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4K-HDR-TVs im Testlabor-Vergleich


HDTV Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 22.11.2019
Artikelbild für den Artikel "4K-HDR-TVs im Testlabor-Vergleich" aus der Ausgabe 6/2019 von HDTV Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HDTV Magazin, Ausgabe 6/2019

Mit Panasonics GXW804, Samsungs The Frame und TCLs EC780 konnten wir gleich drei günstige LED-LCD-TV-Modelle testen, die sich bestens eignen, um in die 4K-HDR-Welt einzusteigen.

Durch preislich attraktive Sonderangebote ist es mit den genannten Fernsehern in 49 Zoll (Samsung), 50 Zoll (Panasonic) und 55 Zoll (TCL) möglich, weniger als 1 000 Euro zu investieren und dennoch eine vollwertige HDR-Unterstützung zu erhalten. Im abschließenden Testlaborvergleich mussten die drei TV-Modelle zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind: Welche Bildqualität ist bei solch geringen Preisen zu erwarten?

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... Gemeinsamkeiten

Vergleicht man die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller, so klafft besonders zwischen Samsungs 49LS03R und TCLs 55EC780 eine große Lücke. Durch eine bessere Ausstattung kann Samsung zahlreiche Pluspunkte sammeln, doch hinsichtlich der Verarbeitungsqualität und der Bildleistung muss sich TCL keinesfalls verstecken. Im Testlabor wurde schnell deutlich, dass sich keiner der drei Einstiegs-TVs in wichtigen Bildaspekten abzusetzen vermag, schließlich setzt die LCD-Technik in diesem Preissegment enge Grenzen. Sowohl Panasonic als auch Samsung und TCL setzen bei den getesteten TVs auf 60-Hz- LCD-Panels und die Farblichtleistung fällt nahezu deckungsgleich aus. Mangels effektiver Local-Dimming-Kontraststeigerung können wir keinen der getesteten Fernseher für eine Kinofilmwiedergabe im stark abgedunkelten Raum empfehlen, denn Kontrastschwächen im Schwarz sowie Clouding-Effekte machen sich störend bemerkbar. Obwohl im Samsung 49LS03R ein kontrastschwächeres LCD-Panel verbaut ist, heißt das nicht automatisch, dass die Bildwiedergabe kontrastschwach erscheint. Neben einem aggressiven Vollbilddimming, das die Gesamtbildhelligkeit (und damit auch die Aufhellung im Schwarz) drastisch reduziert, verfügt Samsungs 49LS03R über die beste Lichtsensorsteuerung, bei der Sie die Mindesthelligkeit exakt vorgeben können. TCLs EC780 verfügt dagegen über keinen Lichtsensor, weshalb Sie die Helligkeitsabstimmung in dunklen Räumen manuell vornehmen sollten.

Wichtige Unterschiede

Der Vergleich zwischen Samsungs 49LS03R und den beiden anderen LED-LCDs förderte auch wichtige Unterschiede zutage: Samsung setzt auf ein LCD-Panel mit stärker aufgehellter Schwarzdarstellung, doch die Blickwinkeleigenschaften des 49LS03R überzeugten am meisten, während die LED-LCDs von Panasonic und TCL sehr stark ausbleichen, wenn Sie die perfekte Sitzposition verlassen. Dafür punkten die günstigeren Fernseher von Panasonic und TCL mit einer besseren HDR-Formatunterstützung und auch Dolby-Atmos-Signale wurden umfangreicher unterstützt, als es Samsung mit dem teuersten Fernseher im Test vormacht. Welche Unterschiede Sie im Detail bei der Bildqualität zu erwarten haben, erfahren Sie in aller Ausführlichkeit auf den folgenden Seiten.

