen Bildungskanon für die digitale Arbeitswelt.“


1. Digitale Personalarbeit – KI-Einsatz mit Fingerspitzengefühl

Die digitale HR kommt in der Praxis an. Jetzt geht es vor allem darum, den ...

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... Nutzen der intelligenten Technologien auch ethisch auszuloten. Bereits im vergangenen Jahr wurde erkannt, dass künstliche Intelligenz (KI) Effizienzgewinne ermöglicht. Automatisierte Prozesse bringen Bewerber schneller auf die richtige Position. Allerdings sollten Personaler darüber Bescheid wissen, wie und wann sie KI so einsetzen können, dass es sie in ihrer Arbeit weiterbringt. Unterstützend will der BPM einen „Ethikbeirat HR Tech“ ins Leben rufen und ethische Leitplanken für den verantwortungsvollen Umgang mit KI in der Personalarbeit entwickeln.

2. Digitale Bildung – ein Bildungskanon für die digitale Arbeitswelt

„Fachwissen, IT-Wissen sowie soziale und personale Kompetenzen bilden den neuen Bildungskanon für die digitale Arbeitswelt. Um auch morgen erfolgreich zu sein, müssen wir unser Schulsystem sowie die Institutionen der beruflichen Aus- und Weiterbildung konsequent auf diese drei Qualifikations- und Kompetenzfelder ausrichten“, so Elke Eller, Präsidentin des BPM.

In Anlehnung an die jüngste Studie „Anforderungen der digitalen Arbeitswelt: Kompetenzen und digitale Bildung in einer Arbeitswelt 4.0“ () plädiert Eller für eine Neuausrichtung der Weiterbildungsangebote in den Betrieben sowie für eine neue Lern- und Bildungskultur in den Ausbildungseinrichtungen. Mit den bestehenden Weiterbildungsangeboten fühlten Mitarbeiter sich nicht ausreichend für ihre berufliche Zukunft gewappnet.

Hinzu komme ein verstärkter Bedarf an sozialen und personalen Kompetenzen wie Veränderungsbereitschaft und Orientierungswissen. „Herausforderung für die Personaler wird es nun sein, für diesen Bedarf entsprechende Lernangebote zu entwickeln“, sagt die BPM-Präsidentin.

3. Kollaborative Arbeitskonzepte werden zum Standard

In diesem Jahr steigen die Erwartungen der Beschäftigten in mobiles Arbeiten weiter an. Die Personaler müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen und die Möglichkeiten der Flexibilisierung für gewerbliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prüfen. Aufgaben und Themen werden komplexer und lassen sich nur noch in interdisziplinären Teams bearbeiten, weshalb Co-Working-Konzepte, ortsunabhängiges Arbeiten und neue kollaborative Methoden der Zusammenarbeit im Team zur Standardanforderung für den Arbeitsplatz der Zukunft werden. Personaler stehen vor der Herausforderung, aus den vielen Facetten des Arbeitsplat-zes der Zukunft einen individuell passenden Rahmen für jeden Mitarbeiter zu konzipieren.

Ein großer Trend: Flexibilisierung der Arbeit

Schon seit einigen Jahren legen Mitarbeiter Wert darauf, ihren Tätigkeiten flexibel und ortsunabhängig nachgehen zu können. Das Thema wird die Personaler 2019 noch mehr als zuvor herausfordern. Vor allem die begehrten jungen Talente wünschen sich eine moderne IT-Infrastruktur, mit der sie störungsfrei und komfortabel von unterwegs arbeiten können. Dabei darf die Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen.

4. Gewinnung neuer Mitarbeiter wird zur größten Herausforderung

Laut aktuellen Studien steigt die Wechselbereitschaft von Fach- und Führungskräften. Sie verlassen sich in erster Linie auf ihre Kompetenz, nicht unbedingt auf ihren aktuellen Arbeitgeber. Dieser Zustand lässt gängige Rekrutierungsmechanismen und Lockangebote obsolet erscheinen. Wer Fach- und Führungskräfte erreichen will, muss seine Ansprache überdenken. Hilfreich kann das Rekrutieren ausländischer Fachkräfte sein. Oft müssen Zuwanderer aber erst einmal qualifiziert werden, bevor sie in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden können.

