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555 KILOMETER ELBE IM STEHEN


Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 04.08.2021

ELBE PER SUP

Artikelbild für den Artikel "555 KILOMETER ELBE IM STEHEN" aus der Ausgabe 5/2021 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 5/2021

In Magdeburg befindet sich die »Grüne Zitadelle« ? ein Gebäude, das vom österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen wurde (Bild unten).

»Wir müssen raus! Ich habe einen Blitz gesehen«, sage ich alarmiert. Meine beiden Mitpaddler Gerd und Grischa wissen sofort, was Sache ist. Bei Gewitter auf dem Fluss zu sein, ist brandgefährlich. Die Ufer sind in diesem Elbe-Abschnitt dicht bewachsen. Von selbst würden wir nicht auf die Idee kommen, hier auszusteigen. Doch wir haben keine andere Wahl. Die dunkle Gewitterfront nähert sich bedrohlich schnell. In immer kürzeren Abständen blitzt es. Gerade als ich mein Board auf den schlammigen Strand hebe, donnert es das erste Mal. In Windeseile sichern wir unsere Wassergefährte und erkunden das Hinterland. Der schmale Trampelpfad führt durch hohes Gras eine kleine Böschung hinauf. Oben befindet sich ein Grasplateau, das nach hinten von hohen Pappeln begrenzt wird. Linkerhand weist ein elektrischer Zaun auf eine Rinderweide hin. Einige Meter weiter rechts ist das Gras in einem großen ...

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... Kreis niedergetrampelt. Scheinbar befand sich hier vor nicht allzu langer Zeit ein Anglerlager. Dies kommt uns nun zugute, denn so haben wir einen geeigneten Platz, um die Zelte aufzubauen. Das muss nun schnell gehen. Die Gewitterfront rückt immer näher. Wir geben Gas. Eine halbe Stunde später liegen Gerds Schlauchkajak und Grischas und mein SUP-Board entladen auf der Kiesbank, die Zelte sind aufgebaut und alle wichtigen Ausrüstungsgegenstände vor Regen geschützt untergebracht.

GNOCCHI BEI GEWITTER

Kumpel Grischa und seine Bordercolli-Hündin Lissy sind genauso auf einem SUP-Board unterwegs wie ich mit meiner Hündin Luzy. Mein Vater Gerd begleitet uns mit seinem Grabner-Schlauchkajak. Allesamt haben wir Tourengepäck für mehrere Wochen dabei. Wir sind auf dem Weg von Königstein bis nach Artlenburg. Diese Strecke beträgt 555 Kilometer, das bisher Weiteste, was ich stehend auf einem Board gepaddelt bin. Die Elbe eignet sich besonders gut fürs SUP-Trekking, da sie ohne Stauanlagen rege dahin fließt . Zahlreiche Sand-und Kiesbänke laden zum Pausieren und Übernachten ein. Die örtlichen Kanuvereine bieten Bequemlichkeiten wie Duschen, Toiletten und kalte Getränke. Aktuell befinden wir uns gut zehn Kilometer hinter dem schönen Städtchen Meißen, wo wir eine Mittagspause mit Spaghettieis eingelegt haben. Eigentlich wollten wir heute noch ein paar Kilometer machen, doch das herannahende Wärmegewitter hat Plan B notwendig gemacht. Und so sitzen wir nun, umgeben von hohem Gras und rauschenden Bäumen, unter einem bedrohlich aussehenden Himmel und harren der Dinge, die da kommen. Doch noch wird uns eine kleine Schonfrist gewährt, die ich zum Kochen des Abendessens nutze. Während ich die Gnocchis in die Schafskäse-Gemüse-Soße gebe, kommt der Donner immer näher. Grischa hat seine Brotzeit bereits in den Innenraum seines Zeltes verlegt. Auch Gerd verkriecht sich mit Luzy und Fly in sein großes Zelt. Ich beeile mich, das Abendessen fertig zu stellen und folge dann Gerd und den Hunden. Mein kleines Leichtgewichtszelt ist zwar auch nicht von schlechten Eltern, aber für ein gemütliches Abendessen bevorzuge ich doch das geräumige Zelt meines Vaters. Rückenschmerzen bekomme ich trotzdem schon nach kurzer Zeit vom Hocken auf der Luftmatratze ohne Rückenlehne. Aber das gehört bei diesen Touren einfach dazu, ansonsten könnten wir uns ja in ein 5-Sterne-Hotel einmieten. Aber das würde mir vermutlich nicht einmal im Traum einfallen. Während wir uns im Schutze der dünnen Zelthaut wie Zuhause fühlen, herrscht draußen Weltuntergangsstimmung. Es fehlt nicht viel, und wir müssen mitten im Juni abends um neunzehn Uhr die Stirnlampen aufsetzen, um das Essen in den Tellern zu finden, so dunkel wird es. Fly hat tierische Angst vor Gewittern und zittert am ganzen Körper. Beruhigend streiche ich ihr über den Kopf. Doch das Zittern lässt erst nach, als die Donnerschläge allmählich leiser werden. Just in dem Moment, in dem ich aus dem Zelt krabble, um die Regenpause zum Geschirr spülen zu nutzen, ertönt keine drei Meter neben mir ein tiefes lautes »Muuuhh«. Verdutzt stoße ich mit dem Kopf an die nasse Plane des Vorzelts. Vor mir stehen drei beeindruckende, braune Zottel-Rinder mit riesigen Hörnern und schauen mich freundlich an. Scheinbar haben sie nichts dagegen, dass wir heute Nacht Nachbarn sind. Schnell spüle ich unser Kochgeschirr, bevor der nächste Schauer hernieder geht. Diesmal verkrieche ich mich in mein eigenes kleines Zelt und lasse mich vom Prasseln des Regens in den Schlaf singen.

