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66 wichhtige Steuer-Tipps


plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 05.01.2022

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Belege sammeln für die Steuer lohnt oft nicht, weil es Pauschalen (s. S. 7) gibt.

87,9 Erstattung

1,4 Wedernoch

10,7 Nachzahlung

Fast 90 % erhalten Geld zurück Ergebnis einer Steuererklärung* in %

* bei Arbeitnehmern mit ausschließlich nichtselbstständiger Tätigkeit sowie Kapital-Einkünften

Quelle: Statistisches Bundesamt

Gute Tipps für jeden

► Grundsätzlich gilt: Vorausschauend agieren! Wer weiß, dass im nächsten Jahr das Einkommen sinken wird, z. B. weil man in Rente geht, sollte Einnahmen nach hinten schieben, um niedrigere Steuersätze zu nutzen. Es gilt auch der umgekehrte Weg: Wer dagegen dieses Jahr einige außergewöhnliche Ausgaben hatte, aber Pausch-Beträge (s. S. 7) nicht erreicht: Ausgaben vorziehen.

► Wer arbeitslos wird, Kurzarbeiter- oder Krankengeld erhält, sollte als Paar die getrennte Veranlagung wählen (Kreuz in der Steuererklärung). Alle Lohn-Ersatzleistungen werden zwar nicht versteuert, aber demjenigen Partner, der verdient, zugeordnet, sodass sich dessen ...

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... Steuersatz erhöht. Die Getrennt-Veranlagung kann jedes Jahr neu bestimmt werden. Ein Paar kann leicht 1.000 Euro Steuern sparen.

► Wer sich ehrenamtlich engagiert, sollte sich auch fürs zeitliche Engagement eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen lassen. Damit wird der Einsatz in Geld ausgedrückt und gilt als Spende. Dies gilt auch für Trainer oder Chorleiter. Die dürfen zusätzlich 3.000 Euro pro Jahr steuerfrei erhalten.

► Wichtig: Das Existenz-Minimum bleibt für alle steuerfrei. Dieser Grundfreibetrag wird jährlich angepasst, liegt 2022 bei 9.984 Euro für jeden. Wer nicht mehr Einkommen hat, muss keine Steuererklärung abgeben und kann eine Nichtveranlagung beantragen. Die hilft dann auch Sparern mit Zins-Einkünften.

► Krankheitskosten gelten als außergewöhnliche Belastungen. Alle Belege (auch für Medikamente oder Zuzahlungen für Einlagen) sammeln – oft stellt sich erst im Jahresverlauf heraus, dass man die zumutbare Eigenbelastung überspringt. Die ist abhängig vom Einkommen und der Zahl der Kinder und liegt zwischen 1 % und 7 % der Einkünfte. Ein Paar ohne Kinder mit 52.000 Euro Einkommen hat eine zumutbare Belastung von 2.455 Euro. Alles, was darüber liegt, mindert die Steuern.

► Spenden mindern die Steuer: 20 % werden auf die Einkünfte angerechnet. Eine Bescheinigung ist nicht nötig. Bis 300 Euro reicht der Kontoauszug. Lukrativer ist das Spenden an Parteien: Hier kann jeder 2.475 Euro pro Jahr absetzen.

► Wer eine Hilfe in Haus und Garten hat, sollte die nicht schwarzbezahlen. Arbeitet die Hilfe per Mini- Job, erhält man bis zu 510 Euro im Jahr als Steuer-Erstattung vom Staat – absetzbar sind 20 % der Kosten.

► Und wenn nur hin und wieder jemand hilft, darauf achten, dass man dies als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen kann: 20 % der Kosten, maximal gibt es 4.000 Euro pro Jahr erstattet.

► Belege sammeln lohnt bei Versicherungen, die der Vorsorge dienen, z. B. Risiko-Leben, Berufsunfähigkeit oder Privat-Haftpflicht. Die Beiträge gelten voll als Sonderausgaben, Unfall- und Kfz-Haftpflicht zu 50 %.