5. Mitbestimmung 4.0: Der Betriebsrat vertritt begabte Individualisten

Agilität wird auch in der Zusammenarbeit zwischen Personalern und Betriebsräten ein wichtiges Thema. Betriebsräte werden sich in den kommenden Monaten verstärkt Fragen nach agilen Arbeitsumfeldern stellen müssen. Wie lassen sich in Zeiten der digitalen Individualisierung kollektive Vereinbarungen treffen? Im Sinne einer zukunftsorientierten Sozialpartnerschaft spielen die Betriebsräte eine wichtige Rolle für die Gestaltung flexibler Arbeitsmodelle und entsprechender Vereinbarungen. Im Schulterschluss mit der Personalabteilung geht es nun darum, die Betriebsverfassung an die Veränderungen anzupassen und neue Regeln für die Mitbestimmung daraus abzuleiten.

6. Diversity als wichtiger Differenzierungsfaktor

Diversity gilt als Chance. Viele Unternehmen haben erkannt, dass sie im Wettbewerb erfolgreicher sind, wenn gemischte Teams aus verschiedenen Geschlechtern und Kulturen zusammenarbeiten. In diesem Zusammenhang entwickeln das Bundesfamilienministerium, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der BPM den „Fortschrittsindex Vereinbarkeit“ mit dem Ziel, verschiedene Indikatoren für eine familienfreundliche Unternehmenskultur messbar zu machen.

7. Der Personaler als Potenzialentfalter

Auch in Zeiten von Robo-Recruiting stehen Personalabteilungen vor der Aufgabe, das Potenzial der Mitarbeiter bestmöglich zu entfalten. Zuletzt entstand mitunter der Eindruck, die neuen technischen Möglichkeiten gerieten stärker in den Blickpunkt der Personalarbeit als die Mitarbeiter selbst. Dabei kommt es im Zuge einer wachsenden Technisierung vor allem darauf an, die Beschäftigten in ihrer Entwicklung aktiv zu unterstützen.

8. Führungskräfte sind als Vorbilder und Coaches gefragt

Mit wachsender Komplexität und fortschreitender Digitalisierung muss auch die Führung agiler werden. Studien haben im vergange-nen Jahr gezeigt: Die Mehrheit der Unternehmenslenker steckt immer noch in alten Führungsmustern fest. 2019 müssen sich Chefs steigenden Anforderungen im Kontext agiler Organisationen stellen – weg von der Kontrolle und hin zu mehr Unterstützung der Mitarbeiter. Aufgabe für die Personaler ist es, der Führungsetage im Dialog mit den Mitarbeitern zu helfen. Ziel sollte sein, Führungskräfte zu Coaches und Vorbildern zu entwickeln, die Themen offen und kritisch reflektieren und ihren Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung zugestehen.

9. Die Mitarbeitersicht besser kennenlernen

Kundenorientierung und Marketing verschmelzen in der Personalarbeit und schaffen neue Services für die Praxis. Schon im vergangenen Jahr erlernten Personaler den Employee-Experience-Ansatz. Dieser hilft ihnen, die Sicht des Mitarbeiters einzunehmen, wenn es um die Akzeptanz von HR-Services geht.

10. Aufpassen, wenn Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwinden

Arbeitgeber werden zunehmend mit den Auswirkungen der Entgrenzung von Berufs- und Privatleben konfrontiert. Bedingt durch mobile Technologien und flexible Arbeitszeiten verschmelzen Lebens- und Arbeitswelt immer stärker miteinander. Personalentscheider müssen jetzt verstärkt daran arbeiten, das die schleichende Entgrenzung nicht zum Gesundheitsrisiko wird. Das betriebliche Gesundheits-Management sollte integraler Bestandteil der Unternehmenskultur sein, um Achtsamkeit und Resilienz systematisch zu stärken.