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4 elektrische Standgrills im Test: Sommer, Sonne, Grillspaß


Haus & Garten Test Testjahrbuch - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 16.11.2018

Der Sommer ist da und das Grillen draußen gehört für viele zur Lieblingsbeschäftigung in der warmen Jahreszeit. Holzkohle ist deswegen manchmal sogar ausverkauft. Damit man trotzdem ein leckeres Steak, Wildlachs oder auch Grillgemüse genießen kann, gibt es die neuen elektrischen Standgrills. Wie gut sich diese eignen, zeigt sich in unserem Test.

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Bildquelle: Haus & Garten Test Testjahrbuch, Ausgabe 1/2019

W enn man an einen Elektrogrill denkt, so kommt bei vielen der Gedanke an eine bessere Bratpfanne. Die Vorurteile halten sich hartnäckig, denn angeblich haben die elektrischen Grillvertreter nicht ganz so viel Kraft wie ein Holzkohlegrill. Denn, ob ein Grill gut ...

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W enn man an einen Elektrogrill denkt, so kommt bei vielen der Gedanke an eine bessere Bratpfanne. Die Vorurteile halten sich hartnäckig, denn angeblich haben die elektrischen Grillvertreter nicht ganz so viel Kraft wie ein Holzkohlegrill. Denn, ob ein Grill gut funktioniert, hängt davon, wie gut die Grillergebnisse sind, wie einfach die Montage und natürlich auch die allgemeine Verwendung ist.

Gut gegart
Am skeptischsten sind die Grillmeister in Bezug auf die Grillergebnisse. Das Fleisch soll auf den Punkt genau gegart sein, Gemüse und Fisch dürfen nicht so schnell verbrennen. Im Test lässt sich schnell feststellen, dass die elektrischen Vertreter ihren Holzkohlebrüdern in nichts nachstehen. Die Grillergebnisse beim Fleisch sind bei dem Steba VG325 und dem Severin PG8541 perfekt. Aber auch die Standgrills von Tefal und Cloer liefern in diesem Test richtig gute Ergebnisse. Gegrillt wird vor allem mit geschlossenem Deckel, damit das Aroma des Grillguts erhalten bleibt. Für zusätzliches Aroma liefert Tefal sogar eine Räucherbox mit, die im Grill aufgehangen werden kann um das typisch Raucharoma zu schaffen. Das Grillen von Gemüse, in diesem Fall Zucchini, klappt ebenfalls recht gut. Je nach Ablagestelle kann das Gemüse jedoch schneller gar sein, wie bei den Geräten von Steba, Tefal und Cloer. Das liegt vor allem an dem Verlauf der Heizspiralen im Grill. Für das Schongaren, also das Braten bei niedriger Temperatur, wurden in unserem Test Eier gebraten. Der Tefal Aromati-Q 3in1 BG916, PG8541 und 6750 eigneten sich hierfür hervorragend. Einzig bei VG325 bäckt das Ei sehr schnell an, wenn man es nicht im Auge behält oder gegebenenfalls etwas Bratenfett verwendet.

Schnell heiß
Die elektrischen Standgrills bieten den Vorteil, dass man aufgrund der Temperaturstufen diese je nach Wunsch einstellen kann. Außerdem zeigt die Kontrollleuchte an den elektrischen Standgrills an, wenn die Betriebstemperatur erreicht ist. Beim Aufheizen ist der BG916 von Tefal am schnellsten und bekommt die Bestnote.
Er benötigt gerade mal 105 Sekunden (s) um auf 120 Grad Celsius (°C) und 164 s um auf 180 °C hochzuheizen. Alle anderen Geräte brauchen deutlich länger und liegen deswegen auch in der Notenvergabe weiter hinten. Am langsamsten ist der VG325, der über vier Minuten bzw.sechs Minuten benötigt um sich auf die gewünschten Temperaturen zu erwärmen. Hier besteht auf jeden Fall Optimierungsbedarf seitens der Hersteller.

