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99 Fragen – 99 Antworten: Plötzlich Pflegefall


Guter Rat Spezial - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 06.06.2019

HILFE ANNEHMEN Es kann jeden treffen: Alter, Krankheit oder ein Unfall reißen einen Menschen aus seinem vertrauten Alltag – und sein Umfeld gleich mit. Auch wenn die Gründe sehr verschieden sind, ist die Situation für die Betroffenen oft überwältigend. Bewältigen lässt sie sich mit routinierter Unterstützung – Schritt für Schritt


D er Schock sitzt tief: Ein Schlaganfall kann einen Menschen komplett aus seinem bisherigen Leben reißen – und seine Angehörigen vollkommen überfordern. Wird ein Familienmitglied plötzlich zum Pflegefall, muss kurzfristig der Alltag neu organisiert werden. Das gelingt im ...

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... Ernstfall am besten, wenn Pflegebedürftige für Angehörige entsprechende Vollmachten zur Versorgung und Betreuung vorbereitet haben – ansonsten ist das Betreuungsgericht zuständig und erwartet von Angehörigen umfangreich Rechenschaft.

Selbst wenn Angehörige in allen Belangen im Namen der Pflegebedürftigen handeln dürfen, haben sie alle Hände voll zu tun: Wie sollen Betreuung und Versorgung organisiert werden, wo gibt es Beratung und Hilfe, woher finanzielle Unterstützung? Soll der Pflegebedürftige zu Hause von Angehörigen betreut werden, soll ein ambulanter Pflegedienst ihn versorgen, oder ist er in einem Heim besser aufgehoben? Wie können Angehörige Pflege und ihren eigentlichen Beruf vereinbaren? Es gibt, gerade wenn ein Mensch plötzlich Pflegefall wird, unglaublich viele Fragen, Guter Rat hat die wichtigsten Antworten.

1 Was ist zu tun, wenn ein Angehöriger plötzlich Pflegefall wird?
Melden Sie sich bei der Pflegeversicherung Ihrer Krankenkasse. Dort gibt es Hilfe bei allen Anträgen und Formalitäten – erst nach der Bewilligung gibt es Geld. Die Pflegekasse hat auch Adressen von ambulanten Pflegediensten und Heimen in der Nähe. Und sie schickt den Medizinischen Dienst vorbei, damit der Antragsteller begutachtet und sein Pflegegrad festgesetzt wird.

2 Und wenn keine Geschäftsstelle der Kasse in der Nähe ist?
Dann beraten die Mitarbeiter im örtlichen Pflegestützpunkt. Sie wissen, was Bedürftigen zusteht, und helfen beim Ausfüllen der nötigen Anträge. Außerdem können sie Kontakte zu Pflegediensten und Vereinen vermitteln, die Angehörige und Pflegebedürftige bei ihren Herausforderungen unterstützen.

3 Gibt es auch Beratung zu Hause?
Normalerweise findet das Beratungsgespräch, auf das jeder einen Anspruch hat, bei der Pflegekasse oder im Beratungsstützpunkt statt. Sollte die Situation zu Hause allerdings so angespannt sein, dass Antragsteller und Angehörige nicht kommen können, kann die Beratung auch ausnahmsweise in der Wohnung des Antragstellers stattfinden.

Rettungswagen Wer mit ihm ins Krankenhaus gebracht wird, weil er schwer gestürzt ist oder einen Schlaganfall erlitten hat, ist hinterher oft ein Pflegefall


4 Was begutachtet der MDK?

Bei einem Hausbesuch prüft der Medizinische Dienst (MDK), inwieweit der Antragsteller noch in der Lage ist, seinen Alltag selbstständig zu bewältigen. Beurteilt werden: kognitive und kommunikative Fähigkeiten, soziale Kontakte, Verhalten und Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Belastungen, Mobilität, Grad der Selbstversorgung.

