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26 Fragen zu Zecken, Bremsen und Co.


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Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 70/2022 vom 10.06.2022
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Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 70/2022

1 Der Winter war sehr warm: Wird es viele Zecken und Stechmücken geben?

Die Prognosen sehen schlecht aus für Pferdebesitzer und Reiter: 2020 wird wohl ein Rekord-Zeckenjahr werden – was allerdings nicht nur daran liegt, dass Zecken ab sieben Grad aktiv werden und durch den milden Winter kaum noch eine Pause einlegen. Eine entscheidende Rolle spielt das Nahrungsangebot für Mäuse. Zeckenexperte Prof. Dr. Franz Rubel von der Veterinärmedizinischen Universität Wien erklärt in einer Pressemitteilung des Pharmakonzerns Pfizer, warum er mit einem besonders hohen Zeckenaufkommen und vielen FSME-Fällen rechnet: „Das liegt insbesondere an der extremen Buchenmast vor zwei Jahren.

Mäuse, die Zeckenlarven als Wirt dienen, fanden in dem Jahr sehr günstige Futterbedingungen vor. Die Folge war ein starker Anstieg der Mäusepopulation im Jahr 2019, was vielen Zeckenlarven eine Blutmahlzeit ermöglichte. Wieder ein ...

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... Jahr später, also dieses Jahr, entwickeln sich diese Zeckenlarven häufig zu mit dem FSME-Virus infizierten Nymphen und stechen in diesem Entwicklungsstadium auch den Menschen.“

Auch bei Stechmücken ist nicht nur der Winter ausschlaggebend dafür, ob sie im Sommer in Scharen über uns herfallen. „Es kommt vor allem auf die Startbedingungen im Frühjahr und Frühsommer an“, weiß der NABU und erklärt auf seiner Website: „Wenn es sehr nass und zugleich schon früh im Jahr sowie in den darau folgenden Monaten sehr warm ist, dann können sich Stechmücken über mehrere, aufeinanderfolgende Populationen rasch und in großer

Startbedin- Zahl entwickeln. Ist der kommende Winter wiederum sehr kurz oder mild, dann haben Stechmücken erneut günstige gungen.“

2 Können Stechmücken das neuartige Coronavirus übertragen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher keine Informationen darüber bzw.

Anzeichen dafür, dass Stechmücken das neuartige Coronavirus übertragen können.

3 Warum sollte ich bei Pferden mit Sommer-Ekzem eine spezielle Creme nehmen?

Lotionen für Pferde mit Sommerekzem sind genau auf die Hautprobleme dieser Krankheit abgestimmt: Das heißt, sie Haut und halten sie geschmeidiger, darüber hinaus stillen sie auch noch den Juckreiz und beruhigen die gestresste Haut. So lindern sie das Bedürfnis des an den betrofenen Stellen zu scheuern, bis diese wund sind.

4 Auf einer Weide haben wir ein riesiges Problem mit Bremsen, auf der Nachbarweide nicht. Woran kann das liegen?

Pferdes, sich Prüfen Sie, ob auf bzw. neben der stark befallenen Weide Bereiche liegen, in denen sich Bremsen bevorzugt aufhalten oder ihre Eier ablegen. Dies sind: Waldränder, Sümpfe oder Feuchtwiesen. Solche Weiden sind in der Bremsenzeit eher ungeeignet. Am besten eignen sich für Pferde trockene und freiliegende Weiden, auf denen ein Lüftchen weht. Wind ist ein wichtiger Faktor, gerade in Gegenden mit vielen Bremsen.

5 Ich habe das Gefühl, dass wir letztes Jahr viele Kriebelmücken hatten, bin mir aber nicht sicher. Wie sehen diese aus?

Die Kriebelmücke ist nur drei bis sechs Millimeter groß. Sie sieht gedrungen und bucklig aus, ähnlich wie eine Essigfliege (siehe Foto oben). Schwirrt sie heran, hört man dies nicht, denn sie fliegt lautlos.