► Wer privat in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt (lohnt für viele ab 50), sollte die Höchstgrenze beachten: Maximal werden bei Ledigen 24.239 Euro und bei Verheirateten 48.478 Euro anerkannt. Dazu zählen auch die regulären Rentenbeiträge. Genau rechnen und freiwillige Einzahlungen lieber stückeln.

► Riester-Zulagen mitnehmen. Viele haben einen Riester-Vertrag, beantragen aber bei der Steuer nicht die jährlichen Grund- oder Kinder- Zulagen. Maximal 2.100 Euro sind als Sonderausgaben absetzbar.

► Zusätzliche Altersvorsorge ist richtig. Aber auf die steuerlichen Höchstgrenzen achten: Angestellte können 1.900 Euro absetzen, Paare 3.800 Euro; Freiberufler noch etwas mehr, als Paar max. 5.600 Euro.

Heißt: Nur so viel in eine private Rentenpolice investieren, dass sich der Staat über die Steuer beteiligt.

Das hilft Arbeitnehmern

Arbeitnehmer sollten vor allem auf Werbungskosten achten, die absetzbar sind.

► Freibetrag eintragen lassen: Wer jedes Jahr eine Steuererstattung erhält, z. B. wegen eines weiten Arbeitswegs, sollte einen Freibetrag beantragen. Voraussetzung: mindestens 600 Euro Werbungskosten. Dann gibt es künftig mehr netto.

► Ist ein Ehepartner selbstständig und hat durch Corona Verluste, lohnt die getrennte Veranlagung.

Sonst werden Verluste sofort mit Einkommen des anderen verrechnet. Meist ist es besser, der selbstständige Partner verrechnet Verluste selbst mit folgenden Gewinnen.

► Wer in diesem Jahr viel verdient hat, z. B. über Corona-Sonderzahlungen, sollte Ausgaben vorziehen, die für die Arbeit genutzt werden.

► Es gilt auch der umgekehrte Fall: Wer im nächsten Jahr eine bessere Bezahlung erwartet (z. B. Beförderung, Abfindung), sollte planbare Ausgaben verschieben.

► Wer einen privaten Gegenstand, z. B. Stuhl, Tisch, Telefon, Computer im Homeoffice zu mindestens 10 % beruflich nutzt, kann die Kosten anteilig absetzen. Wird der Gegenstand zu 90 % beruflich genutzt, zählt er zu den Werbungskosten.

1.05 1 Euro erhalten Steuerzahler nach einer Steuererklärung im Schnitt vom Finanzamt zurück.

Quelle: Bu ndesf inanzministerium

► Eine neue Vereinfachungsregel: Computer, die auch beruflich genutzt werden, werden zu 50 % als Werbungskosten abgesetzt. Bei 25 % Steuersatz zahlt der Staat also 1/8 des Computers.

► Kriselt es in der Firma, muss man damit rechnen, dass Kurzarbeit kommt oder man arbeitslos wird, sollten Paare die Steuerklassen ändern. Wer bedroht ist, erhält Steuerklasse III. Lohn-Ersatzleistungen werden vom Netto-Gehalt berechnet, das ist höher bei Steuerklasse III.

► Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, per Gehaltsumwandlung vorzusorgen. Das spart Steuern. Wer den maximalen Betrag (284 Euro pro Monat) einzahlt, tut dies ohne Steuer und Sozialabgaben.

► Wer nur wenige Werbungskosten hat, sollte keine Belege sammeln, da es den Arbeitnehmerpauschbetrag gibt. Belege sammeln lohnt nur, wenn mehr als 1.000 Euro zusammenkommen.

► Auch Telefonkosten zählen als Werbungskosten, wenn aus beruflichen Gründen telefoniert wird. Den Anteil per Einzelnachweis belegen – oder man setzt pauschal 20 % (max. 20 Euro je Monat) an.

