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„ Ab 40 wird das Leben richtig gut“


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petra - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 03.11.2022
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Bildquelle: petra, Ausgabe 12/2022

SCHÖNHEIT KENNT KEIN ALTER Ihr Lebensmotto lautet: Frauen haben kein Verfallsdatum. ?Also, lasst uns unsere Träume leben! Go for it!?

Petra van Bremen

Als junge Frau ist die Niederländerin (mit deutscher Mutter) schon einmal als Model durchgestartet, entschied sich dann aber für eine Karriere als Personalmanagerin. Als sie der Liebe wegen mit Anfang 40 nach Hamburg kam, versuchte Petra van Bremen erneut ihr Glück als Model. Mit Erfolg! Längst ist sie auch international eines der bekanntesten Best-Ager-Models. Wir sprachen mit der 63-Jährigen über Träume, runde Geburtstage und über die Schönheit grauer Haare.

Frau van Bremen, was für eine Frau sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel blicken?

Ich sehe eine stolze Frau. Ja, ich kann sagen, ich bin stolz auf den Weg, den ich gegangen bin: Ich habe einen tollen Mann geheiratet und habe beruflich viele meiner Träume verwirklicht. Dann denke ich schon manchmal: Hey, Petra, gut gemacht! Wir Frauen sind nicht wirklich gut darin, uns selbst Komplimente zu machen. Dabei sollten wir das viel öfter ...

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... tun.

Coco Chanel sagte einst: „Schönheit beginnt in dem Moment, in dem du beschließt, du selbst zu sein.“ Erinnern Sie sich an den Moment, als Sie anfingen, Sie selbst zu sein?

Ja, ganz genau. Ich war so um die 40 und habe zum ersten Mal verstanden, was es heißt, bei sich angekommen zu sein. In dem Alter kann man schon auf eine gewisse Lebenserfahrung zurückblicken, viele Unsicherheiten fallen weg. Deshalb sage ich auch: Man muss keine Angst vor dem Älterwerden haben! Die Gelassenheit, die mit jedem Jahr mehr wird, ist etwas sehr Schönes. Ich versuche nicht mehr, mich anzupassen, und muss auch niemandem mehr etwas beweisen. Alles, was ich mache, mache ich für mich und nicht, um anderen zu gefallen.GabesdennochmaleinenGeburtstag,derIhnenBauchschmerzenbereitethat?Ich liebe es, Geburtstag zu haben, und feiere gerade die runden immer groß. Aber ich muss sagen, vor meinem 60. hatte ich schon ein mulmiges Gefühl im Bauch. Ich wusste, mein Mann ist dabei, eine Party zu organisieren, und ich fragte mich: Was ist bloß los mit dir, Petra? Wieso freust du dich nicht?

„ICH MUSS NIEMANDEM MEHR ETWAS BEWEISEN. ALLES, WAS ICH TUE, TUE ICH FÜR MICH“

Haben Sie eine Antwort gefunden?

Nicht sofort. Ich habe einfach nur gemerkt, dass mir die Leichtigkeit abhanden gekommen war. Irgendwann war ich so niedergeschlagen, dass meine beste Freundin anfing, sich Sorgen zu machen. Wir haben dann lange geredet und dadurch ist mir bewusst geworden, dass die 60 für mich doch eine andere Nummer war als frühere Geburtstage. Die 60 bedeutet, auf die 70 zuzugehen – und damit kamen bei mir Fragen hoch wie: Schaffe ich das? Bleibe ich gesund? Wie viele gute Jahre habe ich noch? Meine Mutter leidet an Alzheimer. Wenn man so etwas erlebt, beginnt man auch über die eigene Zukunft nachzudenken. Was will ich noch vom Leben? Und wie will ich die kommenden Jahre gestalten? Solche Fragen habe ich mir mit 40 oder 50 nicht gestellt. Und damit umzugehen war dann erst einmal gar nicht so einfach.

Petra van Bremen

Wie ging es dann weiter?

lch habe viel mit Freundinnen geredet, auch mit meiner Schwester und natürlich mit meinem Mann. Er konnte meine Gedanken sofort verstehen. Dieser Austausch hat mir gutgetan und mir dabei geholfen, zurück zu meiner Lebensfreude und meiner Leichtigkeit zu finden. Ich habe gelernt, die Zeit, die ich habe, bewusst zu leben und sie mir bewusst einzuteilen. Und ich habe mir vorgenommen, die Träume, die ich noch habe, zu verfolgen und zu verwirklichen.