7 Wie lange hält ein Insektenspray Bremsen und Co. ab?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, da dies von vielen Faktoren abhängt wie den verwendeten Wirkstoffen und der Zusammensetzung des Fliegensprays, dem Wetter, der Aktivität sowie dem Geruch des Pferdes. In der Regel wirken Abwehrsprays mehrere, bei guten Bedingungen bis zu acht Stunden.

Am längsten haltbar, laut Hersteller bis zu 14 Tage, ist der Wirkstoff Permethrin.

Dieser zählt allerdings nicht zu den Abwehrstoffen, sondern ist ein Insektizid, das heißt er tötet Insekten ab (siehe Frage 18).

8 Warum helfen Fliegendecken im Zebralook?

Manche Insekten nutzen zur Orientierung nicht nur ihren Geruchssinn, sondern auch die Polarisation des Lichts. Dunkle Farben wie schwarz geben polarisiertes Licht ab, weiß hingegen strahlt unpolarisiertes Licht ab. Der Wechsel dieser beiden Farben irritiert einige Insekten und erschwert ihnen somit den Anflug.

6 Kann ich eine Ekzemerdecke auch bei Regen auf dem Pferd lassen?

Wenn es nicht dauerhaft regnet, kann eine Ekzemerdecke auch mal auf dem Pferd bleiben, da sie danach schnell wieder trocknet. Bei dauerhaftem Regen oder zusätzlichem Wind kann das Pferd mit der nassen Decke allerdings auskühlen. Dann sollte man sie lieber abnehmen oder zu einer wasserdichten Ekzemerdecke greifen. Es gibt auch Ekzemerdecken, die sich zu einer Regendecke erweitern lassen.

9 Ist es schlimm, wenn ich beim Einsprühen in den Sprühnebel des Sprays gerate?

„Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformation lesen“ – darauf wird beim Kauf eines Insektenabwehrsprays hingewiesen.

Immer wieder liest man auch, dass man solche Sprays nicht einatmen soll. Wir haben bei Myriam Mouget, Produktmanagerin bei Stiefel, nachgefragt, wie schlimm das ist und was man tun sollte: „Unser Insektenschutz ist ein Repellent, d. h. vereinfacht ausgedrückt der enthaltene Wirkstoff hält die Insekten fern – tötet diese aber nicht. Aus diesem Grund kann es unangenehm sein, in einen Sprühstoß zu geraten, es ist aber nicht gefährlich. Mein persönlicher Tipp beim Einsprühen ist aber dennoch, immer den Mund geschlossen zu halten. Natürlich kann eine allergische Reaktion nie ausgeschlossen werden. Sollte man zu viel des Produktes eingeatmet oder gar verschluckt haben, sollte man sich umgehend an einen Arzt wenden und dieser sich wiederum an die Giftzentrale Deutschland. Unsere Sprays sind als Biozid dort gelistet und es werden dem Arzt sofort die nötigen Informationen für die Behandlung mitgeteilt. Dies gilt auch bei Kontakt mit den Augen.“

10 Wir hatten letztes Jahr viele Fliegen. Auf Gift möchten wir verzichten. Wie können wir mit Hygieneund natürlichen Maßnahmen dagegen angehen?

Hygienemaßnahmen:

• Misten Sie täglich die Boxen gründlich aus und reinigen Sie Tröge und Tränken.

Futterreste locken Insekten an, Kot und verdreckte Einstreu sind ideale Brutstätten. Mist sollte daher möglichst weit entfernt vom Stall gelagert werden.

• Sammeln Sie täglich Kot von der Weide und auf dem Paddock ein.

• Wechseln Sie auf der Weide das Tränkwasser am besten täglich, spätestens alle vier Tage.

• Entfernen Sie alle herumstehenden Eimer und andere Behälter (auch alte Autoreifen), in denen sich Wasser sammeln kann. Benötigte Behälter und Container sollten immer mit Deckeln verschlossen sein.

• Reinigen Sie Gräben und Erdrinnen regelmäßig, damit kein stehendes Gewässer entsteht.

