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24. JULI 2022 17. SONNTAG IM JAHRESKREIS


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MAGNIFICAT - Das Stundenbuch - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 01.06.2022
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Bildquelle: MAGNIFICAT - Das Stundenbuch, Ausgabe 7/2022

Namenstag: hl. Kaspar · hl. Melchior · hl. Balthasar (die Weisen aus dem Morgenland) · hl. Christophorus (Märtyrer, Nothelfer, † um 250) · hl. Siglind von Troclar (Äbtissin, 7. Jh.) · hl. Gerburg von Gandersheim (Äbtissin, † 896) · hl. Christine (Märtyrerin, † um 1224) · hl. Kinga (Kunigunde, Herzogin von Polen, Klarissin, † 1292) · sel. Luise von Savoyen (Klarissin, † 1503) · hl. Scharbel Mahluf (libanes. Mönch, Einsiedler, † 1898)

Heute ist Welttag der Großeltern und Senioren.

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ich will dir danken aus ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen.

Ps 138, 1

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich.

Gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid; wehr und steu’r allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen tut.

Gib uns heut unser täglich Brot ...

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... und was man b’darf zur Leibesnot; behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit, vor Seuchen und vor teurer Zeit, dass wir in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizens müßig gehn.

All unsre Schuld vergib uns, Herr, dass sie uns nicht betrübe mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern.

Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit.

Martin Luther 1539 – EG 344, Strophen 4–6

Psalm 3 Verse 2–8a.9

Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger; * so viele stehen gegen mich auf.

Viele gibt es, die von mir sagen: * „Er findet keine Hilfe bei Gott.“

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich, * du bist meine Ehre und richtest mich auf.

Ich habe laut zum Herrn gerufen; * da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.

Ich lege mich nieder und schlafe ein, * ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.

Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, * wenn sie mich ringsum belagern.

Herr, erhebe dich, * mein Gott, bring mir Hilfe!

Beim Herrn findet man Hilfe. *

Auf dein Volk komme dein Segen!

Ehre sei dem Vater ...

Richte uns auf, treuer Gott, wenn wir darniederliegen. Erwecke du zum Leben, was in uns schlummert. Du bist unser Heil.

Lesung Röm 8, 14–17

Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, sodass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.

Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi sind wir aber, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, um wie viel mehr wird euer himmlischer Vater den Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten.

Bitten

Gepriesen sei Gott, unser gütiger Vater. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Geheiligt werde dein Name.

Du, der voll Liebe in seiner Schöpfung waltet: – Lass uns Spuren deiner Gegenwart finden, wo immer wir uns heute aufhalten.

Der du allezeit für uns da bist: – Hilf uns sehen, wer heute unserer Nähe bedarf.

Du, der keinen Menschen je vergisst: – Lass uns dankbar und fürbittend der Menschen gedenken, die uns bisher begegnet sind.

Vaterunser

Oration

Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr über die ganze Schöpfung heile unser Gestern und segne unser Morgen, er geleite uns heute auf seinem Weg.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 140, 436, 439, 472, 477, 618, 2 · KG 40, 142, 504, 546, 571

Gott ist hier, an heiliger Stätte.

Gott versammelt sein Volk in seinem Haus, er schenkt ihm Stärke und Kraft.

Ps 68, 6–7.36

Gloria Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Genesis Gen 18, 20–32

In jenen Tagen sprach der HERR zu Abraham: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist angeschwollen und ihre Sünde, ja, die ist schwer. Ich will hinabsteigen und sehen, ob ihr verderbliches Tun wirklich dem Klagegeschrei entspricht, das zu mir gedrungen ist, oder nicht. Ich will es wissen.

Die Männer wandten sich ab von dort und gingen auf Sodom zu. Abraham aber stand noch immer vor dem HERRN.

