Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 5 Min.

AACHEN: DAS AACHEN DES MEGA-MARCUS


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 30.07.2018

Wer in Aachen gewinnt, kann überall auf der Welt bestehen. Mit dieser Zuversicht konnte Bundestrainer Otto Becker am Sonntagabend nach Hause fahren – nach einer Woche, die für die deutschen Springreiter in jeder Hinsicht lohnend war. Nicht nur gemessen am Gewinngeld. Gleich mehrere Sternstunden lieferteMARCUS EHNINGin der Soers ab


Artikelbild für den Artikel "AACHEN: DAS AACHEN DES MEGA-MARCUS" aus der Ausgabe 80/2018 von St.GEORG. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Der Namensgeber von Pret a Tout war ein vorausschauender Mensch. Übersetzt heißt das „bereit für alles“. Und das war der Selle Français-Fuchs in Aachen wirklich!


Foto: Jacques Toffi

Mit neuem Selbstbewusstsein treten die Aachener Nationenpreissieger in sechs Wochen die Reise zu ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von St.GEORG. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 80/2018 von LESERBRIEFE: BRIEF DES MONAS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERBRIEFE: BRIEF DES MONAS
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von PFERDE & LEUTE: PFERD DES MONATS: Explosion W – Nomen est Omen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PFERDE & LEUTE: PFERD DES MONATS: Explosion W – Nomen est Omen
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von SPORT: NOTIZEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SPORT: NOTIZEN
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von PFERDE & LEUTE: DOSSIER: Abschied von Hans Günter Winkler. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PFERDE & LEUTE: DOSSIER: Abschied von Hans Günter Winkler
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von PFERDE & LEUTE: NAMEN DES MONATS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
PFERDE & LEUTE: NAMEN DES MONATS
Titelbild der Ausgabe 80/2018 von AACHEN: BELLA IS BACK!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AACHEN: BELLA IS BACK!
Vorheriger Artikel
PFERDE & LEUTE: NAMEN DES MONATS
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel AACHEN: BELLA IS BACK!
aus dieser Ausgabe

... den Weltreiterspielen in Tryon (USA) an. So konnte Bundestrainer Otto Becker über das Wort „Krise“, das in den letzten Monaten (nicht ohne Grund) mit den deutschen Springreitern in Verbindung gebracht worden war, schon wieder witzeln: „Die Krise kann weiter gehen.“ Die beiden wichtigsten Prüfungen gingen an die Gastgeber, der Nationenpreis am Donnerstagabend und der Große Preis von Aachen für Marcus Ehning. Der 44-jährige Borkener hat sich endgültig zur Schlüsselfigur im deutschen Team entwickelt, zum „Leitwolf “, der nicht nur durch reiterliches Können, sondern auch jenseits des Parcours den anderen Halt gibt.

In beiden Prüfungen ritt Ehning in einer Form, wie man ihn selten sah. Der 15-jährige Selle Français-Wallach Pret a Tout flog mit üppigen Sätzen über die Hindernisse. Das reiterliche Können, der vollendete Stil, den man von Ehning gewohnt ist, wurde ergänzt durch das Glück, das es für einen großen Sieg braucht. Das war schon so in der zweiten Runde des Nationenpreises, wo er als Schlussreiter den deutschen Erfolg perfekt machte. Ein Abwurf hätte den dritten Sieg in Folge vermasselt. Da brauchte es auch Nervenstärke und einen kühlen Kopf. Reiter und Pferd wurden von 40.000 mitfiebernden Zuschauern gleichsam über die Sprünge getragen. Das Stadion war an den Haupttagen ausverkauft, insgesamt 362.000 Zuschauer pilgerten zum CHIO, der Kartenverkauf wurde schon am Samstag eingestellt. Den Aachenern hat es noch nie an Selbstbewusstsein gemangelt, aber ihr „Weltfest des Pferdes“ sucht tatsächlich seinesgleichen.

WM ODER DAS GROSSE GELD?

Der Sieg im Großen Preis von Aachen wirft ein paar Fragen auf. Hörte man bis zum Sonntagmorgen von Ehning immer den Satz: „Die Weltmeisterschaft hat absolute Priorität“, so gab es ab Sonntagabend eine neue Nuance: „Die Weltmeisterschaft hat eine hohe Priorität.“ Denn Pret a Tout kann im September nicht sowohl in Tryon als auch beim Grand Slam-Turnier in Calgary gehen. In North Carolina lockt ein wichtiger Titel, an dem Ehning vielleicht noch nie so nah dran war wie jetzt, in Calgary das ganz große Geld. Denn mit dem Großen Preis von Aachen, für den der Besitzer des Siegerpferdes 330.000 Euro erhielt, hat Ehning einen Rolex Grand Slam-Zyklus begonnen. Ein weiterer Sieg in der Viererserie innerhalb eines Zyklus bedeutet weitere 250.000 Euro, zwei Siege in Folge 500.000 Euro, drei Siege hintereinander eine Million und wer alle vier „Majors“ gewinnt, bekommt zwei Millionen zusätzlich.

1 |Maurice Tebbel und Chacco’s Son.


2 |Tage wie diese – Freude über den dritten Nationenpreissieg in Folge.


3 |Doppelnull: Laura Klaphake und Catch me if you can.