Fliegenbekämpfung mit Nützlingen:

Im Pferdestall können Schlupfwespen eingesetzt werden, die bei speziellen Anbietern gekauft werden können und etwa zwei bis drei Millimeter groß werden. Die Schlupf- wespen werden im Puppenstadium angeliefert. Sie schlüpfen im Stall und suchen sich Fliegenpuppen, die sie für ihre Fortpflanzung benötigen. Denn Schlupfwespen legen ihre Eier darin ab, die Larven ernähren sich dann von den Fliegenpuppen.

Dabei werden die Fliegenpuppen so stark geschädigt, dass sie nicht mehr lebensfähig sind. Aus jeder Fliegenpuppe schlüpfen dann mehrere Schlupfwespen, die ihrerseits mit der Bekämpfung der Fliegen weitermachen.

11 Die tränen immer stark und die Fliegen stürzen sich darauf – auch wenn ich das Gesicht mit einem fliegenspraygetränkten Schwamm abgewischt habe. Gibt es noch andere Produkte?

Fliegen setzen sich mit Vorliebe auf nässende Wunden und die Schleimhäute, also an die Augen und können dort zur Bindehautentzündung führen. Fliegenabwehrmittel dürfen nicht mit den Augen in Berührung kommen, da sie die Schleimhäute reizen. Hier helfen nur Fliegenschutzmasken. Manche Pferdebesitzer berichten auch davon, dass das Füttern von Knoblauch geholfen hat, da der Duft nach dem Fressen hauptsächlich in der Nähe des Mauls, also dem Kopfbereich bestehen bleibt. Im Kampf gegen Fliegen, die gerne die Augen befallen, helfen außerdem Hygiene- und andere natürliche Maßnahmen (siehe Frage 10).

12 Ich wohne in Dresden und möchte diesen Sommer gerne viel ausreiten. Befinde ich mich in einem FSME-Risikogebiet?

Ja! Dresden ist in diesem Jahr auch zum Risikogebiet erklärt ellen FSME-Risikogebiete (Frühsommer-Meningoenzephalitis, sind 50 bis 100 Personen an FSME erkrankt) sind auf der Karte zu sehen.

13 Kann ein Pferd FSME bekommen?

Ja, auch Pferde können an FSME erkranken. Allerdings geschieht das relativ selten.

Anzeichen einer FSME-Erkrankung beim Pferd sind schlechtes Allgemeinbefinden und geschwollene Lymphknoten. Es kann zu neurologischen Störungen sowie Herzund Nierenproblemen kommen.

14 Stimmt es, dass ich mein Pferd gegen Borreliose impfen kann? Gibt es eine solche Impfung auch für Menschen?

Pferde können gegen Borreliose geimpft werden. Die Impfung basiert darauf, dass die Borrelien in der Zecke über Antikörper im Blut des Pferdes blockiert und nicht mehr übertragen werden können. Wenn die Zecke mit ihrem Saugvorgang beginnt, sitzen die Borrelien noch im Darm der Zecke. Sobald das warme Blut dort ankommt, werden die Borrelien aktiv. Ist ein Pferd aber geimpft, nimmt die Zecke zusammen mit dem Blut bestimmte Antikörper auf, die sich an die Borrelien heften und ihre Wanderung von der Zecke ins Pferd verhindern.

In den USA gibt es auch einen Impfstoff für Menschen, der aber in Europa nicht zugelassen ist, da er vor allem eine Art von Borrelien außer Gefecht setzt, die in Europa kaum zu Borreliose führt. Hier bei uns sind andere Borrelien-Arten, gegen die es keine Impfung gibt, für fast 90 Prozent der Infektionen verantwortlich.

15 Nach jedem Stallbesuch wasche ich meine Stallkleidung, da wir viele Zecken auf der Weide haben. Reichen 40 Grad aus?

Tests haben gezeigt: Ein Großteil der Zecken überlebt 40 Grad in der Waschmaschine mit Schleudergang. Deswegen: Am besten 60 Grad nutzen oder die Wäsche nach dem Waschen im Trockner erhitzen, um die Blutsauger abzutöten.