Dunkle Wolken kündigen mal wieder ein Wärmegewitter an. Der regenreiche Frühling hat das Flussbett der Elbe gut gefüllt.

SCHWIERIGE LANDUNG

Einige Tage später nähern wir uns den Toren Magdeburgs. Schon lange freuen wir uns auf den Besuch dieser lebendigen, grünen Stadt. Besonders attraktiv wird die Stadt für uns durch die »Grüne Zitadelle«, ein berühmtes Bauwerk des außergewöhnlichen Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Hundertwassers Motto »Die gerade Linie ist gottlos« und die gesamte Philosophie seines Schaffens sagen uns sehr zu. Umso enttäuschter sind wir, als wir erfahren, dass der Kanuverein »Kanuclub Börde« aufgrund des regen Vereinslebens das Corona-Hygiene- Konzept nicht einhalten kann, wenn Gäste auf dem Gelände nächtigen. Somit fällt der geplante Ruhetag in Magdeburg flach. Einen kleinen Stadtbummel wollen wir uns trotzdem nicht nehmen lassen. Problem ist nur, dass die Elbe durch die Innenstadt von Magdeburg sehr schnell fließt. Mit acht Stundenkilometern rauscht der Strom in hohen Schwallwellen am bekannten Domfelsen vorbei. Gleichzeitig erhebt sich linkerhand, auf Seiten der Stadt, eine hohe Kaimauer. Nur an zwei Stellen ist dort das Anlanden möglich, einmal auf Höhe des Domfelsens, wo riesige Stufen in die Mauer eingelassen sind. Die zweite Anlande-Möglichkeit befindet sich einen halben Kilometer weiter stromabwärts an einem weißen Sandstrand, der in den Sommermonaten vollständig von einer Beach-Bar vereinnahmt wird. Darüberhinaus kann man am rechten Flussufer auf der langgezogenen Halbinsel gegenüber der Stadt anlegen. Über eine Brücke gelangt man in die Stadt. Diese Möglichkeit ziehen wir jedoch gar nicht in Betracht. Gerd ist nicht gut zu Fuß, und dunkle Wolken kündigen mal wieder ein Wärmegewitter an. Daher ist uns der kürzeste Weg in die Stadt der liebste. Allerdings gestaltet sich diese Unternehmung schwieriger als gedacht. Mit einem schwer beladenen SUP-Board ist die leichte Stromschnelle vor dem Domfelsen ohnehin schon ein kleines Abenteuer, erst recht bei dem hohen Wasserstand dieses Jahr. Der regenreiche Frühling hat das Flussbett der Elbe gut gefüllt. Dadurch ist die Kiesbank, die sich unterhalb des Domfelsens befindet und auf der wir anlanden wollten, vollständig überspült. Lediglich die niedrigen Büsche ragen noch aus dem Wasser empor. Trotzdem schlingen wir in das Kehrwasser hinter der überspülten Kiesbank ein, um uns zu beraten. »Wir haben nur eine Wahl, wenn wir in die Stadt wollen«, erklärt Gerd. Ich weiß, worauf er hinaus will. »Wir müssen zurück in die Strömung und uns am Rand der Kiesbank entlang hocharbeiten bis zu den Treppen. Dort können wir unsere Boote am Ufergestrüpp festbinden. Meinst du, du packst das?«, will Gerd wissen. Grischa braucht er gar nicht erst zu fragen. Der ist super durchtrainiert und freut sich wahrscheinlich noch über diese Herausforderung. »Ich will ein fettes Eis und das Hundertwasser-Haus besuchen. Also muss ich es schaffen!«, stelle ich entschlossen fest und fixiere mit den Augen die 100 Meter stromaufwärts gelegene Treppe. In der Nähe der überspülten Kiesbank ist die Strömung nicht ganz so kräftig. Allerdings ist hier das Wasser auch nicht tief, so dass ich mit der Finne meines SUP-Boards ständig hängen bleibe. Also muss ich weiter raus in die Strömung. Mit voller Kraft steche ich mein langes Paddel ins Wasser. Doch ich verliere einfach zu viel Zeit beim Seitenwechsel des Stechpaddels. Ich komme keinen Meter vorwärts und werde schließlich quer getrieben. Also lasse ich mich an Gerd und Grischa vorbei ins Kehrwasser hinter der Kiesbank treiben. So schnell sind die mühsam erarbeiteten Meter auch schon wieder dahin. Doch Versuch macht klug. Zurück im Kehrwasser klemme ich mein Stechpaddel seitlich unter die Spanngurte. Stattdessen krame ich die Tasche mit dem vierteilig zerlegbaren Doppelpaddel hervor, das ich extra vor der Tour gekauft habe. Bei starkem Gegenwind oder in Situationen wie jetzt komme ich mit dem Stechpaddel schnell an meine Grenzen. Mit einem Doppelpaddel hingegen kann ich schneller und kraftvoller agieren, wenn es darauf ankommt. In weniger als einer Minute bin ich wieder im Fluss, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Strömung macht mir schwer zu schaffen. Zentimeter um Zentimeter arbeite ich mich auf dem Board kniend vorwärts. Die anderen sind bereits an der Treppe angelangt und vertäuen Board und Kajak an den krüppeligen Büschen im Uferbereich. Ich pulle, bis mir die Arme brennen und noch einige Meter darüber hinaus. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht steige ich vom Board, Luzy folgt mir mit einem großen Satz. Anerkennend klopft mir Gerd auf die Schulter.

