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27. FEBRUAR 2022


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MAGNIFICAT - Das Stundenbuch - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 01.01.2022

Namenstag: Markward von Prüm (Abt, Berater Kaiser Ludwigs des Frommen, † 853) · hl. Gregor von Narek (armen. Mönch, Kirchenlehrer, † um 1005)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Lasst uns dem Höchsten singen und spielen, seine Huld verkünden am Morgen.

Nach Ps 92, 2.3

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt,

die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land;

er lässt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein,

im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.

Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren,

als säh er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt.

Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem einen, dass er der Herr ist, ruht, in seiner Wahrheit Glanze sich ...

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... sonnet frei und kühn, die wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün.

Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht, die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt.

So kennt der Herr die Seinen, wie er sie stets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land am Werk der Gnadentriebe durch seines Geistes Stärk, an Glauben, Hoffnung, Liebe als seiner Gnade Werk.

So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei; lass nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei!

Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn.

Philipp Spitta 1843 – EG 358

Psalm 66

Verse 1b–12

Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! / Spielt zum Ruhm seines Namens! *

Verherrlicht ihn mit Lobpreis!

Sagt zu Gott: „Wie ehrfurchtgebietend sind deine Taten; * vor deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen.“

Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, * sie lobsinge deinem Namen!

Kommt und seht die Taten Gottes! * Staunenswert ist sein Tun an den Menschen:

Er verwandelte das Meer in trockenes Land, / sie schritten zu Fuß durch den Strom; * dort waren wir über ihn voll Freude.

In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig; / seine Augen prüfen die Völker. *

Die Trotzigen können sich gegen ihn nicht erheben.

Preist unseren Gott, ihr Völker; * lasst laut sein Lob erschallen!

Er erhielt uns am Leben * und ließ unseren Fuß nicht wanken.

Du hast, o Gott, uns geprüft * und uns geläutert, wie man Silber läutert.

Du brachtest uns in schwere Bedrängnis * und legtest uns eine drückende Last auf die Schulter.

Du ließest Menschen über unsere Köpfe schreiten. / Wir gingen durch Feuer und Wasser. *

Doch du hast uns in die Freiheit hinausgeführt.

Ehre sei dem Vater ...

Du führst uns in die Freiheit hinaus: Bleibe uns nah, Vater, damit wir auf deinen Wegen gehen.

Lesung

Gal 5, 16.22–23a.25

Lasst euch vom Geist leiten, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

„Fleisch“ bezeichnet hier die Begrenztheit des Menschen, seine Hinfälligkeit und seine Neigung zur Selbstsucht und zum Bösen. Keineswegs darf es auf die Leiblichkeit als solche enggeführt werden. Demgegenüber meint „Geist“ nicht den menschlichen Intellekt o. ä., sondern die von Gott kommende Kraft, die den Menschen am göttlichen Leben Anteil gibt und sie untereinander verbindet.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus: Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Ein guter Baum bringt keine schlechten Früchte, ein schlechter Baum keine guten.

Bitten

Bitten wir Jesus Christus, der uns allezeit nah sein will: A: Bleibe bei uns, Herr.

– Gib, dass wir unsere Mitte finden im Glauben an dich, den Sohn des lebendigen Gottes.

– Lass unseren Glauben fruchtbar werden im Dienst an unseren Mitmenschen.

– Lass uns die Gastlichkeit pflegen in dem Glauben, dass wir in jedem Menschen dich bei uns aufnehmen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge und das Schicksal der Menschen. Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung, damit die Kirche in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Retter.

Tit 1, 4

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 81, 148, 188, 384, 399, 418, 447 · KG 67, 147, 149, 508, 544, 561

Der Herr wurde mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hat an mir Gefallen. Ps 18, 19–20

Gloria

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach Sir 27, 4–7

Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück; so entdeckt man den Unrat eines Menschen in seinem Denken.

Der Brennofen prüft Töpferware und die Erprobung des Menschen geschieht in der Auseinandersetzung mit ihm.

