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Abschied für immer


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 12.10.2021

PSYCHOLOGIE

Artikelbild für den Artikel "Abschied für immer" aus der Ausgabe 11/2021 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 11/2021

Am Ende des Regenbogens sehen wir uns wieder – ein tröstlicher Gedanke, spendet er uns doch Hoffnung auf ein Wiedersehen mit unseren geliebten Katzen, die bereits vorausgingen. Kleintierbestatterin Petra Wieneke begleitet Menschen in diesen schweren Stunden und nimmt ihnen die Last, die eine Bestattung mit sich bringen kann.

Geliebte Katze: Liebe Frau Wieneke, seit wann sind Sie Kleintierbestatterin und warum haben Sie diese Berufung für sich gewählt?

Petra Wieneke: Ich bin seit 2004 als Kleintierbestatterin selbstständig. Da ich selbst schon viele Jahre Tierbesitzerin bin, zu Beginn nur Katzen, hatte ich mich schon länger mit dem Thema Tod des Haustieres auseinandergesetzt.

Wie der Zufall es wollte, kam im Fernsehen ein Bericht über ein Kleintierkrematorium, den ich mit großem Interesse verfolgte. Im Laufe der Tage nach dieser Sendung nahm meine Idee immer mehr Formen an. Ich rief beim ...

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... Kreis Lippe an, um mich über die Bedingungen zur Gründung einer Kleintierbestattung zu informieren.

Nachdem ich alle Voraussetzungen erfüllt hatte, habe ich mein Gewerbe angemeldet. Dieses wurde vom Kreisveterinär geprüft und dann für gut befunden. Ich bin seitdem „Sammler der Kategorie 1“, sprich ich darf in der

Tierarztpraxis, in den Kliniken sowie bei den Menschen zu Hause Haustiere nach deren Versterben abholen.

Welche Formen der Bestattung bieten Sie an und was passiert dabei jeweils?

Ich biete die Einzel- sowie die Sammelkremierung der Tiere an.

Bei einer Einzelkremierung wird das Tier, wie der Name es schon sagt, einzeln eingeäschert und der Halter oder die Halterin bekommt ausschließlich die Asche des eigenen Tieres wieder zurück. Diese kann dann in eine Urne der Wahl gefüllt werden. Es gibt Urnen, die vergänglich sind, diese sind für die Erdbestattung gedacht. Dann gibt es Schmuckurnen, welche man sich in die Wohnräume stellt, zum Beispiel in Form von Bil- derrahmen, in Tierform, in Form von Herzen, Pyramiden etc. Ein Großteil davon ist überhaupt nicht als Urne erkennbar. Dann gibt es Urnen, die zum Ausstreuen der Asche gedacht sind;

Schmuckstücke, die einen kleinen Teil der Asche beinhalten und vieles mehr.

Die Sammelkremierung ist die günstigere Art, ein Tier einzuäschern: Es werden unterschiedlichste Tiere gemeinsam verbrannt und die Asche verbleibt dann im Krematorium bzw. wird dort in einem Waldstück ausgestreut.

Man kann über beide Einäscherungsarten ein Zertifikat erhalten und hat somit einen Nachweis über den Verbleib des Tieres. Die meisten Leute entscheiden sich bei ihrem Tier für die Einzelkremierung.

Immer wieder kommt die Frage auf, ob man eine verstorbene Katze im eigenen Garten bestatten darf. Ist das erlaubt?

Bei uns in NRW ist es erlaubt, die eigene Katze im Garten zu beerdigen – es sei denn, man wohnt in einem Wassereinzugsgebiet. Es sollten jedoch die Abstandsregel zur Nachbarsgrenze sowie eine Mindesttiefe einhergehenden zuvor gemachte werden: innerer Körperpflege, S weshalb wieder tern können. 3. Lebenssituation Es findet eine v Katze baut neu eingehalten werden. Diese Vorschriften sollte man bei der zuständigen Behörde erfragen, da diese von Keis zu Kreis unterschiedlich sein können.

Wie läuft die Trauerbegleitung bei Ihnen ab und was ist Ihnen im Umgang mit den Menschen, die ihr geliebtes Haustier verloren haben, besonders wichtig?

Die Trauerbegleitung beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme mit mir. Viele Menschen informieren sich schon im Vorfeld nach den Möglichkeiten, die eine Einäscherung bietet. Dies kann ich nur befürworten, da man sich am Tag des Versterbens in einer absoluten Ausnahmesituation befindet. Man unterschätzt oftmals den Schmerz, den der Verlust eines Tieres hervorruft. Die Trauerbegleitung gestaltet sich immer sehr individuell, jeder Mensch fühlt anders, und dementsprechend ist es meine Aufgabe, darauf zu reagieren. Meist stellt sich in den ersten fünf Minuten heraus, wie die Betreuung stattfindet. Es gibt Menschen, die nicht getröstet werden wollen, andere benötigen viel Zuspruch und Aufmerksamkeit. Es kommt vor, dass ein Termin zur Abholung eines Tieres eine Stunde oder länger dauert, es kann aber auch sein, dass ich nach 15 Minuten das Trauerhaus mit Tier wieder verlasse. Meine Aufgabe ist es, dies einzuschätzen und auf die Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Personen einzugehen.

Trauerbegleitung erfordert viel Empathie und Einfühlungsvermögen.

