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Abgebrannt!


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Die neue Frau - epaper ⋅ Ausgabe 46/2022 vom 09.11.2022

KRIMI

Artikelbild für den Artikel "Abgebrannt!" aus der Ausgabe 46/2022 von Die neue Frau. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Elektrohändler Kaspar Rosch ist Frau Bremer gern behilflich. Schließlich hat die alte Dame sonst niemand ? und darum wird sie ihn sicher im Testament entlohnen ?

Mein lieber Junge!“, ächzte die alte Dame, „wie gut, dass du dich so rührend um mich kümmerst! “

„Aber das mach ich doch gerne, Frau Bremer“, erwiderte Kaspar Rosch und lächelte.

Dabei handelte er alles andere als uneigennützig! Seine Scheidung von Gerlinde war teuer, das Konto im Minus und sein Elektroladen lief schon mal besser.

Mit der alten Frau Bremer hatte er vor einigen Monaten Bekanntschaft gemacht, als er ihr ein Paket brachte, das ein Postbote in seinem Laden abgegeben hatte.

Sie plapperte sofort vertraulich auf ihn ein: „Glauben Sie mir, junger Mann, das ist nichts, wenn man alt wird!“ Und dann bat sie ihn herein und sie saßen bei Kuchen und Tee. Keinen Menschen habe sie, seufzte die Alte, und das, obwohl in Kanada noch eine Nichte ...

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... und ein Cousin von ihr existieren würden. Ein paar Mal habe sie, nach dem Tod ihres Mannes, versucht, Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Aber bis auf eine Karte sei nie eine Reaktion gekommen.

„Ich sage Ihnen, junger Mann: Wenn die wüssten, was ich gespart habe …“ lachte sie hell auf und klatschte triumphierend in ihre knochigen Hände. „Was glauben Sie, wie sich die Verwandtschaft hier tummeln würde! Aber nix da!“, kam es sogleich wieder ernst, „nicht einen Cent werde ich dieser Bagage vermachen, eher stifte ich alles einem wohltätigen Zweck.“

Welch wunderbar wohltätiger Zweck, hatte er da gedacht, wäre es, wenn das Geld an ihn fließe …!

Emilie Bremer freute sich über Kaspar Roschs Zuwendung

Und so besuchte Kaspar die alte Dame regelmäßig in ihrem kleinen Haus, erledigte Einkäufe für sie und kleinere Reparaturen im Haushalt. Emilie Bremer freute sich über die Zuwendung, bekochte ihn oder brachte ihm ein Stück Kuchen in seinen Laden. Seit sie Rosch kürzlich eröffnet hatte, dass tatsächlich er ihr Geld erben sollte, nahm sein Plan konkrete Züge an.

KRIMI der Woche

Verbrechen an derBohuslän-Küste:Als sich ein Sturm dem verschlafenen Ort Hovenäset nähert, verschwindet Lehrerin Agnes Eriksson spurlos. Noch ahnt niemand, dass ein Verbrechen geschah. Kommissarin Maria Martinsson lernt Aussteiger August kennen. Gemeinsam entdecken sie, was es mit dem Verschwinden der Lehrerin auf sich hat … Kristina Ohlsson: DieToteimSturm,544 S., Limes,16 Euro.

Die alte Schachtel war zwar schon um die achtzig, schien aber noch erstaunlich rüstig. Heute sah sie allerdings nicht gut aus. Müde sei sie, sagte sie und dass sie früh schlafen werde.

Rosch hatte längst einen Schlüssel und so schlich er Stunden später wieder zur Tür rein. Gleichmäßig verteilte er Benzin in jedem Raum. Dann stellte er eine Kerze unter die Gardine …

„Es tut mir leid“, sagte der Anwalt der Verblichenen und schaute den Besucher mitfühlend an.

„Wie Sie wissen, führte Frau Bremer ein äußerst bescheidenes Leben.“

„Ja ...“ Kaspar Rosch räusperte sich. „Und trotzdem“, so der Anwalt weiter, „war sie keineswegs unvermögend.“

„Ja, ja, es ist ...“ Noch einmal räuspern, Krawatte lockern. Himmel, war es warm hier! „Es ist furchtbar, dass sie so sterben musste.“

„Frau Bremer hat von dem Feuer bestimmt nichts mitbekommen, es hat sie im Schlaf erreicht. Wer weiß, vielleicht wäre sie sogar froh gewesen über diesen schnell en Tod, denn – ganz unter uns – die alte Dame hätte sowieso nicht mehr lange zu leben g ehabt.“ „Na ja,mit zweiundachtzig ...“

„Frau Bremer war sehr krank. Laut ihren Ärzten hätte sie kein halbes Jahr mehr vor sich gehabt. Aber warum ich Sie hergebeten habe: Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Welche wollen Sie zuerst hören?“

„Nun“, jammerte Kaspar Rosch und platzte heraus: „Die gute!“

Der Anwalt seufzte und las von einem Schriftstück ab: „Kraft meines Amtes teile ich Ihnen mit, dass Sie zum Alleinerben des gesamten Barvermögens der Verblichenen in Höhe von circa fünfhunderttausend Euro erklärt worden sind, Herr Rosch.“

„Wie viele Ältere war sie ziemlich misstrauisch …“

Fünfhunderttausend, dachte Rosch und die Kinnlade fiel ihm herab. Weiter konnte er nicht denken. „Ebenso“, fuhr der Jurist fort, „muss ich Ihnen mitteilen – und nun kommen wir zur schlechten Nachricht – dass Sie dieses Erbe nicht antreten können.“

Rosch starrte ihn an. Der Anwalt seufzte: „Ich habe versucht, auf Frau Bremer einzureden. Aber wie so viele ältere Menschen war sie ziemlich misstrauisch.“

„Misstrauisch?“, wunderte sich Rosch, „aber sie war doch gar nicht misstrauisch!“

„Nur einer bestimmten Institution gegenüber: Geldinstituten.“ Roschs Herz raste. Ihm wurde eiskalt. „Was … bedeutet das?“ Der Anwalt lehnte sich in seinem Sessel zurück und erklärte: „Dass Frau Bremer ihr Erspartes in sorgsam gebündelten Scheinen in einem Koffer aufbewahrte, den sie auf dem Dachboden ihres Hauses hortete. Und das ist, wie Sie wissen, bis auf die Grundmauern niedergebrannt.“

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