Den guten Boden eines Baumes bringt seine Frucht zum Vorschein; so das Wort die Gedanken des Herzens.

Lobe keinen Menschen, ehe du nachgedacht hast; denn das ist die Prüfung für jeden!

Impuls zur Lesung

Was hat Jesus Sirach eigentlich gegen Händler und Kaufleute? (Sir 26, 29) Als Kind fand ich in der neuen Stadt eine neue Freundin. Wir spielten bei ihr zu Hause, einmal wollten wir Spielsachen tauschen. Da schritt die Mutter ein: „Wer tauschen will, der will betrügen.“ Aber wir wollten doch nicht betrügen! Für uns beide hatte das Spielzeug der jeweils anderen eben einen größeren Reiz als das lang gewohnte eigene. Um materielle Werte ging es dabei ohnehin nicht. Mir ist das harsche Wort in Erinnerung geblieben. Dieser Frau ging es ums Prinzip. Jesus Sirach kennt ähnliche Bedenken. Wer durch Handel reich wurde, fragt selten danach, ob er andere dadurch geschädigt hat. Betrug und Übervorteilung lauern bei jedem Kauf und Verkauf. Andererseits: schützt geregelter Handel, bis hin zum Etikett „fair trade“, menschliche Gemeinschaften nicht nachhaltig vor Raub, Ausbeutung und kriegerischer Gewalt? Naivität ist keine Option, Universalmisstrauen ebenso wenig. Zur klugen, geduldigen Prüfung rät der Weisheitslehrer: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

Antwortpsalm

Ps 92, 2–3.13–16

Kehrvers: Gut ist es, dem HERRN zu danken.

Gut ist es, dem HERRN zu danken, * deinem Namen, du Höchster, zu singen und zu spielen,

am Morgen deine Huld zu verkünden * und in den Nächten deine Treue. – Kehrvers

Der Gerechte sprießt wie die Palme, * er wächst wie die Zeder des Libanon.

Gepflanzt im Hause des HERRN, * sprießen sie in den Höfen unseres Gottes. – Kehrvers

Sie tragen Frucht noch im Alter * und bleiben voll Saft und Frische;

sie verkünden: Der HERR ist redlich, * mein Fels! An ihm ist kein Unrecht. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 2a, ferner GL 51, 1 oder GL 1975 737, 1 · KG 488 (I. Ton)

Lesung aus dem ersten Korintherbrief

1 Kor 15, 54–58

Schwestern und Brüder! Wenn sich dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit, dann erfüllt sich das Wort der Schrift:

Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg geschenkt hat durch unseren Herrn Jesus Christus.

Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern, seid standhaft und unerschütterlich, seid stets voll Eifer im Werk des Herrn und denkt daran, dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!

Ruf vor dem Evangelium

vgl. Phil 2, 15d.16a Halleluja. Halleluja.

Haltet fest am Worte Christi; dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas

Lk 6, 39–45

In jener Zeit sprach Jesus in Gleichnissen zu seinen Jüngern: Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?

Ein Jünger steht nicht über dem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte bringt. Denn jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.

Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen das Böse hervor. Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund.

Credo

Gabengebet

Gütiger Gott, du selber hast uns die Gaben geschenkt, die wir auf den Altar legen. Nimm sie an als Zeichen unserer Hingabe und gib uns die Kraft zu einem Leben nach deinem Willen, damit wir einst den ewigen Lohn empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu danken und dein Erbarmen zu rühmen. Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt, du aber hast sie zu dir zurückgeführt durch das Blut deines Sohnes und die Kraft deines Geistes. Wie du eins bist mit dem Sohn und dem Heiligen Geist, so ist deine Kirche geeint nach dem Bild des dreieinigen Gottes. Sie ist dein heiliges Volk, der Leib Christi und der Tempel des Heiligen Geistes zum Lob deiner Weisheit und Liebe. Darum preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen uns mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers

Ps 13, 6

Singen will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat, den Namen des Höchsten will ich preisen.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, du hast uns in diesem Mahl die Gabe des Heiles geschenkt. Dein Sakrament gebe uns Kraft in dieser Zeit und in der kommenden Welt das ewige Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Eugen Biser

Es klingt wie ein altbekanntes Sprichwort: das Wort vom Splitter und Balken in der Mitte dieser Evangelienlesung.

