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Abenteuer auf kleinen Pfoten


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 42/2021 vom 15.10.2021

NATUR

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 42/2021

NEUGIERIG Nach drei Monaten darf Chinga den Großen bei der Jagd zuschauen

Kleine Löwin – großes Herz: Chinga heißt das tapsige Raubtierbaby, das sich den Abenteuern der Wildnis stellen muss. Sengende Hitze und gefräßige Feinde – die Kamera ist stets dabei, wenn Chinga ihre Welt erkundet. Acht Monate lang begleitete ein Filmteam den neugierigen Nachwuchs in Südafrikas Kruger­ Nationalpark (siehe TV-Tipp Seite 18).

Schon die ersten Wochen fordern der Kleinen vieles ab. Löwenbabys wiegen bei der Geburt nur 1000 bis 1500 Gramm, ihre Augen sind noch geschlossen. Sie kommen in einem sicheren Versteck zur Welt. Auch Xena, Chingas Mutter und das älteste sowie stärkste Weibchen des Rudels, verbirgt ihre vier Welpen vor den anderen Löwen.

Gut behütet in der Kinderstube

Immer wieder leckt sie die Neugeborenen ab, damit sie den ...

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... „Familiengeruch“ erkennen und annehmen. Muss das Versteck gewechselt werden, packt Xena die Kleinen am Nacken. Durch den leichten Biss fallen die sofort in eine Starre und können behutsam in Sicherheit gebracht werden. Denn für hungrige Hyänen oder Leoparden sind Löwenbabys eine willkommene Beute.

Nach zwei Wochen wagen Chinga und ihre drei Geschwister erste Schritte auf ihren weichen Pfoten, nach vier Wochen begleiten sie ihre Mutter bei Ausf lügen. Sie spielen, raufen, toben, mit ihrem sandfarbenen, dunkel gepunkteten Fell gut getarnt. In Südafrika hat gerade die Trockenzeit begonnen. Pflanzen verdorren, der Sand ist heiß. Und die Kleinen brauchen viel Milch. Mutter Xena muss auf die Jagd, um ihre Babys säugen zu können.

Dann naht der große Tag. Chinga soll endlich ihr Rudel kennenlernen. Raus aus dem einsamen Versteck, rein ins wilde Familienleben! Acht Wochen alt ist Xenas Nachwuchs jetzt. Wird Cäsar, der mächtige Rudelführer, die Neuankömmlinge als seine eigenen Kinder akzeptieren? Lehnt er sie ab, könnte das tödlich enden. „Männliche Löwen töten oft ganz gezielt die Jungen ihres Vorgängers, nachdem sie die Herrschaft über ein Rudel erlangt haben“, erklärt Biologe Dr. Mario Ludwig („Das Familienleben der Tiere“, 192 Seiten, 20 Euro, wbg Theiss). „Damit erreichen sie, dass die Mütter nach kurzer Zeit wieder paarungsbereit sind.“ Zum Glück heißt Cäsar die Welpen willkommen. Mehr als das: Nach kurzer Zeit wird der Löwenpascha zu Chingas liebstem Spielkameraden.

Nichts geht über die Familienbande

In der Wildnis ist jeder Löwe nur so stark wie sein Rudel. Deshalb arbeiten die Mütter stets im Team, jagen gemeinsam, kümmern sich um den Nachwuchs. Chinga wird nicht nur von ihrer Mutter gesäugt, sondern auch von ihren Tanten. „Löwinnen springen sogar immer wieder als Stiefmutter ein, wenn eine leibliche Mutter, die im gleichen Familienclan lebt, das eigene Kind nicht annimmt oder zu wenig Milch zum Stillen hat“, berichtet Mario Ludwig.

Jede freie Minute nutzen die Welpen zum Spielen. Das stärkt den Zusammenhalt und gilt zudem als wichtigste Schule fürs Überleben. Sie müssen lernen, sich selbst zu verteidigen. In Spielkämpfen trainieren die Minilöwen Ref lexe, Muskeln und Beweglichkeit. Chinga tobt am liebsten mit ihrer Schwester. Eine Freundschaft, die ein Leben lang hält. Löwinnen bleiben meist zusammen, während der männliche Nachwuchs das Revier verlässt, um ein eigenes Rudel zu gründen.

1250 Gramm wiegt ein neugeborenes Löwenbaby im Schnitt

Mit ihrer Schwester wagt Chinga auch die ersten Streifzüge durch die Wildnis. Mutig entfernen sie sich von Cäsar, Xena und den anderen, um die Umgebung zu erforschen. Ein riskantes Abenteuer. Denn Feinde lauern überall: Bloß den Elefanten nicht zu nahe kommen! Leoparden, die geschickten Kletterer, spähen auf verdorrten Ästen der Bäume nach Beute. Am gefährlichsten sind aber die Tüpfelhyänen: zäh, gefräßig und nie allein. Greifen sie als Clan an, können sie sogar für ausgewachsene Löwen zur Bedrohung werden.

Als Chinga drei Monate alt ist, beginnt ein neues Kapitel ihres Lebens: Erstmals darf sie bei der Jagd zuschauen. Natürlich aus sicherer Entfernung. Aufmerksam beobachtet die kleine Löwin, wie ihr Rudel die Zebras, Gazellen und Gnus am nahen Wasserloch einkreist. Einige Löwinnen treiben die ersehnte Beute ins hohe Gras, wo Xena lauert. Bei der wilden Flucht wird ein junges Gnu von der Herde getrennt. Leichte Beute! Chinga verfolgt jede Bewegung. Der Jagdtrieb ist ihr zwar angeboren, doch die Feinheiten einer gemeinsamen Jagd schaut sich der Nachwuchs von der Mutter und den Tanten ab. Die Kleine muss noch viel lernen, um selbst eine erfolgreiche Jägerin zu werden.

KAI RIEDEMANN