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50 Jahre tipBerlin


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 08.06.2022
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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 12/2022

Verlosung Seite 20

50 Jahre tipBerlin, 50 Jahre Berlin. Ja klar, eigentlich fiel der 50. Geburtstag auf den Januar. Am 9. Januar 1972 erschien das allererste Heft, tip-Gründer Klaus Stemmler verteilte die 1.000 Ausgaben in Kneipen, an Universitäten, in den Kinos. Das Jubiläum feiern, das wollen wir ganz groß. Aber weil solche Festivitäten nicht erst seit Corona im Januar etwas heikel sind, feiern wir jetzt, im So mmer, unsere große 50-Jahre-tipBerlin-Party am 18 . Juni im Haus Zenner, an diesem wundersamen Ort an der Spree, der wie geschaffen ist für den Berliner Sommer, für sonnige Nachmittage im Biergarten und warme Sommernächte vor der Live-Bühne im ersten Obergeschoss und im Club im Untergeschoss. Und unser englischsprachiges Schwestermagazin feiert mit: „20 years Exberliner“. Das wird groß, das wird toll, wir haben ganz wunderbare Künstler:innen für das Line-Up. Und diese ...

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... tollen Jahren wollen wir zuallererst auch mit euch feiern, mit Ihnen, mit allen, die uns lesen, uns über die Jahre die Treue gehalten haben oder uns neu entdecken oder vielleicht auch wieder entdecken. Weil wir nichts sind ohne euch, ohne Sie, haben wir hier einen Stapel von 50 Freikarten, die wir hier nochmal extra verlosen, neben den vielen Verlosungen, die wie gewohnt im Heft sind. 50 Jahre, 50 Tickets. Ein kleines Geschenk, ein großes Dankeschön.

Wir sehen uns im Haus Zenner!

Haus Zenner Alt-Treptow 15, Treptow, Sa 18.6., 14 Uhr (Open Air, Eintritt frei), 18.15 Uhr (Konzerte), 22 Uhr (Club), Konzert+Club-Ticket 45 € (plus VVK-Geb.), Club-Ticket 19€), volles Programm: siehe Flyer im

9. Januar 1972: der allererste tip. Sechs Seiten: Off-Kino-Programm, TV-Filme, Minitips. 1973/74: erster Ölpreisschock – und ein neuer Film vom Rauchhaus-Kollektiv: „Allein machen sie dich ein.“ In Schöneberg öffnet 1976 das grandiose Chez Romy Haag, in Ost-Berlin der Palast der Republik – „ein kulturelles Ereignis ersten Ranges“ allerdings auch „vollgestopft mit den geschmacklosesten Beispielen der offiziellen Kunst des sozialistischen Realismus, die man sich vorstellen kann“, wie der tip findet. „Bowie nach Berlin?“ – Mitte 1976 ein Gerücht im Heft. Bis 1978 wohnt David Bowie in der Schöneberger Hauptstraße 155 (teils mit Iggy Pop), nimmt mit Brian Eno and Tony Visconti die „Berlin-Trilogie“ auf: die LPs „Heroes“, „Low“, „Lodger“. Über seinen Gig in der Deutschlandhalle schreibt der tip: „Styling: ein Hauch Apollo 19 und ein Schuß Ostfriesland”.

Und dann das: Punk kracht in Berlin rein, elektrisiert die Subkultur und damit auch die tip-Redaktion, die damals in der Potsdamer Straße 96 residiert, über dem Quartier Latin, heute Wintergarten. Als in der Stadt überall die Filzstift-Letter „PVC“ auftauchen, beruhigt der tip verzagte Touristen: „Hier wird nicht gegen die Errichtung eines Chemiewerks demonstriert, sondern das ist schlichtweg die Werbung der (ersten deutschen Punk-)Gruppe“. Neue Clubs: der bald legendäre Dschungel in Schöneberg, das SO 36 (anfangs auch mit Martin Kippenberger). Günter Grass geht im tip-Interview steil gegen Literaturkritiker: „Wadenbeißer“, „Pisser“. Werner Mathes, der das Gespräch führte, wird im November 1977 mit 23 erster Chefredakteur. Macht die Geschichten immer größer, fetter, wichtiger: über Punk, Fassbinder, die „Blechtrommel“, Transvestiten, Underground-Comics.

