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Abkehr von MongoDB – AWS bietet eigene Dokumenten-Datenbank an


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 04.02.2019

Nachdem MongoDB seine NoSQL-Datenbank unter eine neue Lizenzform gestellt hat, will AWS künftig mit der Amazon DocumentDB einen eigenen Service anbieten, der MongoDB-kompatibel sein soll.


Lizenzchaos bei Open Source?

Nachdem sich Entwickler wie MongoDB, Redis und Confluent zumindest teilweise von der klassischen Open-Source-Lizenz verabschiedet haben und eigene Lizenzregeln aufstellen, wächst die Verunsicherung im Markt. Laut den Statuten der Open Source Initiative gelten diese neuen Lizenzbestimmungen nicht als Open Source, auch wenn die Entwickler versuchen, ihre modifizierten Lizenzstatuten als Open ...

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... Source zertifizieren zu lassen. Erste Folgen sind bereits spürbar. So haben die Linux-Distributoren Debian, Fedora und Red Hat MongoDB aus ihren Systemen verbannt. Die Linux-Protagonisten sprechen von Restriktionen und Diskriminierung. Ihrer Einschätzung nach entsprechen die neuen Lizenzformen keiner Free Software License. Ältere AGPL-lizenzierte Versionen würden jedoch weiter unterstützt. Bei Red Hat heißt es klar und deutlich: Der neue NoSQL-MongoDB-Datenbank-Server ist nicht in der Beta von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 8.0 enthalten, weil er die Server Side Public License (SSPL) verwendet.

AWS hat mit Amazon DocumentDB eine Cloud-basierende Dokumenten-Datenbank angekündigt, die kompatibel mit MongoDB sein soll. Der Dienst implementiert die Open-Source-API MongoDB 3.6 von Apache 2.0. Darüber lassen sich Antworten emulieren, die ein MongoDB-Client von einem MongoDB-Server erwartet. Entwickler könnten den gleichen MongoDB-Anwendungscode und dieselben Treiber sowie Tools wie bisher verwenden, um Workloads auf Amazon DocumentDB auszuführen, zu verwalten und zu skalieren, hieß es. Darüber hinaus erhielten sie die erforderliche Rechenleistung, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit, ohne sich um die Verwaltung der zugrunde liegenden Infrastruktur kümmern zu müssen.

Amazon DocumentDB bietet dem Cloud-Anbieter zufolge ein verteiltes, fehlertolerantes Speichersystem mit automatischer Fehlerbehebung, das sich auf bis zu 64 TB pro Datenbank-Cluster skalieren lässt. Speicher und Rechenleistung seien voneinander getrennt, so dass Anwender beides unabhängig voneinander skalieren könnten. Amazon DocumentDB ist laut AWS für eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent konzipiert und repliziert sechs Kopien der Daten über drei AWS Availability Zones (AZs). Zu den weiteren Sicherheitsmechanismen gehören Netzwerkisolierung mit Amazon VPC, Verschlüsselung im Ruhezustand mit Hilfe von Schlüsseln, die Nutzer mit AWS Key Management Service (KMS) erstellen und verwalten können, sowie Verschlüsselung während der Übertragung mit Transport Layer Security (TLS).

Kunden könnten ihre MongoDB-Datenbanken mit dem AWS Database Migration Service (DMS) auf Amazon DocumentDB migrieren, verspricht der Anbieter. Das gelte sowohl für lokal installierte MongoDB-Datenbanken als auch für Instanzen, die bereits in der Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) laufen. Es seien keine Vorabinvestitionen für die Nutzung von Amazon DocumentDB erforderlich, versprechen die AWS-Verantwortlichen. Kunden zahlten nur für die von ihnen in Anspruch genommene Kapazität. Zu den ersten Kunden von Amazon DocumentDB gehören der Finanzdienst Dow Jones sowie die „Washington Post“.

Branchenbeobachter interpretieren die NoSQL-Initiative von AWS als Reaktion auf den Lizenzwechsel bei MongoDB. Die Datenbankentwickler hatten ihre Lösung Ende vergangenen Jahres von der bekannten GNU-AGPL-Lizenz auf eine eigene sogenannte Server Side Public License (SSPL) umgestellt. Mit dieser neuen Lizenz schränken die Entwickler die Nutzung ihrer Produkte ein und wollen verhindern, dass andere Anbieter wie etwa Cloud-Provider die Software nutzen, ohne selbst Code an die Community zurückzugeben. Die Regeln der SSPL sehen beispielsweise vor, dass der Quellcode des Service inklusive aller daran hängenden Programme wie etwa Management- oder Backup-Tools ebenfalls unter dieser Lizenz veröffentlicht werden müssen. Neben MongoDB haben auch andere Anbieter wie Redis und Confluent (Apache Kafka) vergleichbare Lizenzformen entwickelt. Ihre Kritik: Cloud-Anbieter würden Open-Source-Software für ihre eigenen kommerziellen Angebote nutzen, ohne jedoch etwas an die Community zurückzugeben. Die Verantwortlichen von MongoDB haben SSPL bei der Open Source Initiative (OSI) eingereicht, um ihre Lizenz als Open Source einstufen zu lassen. Dort zeigt man sich allerdings bis dato zurückhaltend. Es wäre zielführender gewesen, MongoDB hätte früher eine Kooperation gesucht.