„Gerade die Corona-Krise hat vielen vor Augen geführt, wie wichtig gute Steuerberater sind”

Prof. Hartmut Schwab, Präsident der Bundessteuerberaterkammer

► Für die meisten sind Fahrtkosten zur Arbeit die größten Werbungskosten. Man muss nicht den kürzesten Weg wählen, sagt der Bundesfinanzhof. Ein längerer Weg (und höhere Werbungskosten) ist erlaubt, wenn Zeit gespart wird.

► Wem der Weg zur Arbeit zu weit ist, ein Umzug ist komplett absetzbar, wenn dies beruflich bedingt ist. Anerkannt werden Kosten, wenn pro Tag eine Stunde Fahrt gespart wird.

► Ab 1. April 2022 werden höhere Umzugspauschalen ohne Nachweis anerkannt: für Arbeitnehmer 886, für jede weitere Person 590 Euro.

► Ist der Arbeitsort sehr weit entfernt, lohnt eine kleine eigene Wohnung. Die Kosten der doppelten Haushaltsführung können voll abgesetzt werden: Miete, Einrichtung, Umzugskosten, Verpflegungsmehraufwand, Kosten für wöchentliche Heimfahrt. Gedeckelt sind nur die Kosten der Unterkunft (Miete, Betriebskosten, Reinigung, Rundfunkbeitrag) bei 1.000 Euro je Monat.

► Bei Fortbildungen nicht nur an die Kursgebühren denken, sondern auch an Fahrt- und Übernachtungskosten. Diese zählen als Werbungskosten, so der BFH (Az.: VI R 120/01).

► Wer häufig im Homeoffice war, kann anteilige Miete, Strom- und Heizkosten in voller Höhe abrechnen, maximal 1.250 Euro.

► Kosten für einen Steuerberater können Arbeitnehmer weiter als Werbungskosten absetzen. Aber nur das, was mit dem Beruf zusammenhängt. Daher die Rechnungen splitten lassen – in privat und beruflich.

Viel Geld für Familien

► Wer für Angehörige Pflegekosten übernimmt, kann sich einen Freibetrag bei der Lohnsteuer eintragen lassen. Dann werden weniger Steuern abgezogen. In Kombination mit einer getrennten Veranlagung bringt das schnell einige Hundert Euro, weil die Zumutbarkeitsgrenzen für außergewöhnliche Belastungen schneller erreicht werden.

► Gleiches gilt, wenn man weiß, dass im nächsten Jahr höhere Kinderbetreuungskosten entstehen.

Auch dann Freibetrag beantragen.

► Auch wer Unterhalt zahlen muss, kann sich dies im Vorfeld per Freibetrag bereits „gutschreiben“ lassen.

► Sind die Möglichkeiten bei Handwerker-Rechnung und haushaltsnahen Dienstleistungen ausgeschöpft, überlegen, ob z. B. eine Haushaltshilfe per Mini-Job beschäftigt wird. Hier gibt es eine separate Absetz-Möglichkeit: maximal 510 Euro Steuer-Erstattung (bei 2.550 Euro gezahltem Lohn).

► Für Paare, die sich trennen: Man kann in zwei Wohnungen leben und das Ehegatten-Splitting nutzen.

► Unterstützen Eltern ein Kind (z. B. im Studium), das über 25 Jahre alt ist, kann dies als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.Das Kind darf nicht verheiratet sein.

DIESE FREI- BZW. PAUSCHBETRÄGE ERHÄLT JEDER

Angaben in Euro für 2021

DANN LOHNT STEUERBERATER MEIST NICHT

Arbeitnehmer, die lediglich eine Einkunftsart (Lohn oder Gehalt) haben

Rentner, die nur eine gesetzliche Rente erhalten

Wer keine Einnahmen aus Vermietung und Verpach -tung hat und damit auch keine Absetzbarkeit rund um eine vermietete Immobil ie

Keine Zins-Einnahmen , die über den Freibetrag hinausgehen

Keine komplizierte Familien-Situation, etwa Mehrgenerationen-Haushalt

Keine Verpflichtung zum Unterhalt für geschiedene Partner und/oder minde r-jährige Kinder

