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27 Stunden bis zum ersten Mal


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 21.03.2019

So eine Anreise hatten wir auch noch nicht. Die erste Fahrt mit demAiways U5 war eine Ewigkeit entfernt


BEI’AN. Schon mal gehört? Das liegt in Heilongjiang, der nördlichsten Provinz Chinas, bummelige 27 Reisestunden von Deutschland entfernt. Bei’an ist die Kältekammer Chinas, gleich neben Sibirien. Nie zuvor hatte AUTO BILD eine längere Anreise zu einer Testfahrt. Wir können exklusiv einen Prototyp des E-SUV U5 vom chinesischen Startup Aiways fahren, der gerade in Genf Premiere feierte.

Es sind mindestens 20 Grad unter null. Wie blau gefrorene Clowns erwarten uns die getarnten Testfahrzeuge. Wir ...

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 12/2019

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... nehmen Platz auf eiskalten Sitzen, im Cockpit tanzen Digitalanzeigen, ein leises Surren, und die elektronischen Systeme fahren hoch. Unsere elektrische Fahrt durch die Eiswüste kann beginnen. Aiways baut nicht nur sein erstes Elektroauto, sondern auch einen komplexen Mobilitätskosmos drum herum. Weil den Chinesen das Entwicklungstempo für periphere Dienstleistungen zu langsam ist, forscht Aiways kurzerhand selbst. In einer eigenen Abteilung für künstliche Intelligenz entstehen fürs autonome Fahren selbstlernende Systeme. Ein Jahr vor dem europäischen Start erfahren wir recht wenig davon, wie der U5 fährt (ist wirklich noch ein Prototyp), dafür umso mehr von der Ernsthaftigkeit, mit der sich Aiways den neuen Themen nähert. Etwa dem patentierten Thermomanagement, das sowohl den Fahrgastraum als auch die 96 Lithium-Ionen-Zellen klimatisiert – selbstlernend, bedarfsgerecht dem Fahrstil des Piloten angepasst.

Gastfreundschaft wird großgeschrieben. Mitarbeiter Zöllter inmitten der Testcrew


Draußen auf dem Eissee kommen diverse Software-Konfigurationen fürs Power-Management zum Einsatz. Die Motor-Getriebe-Einheit schickt 140 kW an die Vorderachse. Allrad kommt erst später. Kälteerprobt wird auch die biometrische Technologie. Die Türen lassen sich per Gesichtsoder Handerkennung öffnen, an Bord sind allein zwölf Ultraschall-Radarkameras und eine fürs autonome Fahren auf Level 2 benötigte Mobileye-Kamera.


„Bei uns soll der Aiways U5 unter 30 000 Euro kosten - inklusive Technik und Ausstattung aus der Oberklasse.


Der U5 soll nur 1730 Kilo wiegen. Für einen Elektro-SUV ein Leichtgewicht


PREMIERE IN GENF: AIWAYS U5

E-SUV IM TIGUAN-FORMAT Zentral ein großer Touchscreen, der einzige Schalter ist ein Dreh-Druck-Knopf in der Mittelkonsole, die Getränkehalter sind kühl- und heizbar

Chinas bedingungslose Wende zur Elektromobilität beschleunigt Entwicklungsprozesse bei Start-ups wie Aiways enorm. Speichertechnologie und Steuerelektronik nebst Lademanagement von Batterien sind extrem weit entwickelt. Der U5 hatte bereits nach 15 Monaten Prototypenreife, parallel entstand die Aiways-Produktionsstätte in etwas mehr als einem Jahr. Im Spätsommer fahren die ersten U5 zu chinesischen Kunden. Bei uns soll der E-SUV ab 2020 deutlich unter 30 000 Euro kosten. Ausschließlich übers Internet vertrieben und per Bahn nach Europa transportiert. Ist schneller und billiger als mit dem Schiff. An Bord sind dann viele Assistenzsysteme serienmäßig, die wir sonst nur aus der Oberklasse kennen. Auch diese gilt es hier bei klirrender Kälte zu erproben.

Testen im Eisschrank: Aiways-Techniker am U5


Die Entwickler beschleunigen den U5 in endlosen Wiederholungen aus dem Stand auf über 100 km/h, lassen ihn segeln, rekuperieren und bremsen auch mechanisch ab. Wir lernen das adaptive Power-Management kennen, das wahlweise eine dynamische Fahrweise oder mehr Reichweite erlaubt. Testen im Eisschrank: Aiways-Techniker am U5 Diese soll bis zu 450 Kilometer betragen. Hier im Eisschrank wird allerdings wesentlich früher nachgeladen. Energie tanken müssen auch wir und bunkern für die Heimreise Nudelsuppen-Extrakt. Die wärmt uns dort, wo die Elektromobilität noch nicht angekommen ist: in den eiskalten Eisenbahnwaggons auf der fast sieben Stunden langen Fahrt zurück nach Harbin. Dann haben wir es fast geschafft. Nur noch 20 Stunden bis nach Hause.

FAZIT JÜRGEN ZÖLLTER


Aiways - wieder so ein neuer Name, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Tempo und Technologie der Chinesen sind beeindruckend, der Preis erst recht.


FOTOS: LISHEN ZHU (5), HERSTELLER (2)