Und doch steht dahinter nicht die dichterische Volksweisheit, sondern die Sprachkraft Jesu, die mit ähnlichen Wendungen zusammen wie mit der vom Licht unter dem Scheffel, der vom vergrabenen Talent oder der vom Wolf im Schafspelz auch diese geschaffen hat. Staunend entdecken wir, wie sehr unsere Sprache von derartigen Wendungen geprägt ist. Und betroffen fragen wir uns, ob wir in unserer bisherigen Würdigung Jesu nicht ganze Dimensionen übersehen haben.

Das ist tatsächlich der Fall. Denn Jesus ist nicht nur eine Gestalt der Religionsgeschichte, zu der wir uns mit dem Satz bekennen, dass er die Welt erlöst hat, sondern nicht weniger auch eine Schlüsselfigur der Geistes- und Sprachgeschichte. Denn die Prinzipien, die unsere Kultur und Gesellschaftsordnung tragen, wie insbesondere die Idee der Freiheit, der Solidarität und der Toleranz, sind bei allem, was Antike und Aufklärung dazu beitrugen, letztlich seine Gaben an die heilshungrige Menschheit. Nicht weniger griff er auch in unsere Sprachwelt ein. Ihm verdanken wir letztlich die Fähigkeit, im Vollsinn des Wortes „ich“ sagen zu können. Und ihm verdanken wir die Wunderwelt seiner Bildworte und Gleichnisse.

Es lohnt sich, ihm bei der Schaffung dieser Sprachgestalten für einen Augenblick zuzusehen. Denn er holt sie keineswegs aus dem Himmel der menschlichen Ideen, Fantasien und Träume herab; nein, er verhält sich dabei wie der Schöpfer, von dem erzählt wird, dass er in den Staub der Erde griff, um den Menschen zu schaffen. So greift Jesus buchstäblich in den Staub der Alltagswelt, um auf eine ebenso eingängige wie mitreißende Weise von seiner Vision des Gottesreiches reden zu können.

Ganz genau beobachtet er das Missgeschick das Sämanns, dem einiges von dem Saatgut schon beim Gang auf den Acker verloren geht und anderes unter die Dornen fällt, um schließlich doch vom glücklichen Ausgang seiner Arbeit erzählen zu können. Da kommt ihm beim Blick auf die Frau am Backtrog das unaufhaltsame Wachstum des Gottesreiches in den Sinn. Da sieht er der Näherin bei der Mühe des Einfädelns zu und hat plötzlich den vor der Himmelstür stehenden Reichen vor Augen. Und da denkt er an das Missgeschick des Zimmermanns, dem oft genug ein Splitter ins Auge springt, wenn er uns die verkehrte Optik bei der Beurteilung unserer Mitmenschen vorhalten will.

Aufhorchend und beschämt müssen wir ihm recht geben. Denn wie schnell sind wir dabei, die Fehler der anderen zu dramatisieren, während wir für unsere eigenen Verstöße nur allzu rasch eine Entschuldigung zur Hand haben. Überhaupt entwickelt Jesus in diesem Zusammenhang eine ganze Lehre vom rechten Sehverhalten. Beginnend mit dem Blinden, der sich anmaßt, andern ein Blindenführer zu sein, und mit ihnen prompt in die nächste Grube stürzt. Doch damit schafft er nur den Kontrast für seinen Lobpreis des menschlichen Auges. „Das Licht des Leibes ist das Auge“, sagt er an verwandter Stelle: „wenn dein Auge klar ist, wird dein ganzer Leib vom Licht durchstrahlt, wie wenn eine Lampe dich mit ihrem Schein beleuchten würde.“ Das führte den Tübinger Dogmatiker Karl Adam in seinem tiefempfundenen Jesusbuch zu dem Schluss, dass Jesus als ein ausgesprochener Augenmensch zu gelten habe: „Besonders auffällig muss das Auge Jesu, sein zündender, weckender, strafender Blick gewesen sein“, schreibt er. Deshalb gebrauche der Evangelist Markus, wenn er ein bedeutsames Herrenwort berichte, des Öfteren die Wendung: „und er blickte sie an und sprach“.