Der Episodenfilm „Deutschland im Herbst“ schaut auf RAF, Schleyer-Mord, Stammheim. Das Jahr 1978 beginnt mit dem Tunix-Kongress, Meilenstein der Sponti-Gegenkultur. Der neue Berlinale-Chef Wolf Donner, vorher tip-Autor, verzweifelt an der Filmstadt („Donner-Hall“). Ein Buch wühlt Berlin auf:

Christiane F.’s: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ – druffe Teens, Strich, Elend, Gropiusstadt. Künstler Salomé hat Geldsorgen. Fotograf Jim Rakete, der „Pusher aus der Zossener“, bringt in seiner Kreuzberger Fabrik Nina Hagen und viele andere groß raus, auch im tip.

Und Renè Block macht 1979 seine damalige Galerie dicht, zelebriert den Abschied gemeinsam mit Beuys: „Ja, jetzt brechen wir den Scheiß hier ab.“ Big Bang.

ERIK HEIER

In den 1980er-Jahren brodelt der Häuserkampf in West-Berlin, der Drogen-Report „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wird verfilmt, die Einstürzenden Neubauten gründen sich am 1. April 1980. Kurz danach stürzt die Kongresshalle ein, das heutige Haus der Kulturen der Welt – und der tip ist eines der wichtigsten Kulturmagazine der Bundesrepublik. Die Ausgaben liegen in allen Redaktionen großer Zeitungen, Kinos im ganzen Land orientieren sich an den Filmkritiken. Die Auflage steigt auf knapp 100.000, der Umfang auf bis zu 300 Seiten, das Anzeigengeschäft brummt.

Wolfgang Neuss und die Drei Tornados, Peter Steins Arbeit mit Schauspielstars wie Jutta Lampe und Otto Sander an der Schaubühne am Lehniner Platz, Salomé und die anderen Maler der Neuen Wilden, emanzipierter Pop von Nina Hagen und Grace Jones oder das subversive Treiben der Genialen Dilletanten genauso wie der Spanische Bürgerkrieg, Bauhaus-Architekten oder das sperrige Werk von Gottfried Benn – die Themen im tip reichen von historischer Aufarbeitung über linke Kleinkunst und Monika Dörings Konzerte im Loft bis zur Berlinale.

Auch Ost-Berlin spielt immer wieder eine Rolle, es gibt Reportagen zum Punk in der DDR und Kritiken wichtiger Theaterstücke auf der anderen Seite der Mauer. Mit einem Tagesvisum darf man schließlich rüber.

Das Herzstück des tip ist aber das Kino, Rezensionen wichtiger Autorenfilme und Interviews mit den prägenden Regisseuren jener Zeit: Fassbinder, Wenders, Schlöndorff oder Margarethe von Trotta. Jörg Fauser, das Enfant terrible der deutschen Literaturszene, ist Redakteur und bringt 1981 ein literarisches Sonderheft heraus. Überhaupt zieht das Renommee des Berliner Stadtmagazins illustre Autoren an: Nick Cave, der zu der Zeit in der Mauerstadt lebt, publiziert im Musikressort, ebenso Hans Magnus Enzensberger und der Beatliterat Jürgen Ploog. Der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez bekommt 1982 gar eine eigene Kolumne und als 1985 Heinrich Böll stirbt, verfasst der kürzlich verstorbene Schriftsteller FC Delius den Nachruf.

Im Schatten der heftig kritisierten Volkszählung und der 750-Jahr-Feier von 1987 reift beim tip ein neues Denken über Kultur heran, die Grenzen zwischen Subkultur und Mainstream verschwinden, es entsteht ein modernes Feuilleton. Die 1980er sind für den tip das Jahrzehnt der Kultur. Im November 1989 fällt die Mauer. Berlin wird eine andere Stadt und auch der tip verändert sich.

Mit dem Mauerfall im November 1989 änderte sich alles, auch der tip.

JACEK SLASKI

Auf dem Müllhaufen der Geschichte sind zu Beginn des Jahrzehnts gelandet: die DDR-Mark, die volkseigenen Betriebe, überhaupt das realsozialistische System. „Wir haben Kapitalismus“, so lärmt folglich der Bericht eines tip-Autoren aus der ehemaligen DDR im Jahr 1991. Es geht um Drückerkolonnen an der Wohnungstür, die Ramsch-Produkte feilboten. Ob Teppiche, Kfz-Versicherungen, mundgemalte Zeichnungen. Neue Zeiten auch anderswo. In den Brachen der Nachwendezeit nistet sich alternatives Leben ein, Ateliers, Clubs, Wohnkollektive.