Wie schaffen Sie sich einen Ausgleich von der Trauerarbeit?

Meine Tiere sind mein Ausgleich. Ich habe inzwischen vier Katzen, zwei Hunde und ein Pferd. Wenn ich mich mit diesen Gefährten intensiv beschäftige, sind alle belastenden Gedanken und Gefühle weg. Es ist natürlich auch wichtig, eine gewisse Distanz zu wahren – man darf nicht die Trauer der Hinterbliebenen als die eigene Trauer annehmen. Meine Aufgabe ist es, den Verlust des Tieres und den Umgang damit so schonend und problemlos zu gestalten wie nur möglich.

Was bedeutet der Tod für Sie persönlich?

Der Gedanke an den Tod belastet mich genauso wie jeden anderen. Es wäre nicht ehrlich zu behaupten, auf Grund meines Berufes könnte ich damit besser umgehen. Die Kleintierbestattung hat mir aber auch gezeigt, dass der Tod in manchen Fällen eine Erlösung ist, und dies sollte ein tröstlicher Gedanke sein. Wichtig, so finde ich, ist die richtige Verabschiedung. Ich habe in diesem Jahr mein Pferd mit nur zwölf Jahren gehen lassen müssen. Dank meiner Erfahrung und meines Tierarztes haben wir dies für mich und mein Pferd sehr stressfrei gestalten können und ich habe mir sehr viel Zeit für die Verabschiedung genommen. Auch da sollte man auf sein Bauchgefühl hören und sich die Zeit nehmen, die man braucht.

Wie trauern Katzen?

Ob der Trauerprozess von Katzen ähnlich ist wie bei Menschen, lässt sich nicht eindeutig sagen. Fest steht: Auch Katzen können trauern

Grob lässt sich das Trauerverhalten von Katzen in drei Phasen einteilen. Da jedoch nicht alle Katzen gleich mit Veränderungen umgehen, ist dieser Ablauf nicht allgemeingültig.

Die einzelnen Phasen können auch in einer anderen Reihenfolge stattfinden oder ganz wegfallen. 1. Phase: Nach einem anfänglichen Augenblick des Schocks folgt häufig so etwas wie das Suchen nach dem verschwundenen Gefährten, quasi das Nichtwahrhabenwollen der veränderten Lebenssituation. 2. Phase: Die mit der Veränderung einhergehenden Gefühle lebt das hinterbliebene Tier individuell je nach Charakter und zuvor gemachten Erfahrungen aus. Folgende Verhaltensweisen können u.a. beobachtet werden: innerer Rückzug, Desinteresse, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, mangelnde Körperpflege, Schlafstörungen. Das Immunsystem arbeitet womöglich nur vermindert, weshalb wiederkehrende Infekte auftreten oder chronische Krankheiten sich verschlechtern können. 3. Phase: Nach und nach beginnt die trauernde Katze, die veränderte Lebenssituation inklusive der Abwesenheit des geliebten Sozialpartners zu akzeptieren. Es findet eine verstärkte Kontaktaufnahme zu den verbliebenen Gefährten statt und die Katze baut neue soziale Bindungen zu Mensch und Tier in ihrer Umgebung auf.

Haben Sie vielleicht einen Rat für unsere Leserinnen und Leser, wie man mit der Angst vor dem Tod des geliebten Haustiers am besten umgeht?

Nein, das habe ich nicht, ich glaube auch nicht, dass das geht – da gibt es kein Patentrezept. Es ist doch nur verständlich, dass ein jeder Angst vor dem Verlassenwerden, dem Alleinesein hat. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass der Tag des Abschiedes kommen wird. Das ist unumgänglich und liegt in der Natur der Dinge. Wichtig ist, vorher zu überlegen: Was mache ich, wenn mein Tier verstirbt, möchte ich es beerdigen? Es gibt ja auch Friedhöfe. Möchte ich eine Einäscherung, dann sollte die Art der Einäscherung und auch der Ablauf mit der Tierbestattung abgesprochen sein. Wenn all diese Dinge geklärt sind, dann kann ich mich zumindest auf das Verabschieden meines Tieres konzentrieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gemeinsames Trauern auch trösten kann. Bei meinem Pferd habe ich im Anschluss mit meinen Freunden und meiner Familie eine große Verabschiedung gefeiert. Wir haben Prada mit Blumen geschmückt, uns viele Geschichten aus der gemeinsamen Zeit erzählt, schöne wie auch traurige. Wir haben zusammen gelacht und sehr viel geweint. Ich habe sie berührt, liebkost, ihr alle Dinge erzählt, die mir noch auf dem Herzen lagen und wichtig waren – unter anderem, dass es einen Nachfolger, aber keinen Ersatz geben wird. Das macht das Herz doch etwas leichter.

Mehr Infos

Petra Wieneke ist am 26.06.1966 in Pforzheim geboren und lebt seit 1989 in Detmold, wo sie 2004 ihr Kleintierbestattungsunternehmen gründete. Eine 24h-Rufbereitschaft an sieben Tagen die Woche, eine einfühlsame Betreuung und Trauerbegleitung sowie eine familiäre Atmosphäre mit allen Leistungen aus einer Hand haben für sie oberste Priorität. Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie online unter www. kleintierbestattungenwieneke.de