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3 Fragen an…AUF WIEDERSEHEN, EU!


creditshelf - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 24.05.2019

Der Brexit: Folgen für Finanzindustrie und Mittelstand


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Prof. Dr. Dirk Schiereck


Themen, die den Mittelstand und die Finanzindustrie tangieren, gibt es in Hülle und Fülle. In ausnahmslos allen Belangen braucht es Experten, die mit ihrem Know-how, ihren Erfahrungen und ihrem Wissen einen Einblick in die neuesten Entwicklungen geben können – und das möglichst schnell, informativ und verlässlich. Prof. Dr. Dirk Schiereck ist Professor und Leiter des Fachgebiets Unternehmensfi nanzierung und gibt gemeinsam mit creditshelf einmal jährlich die Studie Finanzierungsmonitor heraus. Er weiß die richtigen Fragen zu den richtigen themen zu stellen. In unserer neuen Rubrik „3 Fragen an…“ wird er für uns hochrangige Fachmänner und -frauen zu den aktuellen und brennenden themen der Wirtschaft interviewen. Dieses Mal im Fokus: der Brexit. Wo der eine abwartet und tee trinkt, geht es bei den anderen in endlosen Debatten heiß her. So mancher macht sich ernsthaft Sorgen um die zukunft. Berechtigt? Dr. Gerhard Grebe stand Rede und Antwort. Welche Auswirkungen hat der Brexit auf den Finanzsektor?
Dr. Grebe: Die Finanzdienstleister haben relativ schnell nach dem Austrittsreferendum mit ihren Planungen begonnen, das europäische Geschäft auf den Kontinent zu verlagern und dort Banklizenzen zu beantragen, um weiterhin mit dem EU-Passporting Geschäfte in der EU betreiben zu können. Die Institute richteten ihre Planungen mehrheitlich so aus, dass sie auch für den Fall eines harten Brexits gut vorbereitet sind. Die deutsche Politik hat im Übrigen einiges getan, um die Attraktivität des deutschen Finanzplatzes zu erhöhen. Der Kündigungsschutz für Manager mit hohen Einkommen wurde gelockert, über die Änderungen der AGBs für institutionelle Kunden wird noch diskutiert. Bisher werden fast 50 Banken ihr Geschäft von London nach Deutschland verlagern. Diese Banken werden nicht nur das europäische Geschäft von Frankfurt aus betreiben, sondern auch am deutschen Markt tätig werden. Das Angebot an hochwertigen Finanzdienstleistungen wird größer, der Wettbewerb im Firmenkundengeschäft wird härter werden. Von beiden Entwicklungen profi tiert der Mittelstand.

Mit welchen Vorsorgemaßnahmen reagieren die mittelständischen Unternehmen bzw. was sollte der Mittelstand dringend im zuge des Brexits beachten?
Dr. Grebe: Der Mittelstand muss Vorsorge auf die Erhebung von Zöllen im bilateralen Handel treffen und hat begonnen, Lieferketten zu ändern und mehr Produktion und Wertschöpfung in die EU-27 zu verlagern. Um für die unbekannte Übergangszeit lieferfähig zu sein, sind die Lager deutlich erhöht worden, was zu nicht unerheblichen Zusatzkosten führt. Weitere Probleme sind die Gültigkeit von Patenten aus dem Vereinigten Königreich für die EU – insbesondere ein Thema im Pharmasektor – sowie die internen steuerlichen Anpassungen wie die Änderungen im Transfer Pricing etc.

Wie schwer werden die Auswirkungen sein, je nachdem, ob es einen regulierten oder „harten“ Austritt aus der EU geben wird?
Dr. Grebe: Bereits heute hat sich die Stimmungslage in der Wirtschaft unter anderem durch den Brexit eingetrübt. Bei einem harten Brexit wird die Unsicherheit über eine längere Zeit deutlich zunehmen, was zu größeren Wachstumseinbußen diesseits und jenseits des Kanals führen wird. Ein regulierter Brexit würde diese negativen Auswirkungen abschwächen, wenn zum Beispiel sinnvolle Übergangsfristen festgelegt würden, die Friktionen im Wirtschaftsablauf vermeiden helfen.

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Dr. Gerhard Grebe berät mit seinem Unternehmen banXconsult den Finanzdienstleistungssektor in strategischen sowie operativen Fragestellungen und ist als Vorsitzender der Landesfachkommission „Finanzmarktpolitik & Vorsorge“ des Wirtschaftsrats Hessen tätig. Letztere nimmt Stellung zu Fragen der hessischen, deutschen und europäischen Finanzmarktpolitik und sucht den Dialog zu Politik, Finanzinstitutionen und anderen Verbänden in der Branche, um Impulse für politische Entscheidungen zu geben. In puncto Brexit verspürt er eine wachsende Unsicherheit, die Ergebnis der bislang fehlenden politischen Entscheidungen auf Seiten des Vereinigten Königreichs zum ausgehandelten Austrittsvertrag ist.

Drei Fragen waren nicht genug? Dann steht Ihnen Dr. Grebe für weitere zur Verfügung:

Dr. Gerhard Grebe banXconsult GmbH Frauenlobstr. 6, 60487 Frankfurt a.M.

Telefon: +49 69 707 957 11 Mobil: +49 173 661 21 38 gerhard.grebe@banxconsult.de

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