HDR-Unterstützung

HLG-TV-Signale werden von allen TVs unterstützt, hier am Beispiel des Panasonic GXW804. Eine HDR-Wiedergabe im Youtube- Player klappte mit TCLs EC780 noch nicht (nur 4K SDR), während Samsungs 49LS03R und Panasonics GXW804 auch in diesem Fall das HDR-Signal anzeigten


HDMI-Quellen (UHD Blu-rays) zeigen einmal mehr die Vorteile des TCL EC780 (Bild) und Panasonic GXW804: Dolby-Vision- HDR-Signale werden ebenso unterstützt wie Dolby-Atmos-Tonquellen. TrueHD-Atmos-Signale werden über HDMI-ARC in Dolby Digital Plus gewandelt (kein eARC)


Mit HDR10-Plus-Signalen zeigt auch Samsungs 49LS03R eine normgerechte HDR-Wiedergabe, das Bild erscheint dadurch aber dunkler als bei einer HDR10-Zuspielung. Panasonic ermöglicht es als einziger Hersteller, in den HDMI-Einstellungen zwischen HDR10+ und Dolby Vision wählen zu können


Samsung unterstützt ebenso wie TCL und Panasonic das HDR10-Plus-Format von Amazon, doch Dolby-Vision-Signale von Netflix werden nur mit dem Panasonic GXW804 und TCL EC780 angezeigt. Zudem unterstützen die günstigeren TVs Dolby- Atmos-Signale (TrueHD, DD+) direkt


Samsungs 49LS03R zeigt Abstimmungsfehler mit HDR10-Quellen, die einen geringen Dynamikumfang aufweisen: Eine künstliche Bildaufhellung sorgt für Detailverluste. Reduzieren Sie den Bildregler ST.2084 in diesem Fall um eine Stufe, um die Detailwiedergabe in hellen Bildbereichen zu verbessern


Der Dynamikumfang mit HDR-Videospielsignalen ist häufig enorm. Mit Samsungs 49LS03R ließen sich Aufhellungen und Detailverluste vermeiden, indem die Spieleverbesserung eingeschaltet wurde. Panasonic erlaubt es, das Bild optimal abzustimmen und den Spielmodus nachträglich zu aktivieren


Aus dem Testlabor

Günstiger, aber keinesfalls schlechter: TCLs EC780 (Messgrafik) zeigt Standardsignale farblich meist exakt. Panasonic legt den Fokus beim GXW804 auf einer satteren SDR-Darstellung, während Samsungs 49LS03R zum stärkeren Ausbleichen in dunkleren Farbbereichen neigt


Das haben wir nicht erwartet: Samsung setzt beim 49LS03R (Messgrafik) auf einen Quantum-Dot-Filter, doch Kinofarben werden dadurch nicht satter dargestellt, als es bei Panasonic und TCL mit Phosphor-LED-Beleuchtung der Fall ist (mindestens gleichwertige Messwerte)


Obwohl Panasonic und TCL auf eine Edge-LED-Beleuchtung setzen und Samsung eine Direct-LED-Anordnung wählt, waren die Farblichtleistungen nahezu deckungsgleich: Bei einer RGB-Helligkeit von ca. 450 Nits war das Leistungsmaximum stets erreicht


Auch mit HDR-Quellen zeigte TCLs EC780 (Messgrafik) eine ausreichend neutrale Bildabstimmung, nur Panasonics GXW804 war in diesem Fall noch etwas besser ab Werk abgestimmt. Samsungs 49LS03R zeigte vor allem im HDR-Rottonbereich die größten Abweichungen


Auch der maximale HDR-Farbumfang des Samsung 49LS03R (Messgrafik) erreichte trotz Quantum-Dot-Filter keine Bestmarken. Im Test zeigten Panasonics GXW804 und TCLs EC780 mit Phosphor-LED-Beleuchtung mindestens ein gleichwertiges Ergebnis


Mit 4K-Einsteiger-TVs lassen sich keine HDR-Bestwerte erzielen, allerdings überzeugte die Farbvolumenmessung beim PanasonicGXW804 (Messgrafik) und TCL EC780 etwas mehr als bei Samsungs 49LS03R, der mit einem aggressiven Vollbilddimming und kontrastschwächeren LCD-Panel zu kämpfen hatte


Aus dem Testlabor

Die Helligkeit entspricht bei allen drei getesteten TVs ca. 450 Nits. Durch das flächige LED-Dimming können helle Bildpunkte inmitten von dunklen Flächen allerdings drastisch an Helligkeit verlieren, was zwar die Schwarzdarstellung verbessert, aber HDR-Kontrasteffekte mindert


