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50 Jahre tip – die Party


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 24.05.2022

Berlin Storys Geburtstagsparty

Artikelbild für den Artikel "50 Jahre tip – die Party" aus der Ausgabe 11/2022 von tip Berlin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 11/2022

Eine spektakuläre Wiederauferstehung: das Zenner aus der Vogelperspektive

Spektakuläre neue Uralt-Location

Stadtleben-Ressortleiter Martin Schwarzbeck freut sich darauf, das Zenner-Areal mal im Partybetrieb zu sehen

Man könnte denken, 50 Jahre tipBerlin seien schon viel. Aber die Location, in der wir unseren Geburtstag feiern, ist noch viel älter. 200 Jahre wird der Zenner dieses Jahr alt. Die bekannte Ausflugsgaststätte im Treptower Park hat 2020 zwei neue Betreiber bekommen: Sebastian Heil und Tony Ettelt-Brundiers. Die zwei haben auch die Techno-Clubs Salon zur Wilden Renate und Else gegründet. Ettelt-Brundiers war in den Nullerjahren für sein Talent beim Location-Scouting legendär, als er immer wieder neue Orte für illegale Open-Air-Partys fand und bespielte.

Jetzt haben er und Heil ein großes Los gezogen. Den Zenner dürfen sie 25 Jahre lang nutzen, Konzerte und Technopartys stehen auf dem Programm. Das denkmalgeschützte Gebäude ...

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... bietet dafür ein würdiges Ambiente, die Terrasse einen spektakulären Ausblick für Verschnaufpausen. Mehrere Millionen Euro haben die neuen Betreiber in die Umbauten gesteckt, Juni 2021 war ihre Neu-Eröffnung.

Ich bin äußerst gespannt darauf, den altgedienten Laden einmal im Volllast-Vergnügungsbetrieb zu sehen. Und sollte der Trubel zu wild werden, kann ich ja einfach ein bisschen am Spreeufer oder im Plänterwald oder am Karpfenteich spazieren gehen. So schön gelegen ist in Berlin sicher kein zweiter Veranstaltungsort.

Haus Zenner Alt-Treptow 15–17, Treptow

Kind und Takt

Erik Heier, stellvertretender Chefredakteur, konnte es kaum erwarten, mit seinen Töchtern erstmals auf Kindermusikkonzerte zu gehen. Die fühlen sich jetzt zu alt dafür. Er nicht

Als ich Vater einer Tochter wurde (die zweite kam später hinzu), konnte ich drei Dinge kaum erwarten. Das erste Mal, dass das Kind „Papa“ sagen würde. Die erste komplett durchgeschlafene Nacht. Und das erste Konzert, auf das wir gemeinsam gehen würden. Ich stellte mir das toll vor. Vor der Bühne stehen, in Vorfreude. Und dieser Moment, wenn die Band die Bühne betritt, die Instrumente einstöpselt, die ersten Takte anstimmt. Und her mit dem Bass und den Drums und all der Musik, die uns gleich umgeben würde wie ein warmer, weicher Regen.

Tatsächlich gingen meine beiden Töchter und ich auf zwei Live-Shows, es waren jeweils von der Booking-Agentur Milchsalon veranstaltete Konzerte zu Kindermusik-Kompilationen, ihr Titel: „Unter meinem Bett“. Überall leuchtende Augen, aufregungsgerötete Kindergesichter, das Haar schüttelnder Väter (mehr) und Mütter (ein paar). Irgendwann bedeuteten mir die stetig den Teenager-Taktlosigkeiten entgegenwachsenden Töchter, dass sie auf gemeinsame Konzertbesuche mit ihrem Vater fortan nicht mehr ganz so viel Wert legten. Und ich sollte das bitte nicht als gegen mich gerichtet verstehen. Jetzt hören sie irgendwas auf Tiktok. Wenn also am 18. Juni im Zenner um 15 Uhr Herr Jan auftritt, der sehr schwungvolle „elternative Kindiemusik“ macht, mit einigen HipHop-Einflüssen auch, wieder präsentiert vom Milchsalon, werde ich vor der Bühne stehen, ohne meine beiden Töchter zwar, aber egal, inmitten anderer Kinder und Eltern halt. Und gemeinsam werden wir dem Moment entgegenfiebern,an dem der Takt einsetzt, uns zum Tanz auffordert, uns davonträgt.

