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30 Euro Strafe für Impfschwänzer


B.Z. am Sonntag - epaper ⋅ Ausgabe 427/2021 vom 04.07.2021

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Mia M. (45) aus Hellers- dorf: ?Ich bin Risikopatien- tin und kann mich glücklich schätzen, eine Impfung bekommen zu haben. Aber eine Geldstrafe wäre vielleicht doch etwas zu hart?

Berlin – Kommt jetzt das Strafgeld für Impfterminschwänzer?

Weil in Berlins Impfzentren inzwischen fünf bis zehn Prozent der gebuchten Termine einfach sausen gelassen werden, will Berlins DRK- Präsident Mario Czaja (45, CDU) Impfterminschwänzer künftig zur Kasse bitten!

Konkret: Mit einer Strafzahlung von 25 bis 30 Euro. „Für alle, die ihren Impftermin in einem Impfzentrum ohne Absage verstreichen lassen“, so Czaja gestern zur B.Z. AM SONNTAG.

„Denn wir sind längst noch nicht über den Berg“, mahnte er. Impfen sei noch immer ...

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... die einzige Möglichkeit, die Pandemie zu bekämpfen: „Die Zweitimpfung ist der Schutzschirm gegen die Delta-Variante des Corona-Virus“, betonte Czaja. „Deshalb müssen wir die Kapazitäten, die uns zur Verfügung stehen auch so nutzen, dass sie den Menschen zugute kommen, die sich impfen lassen wollen!“

Wenn jemand seine Zweitimpfung bei seinem Hausarzt macht, sei das völlig in Ordnung, so Czaja. „Aber dann sollen die Menschen bitte auch unbedingt ihren gebuchten Termin im Impfzentrum absagen, damit dieser für andere Impfwillige freigegeben werden kann.“

Außerdem verursache das Terminschwänzen für die Impfzentren unnötige Kosten, weil Personal und Impfstoff unnütz vorgehalten würden, so Czaja im Interview mit dem RBB.

Strafgeld für Impfterminschwänzer? Rückendeckung bekommt Czaja von SPD- Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58): „Ich bin selbst Impfarzt im Impfzentrum Leverkusen und kenne das Problem. Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen. Denn diese Terminausfälle führen dazu, dass wir langsamer impfen, als wir könnten, und dass wir Impfstoff wegwerfen müssen.“

Auch der Berliner FDP-Gesundheitsexperte Florian Kluckert (45) unterstützt die Idee: „Jeder muss die Möglichkeit haben, einen Impftermin – aus welchem Grund auch immer – absagen zu können. Wer seinem Impftermin jedoch ohne Absage einfach fernbleibt, verhält sich asozial, da er dadurch anderen Impfwilligen einen Termin vorenthält. In diesem Fall halte ich eine Strafzahlung als Sanktion für richtig.“

Grünen-Fraktionschefin Silke Gebel (37) hält solche Strafzahlungen zwar für nicht ausgeschlossen, momentan aber nicht für zielführend. „Darüber kann man sicherlich nachdenken“, sagte sie dem RBB-Inforadio. Aber bevor man zu solchen Mitteln greife, müssten andere Maßnahmen getroffen werden:

„Ich glaube, dass wir noch viele Erleichterungen treffen können, damit Menschen, die sich impfen lassen wollen, auch impfen lassen können“, mahnte sie. Alleinerziehende hätten zum Beispiel bisher nicht die Möglichkeit, ihre Kinder zu einem Termin mit ins Impfzentrum zu nehmen.