Keine Kinder in Ausbildung in einer anderen Stadt

Keine auswärtige Berufstätigkeit mit Pendeln od er Wochenend-Heimfahrten

Keine teuren Fortbildu n-gen mit hohen Aufwendungen und heimischem Arbeitszimmer

Keine Behinderung mit dazugehörigen steuerlic hen Pauschalen

Keine Pflege in der Familie

Keine außergewöhnlic hen Ausgaben, die über die gängigen Pauschalen und Freibeträge hinausgehen

► Junge Paare, die sich ein Kind wünschen, sollten die Steuerklasse tauschen: Bei Netto-Einkommen unter 2.800 Euro sollte der Partner, der das Kind betreuen will, Steuerklasse III haben. Das erhöht das Netto-Einkommen, vor allem das anschließende Elterngeld. Bei 3.500 Euro brutto pro Monat ergibt der Wechsel mehr als 5.000 Euro mehr Elterngeld pro Jahr.

► Bei höheren Einkommen bringt der Kinderfreibetrag von 5.460 Euro pro Kind und Jahr Eltern mehr als das Kindergeld. Trotzdem Kindergeld beantragen; verrechnet wird erst mit der Steuererklärung.

► Findet ein Kind über 18 keinen Ausbildungsplatz oder muss eine Ausbildung abbrechen, wieder Kindergeld beantragen und in der Steuererklärung das Kind angeben.

► Unterstützen Eltern ihre Kinder im Studium, können die Kinder trotzdem Kosten geltend machen. Das gilt besonders, wenn es sich um eine Zweit-Ausbildung handelt.

► Den Erziehungsfreibetrag von 2.928 Euro pro Kind für „Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf“ erhalten Eltern bis zum 25. Geburtstag des Kindes, solange es in der Ausbildung ist. Beim ersten Mal muss der „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ beantragt werden.

► Die Kosten für Hort, Kita, Tagesmutter sind als Kinderbetreuung absetzbar – bis zum 14. Geburtstag des Kindes max. 4.000 Euro pro Kind und Jahr. Betreuen Oma oder Opa unentgeltlich die Kleinen, mit den Großeltern einen Vertrag schließen, Geld überweisen und Kosten absetzen, selbst wenn Großeltern das Geld wieder ihren Enkeln schenken. Auch Fahrtkosten der Großeltern sind absetzbar.

► Unterhalt an den Ehepartner ist absetzbar: max. 8.354 Euro als außergewöhnliche Belastungen. Diese Regel gilt auch für nichteheliche Lebensgemeinschaften und für Unterhalt an den Elternteil eines nichtehelichen Kindes.

► Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Partner sind Sonderausgaben: 13.805 Euro.

Gesundheit absetzen

Hier sollten Großeltern und Eltern geschickt die beste Lösung suchen.

► Ausgaben für die Gesundheit zählen als außergewöhnliche Belastung. Dazu gehören Brille, Hörgerät, Zahnersatz, Eigenanteil für Medikamente, Selbstbeteiligung im Krankenhaus oder in Reha-Klinik. Deshalb Belege sammeln.

► Wer im laufenden Jahr bereits einige Gesundheitskosten hatte, aber die Grenze der außergewöhnlichen Belastungen nicht erreicht, Ausgaben vorziehen, z. B. neue Brille. Unterbleibt das Vorziehen, erreicht man vielleicht in diesem und im nächsten Steuerjahr die Eigengrenze nicht – und zahlt alles selbst.

► Und wer absehen kann, dass im laufenden oder im nächsten Jahr hohe Gesundheitskosten entstehen, z. B. aufwendiger Zahnersatz, sollte als Paar die getrennte Steuererklärung ankreuzen. Dann hat der Partner mit den hohen Gesundheitskosten einen niedrigeren Eigenanteil und kann Kosten besser absetzen.

► Bei hohen Gesundheitskosten wie Zahnersatz lohnt es, die Rechnung zu splitten und zwei Jahre getrennte Veranlagung zu wählen.