Die Analyse der Subpixelraster offenbarte drei unterschiedliche LCD-Panel. Panasonic und TCL setzen auf VA-Panel mit guten Kontrast-, aber schlechten Blickwinkeleigenschaften. Samsung (Bild) setzt beim 49LS03R auf ein kontrastschwächeres Panel, das aber beim Blickwinkel überzeugt


HDR-Signale mit 10 000 Nits Dynamikumfang überforderten alle 3 getesteten LED-LCDs, weshalb der HDR-Effekt zu wünschen übrig ließ. Mit ein wenig Feintunig (Bild Samsung) kann zumindest ein Detailverlust vermieden werden und Farben erstrahlen ausreichend satt


Der im Vergleich zu High-End-LCDs simple LED-Aufbau gewährleistet eine exzellente Energieeffizienz: Mit allen drei Einsteiger- Modellen lassen sich konstant hohe Flächenhelligkeiten realisieren und die Energieaufnahme liegt dennoch unterhalb von 140 Watt


Panasonic und TCL (Bild) setzen auf eine Phosphor-LED-Farblichterzeugung, während Samsung auf einen Quantum-Dot-Filter zurückgreift. Trotz dieser Unterschiede zeigten die drei Fernseher gleichwertige Ergebnisse bei Farbumfang und Bildhelligkeit. Vorteil Samsung: Farbblitzer treten mit dem 49LS03R nicht auf


Samsungs 49LS03R zeigte auf Augenhöhe platziert auch bei seitlicher Betrachtung eine überzeugende Bildwiedergabe, während Panasonics GXW804 und TCLs EC780 (Bild) nur noch ausgewaschene Bilder anzeigen, wenn der Blickwinkel zu steil ausfällt


Aus dem Testlabor

Die Farbtemperaturvoreinstellungen waren bei keinem LCD-Modell ideal, meist haben Sie die Wahl zwischen einer zu warmen oder zu kühlen Wiedergabe, wobei die Werte je nach Pixelhelligkeit schwanken können (siehe Grafik). Eine Bildkalibrierung zahlt sich somit aus


Objektbewegung durch Kamerabewegung festgehalten. Samsungs 49LS03R zeigte die beste Bildausleuchtung im Test, zugleich waren keine störenden Nachzieheffekte erkennbar. Die Bewegtbildschärfe erreicht aber vergleichbar zum GXW804 und EC780 nur 60-Hz-Niveau


Panasonic (Bild), TCL und Samsung gelingt es gleichermaßen, fließende HDR-Helligkeitsübergänge ohne störende Abstufungseffekte wiederzugeben. Samsungs 49LS03R zeigte allerdings Kontrastdefizite in dunklen Bildbereichen, was eine Differenzierung von Details erschwerte


In neutralen Bildeinstellungen zeigten die LED-LCDs von TCL (Grafik) und Panasonic eine ausreichend natürliche Abstimmung. Samsung setzt beim 49LS03R hingegen auf eine starke Kontrastbetonung, die sich auch im Filmbildmodus nicht vermeiden lässt und vermutlich die Kontrastschwächen des Panels kaschieren soll


Alle drei getesteten LED-LCDs zeigen keinen Nachleuchteffekt bei statischen Bildanzeigen und eignen sich somit auch für die Darstellung von bunten Logos über einen langen Zeitraum. Samsungs 49LS03R (Bild) zeigte die besten Blickwinkeleigenschaften und die homogenste Bildausleuchtung


Während Sie bei Panasonic und TCL einen LED-Flackereffekt (Verbesserung der Bewegtbildschärfe) meist manuell beeinflussen können, zeigte Samsungs 49LS03R (Bild) abseits des Filmmodus in allen weiteren Bildvoreinstellungen ein prägnanteres LEDPWM- Flackern


Aus dem Testlabor

Die Schwarzdarstellung überzeugte beim TCL EC780 und Panasonic GXW804 (Grafik) mehr, als die stärkeren Aufhellungen des Samsung 49LS03R. Dennoch sollten Sie mit allen TVs für Restlicht im Raum sorgen, um Clouding-Effekte zu kaschieren


