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A. LANGE & SÖHNE – ODYSSEUS: Mit der Odysseus auf zu neuen Ufern


Uhren Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 16.12.2019

Seit Jahren fragten sich Bewunderer der Uhrmacherkunst von A. Lange & Söhne, wann die Glashütter Manufaktur eine sportliche Luxusuhr in Edelstahl auf den Markt bringen würde. Jetzt ist es soweit: Die Odysseus hat einen sportlich-eleganten Look, ist wasserdicht bis 120 Meter Tiefe und stoßfest. Dennoch ist sie auf Anhieb als Lange-&-Söhne-Uhr zu erkennen. Den Antrieb liefert ein neues Manufakturkaliber.


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Bildquelle: Uhren Magazin, Ausgabe 1/2020

Jetzt bietet auch A. Lange & Söhne seine sportliche Uhr in Edelstahl an: Das Zifferblatt der Odysseus bietet ein interessantes Wechselspiel aus körnigen und gerillten Oberflächen und zeigt Wochentag und ...

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Jetzt bietet auch A. Lange & Söhne seine sportliche Uhr in Edelstahl an: Das Zifferblatt der Odysseus bietet ein interessantes Wechselspiel aus körnigen und gerillten Oberflächen und zeigt Wochentag und Datum an. Zeiger und eingekerbte Stabappliken sind aus Weißgold. Das Großdatum, die Lange-Schriften und die kleine Sekunde - letztere eher untypisch für eine Sportuhr - tragen zum Wiedererkennungswert als Lange-Uhr bei. Der breite Bandanstoß der Odysseus wirkt muskulös-athletisch - passend zu ihrem sportlichen Charakter.


Luxus und Edelstahl, das galt bei Uhren einst als Widerspruch. Doch seit ein paar Jahren sind Luxusuhren aus Edelstahl die begehrtesten Uhren überhaupt, zumindest bei Käufern mit fünfstelligem Budget. Auf der Hitliste ganz oben stehen die Royal Oak von Audemars Piguet und die Nautilus von Patek Philippe, beide vom Gérald Genta gestaltet, dem Schweizer Designer, der neue Gehäuseformen etablierte. Fans der Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne fragten sich, wann auch ihre Lieblingsmarke eine Sportuhr in Edelstahl auf den Markt bringen würde. Bislang hatten die Feinuhrmacher aus Sachsen ihren hohen Anspruch damit unterstrichen, dass sie die eigenen Manufakturwerke nur in Weiß-, Rosé-, Gelbgold- oder Platingehäuse verpackten. Seit Oktober 2019 ist sie nun da, die erste sportliche Edelstahluhr der Glashütter Luxusuhrenmarke. Benannt ist sie nach Odysseus, dem weit gesegelten Helden aus Homers Epen Ilias und Odyssee. Der Name soll über die Uhr hinaus eine neue Modellfamilie begründen – die sechste nach Lange 1, Zeitwerk, Saxonia, 1815 und Richard Lange. Pläne für eine Edelstahluhr hatte schon Günter Blümlein in der Schublade, der Manager, der A. Lange & Söhne in den 1990er Jahren gemeinsam mit dem Nachfahren des Firmengründers, Walter Lange, nach dem Ende der DDR wiederbelebte. Blümleins Projekt lief unter dem internen Arbeitstitel »Zeiteisen«. In den letzten Jahren äußerten immer öfter Lange- Sammler den Wunsch nach einer sportlich-eleganten Edelstahluhr, die man auch im Sommerurlaub und auf der Segelyacht gut tragen kann. »Kunden sagten: Ihr baut die tollsten Uhren der Welt. Aber für die schönste Zeit des Jahres muss ich mich bei anderen Herstellern umsehen«, berichtet Anthony de Haas, Chefentwickler von A. Lange & Söhne.

Die Entwicklung von Langes erster Edelstahlsportuhr begann 2015

Vor vier Jahren startete die Entwicklung der Odysseus. Die Messlatte lag hoch, und die Versuchung war groß, im Stil Gérald Gentas eine visionäre Designikone zu entwerfen. »Die Ergebnisse waren jedoch unbefriedigend, und wir beschlossen, uns an unseren Leitlinien zu orientieren. Unsere Edelstahluhr sollte Eigenschaften einer sportlich-eleganten Uhr haben, aber auf den ersten Blick als Lange-Zeitmesser zu erkennen sein«, sagt de Haas. Der Balanceakt zwischen Sportlichkeit und Wiedererkennbarkeit ist geglückt: Mit ihrem runden 40,5-Millimeter-Gehäuse, dem Lange-Großdatum, der Sekundenanzeige im Hilfszifferblatt (statt aus der Zifferblattmitte heraus), der Lange-Typografie bis ins Wochentagsfenster hinein und dem eigens für das Modell entwickelten Manufakturwerk, das – ungewöhnlich für eine Sportuhr – durch den Glasboden zu besichtigen ist, gibt sich die Odysseus als Lange-Uhr zu erkennen. Doch gleich mehrere Designelemente unterscheiden das Modell von bisherigen Lange-Zeitmessern: Das Mittelteil des Gehäuses hat auf der rechten Seite zwei markante Ecken. Sie erweisen sich als zwei Drücker, die der Schnellverstellung von Datum und Wochentag dienen. Die Anzeigen lassen sich mittels der Drücker tageweise vorwärts verstellen. Neu auf dem Zifferblatt sind die ungewohnt großen eingekerbten Stabappliken aus Weißgold. Die lanzenförmigen Zeiger sind ebenfalls aus Weißgold und fallen dem sportlichen Charakter entsprechend kräftiger aus als bei Lange üblich. Das Schema der Datumsanzeige erinnert an die Zeitwerk, umfasst aber anders als dort Wochentag und Datum, die von links nach rechts in der gewohnten Leserichtung angeordnet sind. Auf dem blauen Messingzifferblatt reizt das dreidimensionale Wechselspiel aus gerillten und körnigen Oberflächen. Um das Zifferblatt herum legt sich ein angeschrägter Rehautring mit aufgedruckter Minuterie. Sofort ins Auge fällt der breite Bandansatz des fünfgliedrigen Edelstahlarmbands. Er verleiht dem Zeitmesser in der Frontalansicht einen muskulösen Look: die Odysseus hat ein breites Kreuz. Das Armband liegt geschmeidig am Handgelenk. Es ist ein echter »Handgelenkschmeichler « und lässt sich in 7-Millimeter-Schritten in der Länge anpassen. Ein Knopfdruck auf die Faltschließe mit dem Markenschriftzug genügt, um die Bandlänge durch Schieben oder Ziehen zu variieren.