16 Welche Insekten übertragen das West-Nil-Virus?

Das Virus wird von verschiedenen Stechmücken übertragen, als Hauptüberträger gilt die Culex-Mücke. Ausbrüche stehen erfahrungsgemäß im engen Zusammenhang mit günstigen Bedingungen für die Mücke, so das Robert Koch-Institut. Die für Stechmücken günstige Saison ist je nach lokalem Klima und kurzfristigen Wetterschwankungen unterschiedlich lang. In Deutschland handelt es sich dabei vor allem um den Spätsommer, bei anhaltend warmem Wetter sind wir auch noch im Frühherbst betroffen.

17 Schützt eine Impfung gegen das West-Nil-Virus vor dem Ausbruch dieser Krankheit, und welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Das Virus kann über das Blut in Gehirn und Rückenmark wandern und dort zu Entzündungen führen, die sich als neurologische Ausfallerscheinungen bemerkbar machen.

Im schlimmsten, aber seltensten Fall endet die Infektion für ein Pferd tödlich. Die Impfung schützt nicht vor einer Infektion mit dem West-Nil-Virus, schwächt die Symptome und ihre Dauer aber deutlich ab. Will man seinen Vierbeiner grundimmunisieren lassen, sind zwei Impfungen im Abstand von drei bis fünf Wochen nötig. Drei Wochen nach der Grundimmunisierung beginnt der Impfschutz.

Danach sollte die Impfung einmal jährlich wiederholt werden. Pro Injektion muss man mit ca. 80 Euro rechnen. Die Ständige Impfkommission Vet rät Pferdebesitzern aus betroffenen und den dort angrenzenden Risikogebieten sowie denjenigen, die in solche Gebiete reisen, zur Impfung. Nebenwirkungen sind recht selten und ähneln denen anderer Impfungen: Sehr selten (weniger als eins von 10.000 Pferden) kann eine Schwellung im Bereich der Einstichstelle sowie eine erhöhte Körpertemperatur auftreten.

18 Ich habe gehört, dass Insektengifte auch für den Menschen nicht unbedenklich sind – gibt es nicht etwas rein Natürliches?

Die meisten der im Handel erhältlichen Fliegenabwehrsprays für Pferde sind keine Insektizide, also Insektengifte, sondern sogenannte Repellents. Sie töten Insekten nicht ab, sondern halten sie durch ihren Geruch nur fern. Zum Einsatz kommen zum einen synthetische Wirkstoffe (z. B.

DEET, Icaridin, IR3535/EBAAP), wie sie auch in Produkten für Menschen verwendet werden. Diese wurden vorher in einem EU-weiten Verfahren geprüft und in eine Liste genehmigter Wirkstoffe eingetragen.

Außerdem gibt es natürliche Abwehrmittel z. B. mit Citridiol, Kokosöl, Nelken. Grundsätzlich müssen bei allen Produkten gegen Insekten die Anwendungshinweise beachtet werden, damit sie sicher und unbedenklich genutzt werden können.

Neben den vielen Repellents gibt es bei uns nur wenige Insektizide, die bei Pferden angewendet werden dürfen. Sie enthalten den Wirkstoff Permethrin. Diese Mittel sind aber nicht im Handel erhältlich, sondern können nur über den Tierarzt bezogen werden. Wie auch andere Biozide wurde Permethrin im Rahmen der EU-Biozid-Verordnung getestet, mit dem Ergebnis, dass es kein erbgutveränderndes, krebserregendes, reproduktions- und entwicklungstoxisches Potenzial besitzt.

19 Mein Pferd ist sehr empfindlich, was Insekten angeht. Gibt es eine bestimmte Tages- oder Uhrzeit, zu der ich mit wenigen Insekten rechnen kann?

Das kommt darauf an, unter welchen Insekten Ihr Pferd besonders leidet. Kriebelmücken und Gnitzen etwa sind nacht- und dämmerungsaktiv. Die beste Weidezeit im Frühjahr und Spätsommer, besonders für Ekzempferde, ist deshalb von 9 bis 16 Uhr – im Hochsommer kann die Zeit aufgrund des frühen Sonnenaufgangs und späten Sonnenuntergangs ausgeweitet werden.