OTTO BECKER & LAURA KLAPHAKE


„Die Krise kann weitergehen“
Bundestrainer Otto Becker


Wie schwer es ist, ans große Geld zu kommen, mussten in Aachen Philipp Weishaupt und McLain Ward (USA) erfahren. Beide verzichteten auf einen Start im Nationenpreis, wobei Weishaupt laut dem Springausschussvorsitzenden Peter Hofmann ohnehin nicht vorgesehen war. Er zog zur Schonung des elfjährigen Convall auch im Preis von Europa vor dem Stechen zurück. Im Großen Preis bekam er im zweiten Umlauf dann einen Abwurf, Ward sogar drei. Letzterer gab daraufhin mit der offenbar ermüdeten Azur auf. Dafür gewann Ward mit Clinta v. Clinton den Preis von Nordrhein-Westfalen.

Ehning hat zu seinem Glück nicht nur ein Fünf-Sterne-Pferd im Stall. Der Hengst Cornado, der zwecks Deckeinsatz ein paar Wochen Turnierpause hat, sollte eine Woche später bei der Global Champions Tour in Berlin starten. Ferner ist da noch Comme il Faut, der Sohn von Olympiaheldin Ratina Z. Wer in welchen Flieger steigt, darüber wird noch zu reden sein, auch welches Pferd am ehesten das Durchhaltevermögen hat, eine WM mit drei Springen, insgesamt fünf Umläufen durchzustehen.

JUNGE GESICHTER

Neben Marcus Ehning prägten drei junge Leute den deutschen Auftritt in Aachen. Zunächst der 24-jährige Maurice Tebbel, zum zweiten Mal im Nationenpreis dabei, mit einem allerdings groben Fehler im zweiten Umlauf. Sein Chacco’s Son kam schlecht aus der Wendung zu einem Oxer, der Hengst konnte nicht mehr kraftvoll abspringen und steckte die Hinterbeine zwischen die Stangen. Im Großen Preis wollten die Zuschauer schon für den zweiten fehlerfreien Umlauf klatschen, da fiel die letzte Stange. Mit dem Vierten im NRW-Preis, Don Diarado v. Diarado, hat Tebbel ein zweites Pferd für die große Bühne.

4 |Nach Verletzungspause meldeten sich Simone Blum und Alice zurück.


5 |Das kleine Springwunder Fit For Fun mit Luciana Diniz.


6 |Sieger im Preis von NRW: McLain Ward und Clinta, die der US-Reiter vor einem Jahr in Aachen entdeckt hatte, damals noch mit Philip Rüping.


7 |Mit Castello, dem Pferd seiner Schülerin Evelina Tovek, siegte Henrik von Eckermann (SWE) im Preis von Europa.


8 |Beeindruckte sportlich und auch sonst: Richard Vogel, Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum und nun Sieger in Deutschlands U25 Springpokal.


9 |Yuri Mansurs Vitiki verletzte sich bei einem Sturz im Preis von Europa schwer und musste am Fesselbein operiert werden.


10 |Philipp Weishaupts Convall war fit, hatte aber einen Fehler im Großen Preis.


11 |Steve Guerdats Bianca hatte nach super Umläufen drei Abwürfe im Stechen des Großen Preises.


Die beiden Nationenpreis-Debütantinnen Laura Klaphake (24) auf Catch me if you can v. Catoki und Simone Blum (29) auf der Askari-Tochter Alice geben dem deutschen Team ein neues Gesicht. Es ist weiblich und emotional und kommt in der Öffentlichkeit gut an. Zwar sind es nicht die ersten Amazonen, die für Deutschland reiten (unvergessen die Championatssiege mit Meredith Michaels-Beerbaum und Janne Friederike Meyer), aber sie bringen einen neuen Ton in die Springreiterwelt. Dabei bewiesen beide Nervenstärke und Klasse im Nationenpreis. Klaphake war eine von nur drei Doppelnullern, bei Alice fiel nur im ersten Umlauf eine Planke. Im Großen Preis agierten sie nicht ganz so glücklich, Klaphakeverpasste den zweiten Umlauf durch einen Zeitfehler und einen Abwurf. Alice wirkte mit zwei Abwürfen am Ende der Woche etwas müde.

Sie hatte ja eine Verletzungspause hinter sich. Außer dem Nationenpreisteam plus Philipp Weishaupt empfahl sich kein deutscher Reiter für Tryon.

Einige der WM-Konkurrenten waren in die Soers gereist, das US-Team mit gemischten Auftritten, am besten der Weltcup-Zweite Devin Ryan mit Eddie Blue. Die Schweizer, mit nur drei Reitern, konnten ihre drei Nullrunden des ersten Umlaufs nicht wiederholen. Ihr stärkster Reiter, Steve Guerdat, erreichte das Stechen im Großen Preis, aber die zwölfjährige Balou du Rouet-Tochter Bianca war völlig von der Rolle, drei Abwürfe nach krampfigen Gewaltsätzen. In WM-Form ritt Luciana Diniz (POR) mit Fit For Fun, nur von Ehning geschlagen. Der konnte am Ende: „Diese Sache bleibt, davon werden sich noch die Kinder meiner Kinder erzählen.“

Foto: Lafrentz (2), von Korff (5), Toffi (3), Jean Toffi (1), von Haredenberg (1)