Gleichmäßig konstante Wärme
Bei der Wärmeverteilung und der Temperaturkonstanz sieht es leider ähnlich aus. Die Testgeräte schneiden hier allesamt mittelmäßig ab. Die Temperaturabweichung betragen vor allem bei den hohen Temperatureinstellungen zum Teil bis zu 20 °C (Severin und Cloer). Zudem verteilt sich die Wärme auf den Grillplatten und Grillrost recht ungleichmäßig. Je nachdem, wo die Heizspirale verläuft, sammelt sich die Hitze besonders stark und verbreitet sich eher langsam und schlecht auf den Heizplatten oder Grillrosten. Bei Severin und Steba geht die Hitze vor allem von der Mitte aus und ist demnach außen schwächer, was auch bei einem normalen Holzkohlegrills der Fall ist. Bei Cloer und Tefal verteilt sich die Wärme insgesamt ungleichmäßig aufgrund der Anordnung der Heizspirale. So gibt es vereinzelte Hitzeherde, an denen sich die Wärme besonders staut. Alles in allem solide Ergebnisse, die aber Optimierungspotenzial haben.

Sparsam & schnelle Montage
Aufgrund der enormen Hitze, die hier erzeugt werden muss, könnte man denken, dass die elektrischen Standgrills wahre Energiefresser sind. Zwar haben die Geräte 2 000 Watt (W) oder wie bei Tefal sogar 2 300 W, allerdings arbeiten allesamt sehr energiesparend. Da verbraucht der elektrische Standgrill PG8541 gerade einmal 727 W, um das Fleisch fertig zu grillen und der VG325 kommt mit noch weniger Energieverbrauch aus (322 W).
Die neuen Standgrills arbeiten also alle sehr ökologisch. Für ein schnelles Grill glück müssen die elektrischen Standgrills natürlich erst zusammengebaut werden. Das ist bei fast allen Geräten recht einfach und in der Bedienungsanleitung erklärt. Doch wären bei Severin, Steba und Cloer größere und schärfere Bilder in der Anleitung wünschenswert. Bei Tefal fehlt ein Hinweis, dass sich die Montaganleitung ganz hinten in der Bedienungsanleitung befindet.

(1) Der PG8541 Standgrill von Severin grillt gleichzeitig Spiegeleier und Zucchini auf den Punkt


(2) Das Fleisch wird auf dem 8750 von Cloer gleichmäßig gut gegart


(3) Der PG8541 kommt mit praktischer Deckelhalterung zum Aufhängen an der Grillwanne


(4) Die Temperaturanzeige beim BG916 von Tefal dient zur Anzeige der Betriebsbereitschaft


Einfache und sichere Handhabung
Ein Hexenwerk sind die Bedienkonzepte nicht. Man schließt das Thermostat mit Temperaturregler an die Platte an und steckt den Stecker in die Dose. Nun muss man nur einschalten und warten - bis der Grill vorgeheizt ist. Hier empfehlen die Hersteller jeweils fünf bis zehn Minuten Vorheizzeit, um gute Grillergebnisse zu gewährleisten. Bei der sicheren Handhabung spielt vor allem der Deckel eine Rolle. Beim VG325 ist Vorsicht geboten, denn der Deckel lässt sich nach hinten aufklappen und so kann man sich beim Öffnen schnell am heißen Dampf verbrennen.
Für die Ablage des Deckels sorgt beim BG916 eine extra angebrachte Halterung an der Außenseite des Grills. Beim PG8541 wird ein Haken in den Deckel geschraubt, um diesen überall an der Grillwanne aufhängen zu können. Die elektrischen Standgrills stehen zudem alle sicher und können ganz einfach transportiert werden.

Lästige Reinigung
Nach dem Grillvergnügen kommt der zumeist lästige Teil: die Reinigung. Da hier keine Holzkohle verbrannt wird, muss diese eben auch nicht entsorgt werden. Hier geht es vor allem an die Reinigung der Grillplatten/-roste sowie der Fettauffangschalen.
Grundsätzlich ist das eine simple Angelegenheit: Man entfernt den Temperaturregler und entnimmt die Heizplatte sowie die Fettauffangschale und spült diese ab. Bei Steba und Severin kann die Schale auch direkt vorn aus der Grillwanne gezogen werden, um sie einzeln und zwischendurch zu säubern. Bei Cloer und Tefal muss man erst die Platte entfernen um auf den Fettablauf Zugriff zu haben. Der BG916 muss sogar samt Heizspiral auseinandermontiert werden, was etwas umständlich erscheint. Ansonsten lassen sich die Teile einfach in der Spüle reinigen, etwas problematisch könnte nur der durchschnittliche Durchmesser von 40 Zentimeter (cm) werden.
Wer sich für einen elektrischen Standgrill entscheidet, muss keine geschmacklichen Einbußen bei Fleisch, Gemüse oder Fisch machen. Zudem kann die Temperatureinstellung von Vorteil sein, um noch mehr Grillgutvarianten zuzubereiten.
Außerdem arbeiten die Geräte ökologisch und lassen sich genauso leicht bedienen, wie ein Holzkohlegrill. Die Verarbeitungsqualität der elektrischen Standgrills ist ebenfalls gut. Alles in allem liefern die Testgeräte sehr gute bis gute Ergebnisse. Zur weiteren Orientierung dient die folgende Testtabelle.

