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30 Jahre Wing Commander Der Weltraumspiel-Meilenstein im Serienüberblick


PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 29.01.2020

1990 veröffentlichte das US-Studio Origin Systems das Weltraumactionspiel Wing Commander, sorgte damit in der Gamesindustrie für einen Urknall und trug maßgeblich zum Siegeszug des PCs als Spieleplattform bei. Wir blicken anlässlich des 30. Geburtstages auf die Kultserie zurück.


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Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 2/2020

Spielerisch setzte Entwickler Origin Systems die Serie in Wing Commander 3 mit fulminanter Weltraumaction konsequent fort.


A

ktuell werkeln Chris Roberts und sein Team von Cloud Imperium Games immer noch an Star Citizen. Die Erwartungen sind immens: Zum einen aufgrund der hohen Entwicklungskosten und der langen Produktionszeit, zum ...

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... anderen, weil Roberts kein Geringerer als der Schöpfer von Wing Commander ist. Vor bald 30 Jahren erschien seine Weltraumaction-Simulation, die als Meilenstein der Computerspielgeschichte gilt. Vier Fortsetzungen, zahlreiche Ableger wie das an den Klassiker Elite angelehnte Wing Commander: Privateer, diverse Fan-Mods sowie Romane und sogar ein – allerdings zu Recht gefloppter – Kinofilm folgten. Wir geben In Wing Commander 4: The Price of Freedom von 1996 agierten die mitwirkenden Schauspielstars erstmals auch an echten Filmsets. Rechts im Bild ist US-Schauspieler Jason Bernard zu sehen, der im Release-Jahr des Spiels an einem Herzinfarkt verstarb. Wing Commander 2: Vengeance of the Kilrathi setzte den famosen Erstling 1991 mit verbesserter Grafik und fesselnder Story würdig fort. Star-Wars-Mime Mark Hamill begeisterte 1994 in Wing Commander 3: Heart of the Tiger in seiner Rolle als Christopher „Maverick“ Blair. Das Mitwirken zahlreicher anderer Hollywoodstars machte die Zwischensequenzen seinerzeit zum Genuss – auch wenn diese heute eher antiquiert wirken. euch im Folgenden einen kompakten Überblick zur Wing-Commander- Reihe, beschränken uns dabei aber auf die legendäre Hauptserie.

Platte Bitmaps statt Vektoren: Anno 1990 war die Grafik von Wing Commander das Nonplusultra und setzte einen enorm leistungsstarken MS-DOS-PC voraus.


Die cineastischen Zwischensequenzen und die verästelte Story von Wing Commander begeisterten vor 30 Jahren so ziemlich jeden Spiele-Fan.


Trotz der etwas fummeligen Pad-Steuerung die beste Version des Klassikers: Super Wing Commander für das 3DO von 1994.


Wing Commander (1990): Seit er als Kind Star Wars im Kino gesehen hatte, war US-Spieldesigner Chris Roberts von Raumschlachten und epischen Science-Fiction- Geschichten fasziniert. Mit dem Vormarsch des IBM-PCs und inspiriert durch die technisch beeindruckende Flugsimulation Battlehawks 1942 von Lucasfilm Games (1988) sah er die Zeit gekommen, seine Begeisterung auf den Bildschirm zu transportieren. Das Ergebnis: Wing Commander.

Im interstellaren Krieg zwischen den Menschen und den katzenartigen Kilrathi schlüpfte der Spieler in die Rolle eines jungen Weltraumjäger- Piloten, der im Jahr 2654 seine Karriere auf der TCS Tiger’s Claw startete. Während sich auf dem Trägerschiff langsam die Story entfaltete und der Spieler in Kampfpausen mit Pilotenkollegen in der Bar tratschte, ging es in insgesamt 39 Missionen im All zur Sache. Diese boten von simplen Erkundungsflügen bis hin zu Kampfeinsätzen gegen feindliche Geschwader reichlich Abwechslung.

Wing Commander war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert und im Jahr 1990 wegweisend: Filmartige Inszenierung, dynamischer Soundtrack, Einfluss auf die Handlung durch die eigene Spielweise statt stumpfer Highscore-Jagd, Prachtgrafik sowie action- und abwechslungsreiche Weltraumgefechte – Fachpresse wie Spieler waren aus dem Häuschen.