Abraham trat näher und sagte: Willst du auch den Gerechten mit den Ruchlosen wegraffen? Vielleicht gibt es fünfzig Gerech-

te in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig Gerechten in ihrer Mitte? Fern sei es von dir, so etwas zu tun: den Gerechten zusammen mit dem Frevler töten. Dann ginge es ja dem Gerechten wie dem Frevler. Das sei fern von dir. Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben?

Da sprach der HERR: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben.

Abraham antwortete und sprach: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten?

Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.

Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun.

Da sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede.

Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.

Darauf sagte er: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er antwortete: Ich werde sie nicht vernichten um der zwanzig willen.

Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Er sprach: Ich werde sie nicht vernichten um der zehn willen.

Impuls zur Lesung

„Drei Gebete für den Fremden“, unter dieser Überschrift machte der jüdische Philosoph Stéphane Mosès auf einen oft übersehenen Zug des Alten Testaments aufmerksam. Durch ihr Gebet retten Abraham, Mose und Jona fremde Menschen und Gesellschaften vor Gottes Zorn. Abrahams beharrliches Eintreten für eine Stadt, die wegen ihrer Gewalttätigkeit berüchtigt ist, ist ein besonders starkes Stück. Eigentlich ist es nur gut, wenn eine monströse Stadt wie Sodom verschwindet. Diese Stadt ist nicht zu retten. Aber mit den vielen Gewalttätern gehen die Gerechten unter. Nun beginnt ein großer Handel mit Gott. Wie viele Gerechte wiegen das Unrecht einer ganzen Stadt auf? Am Ende versteht Abraham zweierlei: Gott rechnet und verrechnet nicht. Und: Leben und Tod aller hängen wirklich davon ab, dass Menschen ihre Verantwortung füreinander entdecken. Zwei Hände voll.

Antwortpsalm Ps 138, 1–3.6–8

Kehrvers: Herr, du gabst mir Antwort am Tag, da ich rief.

Ich will dir danken mit meinem ganzen Herzen, * dir vor den Engeln singen und spielen.

Ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin, * will deinem Namen danken für deine Huld und für deine Treue. – Kehrvers

Denn du hast dein Wort größer gemacht * als deinen ganzen Namen.

Am Tag, da ich rief, gabst du mir Antwort, * du weckst Kraft in meiner Seele. – Kehrvers

Erhaben ist der HERR, / doch er schaut auf den Niedrigen, * in der Höhe ist er, doch er erkennt von ferne.

Muss ich auch gehen inmitten der Drangsal, * du erhältst mich am Leben trotz der Wut meiner Feinde. – Kehrvers

Du streckst deine Hand aus, * deine Rechte hilft mir.

Der HERR wird es für mich vollenden. /

HERR, deine Huld währt ewig. *

Lass nicht ab von den Werken deiner Hände! – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 3a, ferner GL 76, 1 (I. Ton) oder GL 1975 698, 1 oder KG 805, 1 (II. Ton)

Lesung aus dem Kolosserbrief Kol 2, 12–14

Schwestern und Brüder! Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.

Ihr wart tot infolge eurer Sünden und euer Fleisch war unbeschnitten; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben.

Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat.

Ruf vor dem Evangelium Röm 8, 15bc Halleluja. Halleluja.

Ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen:

Abba, Vater!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 11, 1–13

Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat! Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht:

Vater, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen! Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist.

Und führe uns nicht in Versuchung!

Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben?

Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht.

Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet.

Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet?

Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Credo

Gabengebet

Gütiger Gott, nimm die Gaben an, die wir von deiner Güte empfangen haben. Lass deine Kraft in ihnen wirken, damit sie uns in diesem Leben heiligen und zu den ewigen Freuden führen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn er hat Großes an uns getan:

Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er uns von der Sünde und von der Knechtschaft des Todes befreit und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen. In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht, dein heiliges Volk, dein königliches Priestertum. So verkünden wir die Werke deiner Macht, denn du hast uns aus der Finsternis in dein wunderbares Licht gerufen.

Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers Mt 5, 7–8

Selig, die barmherzig sind; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir haben das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert und das heilige Sakrament empfangen. Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat, das werde uns nicht zum Gericht, sondern bringe uns das ewige Heil. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch; er bewahre euch vor Unheil und Schaden.

Er öffne eure Herzen für sein göttliches Wort und bereite sie für die unvergänglichen Freuden.

Er lasse euch erkennen, was zum Heile dient, und führe euch auf dem Weg seiner Gebote zur Gemeinschaft der Heiligen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Eugen Biser

Im Gebet Jesu] zeigt sich eine klare Zweiteilung. Der erste Teil bezieht sich auf die Sache Gottes, der zweite in dreifacher

Steigerung auf die Anliegen des Menschen. Was den Anfang betrifft, so zeigt sich nun tatsächlich, dass uns Jesus dabei in sein eigenes Gebet hineinnimmt. Denn über ihm war, wie es der Prophet Jeremia von sich sagt, der Name Gottes ausgerufen: der Vatername, mit dem er fortan angerufen und geehrt werden wollte. Nachdem sich in diesem Namen der Himmel auf Jesus

herabgelassen hatte, konnte er nichts sehnlicher wünschen, als dass er weltweit aufgenommen und mit ihm das Wissen um den neuen Gott der vorbehalt- und bedingungslosen Liebe in aller Welt verbreitet werde. Deshalb bezieht er uns dadurch, dass er uns um die Heiligung des Gottesnamens beten lässt, in seine Bitte ein.

Erst recht gilt das von der Bitte um das Kommen des Gottesreiches, hinter der sich das Herzensanliegen Jesu verbirgt. Denn das Gottesreich ist seine große Zentralutopie, sein Entwurf der neuen gottförmigen Welt, dem er mit seinen Wundertaten Nachdruck verlieh. Tiefer besehen ist das Gottesreich aber noch weit mehr; denn in ihm meint er sich selbst als das Lebens- und Gestaltprinzip der von ihm angestrebten Neuordnung. In die Sorge um die Verwirklichung dieses Reiches sollen wir uns mit ihm teilen. Daher die Bitte: „Zu uns komme dein Reich!“

Demgegenüber gelten die folgenden Bitten den menschlichen Grundanliegen. Dem täglichen Brot zunächst, dann der Bereinigung der mitmenschlichen Konflikte, durch die Einsicht in die eigenen Versäumnisse und Fehlleistungen, und zuletzt dem, was mit dem viel umrätselten Wort „und führe uns nicht in Versuchung“ gemeint ist. Worauf bezieht es sich? Ausgeschlossen ist der allzu nah liegende Gedanke, dass uns Gott selbst in Versuchung führen könne. Dass die Bitte so formuliert ist, hängt mit der biblischen Sehweise zusammen, die von den Zweitursachen, also von den vordergründigen Motivationen, Problemen und Nöten immer wieder auf die göttliche Erstursache zurückblendet. Dann sind es nicht mehr die Naturgewalten, die Flüsse anschwellen und Felder verdorren lassen, sondern die Folgen des göttlichen Einwirkens auf das Weltgeschehen. Das gilt nun selbstverständlich auch von dem problematischen Schlusssatz des Herrengebets. Er spricht von der Versuchung durch Gott, meint aber die Versuchlichkeit des menschlichen Daseins. Der Frage nach der Urversuchung des Menschen hat sich kein Denker entschiedener gestellt als der dänische Religionsphilosoph Sören Kierkegaard. In seiner Schrift ‚Die Krankheit zum Tode‘ sprach er von dem den Menschen zerreißenden Selbstzerwürfnis, das auf zwei gegensätzliche Bestrebungen zurückgeht: auf den verzweifelten Willen des Menschen, er selbst zu sein, und auf den nicht minder verzweifelten Gegenwillen dazu. Dann möchte der Mensch nichts weniger sein als der, der er mit diesen Begabungen, Mitmenschen und diesen Schicksalen ist. Im Grunde seines Selbstgefühls nistet somit die Verzweiflung, die in der sich auf alles und jeden stürzenden Lebensangst ihren Ausdruck findet. In der Angst aber hat der Mensch das Gefühl, ins Bodenlose zu stürzen. Ihm ergeht es somit wie dem sinkenden Petrus in der Szene des Evangeliums, der mit dem De profundis („Aus der Tiefe“, vgl. Ps 130, 1; Anm. d. Red.) seines Notschreis „Herr, rette mich“ um Hilfe ruft und von der rettenden Heilandshand dann tatsächlich auch in Sicherheit gebracht wird. Die Erinnerung an diese Szene kann uns helfen, das unverständliche „und führe uns nicht in Versuchung“ in eine verständliche Gegenwartssprache zu übersetzen. Und dann ist die letzte Vater-unser-Bitte gleichbedeutend mit dem Ruf: „lass mich nicht verzweifeln!“ So aber endet das Herrengebet gleichfalls mit einem De profundis, wie es aktueller uns nicht über die Lippen kommen könnte.