Welche Träume sind das?

Einen großen habe ich mir gerade erst erfüllt: Und das ist mein Buch. Ich finde es unglaublich schön, weiter in die Rolle einer Mutmacherin für Frauen hineinzuwachsen und das, woran ich glaube, weiterzugeben. Das fängt mit dem Mindset an. Ich kann nur jeder Frau raten: Verinnerliche, wer du bist, was du kannst, und akzeptiere dein Alter! Und achte darauf, dass du fit, energetisch und vital bleibst. Körper und Geist sind untrennbar miteinander verbunden, und wenn die innere Einstellung stimmt, sieht man uns das auch an! Ich glaube an natürliche Schönheit und akzeptiere das Älterwerden als Prozess, der zum Leben dazugehört. Das macht vieles sehr viel einfacher und besser.

INSPIRIEREND

Ihr Mutmach-Buch „Deine beste Zeit ist jetzt“ mit vielen Tipps und persönlichen Erfahrungen hat Petra van Bremen allen Frauen gewidmet (Knesebeck, 28 Euro)

Trotzdem müssen Sie als Model gut aussehen. Was tun Sie, um sich in Ihrer Haut wohlzufühlen?

Wir alle spüren irgendwann die Schwerkraft. Unser Hormonhaushalt verändert sich, und das macht eben auch etwas mit unserem Körper. Ich bin von Natur aus schlank, habe immer Größe 38 gehabt. Selbst in jüngeren Jahren war ich nie eine 34/36. Aber wenn ich keinen Sport treiben würde, würde mein Körper definitiv anders aussehen. Mit Anfang 40 merkte ich, dass sich mein Körper allmählich verändert. Ich weiß noch, wie ich mich im Bikini vorm Spiegel drehte und dachte: Hmm, irgendwie sehe ich nicht mehr so aus wie früher. Vor allem an den typisch weiblichen Problemzonen: Bauch, Po und Hüften. Das ist natürlich logisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass man den Dingen einfach ihren Lauf lassen muss.

„WIR BRAUCHEN VORBILDER, UM VORZULEBEN, WIE SCHÖN ES SEIN KANN, ÄLTER ZU WERDEN“

Haben Sie bis dahin keinen Sport gemacht?

Jedenfalls nicht in einem Fitness-Studio. Da habe ich mich dann aber angemeldet und kann nur allen raten: Gönnt euch einen Trainer oder eine Trainerin. Das ist eine Investition, die sich wirklich lohnt, gerade am Anfang.

Vor einigen Jahren haben Sie beschlossen, Ihr Haar nicht mehr zu färben. Ein mutiger Schritt?

Die Entscheidung hatte hauptsächlich damit zu tun, dass meine Haare nicht mehr so richtig gesund waren und dünner wurden. Da dachte ich: Jetzt muss ich aufpassen. Man braucht Durchhaltevermögen, bis die alte Farbe richtig rausgewachsen ist – und ja, auch Mut. Denn graues Haar wird immer noch mit alt assoziiert. Ich habe dann aber fast nur positive Reaktionen und viele Komplimente bekommen. Um nicht blass auszusehen, muss ich jetzt ein bisschen mehr mit meinem Make-up machen: die Augenbrauen betonen und mehr Mascara. Und manchmal, zack, male ich mir die Lippen rot an.

Sind die Haare mittlerweile auch ein Statement?

Schon. Ich möchte vorleben, dass graues Haar nicht für alt sein steht, sondern für ein erfülltes Leben. Es ist doch so: Älterwerden hat immer noch ein Imageproblem. Alle wollen lange leben, aber niemand will alt sein, geschweige denn so aussehen. Ich glaube, wir diskriminieren uns nur selbst, wenn wir alles, was über 50 ist, nicht mehr zeigen. Warum werden Beauty-Produkte unter dem Label Anti-Aging verkauft? Und warum muss eine Moderatorin, die 55plus ist, ausgetauscht werden? Oder warum bekommt eine Schauspielerin ab einem bestimmten Alter keine Rollen mehr? Was soll das?! Wir brauchen doch in der Öffentlichkeit Vorbilder, um uns gegenseitig zu inspirieren, aber auch um den jungen Menschen vorzuleben, wie schön es sein kann, älter zu werden.

INTERVIEW INKEN BARTELS