Bremsen hingegen sind tagaktiv und stechen vom späten Vormittag bis zum frühen Abend – vor allem an schwülen Tagen sind sie dann eine regelrechte Plage.

20 Mein Pferd leidet am Sommerekzem. Ich habe gehört, dass man auch mit der Fütterung die Symptome verbessern kann. Wie geht das?

Lassen Sie von Ihrem Pferd ein Blutbild machen und überprüfen, ob alle Nährstoffe vorhanden sind, die für eine intakte Haut wichtig sind. Oft sind die Zinkwerte zu niedrig. Tierärzte berichten von guten Erfahrungen mit der zusätzlichen Gabe von Zink, aber auch von Vitamin D.

21 Gibt es noch eine andere Möglichkeit, auf der Weide vor Insekten zu schützen, als eine Fliegendecke oder -spray?

Hersteller bieten darüber hinaus auch insektenvertreibende Halsbänder für Pferde an, die drei bis fünf Wochen lang wirken sollen und wasserfest sind. Kundenrückmeldungen zeigen: Bei manchen Pferden wirkt es gut.

Eine weitere Möglichkeit, um Bremsen abzuhalten, ist das Aufstellen von Bremsenfallen – diese sind aufgrund des zunehmenden Insektensterbens aber auch in den Fokus von Naturschützern und Biologen gerückt. So wurden in einer aktuellen Studie der Biologin Nina Jäckel der Fang von sechs Fallen im Kreis Gütersloh und einer Falle in der Stadt Bielefeld (NRW) von Mai bis Oktober 2017 im Labor bestimmt. Insgesamt wurden 53.438 Insekten gefangen, davon 80 bis 95 Prozent Zweiflügler.

Im Durchschnitt wurden insgesamt nur wenige Bremsen (unter vier Prozent) gefangen, darunter keine einzige Pferdebremse.

Nur in einer Falle gab es mehr Bremsen als in den anderen, diese lag in einer Aue in der Nähe eines Sees: Dort waren etwa 20

Prozent der gefangenen Insekten Bremsen und der Großteil dieser Tiere flog innerhalb einer Woche Anfang Juni in die Falle. Nutzen Sie die Fallen also nur auf Weiden, auf denen tatsächlich viele Bremsen unterwegs sind. Prüfen Sie regelmäßig, ob nur Bremsen in dem Auffangbehälter landen oder auch andere Tiere, die nicht gefangen werden sollen.

Wenn Sie Bremsenfallen verwenden möchten, klären Sie am besten vorher mit der bei Ihnen zuständigen Behörde verbindlich, ob Sie solche Fallen aufstellen dürfen.

22 Mein Pferd steht mit einem zweiten Pferd auf der Weide. Meines hat immer ganz viele Insektenstiche, das andere gar keine, obwohl beide mit dem gleichen Mittel eingesprüht sind. Gibt es dafür eine Erklärung?

Mücken und Co. stechen manche Menschen und Tiere mehr als andere. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Was Forscher jedoch herausgefunden haben ist, dass Bremsen große und dunkle Pferde bevorzugen.

Ein weiterer Grund für den vermehrten Befall Ihres Pferdes kann sein Geruch sein.

Ein Insektenabwehrspray vermischt sich mit dem Schweißgeruch des Pferdes, der sehr individuell ist. Heraus kommt eine Mischung, die für Insekten abstoßend oder weiterhin attraktiv ist. Probieren Sie es am besten mal mit einem anderen Mittel mit anderen Inhaltsstoffen.

23 Bei mir jucken Bremsenoder Mückenstiche immer sehr: Wie ist das bei meinem Pferd, und wie kann ich ihm helfen?

Für Pferde sind Insektenstiche ebenfalls unangenehm, manche reagieren regelrecht panisch, wenn sie gestochen werden. Daher kann man ihnen Erleichterung verschaffen, indem man die Einstichstellen kühlt oder mit abschwellenden Salben behandelt.