Da tat es der kollektiven Begeisterung auch keinen Abbruch, dass man für Wing Commander idealerweise einen teuren 386er-PC nebst VGA-Grafikkarte und zwei Megabyte Hauptspeicher sein Eigen nennen musste. Und wer dann auch noch eine Soundkarte im Rechner verbaut hatte, war dank der wuchtigen Klangkulisse endgültig im Zockerhimmel

Star-Wars-Mime Mark Hamill begeisterte 1994 in Wing Commander 3: Heart of the Tiger in seiner Rolle als Christopher „Maverick“ Blair. Das Mitwirken zahlreicher anderer Hollywoodstars machte die Zwischensequenzen seinerzeit zum Genuss – auch wenn diese heute eher antiquiert wirken.


Für zusätzlichen Spielspaß und Missionsnachschub sorgten die Erweiterungen The Secret Missions (Ende 1990 veröffentlicht) sowie The Secret Missions 2: Crusade (1991). Während die später nachgereichten Umsetzungen für den Amiga und das Super Nintendo nicht mit der technischen Brillanz des PC-Originals mithalten konnten, erschien 1994 mit Super Wing Commander für die Exoten-Konsole 3DO die beste Version des Spiels. Diese begeisterte mit überarbeiteter Grafik, Sprachausgabe und zusätzlichen Missionen. Und auch die Umsetzung für den Mac aus dem Jahr 1995 konnte sich sehen lassen.

Wing Commander 2: Vengeance of the Kilrathi (1991) Wing Commander 2: Vengeance of the Kilrathi erschien bereits ein Jahr nach dem Erstling, dementsprechend ähnelte es spielerisch stark seinem Vorgänger. Allerdings lag der Fokus nun noch stärker auf der Erzählung einer Space Opera. Daher verzichtete Origin Systems dieses Mal auf eine verzweigte Missionsstruktur zugunsten einer linearen, komplexeren Handlung, die zehn Jahre nach Teil 1 spielte. Flügelpiloten konnten nun nicht mehr sterben, zudem gab es keine Beförderungen und Auszeichnungen mehr.

In Sachen Technik machte das zweite Wing Commander dank der überarbeiteten Grafik-Engine noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorne, was allerdings in nochmals höheren Hardware-Anforderungen resultierte. Bemerkenswert war außerdem das separat erhältliche Speech Accessory Pack, das damals den Erfolg von Creative Labs’ Sound-Blaster-Soundkarte weiter befeuerte: Es ersetzte nach der Installation die Bildschirmtexte durch digitale Sprachausgabe. Wie schon beim Vorgänger erhielt auch Wing Commander 2 zwei Add-ons, die allerdings etwas lieblos wirkten: Special Operations 1 (1991) und Special Operations 2 (1992).

Wing Commander 2: Vengeance of the Kilrathi setzte den famosen Erstling 1991 mit verbesserter Grafik und fesselnder Story würdig fort.


In Wing Commander 4: The Price of Freedom von 1996 agierten die mitwirkenden Schauspielstars erstmals auch an echten Filmsets. Rechts im Bild ist US-Schauspieler Jason Bernard zu sehen, der im Release-Jahr des Spiels an einem Herzinfarkt verstarb.


Das bislang letzte „echte“ Wing Commander: Prophecy von 1997 entstand ohne Mitwirkung von Chris Roberts, legte den Fokus wieder auf die Action und führte zudem mit dem Piloten-Rookie Lance Casey einen neuen Protagonisten ein.


Wing Commander 3: Heart of the Tiger (1994) Mit Wing Commander 3: Heart of the Tiger bewies Chris Roberts erneut, dass er gerne die Grenzen des aktuell technisch Machbaren weitestgehend ausreizt. Anstelle von Bitmap-Grafik wie in den Vorgängern nutzte Origin Systems nun eine 3D-Grafik-Engine, die feinste SVGA-Auflösung lieferte. Und statt animierter Zwischensequenzen gab es in der Serie neben vorgerenderten Bildern erstmals FMV-Szenen zu sehen.

Zahlreiche bekannte Schauspieler wirkten in dem Actionspiel mit und erzeugten so ordentlich Hollywood-Flair. Die Rolle des Protagonisten Christopher „Maverick“ Blair verkörperte Star-Wars-Star Mark Hamill, des Weiteren wirkten unter anderem Malcolm McDowell (Uhrwerk Orange), John Rhys-Davies (Indiana Jones, Der Herr der Ringe) und Tom Wilson (Zurück in die Zukunft) mit. Und mit Ginger Lynn Allen war sogar ein Porno-Star der 80er-Jahre an Bord. Cool: An bestimmten Stellen des Spiels durfte man zwischen mehreren Antwortmöglichkeiten wählen und so das nachfolgende Geschehen beeinflussen.