Ein steter Wechsel zwischen Kultur und Natur – diese Abwechslung macht das Paddeln auf der Elbe zu einem unvergesslichen Erlebnis.

AUS DER STADT AUF DIE SANDBANK

Erst einige Tage später erfahren wir, dass das Anlegen rund um den Domfelsen verboten ist. Wir hätten hier gar nicht anlanden dürfen. Lediglich auf der gegenüberliegenden Uferseite ist das Anlegen erlaubt. Da wir das zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wissen, freuen wir uns einfach, dass wir nun doch noch zu unserem Magdeburg-Bummel kommen. Und den genießen wir in vollen Zügen. Direkt vor der bunten, geschwungenen Gebäudefassade der Grünen Zitadelle sitzen wir auf einer Bank und löffeln jeder ein großes Eis. Dabei betrachten wir die zahlreichen Fenster, von denen keines dem anderen gleicht. Einen Einkauf und zweieinhalb Stunden später kehren wir zu unserer kleinen Flotte zurück. Zu unserer großen Erleichterung finden wir die Ausrüstung vollständig und unversehrt vor. Nun wird es Zeit, dass wir einen Lagerplatz für die Nacht finden. Es ist bereits fünf Uhr am Nachmittag, und auch wenn das Gewitter bisher noch nicht über uns hereingebrochen ist, so winkt es uns doch noch immer mit erhobenem Zeigefinger zu. In zügiger Geschwindigkeit bewegen wir uns stromabwärts, vorbei an der besagten Beach-Bar und dem großen Wohnmobilstellplatz.