5 Was lässt sich schon über das Krankenhaus organisieren?
Meist kommen der Sozialdienst oder die Pflegeüberleitung im Krankenhaus automatisch auf die Betroffenen zu, ansonsten sind sie die allererste Anlaufstelle. Denn sie beraten, helfen bei der Beantragung von Leistungen und auch bei der Suche nach einem geeigneten Platz im Heim. Wenn es schnell gehen muss, organisieren sie die Bereitstellung von Hilfsmitteln wie Pflegebett, Rollstuhl oder Toilettenstuhl und vermitteln einen Platz in der Kurzzeitpflege (von der Kasse gibt es dafür erst ab dem Monat der Antragstellung Geld).

26 Wie bekommt der Bedürftige seinen Pflegegrad?
Der entsprechende Antrag auf Leistungen geht an die Pflegekasse. Die beauftragen den Medizinischen Dienst (MDK), und der vereinbart einen persönlichen Termin zur systematischen Begutachtung des Bedürftigen. Gecheckt werden viele Kriterien aus unterschiedlichen Alltagssituationen. Ziel ist es, anhand der vergebenen Punkte darzustellen, wie stark der Antragsteller beeinträchtigt und auf Hilfe angewiesen ist. Das Grundprinzip: je höher die erreichte Punktzahl, desto höher der zuerkannte Pflegegrad. Die Skala reicht von 1 bis 5.

7 Haben Angehörige Einfluss auf die Beurteilung?
Angehörige und Bedürftige sollten sich gegenüber dem MDK – aus falscher Scham – nicht leistungsfähiger geben, als sie es im Alltag auf Dauer tatsächlich sind. Sonst bekommen sie im ersten Anlauf weniger Leistungen, als sie eigentlich bräuchten, und müssen sich bald nachbegutachten lassen.

8 Wie viel Geld ist ein Pflegegrad im Jahr wert?
Der jährliche Betrag der Pflegekasse umfasst Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Tages- und Nachtpflege und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. In Pflegegrad 2 fließen pro Jahr 25 740 Euro, in Pflegegrad 5 sind es 57 084 Euro.

29 Wer entscheidet über Pflegeleistungen?
Auf der Grundlage des Gutachtens vom Medizinischen Dienst (MDK) entscheidet die Pflegekasse bei dringendem Bedarf sehr schnell über den Antrag auf Pflegeleistungen.

10 Welche Fristen gelten generell zu Beginn der Pflege?
Ist der Antrag auf Leistungen bei der Pflegekasse eingegangen, muss der Antragsteller innerhalb von 14 Tagen einen Termin zur Pflegeberatung bekommen. Der Medizinische Dienst bekommt den Auftrag, ein Gutachten zu erstellen. Dafür muss der MDK binnen 20 Arbeitstagen einen Termin zur Begutachtung vereinbaren. Maximal 25 Arbeitstage nach Antragseingang muss die Pflegekasse über den Pflegegrad entscheiden. Hält die Kasse diese Frist nicht ein, bekommt der Antragsteller pro Woche 70 Euro Entschädigung.

11 Wann wird über den Pflegegrad schneller entschieden?
Wenn der Antragsteller zu Hause oder in einem Pflegeheim lebt und der pflegende Angehörige seinem Arbeitgeber Pflegezeit angekündigt oder Familienpflegezeit vereinbart hat, muss innerhalb von zwei Wochen eine Begutachtung stattfinden. Binnen einer Woche muss die Kasse eine Begutachtung organisieren, wenn sich der Antragsteller im Krankenhaus, in der Reha oder in einem Hospiz befindet oder ambulant palliativ versorgt wird und der künftig pflegende Angehörige bei seinem Arbeitgeber Pflegezeit angekündigt hat.

Profis vorn Beim Geld für Pflegedienste und Heime gibt es kaum Unterschiede


12 Welche Fristen gelten für die Bewilligung von Hilfsmitteln?
Bei der Begutachtung durch den MDK sollte auf jeden Fall besprochen werden, welche Hilfsmittel den Pflegealltag erleichtern können. Wenn Betroffene dies möchten, wird die Notwendigkeit von Pflegebett, Rollator, Rollstuhl oder Toilettenstuhl im Gutachten notiert – und gilt damit automatisch als Antrag bei der Kasse. Sind alle Antragsunterlagen komplett, muss innerhalb von fünf Wochen über den Antrag entschieden werden. Bewilligt die Kasse den Antrag, übernimmt sie einen Großteil oder sogar die kompletten Kosten.