Robustes Uhwerk, sportliches Gehäuse, elegantes Zifferblatt: Die Odysseus misst 40,5 mm im Durchmesser, die Höhe beträgt 11,1 mm.


Eine Uhr, die in der Freizeit getragen wird, sollte einigermaßen stoßfest und wasserdicht sein. Erstmals sind deshalb Gehäuse und Krone verschraubt, auch die Drücker sind speziell abgedichtet. Die Odysseus gewinnt damit eine Druckfestigkeit von 12 Bar, was 120 Metern Tauchtiefe oder dem Sprung ins Wasser aus mehreren Metern Höhe entspricht. Schwimmen und Schnorcheln sind also problemlos möglich. De Haas spricht von einer »zeitlosen, eleganten, aber sportlichen Uhr, mit der man ohne Bedenken vom Segelboot ins Wasser springen kann«.

Die Anordnung der Datumsanzeige verlangte nach einem neuen Werk

Die frei schwingende Unruh, die mit 28 800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz) schneller läuft als die anderer Lange-Uhrwerke, ist mit vier Regulierschrauben ausgestattet. Die Schrauben ragen nicht über den Unruhreif hinaus, was Luftverwirbelungen minimiert und der Gangstabilität zugute kommt. Statt von einem einseitig befestigten Kloben wird die Unruh von einer beidseitig fixierten Unruhbrücke gehalten. Dies macht sie konstruktiv belastbarer und unemfindlicher für Stöße. Typische Sportuhrenwerke wie das 3130 von Rolex oder das 8800 von Omega werden durch eine ähnliche Brücke stabilisiert. Die gewünschte Anordnung von Datum und Wochentag verlangte nach einem neuen Uhrwerk. So entwickelte A. Lange & Söhne für seine erste Sportuhr ein neues Automatikwerk, das L155.1 Datomatic. Es füllt mit einem Durchmesser von 32,9 Millimetern das Gehäuse fast vollständig aus und erreicht eine Gangreserve von 50 Stunden. Für den Antrieb sorgt ein einseitig aufziehender skelettierter Zentralrotor mit dem reliefartigen Schriftzug Datomatic. Seine äußere Schwungmasse aus Platin sorgt für einen effektiven Aufzug. Für die Odysseus entwickelten die Glashütter auch den Datums- und Wochentagsmechanismus. Er wird angetrieben durch das Stundenrad, das sich einmal in 12 Stunden dreht und seine Bewegung auf das 24-Stunderad überträgt, das wiederum die Wochentagsanzeige steuert. Ein Programmrad reguliert die Schaltung des Großdatums, das, wie bei Lange üblich, aus zwei Fenstern besteht, deren Ziffern sich aus einem Einer-Anzeigenring und einer Zehnerschreibe zusammensetzen. Die künstlerische Veredelung entspricht dem handwerklichen Anspruch der Marke. Man erkennt ihn etwa an dem breiten Bandschliff und dem handgravierten Wellenmuster der Unruhbrücke. Fans von A. Lange & Söhne dürften es schätzen, dass die Marke ihrer Linie treu geblieben ist. Der Preis der Odysseus liegt bei 28 000 Euro. Eine vergleichbare Royal Oak Automatik kostet 19 400 Euro, die Patek Philippe Nautilus 27 550 Euro. Zumal bei letzterer ist jedoch die mangelnde Verfügbarkeit das große Problem. Bei der Odysseus besteht Hoffnung, dass sie eher erhältlich sein wird, auch wenn die Produktionskapazitäten bei A. Lange & Söhne nicht zu überschätzen sind. Wenn bis März 2020, wie angekündigt, 150 Exemplare der Odysseus fertig produziert sind, sollten immerhin erste Lange-Aficionados auf dem Weg in die nächsten Sommerferien die passende Uhr am Handgelenk tragen. [11136]

1 Ecken und Kanten: In der Seitenansicht gut zu erkennen sind die beiden Drücker links und rechts am Gehäuse. Sie verleihen der runden Uhr einen kantigen Akzent.


2 Einfache Anpassung: Mit einem Druck auf die Sicherheitsfaltschließe lässt sich das fünfgliedrige Armband in 7-Millimeter-Schritten verstellen. Das Armband muss dafür nicht geöffnet werden.


3 Neues Kaliber: Für die Odysseus entwickelten die Glashütter das neue L155.1 Datomatic. Die Unruh wird nicht einseitig mit einem Kloben gehalten, sondern von einer beidseitig befestigten Unruhbrücke. Das macht sie unempfindlicher gegen Stöße.


4 Neuer Datumsmechanismus 99 Teile, ein Zahlenring, eine Zahlenscheibe und ein Buchstabenring sorgen für ein perfektes Zusammenspiel von Datum und Wochentag.


Fotos — Hersteller