Bald schon liegen die letzten Häuser Magdeburgs hinter uns. Nur noch der belebte Fahrradweg deutet daraufhin, dass wir uns in der Nähe einer Großstadt befinden. »Hier suchen wir uns jetzt eine idyllische Sandbank zum Biwakieren, oder was meint ihr?«, schlage ich vor. »Jou, machen wir«, antwortet Gerd gut gelaunt. Schnell werde ich fündig. Im warmen Licht der Abendsonne bauen wir auf einer flachen Sandbank mit knorrigen Bäumen im Hintergrund unsere Zelte auf. Die vergangenen Tage haben wir oft bei Kanuvereinen entlang der Elbe campiert und dabei viele bereichernde Bekanntschaften gemacht und interessante Gespräche geführt. Auch kulinarisch haben wir die örtlichen Gegebenheiten zur Genüge ausgenutzt, sei es der Döner vom Türken oder das Bami-Goreng vom Asiaten. Heute jedoch freue ich mich über die Ruhe auf einer einsamen Sandbank und das Outdoor-Fertigessen vom Trangia-Kocher. Genau diese Abwechslung macht das Paddeln auf der Elbe zu einem einmaligen und unvergesslichen Erlebnis.

INFO ELBE PER SUP-BOARD

Start der Tour: Gestartet zu dieser dreiwöchigen SUP-Trekking-Tour auf der Elbe sind wir in Königstein bei »Kanu Aktiv Tours« (www.kanu-aktivtours.de). Auf dem Gelände des Kanuverleihers sind sowohl das Parken wie auch das Übernachten nach vorheriger Absprache problemlos möglich. Über eine Slipanlage gelangt man gut ins Wasser. Das Auto kann man je nach Bedarf mehrere Tage oder Wochen stehen lassen. Die nächste S-Bahn-Station ist nur 300 Meter entfernt, so dass dem Auto-Nachholen per Zug nichts im Wege steht. Wir waren auf dieser Tour mit zwei Autos unterwegs, von denen eins stets am Endpunkt einer mehrtägigen Paddeletappe stand.

Tourverlauf: Insgesamt sind wir von Königstein kurz hinter der deutschtschechischen Grenze bis nach Artlenburg kurz vor Geesthacht gepaddelt. 570 Flusskilometer liegen zwischen den beiden Orten. Wir haben diese Strecken in drei Etappen eingeteilt: Königsstein – Coswig/Sachsen-Anhalt, Coswig –Tangermünde, Tangermünde – Artlenburg. Bei den Zwischenhalten haben wir jeweils einen Fahrtag eingelegt, um die Autos umzustellen. Mit dem Auto, dass jeweils bei unserem Zwischenstopp stand, haben wir das Auto vom Startpunkt geholt und ans Ende der nächsten Etappe gestellt. Mit einem Auto ging es dann wieder zurück zu unserer Ausrüstung, um weiter zu paddeln. Wer auf solche etwas umständlichen Umfahr-Aktionen verzichten möchte, kann das Nachholen des Autos auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn bewerkstelligen.

Übernachtung: Übernachtet haben wir auf der Tour zum Teil wild, zum Teil bei Kanu-Vereinen. Die Elbe bietet zahlreiche schöne Sand- und Kiesbänke zum Verweilen, Pausieren und Campieren. Offiziell ist das Wildzelten verboten, wird aber außerhalb von Naturschutzgebieten und Biosphären-Reservaten toleriert. Es ist jedoch Vorsicht geboten. Die Elbauen sind vielerorts in Naturschutzgebiete und Biosphären-Reservate eingeteilt. Während man in Naturschutzgebieten zwar nicht zelten, aber pausieren darf, ist das Anlanden in Biosphären-Reservaten strikt untersagt. Die Einhaltung dieser Regeln wird von der Wasserschutzpolizei überwacht. Alternativ zum Wildcampieren liegen an der Elbe zahlreiche schöne Kanu-Vereine, bei denen man für einen Preis zwischen 4,50 Euro und 10 Euro pro Person und Nacht unter meist komfortablen Bedingungen campieren kann. In der Regel gibt es neben einer ebenen Zeltwiese saubere Sanitäranlagen, eine Stromversorgung und, wenn man Glück hat, sogar einen Kühlschrank mit kalten Getränken, die man für einen geringen Preis erwerben kann. Zu unserer Reisezeit im Juni hielt sich der Betrieb auf der Elbe und der Ansturm auf die Kanuvereine sehr in Grenzen. Zu den Haupturlaubszeiten empfiehlt es sich jedoch, vorher bei den Vereinen anzurufen, um sich anzumelden.

Literatur: Deutsches Flusswanderbuch: Kanuführer für Deutschland (DKV-Regionalführer), Deutscher Kanu-Verband (Herausgeber)

Hinweis: Unter dem Titel »Übers Wasser laufen« hat die Autorin auf Amazon ein Buch über ihre SUP-Trekking-Tour auf der Loire veröffentlicht: https://amzn.to/2Ux9HMJ