13 Ist das Ergebnis der Begutachtung endgültig?
Wird der Pflegebedarf durch den MDK nach Meinung der Antragsteller falsch eingeschätzt oder gar abgelehnt, muss innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Bescheids schriftlich Widerspruch eingelegt werden – persönlich mit Eingangsbestätigung, per Einschreiben mit Rückschein oder als Fax mit Sendebericht. Ein formloser Widerspruch reicht, Vorschriften gibt es dafür nicht. Im eigenen Interesse sollte das Verfahren gründlich dokumentiert werden, um im Lauf des Verfahrens Missverständnisse zu vermeiden. Wird der Widerspruch abgelehnt, bleibt nur eine Klage vorm Sozialgericht.

14 Hat jeder Anspruch auf Geld von der Pflegekasse?
Pflegegeld gibt es nur unter bestimmten Bedingungen und ausschließlich auf Antrag. Zu den Voraussetzungen gehören: Die pflegebedürftige Person muss in den letzten zehn Jahren vor Antragstellung mindestens zwei Jahre als Mitglied Beiträge in die Pflegekasse gezahlt haben oder familienversichert gewesen sein. Der Hilfebedarf muss dauerhaft bestehen, und der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) muss im Gutachten mindestens Pflegegrad 2 festgestellt haben.

Bedürftige mit Pflegegrad 1 bekommen Basisleistungen. Dazu gehört einerseits Beratung. Andererseits gibt es zweckgebundene Alltagsunterstützung von maximal 125 Euro pro Monat (Entlastungsbetrag), entsprechend den tatsächlich entstandenen Kosten. Über anerkannte Angebote informiert der Pflegestützpunkt.

16 Wofür kann man den Entlastungsbetrag verwenden?
Für die Unterstützung im Alltag stehen jedem Pflegebedürftigen bis zu 125 Euro im Monat von der Pflegekasse zu. Erstattet wird gegen Vorlage der Rechnungen. Mit dem Geld können Angehörige sich Hilfe bei der Hausarbeit, Behördengängen oder beim Spazierengehen mit Pflegebedürftigen organisieren. Oder es trägt zur Finanzierung von Tages- sowie Nachtpflege bei. Um Kosten für eine Kurzzeitpflege zu finanzieren, kann der Entlastungsbetrag auch über Monate angespart werden.

17 Können Angehörige kurzfristig im Job pausieren?
Wenn ein naher Angehöriger akut pflegebedürftig ist, aber noch keinen Pflegegrad hat, kann sich jeder Arbeitnehmer von jetzt auf gleich bis zu zehn Tage von seiner Arbeit freistellen lassen. Wenn Lohn oder Gehalt vom Arbeitgeber nicht unverändert weiterbezahlt werden, kann Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse beantragt werden. Wichtig: Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber unverzüglich über die voraussichtliche Dauer der Freis informieren. Eine vorherige Ankündigung des Freistellungswunsches ist ebenso wenig nötig wie eine Zustimmung des Chefs zur kurzzeitigen Auszeit. Dieser Rechtsanspruch gilt bei jeder Betriebsgröße.

Begutachtung Für die Einstufung in einen Pflegegrad ist das persönliche Gespräch mit dem Antragsteller für die MDK-Mitarbeiterin unverzichtbar


Im Dienst Nicole Kämmerer, Leiterin des Pflegedienstes beim Arbeiter-Samariter- Bund (ASB) in der Sozialstation Alsleben, steht neben ihrem Auto vom ASB


18 Wie kann der Arbeitgeber in den Monaten danach helfen?
Individuelle Lösungen sind immer Verhandlungssache – der Kulanz des Arbeitgebers sind keine Grenzen gesetzt. Beschäftigte in Betrieben ab 16 Mitarbeitern haben einen Anspruch auf einmalig bis zu sechs Monate Pflegezeit. Die Ankündigungsfrist beträgt zehn Tage. Die Freistellung von der Arbeit kann komplett oder teilweise erfolgen – und beinhaltet entsprechende Lohn-/ Gehaltskürzungen. Eine diesbezügliche Vereinbarung wird schriftlich abgeschlossen. Beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben kann ein zinsloses Darlehen in Anspruch genommen werden.