Insbesondere Samsungs 49LS03R (Bild) neigte zu einem aggressiven Vollbild-Dimming, wodurch die Schwarzdarstellung beflügelt wird, wohingegen die Detailhelligkeit selbst mit HDR-Inhalten äußerst gering ausfällt. TCL und Panasonic zeigten hier den besseren Kompromiss


Durch die sattere Schwarzdarstellung und Dolby-Vision-Unterstützung zeigten TCLs EC780 (Bild) und Panasonics GXW804 ab Werk häufig die gefälligere HDR-Filmbildwiedergabe. Ein gezieltes Kinobalkendimming ist allerdings auch mit diesen TVs nicht umsetzbar


Mangels Local-Dimming ist keines der drei getesteten LED-LCD-Modelle in der Lage, Hell-Dunkel-Elemente gezielt im Kontrast zu steigern. Stattdessen wird das gesamte Bild häufig heller oder dunkler dargestellt, je nachdem, wieviel Schwarz im Bild vorliegt


Schwierige Helligkeitswechsel in HDR-Filmen meisterten alle drei LED-LCDs im neutral abgestimmten Filmmodus überzeugend. Samsungs 49LS03R (Bild) zeigte die stärkste Aufhellung in dunklen Bildbereichen, während bei vollständig schwarzen Bildinhalten die LEDs komplett deaktiviert werden


Nachteil der kontraststärkeren LCD-Panel im EC780 (Bild) und im GXW804: Bereits minimale Sitzplatzveränderungen reichen aus, um ein Ausbleichen des Bildes zu provozieren. Auf Augenhöhe platziert überzeugte der Samsung 49LS03R bei seitlicher Betrachtung am meisten


Aus dem Testlabor

Über den Schärferegler des Panasonic GXW804 (Bild) können Sie Details nahezu stufenlos betonen. TCL und Samsung nutzen hingegen eine ausgeprägte Pixelkontraststeigerung inklusive Upscaling-Glättungseffekt, was in hohen Schärfeeinstellungen insbesondere mit Gesichtern unnatürlich erscheint


Samsungs Rauschfilter (Bild) glättet in der Voreinstellung „Auto“ Banding-Artefakte effektiv, allerdings sorgt der Filter in dieser Stufe für Nachzieheffekte. TCLs Lösung zeigt schwächere Auswirkungen, neigt dafür aber weniger zu Nachzieheffekten. Panasonic bietet gegen Banding-Artefakte keine gezielte Lösung


Mangels 100-Hz-Panel sorgt der Einsatz der Zwischenbildberechnung nicht für schärfere TV-Bilder, ganz gleich, welches der drei TV-Modelle Sie wählen. Sollten Artefakte oder gar kurze Ruckler auftreten, sollten Sie die Zwischenbildberechnung meiden und notfalls auf den Spielmodus ausweichen


Alle drei LED-LCD-TVs zeigten eine 60-Hz-Bewegtbildschärfequalität, weshalb Bewegtbildinhalte weicher als Standbilder erscheinen. Aktivieren Sie LED-Clear-Motion, flackert das Bild auffälliger und die Helligkeit nimmt ab, doch Konturen können schärfer erscheinen (aber Doppelbildeffekt möglich)


Samsungs Rauschfilter (Bild) konnte in niedriger Voreinstellung überzeugen, allerdings entfällt hierbei die Glättung von Banding- Artefakten. TCL löst die Rauschminderung ebenfalls überzeugend, bei Panasonic sind die Auswirkungen häufig zu gering oder es kommt zu Nachzieheffekten (Modus „Auto“ empfohlen)


Die Filmbildwiedergabe klappt mit allen drei TV-Modellen nicht fehlerfrei, denn durch das 60-Hz-Panel werden Kinofilminhalte gewandelt ausgegeben, was stärkere Ruckler provoziert. Flüssig wird es nur durch die Zwischenbildberechnung, die aber auch Aussetzer und Artefakte erzeugen kann


Bilder: Auerbach Verlag, Panasonic, Samsung, TCL

Bilder: www.portrait.com, Auerbach Verlag

Bilder: www.portrait.com, Auerbach Verlag

Bilder: Auerbach Verlag