► Wer Krebs oder eine schwere Herz-OP (Bypass, Herzklappe) hat, kann beim Versorgungsamt einen Grad der Behinderung (GdB) beantragen. (Bei vielen Krebs-Arten wird dies meist für fünf Jahre gewährt.)

Der GdB ist Basis für Behinderten-Pauschbeträge.

► Ab GdB 80 bzw. 70 mit dem Merkzeichen „G“ (erheblich gehbehindert) gibt es zusätzlich eine Fahrtkostenpauschale: Privatfahrten können mit 30 Cent pro Kilometer als außergewöhnliche Belastung eingetragen werden.

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► Erhält ein Ehepartner längere Zeit Krankengeld, ebenfalls die getrennte Veranlagung ankreuzen.

► Pflegekosten zählen als außergewöhnliche Belastungen, das gilt auch bei vorübergehender Betreuung im Heim. Der Teil der Pflegekosten, der innerhalb der zumutbaren Belastung liegt, kann als haushaltsnahe Dienstleistung genutzt werden.

► Wer Papa oder Mama unentgeltlich pflegt, erhält dafür in der Steuererklärung den Pflegepauschbetrag von 924 Euro.

► Nicht nur Pflegebedürftige können Pflegekosten absetzen: Auch Kosten, die Angehörige haben, z. B. Elternunterhalt, sind in voller Höhe absetzbar. Die Kosten in der Anlage Unterhalt eintragen.

► Wer für die Eltern die rechtliche Betreuung übernimmt, erhält den Betreuer-Freibetrag: von 2021 an 3.000 Euro jährlich. Dies gilt auch für ehrenamtliche Vormünder.

► Essen auf Rädern oder die Kosten einer Tageseinrichtung gelten als haushaltsnahe Dienstleistung: Akzeptiert werden 20 % der Kosten bis maximal 4.000 Euro.

Mehr Geld für Rentner

► Wer mit dem Ausscheiden aus dem Job eine Abfindung erhält, sollte als Paar die getrennte Veranlagung wählen.

► Da der Steuer-Satz für Rentner meist niedriger ist, sollten verschiebbare Einkünfte (Auszahlung Abfindung oder Resturlaub) ins erste volle Renten-Jahr fallen.

► Wer nur eine geringe Rente erhält, die Nichtveranlagung beantragen. Die Finanzämter stellen diese aus, wenn das zu versteuernde Einkommen 2021 unter 9.744 Euro liegt (2022: 9984 Euro).

► Der steuerfreie Rentenanteil richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Genau nachrechnen.

Vor allem, weil sich durch jährliche Renten-Erhöhungen das Verhältnis zwischen steuerfreiem und steuerpflichtigem Teil der Rente ändert.

► Wichtig für Hinterbliebene: Für die eigene Alters- und die Hinterbliebenen-Rente gelten unterschiedliche Freibeträge.

► Auch Rentner können Werbungskosten geltend machen – pauschal werden 102 Euro pro Jahr anerkannt. Werbungskosten sind private Renten-, Rechts- und Steuerberatung, Kontoführung (16 Euro), Beiträge zu Gewerkschaften und Berufsverbänden, Fahrtkosten, Bürobedarf, Porto, wenn sie durch die Rente entstanden sind.

► Absetzbar sind als Sonderausgaben die Beiträge zur Krankenund Pflegeversicherung. Die Daten liefern die Krankenkassen.

► Wer 65 ist und Einkünfte aus Beruf, Selbstständigkeit, Kapital oder Vermietung hat, sollte den Altersentlastungsbetrag beantragen.

► Zusatzrenten aus Direktversicherungen und Pensionskassen sind seit 2005 voll steuerpflichtig. Aber: „Altverträge“ (Abschluss vor 2005) sind bei der Auszahlung steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lief und mindestens fünf Jahre Beiträge eingezahlt wurden. In diesem Fall unbedingt bei der Abgabe der Steuererklärung darauf hinweisen und im Steuerbescheid prüfen, ob die Zusatzrente entsprechend bewertet wurde.