Eugen Biser (dt. Theologe, 1918–2014), aus: Ders., Gott für uns. Predigten zum Lesejahr C, Düsseldorf 1997, 86–88,

© Eugen-Biser-Stiftung, München

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe. Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Wir danken, Herr, für deinen Tag, weil du uns reich begnadet hast.

Wir sinnen nach, das Herz bedenkt, wie deine Güte uns beschenkt.

In deinem Licht erkennen wir, wie Liebe uns zum Nächsten führt. Sie führt zu dir, o Gott, uns hin und gibt dem Leben Ziel und Sinn.

Nun wird es Abend. Bleib uns nah, dass wir in dir geborgen sind.

Bewahr uns, Herr, auch diese Nacht in deiner Treue, deiner Macht.

Wir loben dich, du großer Gott, weil deine Liebe uns erhält.

Wir preisen dich, Dreieinigkeit, schon hier in dieser Pilgerzeit. Amen.

Quelle unbekannt Melodie: GL 237 · GL 1975 138 · KG 332 · EG 24

Psalm 112

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt * und sich herzlich freut an seinen Geboten.

Seine Nachkommen werden mächtig im Land, * das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, * sein Heil hat Bestand für immer.

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: * der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, * der das Seine ordnet, wie es recht ist.

Niemals gerät er ins Wanken; * ewig denkt man an den Gerechten.

Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; * sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; * denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.

Reichlich gibt er den Armen, / sein Heil hat Bestand für immer; * er ist mächtig und hoch geehrt.

Voll Verdruss sieht es der Frevler, / er knirscht mit den Zähnen und geht zugrunde. * Zunichte werden die Wünsche der Frevler.

Ehre sei dem Vater ...

Lehre uns deine Wege, gütiger Gott. Die Armen hilf uns speisen, das Leid der Kranken lindern, die Mutlosen ermuntern. Gib uns die Zuversicht, dass du zum guten Ende führst, was wir in deinem Namen tun.

Lesung

1 Joh 3, 17–18

Wenn jemand Vermögen hat und sein Herz vor dem Bruder verschließt, den er in Not sieht, wie kann die Gottesliebe in ihm bleiben? Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat: Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens.

Fürbitten

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ Wie leicht übersehen wir eigene Schwachpunkte, um die der anderen umso deutlicher wahrzunehmen. Wir bitten Gott um seinen Geist des Rates:

V: Du Quell der Weisheit, A: wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Kirche; – hilf ihr zu erkennen, wo sie Menschen übersieht, verletzt, zurücksetzt.

Für alle, die in Ideologien gefangen sind; – öffne ihre Augen für den Wert und die Würde aller Menschen.

Für alle, die einen versöhnten Neuanfang wagen; – stärke sie und hilf ihnen, Schwierigkeiten zu überwinden.

Für Familien, die ein Mitglied benachteiligen und schwächen; – hilf ihnen, ihr Unrecht zu erkennen und zu überwinden.

Für alle, die andere wertschätzen und stärken; – lass auch sie Bestärkung und Bestätigung erfahren.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge und das Schicksal der Menschen. Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung, damit die Kirche in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der ewige Vater, der uns voll Sehnsucht erwartet, er ziehe uns zu sich durch seine Liebe und nehme uns tröstend in seine Arme.

Salve Regina (Seite 347)