Neues Hadoop-Release bietet mehr Features für Cloud Computing und Deep Learning

Die Apache Software Foundation hat mit Release 3.2.0 eine neue Version von Hadoop vorgestellt. Die Entwickler haben eigenen Angaben zufolge über 1000 Änderungen und zahlreiche neue Features in das Big-Data-Framework eingepflegt. Dazu zählt beispielsweise die Funktion „Hadoop Submarine“. Datenanalysten sollen damit Deep-Learning-Modelle direkt auf Hadoop-YARN-Clustern entwickeln, trainieren und ausrollen können. „Yet Another Resource Negotiator“ (YARN) erlaubt es Anwendern, die verschiedenen Ressourcen eines Clusters wie CPU-Rechenpower und Speicherkapazitäten dynamisch auf unterschiedliche Jobs zu verteilen. Seit der Hadoop-Version 3.1.0 wird die Steuerung von GPU- und FGPA-Ressourcen (Graphic Processing Unit, Field Programmable Gate Array) unterstützt. GPUs sind für die Entwicklung von Deep- und Machine-Learning-Funktionen besonders relevant, weil Grafikchips Rechenaufgaben stark parallelisiert abarbeiten können.Darüber hinaus bietet das Hadoop-Release eine verbesserte Anbindung an verschiedene Cloud-Plattformen. Beispielsweise wird künftig Microsofts „Azure Data Lake Gen2 Storage“ durch einen Konnektor für ABFS („Azure Blob File System“) unterstützt. Bei Azure Blob Storage handelt es sich um eine Objektspeicherlösung von Microsoft, die speziell für große Mengen wenig strukturierter Daten wie Bilder oder Dokumente ausgelegt ist. Außerdem sei der S3A-Konnektor in die AWS-Cloud zum S3-Speicher und DynamoDB verbessert worden.

Die Entwickler-Community habe neun Monate an dem aktuellen Hadoop-Release gearbeitet, berichtete Vinod Kumar Vavilapalli, Vice President für Apache Hadoop. Die Version verankere das Framework tiefer in diversen Cloud-Plattformen und erweitere das Feature-Set rund um wichtige Themen wie Machine Learning.

Siemens Simcenter 3D – Modellierung und Simulation von digitalen Zwillingen

Mit Simcenter 3D lassen sich beispielsweise Luftströmungen und daraus resultierende Geräusche simulieren. Ingenieure können dann in dem Werkzeug Veränderungen in der Konstruktion vornehmen und direkt die Effekte beobachten.


Siemens Simcenter 3D – Modellierung und Simulation von digitalen Zwillingen

Siemens PLM Software hat „Simcenter 3D“ um eine Reihe von Modellierungs- und Simulationsfunktionen erweitert. Das Tool kann laut Anbieter komplexe Modelle in einer einzelnen integrierten Umgebung erstellen und simulieren. Die Integration dieses traditionell mehrstufigen, fehleranfälligen Prozesses in ein einziges Werkzeug könne den Aufwand eines Ingenieurs um bis zu 80 Prozent reduzieren, versprechen die Siemens-Verantwortlichen. „Das Erstellen eines komplexen Getriebemodells mit mehreren Körpern ist eine sehr zeitaufwendige Arbeit, die häufig die Verwendung mehrerer Software-Tools erfordert“, erklärte Horim Yang, leitender Forschungsingenieur bei Hyundai Motor Company. Simcenter 3D könne die Gesamtzeit der Übertragung von Modellierung und Simulation reduzieren.

Simcenter 3D bietet darüber hinaus mehr Integrationsmöglichkeiten mit anderen Tools aus der Simcenter-Familie. In Kombination mit der Software „Simcenter STAR-CCM+“ lassen sich beispielsweise Akustik- und Vibrationswechselwirkungen simulieren. Dadurch könnten Anwender die Quelle unerwünschter Geräusche beseitigen und so beispielsweise für einen verbesserten Kabinenkomfort in Verkehrsmitteln sorgen. Darüber hinaus lässt sich die neue Version von Simcenter 3D mit der Streckenführungsanwendung der NX-Software verbinden, um beispielsweise Grundrisse und Verbindungspunkte für elektrische Kabel zu erhalten. Simcenter 3D sei so in der Lage, die Verformung eines elektrischen Kabels in beweglichen Baugruppen zu simulieren. Ingenieure könnten damit sicherstellen, dass Kabelbäume nicht an beweglichen Teilen hängen bleiben und sich nach Bedarf an die Kabelführung anpassen. Jan Leuridan, Senior Vice President für Simulations- und Testlösungen bei Siemens PLM Software, spricht von einem Meilenstein hinsichtlich der Integration von Physik und Technologien in die Simcenter-3D-Umgebung: „So können unsere Kunden die tatsächliche Leistung eines Produkts vorhersagen.“


Fotos: Apache Software Foundation; Siemens PLM Software