Familienpflegezeit kann pro Pflegefall einmal für maximal 24 Monate beantragt werden – in Betrieben ab 26 Beschäftigten. Die Konditionen sind ähnlich wie beim Pflegegeld, allerdings beträgt die Ankündigungsfrist mindestens acht Wochen.

19 Wer gilt nach dem Gesetz als naher Angehöriger?
Als nahe Angehörige gelten laut Pflegezeitgesetz: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern sowie Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister und eigene Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder oder die des (Ehe-)Partners, Schwieger- und Enkelkinder.

20 Wie versorge ich als Laie in der Pflege meine Angehörigen?
Wer keine Ahnung von häuslicher Pflege hat, sich aber um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmern möchte, kann über den örtlichen Pflegestützpunkt oder die Kasse zu Hause regelmäßige Anleitungen von einem Pflegeberater bekommen.

Zusätzlich bieten Pflegekassen und Pflegestützpunkte kostenlose Pflegekurse an. Angehörige lernen, wie sie Hilfebedürftige richtig waschen, lagern und ihnen Nahrung anreichen. Geübt wird auch das fachgerechte, regelmäßige Umlagern, um schmerzhafte Druckgeschwüre (Dekubitus) bei Bettlägerigen zu vermeiden, ohne selbst Probleme mit dem Rücken zu bekommen. Informiert wird über technische Hilfsmittel gegen Dekubitus wie Pflegebetten und Matratzen, die signalisieren, wenn der nächste Stellungswechsel nötig ist. Zusätzlich zum praxisorientierten Training wird theoretisches Wissen vermittelt, sodass Angehörige anschließend hochwertig pflegen können.

21 Wo finde ich schnell einen ambulanten Pflegedienst?
Ideal sind Empfehlungen aus der Nachbarschaft oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Wenn es von dort keine weiterführenden Tipps gibt, hilft für schnelle Lösungen nur der Sprung ins kalte Wasser: Pflegestützpunkte und Kommunen geben Listen mit örtlichen Pflegediensten weiter. Erfüllt ein Dienst die Bedürfnisse, kann er starten. Sollte die Leistung doch nicht überzeugen oder die Chemie zwischen Pflegepersonal und Bedürftigem nicht stimmen, kann kurzfristig ein anderer Dienst beauftragt werden.

22 Was muss in den Vertrag mit dem Pflegedienstleister?
In der Regel haben die Pflegeanbieter vorgefertigte Standardverträge, in denen die gewünschten Leistungen vom Kunden angekreuzt werden. Wichtig: Die korrekte Aufschlüsselung der Kosten auf Pflege- und Krankenkasse sollten Angehörige auf jeder Rechnung genau prüfen, bevor sie zahlen. Das spart schwierige Nacharbeiten bei der Abrechnung mit den Kassen. Vertraglich geregelt werden müssen auf jeden Fall auch Zahlungsmodalitäten, Kündigungsfristen, was ist, wenn der Pflegebedürftige ins Krankenhaus muss und wie der Pflegedienst für Schäden haftet – und sei es nur ein verlorener Wohnungsschlüssel.

23 Zehn Kniffe für die häusliche Pflege

ABTROCKNEN Rubbeln ist bei der dünnen und trockenen Haut älterer Menschen (sogenannte Pergamenthaut) verboten. Hier wird mit dem Handtuch nur trocken getupft.

AUGEN Die Augen werden mit einem feuchtwarmen Wattepad von außen nach innen gereinigt.

BADEN Maximal 15 bis 20 Minuten bei 38 Grad baden, denn ein Vollbad belastet den Kreislauf. Wichtig sind Haltegriffe an der Wand und eine rutschfeste Unterlage in der Wanne. Der Badende darf auf keinen Fall allein gelassen werden.