Die Mieten sind so niedrig, dass Lebensentwürfe als Tagträumerin und Habenichts machbar werden. So frei, so unschuldig, so sorglos. Die Sonnenkinder der Wiedervereinigung glauben, alle denkbaren Katastrophen hinter sich gelassen zu haben, von Atomkrieg bis Asbest-Vergiftung. Ein Zeichen des Optimismus ist die Love Parade und ihr Traum von der „Rave Nation“. Der tip widmet der Massenveranstaltung 1996 eine Titelstory (es bleibt nicht die einzige).

Die Parade wird zum „Woodstock auf Rädern“ geadelt. Aber es tun sich auch Abgründe auf: Baseballschlägerjahre in Marzahn und Lichtenberg, entgleis- te Biografien, Wendeverlierer. Die intellektuellen Eliten von einst, etwa in den Bildungs- und Kulturinstitutionen Ost-Berlins, stehen auf einmal im Abseits. An der Humboldt-Uni fürchten Profs um ihre Lehrstühle; viele Gelehrte sind nicht mehr erwünscht und Verlage wie Aufbau und Volk & Welt geraten zur Verkaufsmasse der Stasi. Nebenbei wird in Berlin, seit 1998 Bundeshauptstadt, das Fundament für eine synthetische Stadt der Investoren gelegt – jedenfalls dort, wo die Neujustierungen nach der Wende passende Spielräume bieten. Es gibt Bauprojekte der Superlative am Potsdamer Platz, und die Kommerzialisierung der Friedrichstraße schreitet voran. Der Senat verscherbelt Wohnungen aus öffentlichem Bestand – und sollte diese Politik nach der Jahrtausendwende fortsetzen. „Der Verkauf von landeseigenen Wohnungen schreitet unaufhörlich voran“, schreibt der tip schon 1995.

In dieser Ära bringt der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) das Stadtmagazin übrigens ins Fernsehen, im wegweisenden Lokal-Format „tip tv“. Mit grenzenlosem Esprit moderiert Tita von Hardenberg. Und zum Ende der Dekade, für das Jahr 1999, kürt der tip zum allerersten Mal den peinlichsten Berliner. And the Winner is: Love-Parade-Gründer Dr. Motte . Die Techno-Bespaßung ist nämlich längst zum seichten Kommerzprodukt mutiert.

PHILIPP WURM

Easyjet karrt die Rave-Touristen in die Stadt, das Ostgut macht zu und das Berghain auf, die Bar 25 legt den Grundstein für das Holzmarkt-Gelände, die Technoszene kämpft mit Ravedemos für freie Spreeufer und gegen Atomkraft. Jedes Wochenende ist Party im Park, die Polizei sieht gelassen zu. Berlin in den Nullerjahren, das ist aber auch: der finanzielle Kollaps. Die Bankenkrise kostet das Land Milliarden und spült Klaus Wowereit, SPD, ins Bürgermeisteramt. In der Folgezeit verkauft Berlin 65.000 Wohnungen, heute im Besitz von Deutsche Wohnen, und spart, bis es quietscht. Der Investor David Montgomery kauft den Berliner Verlag, zu dem auch der tip gehört, die Mitarbeiter:innen ziehen in das Verlagsgebäude am Alexanderplatz und gehen in den Warnstreik. Jackie A. übernimmt die Kolumne, die sie bis heute auf der letzten Seite für uns schreibt.