Bei blutenden Wunden sollten Sie zu einer abdeckenden Salbe greifen, da ansonsten weitere Fliegen angelockt werden, die sich auf die Wunde setzen. Ist ein Insektenstich stark angeschwollen, sollten Sie einen Tierarzt um Rat fragen, da eventuell Corticosteroide oder Antihistaminika nötig sind.

Liegen die Schwellungen im Bereich der Sattel- oder Gurtlage, verzichten Sie aufs Reiten, sonst scheuert sich der Stich unter Umständen auf.

24 Wegen der Insekten schlägtmein Pferd beim Reiten ständig mit dem Kopf. Welcher Insektenschutz ist auf Turnieren erlaubt?

• Laut LPO sind Fliegenmützen in allen Leistungsprüfungen zugelassen. Der Bereich der Augen und des Nasenrückens muss frei bleiben. Der Fliegenschutz darf nicht am Reithalfter befestigt werden. Lärmschutz in Form von zusätzlichem, schalldämmendem Material an den Ohrhauben ist zugelassen, vorausgesetzt: Es reicht nicht in die Ohrmuschel oder geht in den Gehörgang, Geräusche und der Gehörsinn dürfen nicht ausgeschaltet und das Ohrenspiel des Pferdes nicht beeinträchtigt werden.

• Nasennetze sind in Springpferde-, Geländepferde-, Jagdpferde- sowie Springund Gelände-Leistungsprüfungen sowie Teilprüfungen Springen bzw. Gelände bei Eignungs-Leistungsprüfungen und Kombinierten Leistungsprüfungen analog Eignungs-Leistungsprüfungen aller Klassen und FN-Hunterklasse sowie auf dem Vorbereitungsplatz und in der Siegerehrung erlaubt. Sie dürfen die Atmung nicht einschränken, und die Maulspalte muss frei bleiben. Zu befestigen sind sie am Reithalfter oder an den Backenstücken. Das Nasennetz kann über oder unter dem Kinnriemen/Nasenriemen angebracht werden.

• Außerdem dürfen Insektenabwehrsprays genutzt werden.

• Vorsichtig sein müssen Sie, wenn Sie Ihrem Pferd Kräuter gegen Insekten füttern. Einige Pflanzen fallen unter verbotene Substanzen (weitere Informationen zu Verbotenen Substanzen unter „Fairer Sport“ auf www.pferd-aktuell.de).

25 Bei meinem letzten Ausritt zeigtemein Pferd plötzlich Kolikanzeichenund trat immer wieder nach dem Bauch. Es war regelrecht panisch. Kann das eine Lausfliege gewesen sein? Diese sind bei uns aktiv

Diese sind bei uns aktiv. Die etwa fünf bis sechs Millimeter großen Lausfliegen stechen gerne unten am Bauch.

Ihr Stich ist sehr schmerzhaft, deswegen reagieren Pferde so panisch darauf und treten heftig danach. Das erinnert zeitweise an Koliksymptome – insofern könnte das zutreffen, wenn sich Ihr Pferd danach wieder normal verhalten hat. Manche Pferde werden sogar so panisch, dass sie steigen oder sich zu Boden werfen. Um dieses Risiko zu vermeiden, sollten Sie gegen die Lausfliegen, die von April bis Oktober aktiv sind, Insektenabwehrsprays und Fliegendecken einsetzen, um sicher und gefahrlos ausreiten zu können.

26 Bei meinem Hund hilft ein Zeckenhalsband aus Bernsteinen sehr gut. Gibt es so etwas in der Art auch für Pferde?

Bei Pferden dürfte sich die Wirkung des Bernsteins – die umstritten ist – aufgrund ihrer Größe nur schwer nutzen lassen. Der leicht harzige Duft des Halsbandes soll sich nämlich auf den ganzen Hund ausbreiten und so Zecken abschrecken. Des Weiteren soll sich das Fell durch die Reibung an den Bernsteinen elektrostatisch aufladen und diese elektrostatische Ladung soll sich über das gesamte Fell ziehen, so dass Zecken einen elektrischen Schlag bekommen.