Testverfahren

Die Testgeräte : 4 elektrische Standgrills

Funktion : Die Funktionalität wird anhand einer umfangreichen Palette an Grillgut ermittelt. Entscheidend sind hier Bräunung, Rostabdruck und Konsistenz, zudem wird auf die Einfachheit des Wendevorgangs und die Reproduzierbarkeit der Grillergebnisse geachtet. Für den Testlauf des Fleischbratens kommt eine Mischung typischen Grillgutes zum Einsatz (Bratwürste, Steaks, Filet), ebenso für das Gemüsegrillen (Kartoffeln, Zucchini, Tomaten). Das Schongaren wird an naturbelassenem Fischfilet und Spiegelei getestet.
Bei der Temperaturverteilung wird mithilfe der Thermokamera bewertet, wie gleichmäßig sich die (einzelnen) Grillplatten erwärmen, Notenabzüge gibt es für Hotspots und kühle Zonen (außer im Randbereich von 10 Millimetern und natürlich auf eigens vorhandenen Warmhaltebzw.
Hochtemperaturzonen). Die Temperaturkonstanz gibt an, wie stark die Flächentemperatur schwankt (sowohl Unter- als auch Überhitze), ermittelt wird diese bei 120 °C und bei der typischen Grilltemperatur von 180 °C.

Handhabung : Eine Gruppe geschulter Probanden beurteilt die Funktionalität und Gängigkeit sämtlicher Bedienelemente, auch und ganz besonders die Skalierung der Temperaturregler.
Die Fettauffangvorrichtung wird im Praxistest voll belastet, dabei auf das abfließende Öl und Stauungen geachtet. Bei der Reinigung wird die allgemeine Verschmutzungsanfälligkeit des Grills und die Modularität der zu reinigenden Teile bewertet. Dies umfasst auch die unnötige Verschmutzung von Scharnieren, das Abtropfen außerhalb der Fettauffangvorrichtung, das Reinigen des Grillrostes bzw.der Grillfläche sowie auftretende Verschmutzungen der Bedienelemente. Die Aufheizzeit bis 120 °C bzw.
180 °C wird gemessen: mindestens zwei Drittel der Grillfläche muss diese Temperatur aufweisen, bis der Wert ermittelt wird, um ihn dann anschließend zu bewerten. Die Bedienungsanleitung wird einerseits auf die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheits- und Entsorgungshinweise überprüft, dann anhand ihrer Qualität (Bilder, Struktur, Schriftgröße, Anwendungsund Pflegehinweise) bewertet. Die Transportnote ergibt sich der Funktionalität der Griffe/ Rollvorrichtungen und der Gewichtsverteilung. Beim Aufbau eines Geräts wird die generelle Einfachheit bewertet, außerdem der Kraftaufwand und die möglichst werkzeuglose Montage.

Verarbeitung : Die Probanden bewerten die allgemeine Wertigkeit und natürlich das Nichtbzw. Vorhandensein von Graten und scharfen Kanten, sowie die Größe von Spalten und Ritzen und die Passgenauigkeit aller modularen Teile.

Ökologie : Der Stromverbrauch wird während der Testläufe (Grillgut Fleisch, Grillgut Gemüse) gemessen, gemittelt und vergleichend bewertet.

Sicherheit : Neben der Prüfung grundsätzlicher Sicherheitsmechanismen (angelehnt an DIN EN 60335-2-9) werden angelehnt an DIN VDE 0701-0702 Material- und Oberflächentemperaturen gemessen und bewertet, ebenso die Standfestigkeit.

(5) Bei Steba geht die Wärme vor allem von der Mitte aus und wird nach außen hin schwächer


(6) Gut erkennbar: Die Heizspiral von Tefal zeigt hie von wo aus sich die Wärme verteilt



Bilder: Auerbach Verlag, Tefal

Bilder: © pieropoma - Fotolia.com, Auerbach Verlag, Cloer, Severin, Steba, Tefal