Milchsalon präsentiert: Herr Jan Biergarten, 15 Uhr

Von schrill bis dunkel

Redakteur Jacek Slaski erwartet mit Spannung die Mal-Performance von Jim Avignon und die Cartoon-Lesung von Hannes Richert

​Auch Künstler und Cartoonisten haben den tipBerlin in den letzten 50 Jahren geprägt. An Namen wie Hogli, Passilewicz oder Bernd Pohlenz, deren Bilder in den 1970er- und 80er-Jahren im tip erschienen sind, werden sich die wenigsten erinnern. Doch bei Jim Avignon dürfte die Sache schon etwas anders aussehen. Der Pop-Art-Künstler und Musiker (Neoangin) ist mit seinem schrill-bunten, an Expressionismus und Comics angelehnten Stil stadtbekannt. In den letzten 20 Jahren zeichnete er ungezählte Illustrationen und fünf Cover für uns. Und beim großen Geburtstagsfest malt der Maestro mit Hut – live und in action! Wer ihn kennt, weiß, wie schnell und präzise seine Werke entstehen und wie großzügig er mit den spontan geschaffenen Bildern umgeht. Mit etwas Glück wird man die Party mit einem echten Avignon unterm Arm verlassen. Deshalb sollte man die Super-Pop-tip-Avignon-Mal-Performance auf keinen Fall verpassen!

Für besonders humorbegabte, hintersinnige und der dunklen Satire zugewandte tip-Leser:innen, sind die regelmäßig im tip erscheinenden Cartoons des großartigen Hannes Richert ein Muss. Absurd, versaut, schräg sind diese Comics, die die Irrungen und Wirrungen des urbanen Lebens auf einzigartige Weise festhalten. Zum Jubiläum liest Richert aus neuen und alten Cartoons, und wer glaubt, eine Comic-Lesung funktioniert nicht oder ist langweilig, kann sich hier eines Besseren belehren lassen.

Hannes Richert 14-14.45 Uhr; Jim Avignon 16-16.45 Uhr; jeweils im Biergarten

Superqueeros

Musikredakteur Stefan Hochgesand freut sich am meisten auf die hochkarätigen Konzerte im Zenner

Es gibt diese wunderbaren Momente, in denen ich hier in unseren Redaktionsräumen im Wedding im tip-Archiv verbringe. Geballte 50 Jahre unserer Magazine haben wir hier, schick gebunden. Es ist immer auch eine kleine Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Berlin. Was mich dabei immer auch stolz macht: dass der tip von seiner Gründung 1972 an immer auch früh dran war an queeren Themen, stadtpolitisch und auch (pop-)kulturell. Auch aus diesem Grund (neben dem Fakt, dass sie allesamt ganz herausragende Berliner Musiker:innen sind) finde ich es super, dass bei unserem Jubiläumskonzert gleich drei megagute queere Acts spielen: Lie Ning, Wallis Bird (Porträt S. 70) und Sam Vance-Law. Ich hatte in den letzten Jahren die Freude, alle von ihnen für den tip interviewen zu dürfen, und kann nur sagen: Sie sind alle drei auch ganz bezaubernde Menschen, denen ich ihren großen Erfolg von ganzem Herzen gönne. Sam Vance-Law hat auf seinem gefeierten Debüt-Album „Homotopia“ (2018) Schwulsein gerade dadurch ernst genommen, dass er es nicht zu ernst nahm. Wallis Bird huldigt auf ihrem nunmehr fünften Studio-Album „Hands“ immer wieder auch der lesbischen Liebe. Und Lie Ning werkelt gerade am Debüt-Album mit dem Produzenten von Alicia Keys und Sam Smith. Lie Ning kommt aus Pankow, Wallis Bird aus Irland, Sam Vance-Law aus Kanada. Sie alle sind Berliner:innen. Weil Berlin eine offene Stadt ist. Love!

Lie Ning 18.15 Uhr; Sam Vance-Law 19.45 Uhr; Wallis Bird 21.15 Uhr; jeweils auf der Hauptbühne

50 Jahre tipBerlin

Sa 18.6., Konzert- und Clubticket 45 Euro zzgl. VVK-Gebühr

Clubticket (Eintritt ab 22 Uhr): 19 Euro buchen unter www.tip-berlin.de/50

Biergarten kulinarisch

Gastro-Kritikerin Aida Baghernejad freut sich auf wilde Weine, Pistazien-Eis und spätnächtliche Chili-Cheese-Fritten