DUSCHEN Das Badezimmer muss warm und das Fenster geschlossen sein. Der Pflegebedürftige muss sich hinsetzen können, auf Duschhocker oder Toilettenstuhl.

EINCREMEN Trockene Haut braucht Feuchtigkeitspflege. Die Lotion wird immer ausgehend von der Hand in Richtung Oberarm verteilt.

HAARE Kurze Haare können einfach mit einem feuchten Waschlappen gewaschen werden, längere Haare mittels transportablem (z. B. aufblasbarem) Haarwaschbecken.

LÜFTEN Beim Waschen bleibt das Fenster zu, Erkältungsgefahr! Erst wenn alle Arbeiten erledigt sind und der Frischgewaschene zugedeckt im Bett liegt, wird gelüftet.

MUND Den Speichelfluss durch Hagebuttentee mit Zitrone oder saure Bonbons anregen. Die Lippen regelmäßig einfetten.

OHREN Ohrentupfer sind verboten, Verletzungsgefahr. Ohren werden nur äußerlich mit einem eingeseiften Waschlappenzipfel gereinigt.

ZÄHNE Nach jedem Essen Zähne reinigen bzw.bei Gebissträgern den Mund ausspülen.

Hausnotruf Damit ein Pflegebedürftiger den roten Knopf auch wirklich drückt, wenn er Hilfe benötigt, muss er zunächst in die Handhabung eingewiesen werden


24 Wer unterstützt behindertengerechte Umbauten?
Wenn ein Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird, kann es sein, dass das vertraute Zuhause nicht den neuen Anforderungen genügt. Soll die Wohnung behindertengerecht umgebaut werden – breite Türen, rollstuhlgerechte Küche und Bäder oder ein Treppenlift – zahlt die Pflegekasse bis zu 4 000 Euro pro Maßnahme, auch mehrmals. Voraussetzung: mindestens Pflegegrad 1.

Unabhängig vom Pflegegrad des Bedürftigen unterstützt der Staat über die KfW-Bank altersgerechten Umbau von Immobilien. Möglich sind zwei Förderprogramme: ein Kredit (KfW 159) oder ein Zuschuss (KfW 455-B).

25 Für wen lohnt sich ein mobiler Hausnotruf am Körper?
Wird dem Pflegebedürftigen zugetraut, dass er in der Lage ist, den Notfallknopf zu betätigen, wenn es nötig ist, kann dies ein sinnvolles Hilfsmittel sein. Nach einem Sturz oder bei einem Schwächeanfall kann dann sehr schnell professionelle Hilfe zur Stelle sein.

26 Wer trägt die Kosten für einen Hausnotruf?
Befürwortet der MDK einen Hausnotruf, weil sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen jederzeit lebensbedrohlich verschlechtern kann, zahlt die Pflegekasse Kosten in festgesetzter Höhe. Wollen Angehörige, auch unabhängig vom MDK-Votum, auf Nummer sicher gehen, können sie die monatlichen Kosten von 14 bis 25 Euro plus einmaliger Anschlussgebühr auch über den Entlastungsbetrag (125 Euro pro Monat) finanzieren.

27 Wie funktioniert das Gerät reibungslos im Alltag?
Der Nutzer trägt einen Funksender mit rotem Alarmknopf am Arm oder um den Hals. Das damit verbundene Notrufgerät mit Lautsprecher und Mikrofon ist über die Telefondose mit der Notrufzentrale verbunden.

Kommt der Nutzer in eine Notsituation, drückt er den Alarmknopf, und die Notrufzentrale ist informiert. Mitarbeiter versuchen, den Hilfsbedürftigen über das Notrufgerät anzusprechen. Gelingt dies nicht, werden, je nach Absprache, erst Angehörige in der Nähe oder gleich der Rettungsdienst gerufen.


FOTO: IMAGO IMAGES/RALPH PETERS

FOTOS: THINKSTOCK, DPA-ZENTRALBILD/KLAUS-DIETMAR GABBERT

FOTOS: FOTOLIA, IMAGO IMAGES/JOCHEN TACK