Mit dem ersten Heft des Jahres 2000 geht die jährliche Wahl der „Die 100 peinlichsten Berliner“ in Serie, (siehe 90er-Jahre). Der damalige Chefredakteur Karl Hermann, der sie etablierte, schreibt: „Manche sind natürlich mit ihrer Platzierung unzufrieden. Der tip-Anwalt Christian Schertz hat in manchen Jahren alle Hände voll zu tun, unqualifizierte Einwände gegen die Jury-Entscheidung abzubügeln.“

Es ist das Jahrzehnt der Digitalisierung. 2001 gibt es eine Reportage über eine Schulung zu einer neuen Technologie, dem Handy. Denn „wer nicht weiß, wie eine Mailbox oder Tastatursperre funktioniert, sollte sich fortbilden“. Ende 2002 stellt der tip seine eigene Website vor – mit „den schrägsten Partys, coolsten Clubs und besten DJs“. Dazu Party-Berichte: „Wer steht hinter, wer liegt unter, wer tanzt auf dem Tresen?“ 2003 folgt der mobile Programmkalender. Der kommt per SMS, wenn man ihm SMS schickt. Auf „L Tempodrom“ antwortet er mit Infos zur Location, auf „E Tempodrom“ mit Events dort. Wer wissen will, ob es irgendwo Essen gibt, schreibt „G“ wie Gastro.

In den Nullerjahren zieht auch die Gentrifizierung ordentlich an. 2002 heißt es noch: „Wenn man Experten glauben darf, war es nie so leicht, eine Wohnung in Berlin zu finden.“ 2006 sieht es schon anders aus: „Dänen, Iren, Spanier und Amerikaner haben Berliner Mietwohnungen als Geldanlage entdeckt. Einheimische müssen sich sputen, sonst bleiben für sie nur noch teure Schrott-Immobilien.“

MARTIN SCHWARZBECK

Berlin sei tot. Heißt es im im Frühjahr 2014 mal wieder. Aber wir wären nicht das gegenwärtigste Stadtmagazin dieser an Gegenwärtigem schon immer so reichen Stadt, wenn wir diese Debatte nicht von diesem entspannten Standpunkt aus betrachten würden. „Der Berliner, wenn man ihn auf einen Prototyp reduziert, hat ohnehin einen klassischen Vorteil in dieser Coolness-Debatte: Sie ist ihm schnurzpiepegal,“ so schreibt der tip damals.

Klingt heute ganz schön retro, weil so ganz und gar ungegendert, ist im Kern aber noch immer sehr wahr. Und doch: Der Druck auf diesem Kessel namens Berlin wird auch für den tip zu einem der bestimmenden Themen des vergangenen Jahrzehnts. Oft mit angemessen klaren Positionen, etwa gegen Tempelhofer Feldversuche und überhaupt den Ausverkauf Berlins. Manchmal mit, nun ja, utopischen Eskapismusstrategien.

Für eine Titelgeschichte zieht es uns bis nach ...

Oberschöneweide. Berlin wird größer, kaum zu glauben für dieses Soziotop der Kiezverliebten. Und manche, nein, viele, zieht es sogar bis nach Brandenburg. In dieses Bundesland mit einem Flughafen, der beinahe die gesamten Zehnerjahre auf sich warten lassen sollte.

2017 schreibt der tip den BER denn auch ganz und gar ab. Stattdessen sollten dort lieber „die Bierbikes, die die Wirtschaftssenatorin verbieten will, weiterrollen dürfen. Ein Kracher für Sauftouristen. Immer die Startund Landebahnen rauf und runter. Zur Großdisko-Deppentechno-Beschallung. BER – Bierbike – Ballermann. Ein Dreiklang aus der Hölle. Aber besser als alles, was jetzt ist.“

Aber Brandenburg, das ist für die Berliner:innen ohnehin kein Ort zum Abheben, sondern einer zum Ankommen –und Abtauchen. In einer Datsche hinter Wandlitz, in einem Bauernhaus in der Uckermark. „Paradies Brandenburg“, titeln wir zum Frühjahr 2015. Die zugehörigen Tipps kommen ausgerechnet von der Berliner No-Wave-Ikone Gudrun Gut, die mit ihrem UM Festival in der Feldberger Seenplatte eine wahrliche Pionierin dieses Stadt-Land-Feedbacks war. Und sonst? Berlin schmeckt plötzlich gut. „Essen ist das neue Pop!“, schreibt der tip deshalb 2014 auf das Cover. Und feiern diese buchstäblich gegenläufige Bewegung: eine zunehmend internationale Food-Szene, die auch und gerade deshalb den Geschmack und die Ethik der lokalen Lebensmittelproduktion entdeckt hat.

Plötzlich sind Bäuer:innen cool, plötzlich wird das Cookies, die Clublegende der 2000er-Jahre, ein Restaurant. Wie es wohl um die Zukunft des Berghain steht?

CLEMENS NIEDENTHAL