Trotz der für damalige Verhältnisse immensen Entwicklungskosten und der erneut hohen Hardware- Anforderungen wurde Wing Commander 3 ein kommerzieller Erfolg und trug entscheidend zum Durchbruch der CD-ROM als Standardmedium bei. Später folgten eher mäßige Umsetzungen für 3DO, Playstation und Mac. Wing Commander: Prophecy wurde 2003 für den Game Boy Advance umgesetzt – und machte auf dem Handheld durchaus eine passable Figur. Typisch Wing Commander: Auch im vierten Teil freuten sich Weltraumspiel-Fans über knackige Gefechte gegen die katzenartigen Kilrathi. Das bislang letzte „echte“ Wing Commander: Prophecy von 1997 entstand ohne Mitwirkung von Chris Roberts, legte den Fokus wieder auf die Action und führte zudem mit dem Piloten-Rookie Lance Casey einen neuen Protagonisten ein. Wing Commander 4:

The Price of Freedom (1996) Mit dem Ende der Kilrathi-Trilogie sah Chris Roberts die Serie eigentlich als abgeschlossen an. Dann wurde er jedoch vom Mutterkonzern Electronic Arts gebeten, einen Nachfolger zu produzieren, und bekam dafür ein üppiges Budget zur Verfügung gestellt. Da die Entwicklungszeit ziemlich knapp war, waren die technischen und spielerischen Neuerungen gegenüber Wing Commander 3 jedoch überschaubar.

Wing Commander 4: The Price of Freedom – anders als im Vorgänger – nicht ausschließlich auf Bluescreen-Technik, sondern drehten zusätzlich in einem Hollywoodstudio Szenen an echten Filmsets. Mit von der Partie waren wieder die aus Teil 3 bekannten Darsteller, allen voran natürlich Hamill. Regie führte erneut Chris Roberts, der sich nach Wing Commander 4 jedoch endgültig von der Serie verabschiedete.

Dazu trug vermutlich auch der ausbleibende Gewinn bei: Das auf satten sechs CDs ausgelieferte Spiel generierte immense Entwicklungskosten, die die durchaus guten Verkäufe und auch die Umsetzungen für Playstation und Mac nicht wieder reinholen konnten.

Wing Commander: Prophecy (1997) Nach dem Abgang von Chris Roberts wollte sich Origin Systems wieder stärker an den ersten beiden Wing-Commander-Teilen orientieren. In Wing Commander: Prophecy wurde die Anzahl der Filmsequenzen daher zurückgefahren und der Fokus wieder mehr auf die Weltraumkämpfe gerichtet. Grafisch legte die Serie dank hardwarebeschleunigter Optik noch einmal deutlich zu – 3dfxund Direct3D-fähigen Grafikkarten sei Dank.

Weniger gut kam bei den Fans allerdings an, dass der Spieler erstmals nicht mehr in die Rolle von Christopher Blair schlüpfte, sondern die Macher mit Lance Casey einen neuen jungen Piloten als Protagonist einführten. Das offene Ende stieß vielen Serienliebhabern ebenfalls sauer auf.

Das ein Jahr später kostenlos übers Internet veröffentlichte Add-on Wing Commander: Secret Ops bot zwar neue Missionen, brachte in Bezug auf die Handlung aber keine neuen Erkenntnisse. Der fünfte Serienteil war zugleich der letzte; 2003 wurde er in einer erstaunlich guten Umsetzung auf den Game Boy Advance portiert. So treibt die Fans bis heute die Frage um: Was ist mit Blair geschehen? Vielleicht erbarmt sich Chris Roberts ja eines Tages und führt die Kultserie fort. Wobei wir da aufgrund der unendlichen Geschichte von Star Citizen ja so unsere Zweifel haben …

Typisch Wing Commander: Auch im vierten Teil freuten sich Weltraumspiel-Fans über knackige Gefechte gegen die katzenartigen Kilrathi.


Wing Commander: Prophecy wurde 2003 für den Game Boy Advance umgesetzt – und machte auf dem Handheld durchaus eine passable Figur.