Eigentlich geht man ja nicht in einen Biergarten, um kulinarisch große Sprünge zu machen. Im Zenner aber doch: Zwischen Wein- und Biergarten und der versteckten Eisdiele (mit Eis von der wunderbaren Berliner Manufaktur Rosa Canina!) kann man sich hier auch glücklich schlemmen. Ein perfekter Tag im Zenner? Beginnen wir ganz gesittet im Weingarten mit eins, zwei, drei Gläsern Moscado vom Weingut Schembs. Oder doch lieber Rotling von Wolkenberg, einem Weingut in einem Braunkohlerevier außerhalb Berlins? Ach, warum nicht beides – dazu ein frischgebackener Flammkuchen und ein paar Oliven, bevor wir nach dem ersten Tänzchen in der Biergartenschlange vier, drei, fünf Bierchen ordern. Beispielsweise vom eigens für das Zenner wiederaufgelegten Bürgerbräu. Oder den Berliner Local Heroes BRLO, deren IPA es hier auch aus dem Fass gibt. Dazu noch eine Portion Chili-Cheese-Pommes. Oder vielleicht doch lieber Pommes mit Parmesan und Trüffel, Rindertatar oder eine gesund Superfoodbowl?

Auf jeden Fall enden wir heiter angeschwipst und selig-satt vor der lauschigen Eisdiele in den schönen Pastellfarben und drücken uns die Nasen an der Auslage mit Eis der wunderbaren Berliner Manufaktur Rosa Canina platt. Einmal Straciatella und Pistazie bitte, und spart nicht an den Streuseln!

Haus Zenner Wein- und Biergarten, Alt-Treptow 15, Treptow

Die Party als Megafon

Redakteur Philipp Wurm freut sich auf die Party, weil dabei im großen Stil an die Bedeutung von Stadtmagazinen erinnert wird

So ein Stadtmagazin ist ein Kulturgut, dessen schiere Existenz hin und wieder auch mal gefeiert werden muss. Man muss sich nur mal vorstellen, was los gewesen wäre, wenn in Metropolen von New York bis Berlin kein Kompendium dieser Art existiert hätte – zumal in den Jahren des kulturellen Aufbruchs nach den Studentenrevolten in den späten 60ern, wo sich in den Bohème-Vierteln der Metropolen eine überbordende Off-Kultur gebildet hat. Die Schauplätze des alternativen Lebens hätten dann viel weniger Gewicht in der Öffentlichkeit gehabt. Die Arthouse-Kinos und freien Bühnen, die Clubs, die politischen Graswurzelbewegungen oder die Hotspots der queeren Szene. Heute sind diese Reservate oft bedroht, von der Gentrifizierung und dem großen Geld der Fonds und Immobilienentwickler. Deshalb ist eine rauschende Party fällig – um es krachen zu lassen. Aber auch als Statement für die Relevanz eines Mediums, das Megafon einer lebendigen Stadtgesellschaft ist. Pump up the volume!

So viele Soundscapes

Redakteurin Xenia Balzereit malt sich bunte Lichter und rollende Bässe aus. Und will bis in den Morgen tanzen

Der Zenner kennt rauschende Feste. Im 19. Jahrhundert endete im ältesten Ausflugslokal Berlins der Stralauer Fischzug, den manche als den Vorgänger der Loveparade bezeichnen. Zwischendurch folgten viele Jahre als HO-Gaststätte, als Burger-King-Filiale. Und es gab Leerstand.

Heute ist der Zenner wieder Bier- und Weingarten – und Partylocation. Im April fand dort die erste „Buttons“ des Jahres, eine der beliebtesten Partyreihen Berlins, statt. Der Festsaal mit seinem alten Holzfußboden und den hohen Fenstern schreit gerade dazu danach, dort zu tanzen. Und das wollen wir an unserem 50. Geburtstag mit euch zusammen tun.

Wir wollen treibende Bässe und kunstvolle Soundscapes über uns hinweg wehen und uns von der Magie der Wiederholung bezaubern lassen. Und in den Morgen tanzen. Denn wir schreiben nicht nur über Partys, wir können auch feiern.

Natürlich haben wir uns auch um ein Line-Up gekümmert, das eine unvergessliche Nacht verspricht. Das Warm-Up übernimmt Pantha du Prince, dessen Musik sich anhört, als würde sie das Leben und die Natur in all ihren Facetten in sich tragen. Zur Prime Time spielt House- und Techno-Legende DJ Hell, der die Dancefloors immer wieder zuverlässig aufmischt. Außerdem legen Rebellion-der-Träumer-Resident Elias Doré, A.N.I.C.E und Matchy auf.

Pantha du Prince 22–24 Uhr; A.N.I.C.E 0–2 Uhr; DJ Hell 2–5 Uhr; Matchy 5–7 Uhr; Elias Doré 7–9 Uhr; jeweils im Club