Eugen Biser (dt. Theologe, 1918–2014), aus: Ders., Gott für uns. Predigten zum Lesejahr C,

Düsseldorf 1997, 107–108, © Eugen-Biser-Stiftung, München

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist anficht;

zur linken und zur rechten Hand hilf uns tun starken Widerstand im Glauben fest und wohlgerüst’ und durch des Heilgen Geistes Trost.

Von allem Übel uns erlös; es sind die Zeit und Tage bös.

Erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der letzten Not.

Bescher uns auch ein seligs End, nimm unsre Seel in deine Händ.

Amen, das ist: es werde wahr.

Stärk unsern Glauben immerdar, auf dass wir ja nicht zweifeln dran, was wir hiermit gebeten han auf dein Wort in dem Namen dein.

So sprechen wir das Amen fein.

Martin Luther 1539 – EG 344, Strophen 7–9

Canticum vgl. 1 Petr 1, 3–9

Antiphon: Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: *

Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren,

damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten * eine lebendige Hoffnung haben

und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, * das im Himmel für euch aufbewahrt ist.

Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, / damit ihr das Heil erlangt, * das am Ende der Zeit offenbart werden soll.

Deshalb seid ihr voll Freude,* obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst.

Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, / und es wird sich zeigen, * dass er wertvoller ist als Gold, das doch vergänglich ist.

So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil * bei der Offenbarung Jesu Christi.

Ihn habt ihr nicht gesehen, * und dennoch liebt ihr ihn;

ihr seht ihn auch jetzt nicht; * aber ihr glaubt an ihn

und jubelt in unsagbarer Freude, * da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon: Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.

Lesung vgl. 1 Kön 8, 51a.52–53a

Wir sind ja dein Volk, Herr, und dein Eigentum. Halte deine Augen offen für das Flehen deines Knechtes und für das Flehen deines Volkes Israel! Erhöre uns, sooft wir zu dir rufen!

Du hast uns unter allen Völkern der Erde als dein Eigentum ausgewählt.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Fürbitten

Der du die Zeit in Händen hast, wir bitten dich für unsere alten Mitmenschen:

V: Ewiger Vater, A: komm ihnen entgegen.

– Gib, dass die Jüngeren ihnen mit Respekt und Zuvorkommen begegnen.

– Lass die Großeltern unter ihnen das Glück erleben, ihre Enkel aufwachsen zu sehen.

– Lass sie durch ihre Nähe zu dir zu aufrechten Zeugen deiner Gegenwart werden.

– Schenke ihnen Menschen, die sich um sie kümmern, und wehre der Vereinsamung.

– Segne eine und einen jeden, wenn sie aus diesem Leben zu dir gehen.

Vaterunser

Oration

Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen, ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig. Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg und hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der barmherzige Gott behüte unser Leben, er gebe uns Gesundheit an Leib und Seele und schenke uns sein Heil.

Salve Regina (Seite 379)