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ABSOLUT gerade Baubretter selbst herstellen


FMT Extra - epaper ⋅ Ausgabe 20/2020 vom 20.12.2019

Ein gerades Baubrett ist die Basis für den Aufbau eines verzugsfreien Flugmodells. Früher verwendete ich als Baubrett eine mehrfach verleimte 15-mm-Tischler-Platte und störte mich oft daran, dass die Stecknadeln schwer einzustecken waren. Jetzt, nachdem ich wieder in den Holzmodellbau eingestiegen bin, musste ich mir ein neues Baubrett besorgen. Doch woher nehmen?


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Bildquelle: FMT Extra, Ausgabe 20/2020

FMT-EXTRA | BAUPRAXIS

Im Gespräch mit Peter Tescari, einem sehr erfahrenen Flugmodellbau-Konstrukteur und passionierten Holz-Modellbauer, bekam ich einen guten Tipp, den ich gerne weitergeben möchte. Er empfahl mir, als Baubrett ein mehrfach ...

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... verleimtes, 12 mm starkes Pappelholz zu nehmen. Im gut sortierten Baumarkt gibt es diese Holzart als Zuschnitt zu kaufen. Das Pappelholz hat gegenüber Sperrholz den großen Vorteil, dass es weicher ist und deshalb die Stecknadeln leichter aufgesteckt werden können. Und gegenüber den 20 mm starken Balsaholz-Baubrettern hat das Pappelholz den Vorteil, dass die Oberfläche robuster und dadurch langlebiger ist. Leider hat das weichere Pappelholz nicht nur Vorteile, sondern auch einen kleinen Nachteil: Pappelholz ist als Platte nicht verzugsfest. Dieser Nachteil ist jedoch gut zu beheben, indem wir das Baubrett mit einem 30 mm hohen, umlaufenden Rahmen versehen.

Welche Größe?

Bevor wir uns ein Baubrett kaufen, müssen wir zuerst die Größe festlegen. Diese bestimmt, wie groß die Modelle maximal sein dürfen, die darauf aufgebaut werden sollen. Bei mir war die Ka 6 von aero-naut mit 3,6 m Spannweite die Maßvorgabe. Ich wählte mit etwas Übermaß die Größe von 1.900×450 mm.

Beim Zuschnitt ist darauf zu achten, dass die Holzmaserung parallel zum Längenmaß verläuft, hier also parallel zu der Seite mit 1900 mm Länge. Trotz dieser Vorgabe sind die Platten durch die Lagerung oft leicht gewölbt. Denn wie sagte schon mein Vater, der Schreiner war: „Es gibt Buchhalter, aber keine Holzhalter“. Holz ist ein Werkstoff, der sich bei Feuchte und Wärme verziehen kann. Es gibt jedoch einen guten Weg, wie man ein leichtes und doch verwindungssteifes, planes Baubrett bekommt: Das Baubrett benötigt einen Rahmen.

Der Rahmen wird beim Verleimen mit Schraubzwingen gesichert und dann mit Spax-Schauben verschraubt.


Die Unterseite des Baubretts mit umlaufendem Rahmen und Diagonal-Verstrebung.


Durch den Versatz des Rahmens kann das Baubrett gut angehoben werden.


Wenn man Glück hat, bekommt man bereits vom Baumarktmitarbeiter 30 mm breite Leisten zugeschnitten (was er offiziell nicht darf). Wenn nicht, dann kauft man sich eine zusätzliche, passende Pappelholzplatte in gleicher Stäke mit Überlänge, aus der die Leisten geschnitten werden können. Dazu benötigt man in seiner Werkstatt eine Tischkreissäge mit Anschlag oder jemanden, der eine hat. Ich habe zwar eine Tischkreissäge, hatte jedoch das Glück, dass ich mir gleich 30 mm breite Leisten in Überlänge zuschneiden lassen konnte. Die Leisten in Überlänge sind wichtig, damit ich mir zusätzlich zum Rahmen noch eine diagonale Rahmenleiste zuschneiden kann.

Die Umsetzung

Ich kaufte mir im Baumarkt noch 3×25-mm-Spax-Senkkopfschrauben und wasserfesten Weißleim. Mehr braucht es nicht. In der Werkstatt angekommen, machte ich mich gleich ans Werk. Damit ich das Baubrett auf meinem Basteltisch gut greifen kann, habe ich mir überlegt, den Rahmen nicht zur Außenkante bündig, sondern 6 mm vom Rand versetzt zu positionieren. Auf der Oberseite des Baubretts zeichnete ich mir mit Bleistift das Positionsmaß für die Spax-Schrauben wie folgt an: Rahmenleistenmitte = 6 mm + Randabstand 6 mm = 12 mm Positionsmaß der Spax-Schrauben von der Außenkante der Platte gemessen. Damit stelle ich sicher, dass die Spax-Schrauben, die ich von oben durch die Platte schraube, in der Mitte der Rahmenleiste sitzen. Ich zeichnete mir zusätzlich noch, mit dem Meterstab eingemessen, eine Einteilung für die Spax Schrauben auf, damit diese im gleichmäßigem Abstand zueinander positioniert werden können. Die zwei Längsrahmen schnitt ich auf die Länge des Baubretts, abzüglich 2×6 mm = 12 mm Kantenabstand ab.

Jetzt legte ich mir die passenden Schraubzwingen zurecht, um die Rahmenleiste später auf dem Baubrett fixieren zu können. Die Rahmenleiste versah ich an der Hochkantseite mit einer Leimraupe und verstrich diese mit einem Holzabfallstück. Jetzt setzte ich die Leiste an der zuvor durch Bleistift markierten Position auf der Unterseite des Baubretts auf, richtete diese aus und fixierte sie mit drei Schraubzwingen an der Bauplatte.

Dann begann ich, die Spax-Senkkopfschrauben von oben mit meinem Bohrschrauber durch das Baubrett zu schrauben. Da das Pappelholz weich ist, ist kein Vorbohren notwendig. Dabei stellte ich die Rutschkupplung bei meinem Bohrschrauber so ein, dass die Spax-Senkkopfschrauben leicht vertieft positioniert wurden. Als ich mehrere Schrauben verschraubt hatte, löste ich die Schraubzwingen, um an diesen Stellen die noch fehlenden Spax-Schrauben einschrauben zu können. In gleicher Abfolge befestigte ich den zweiten Längsrahmen auf der gegenüberliegenden Seite. Jetzt musste ich nur noch die zwei kurzen Querrahmen einmessen, auf Länge absägen und in gleicher Weise verschrauben. Fertig war der Rahmen.

Die Diagonalverstrebung sorgt für ein verwindungssteifes, planes Baubrett.


Die Kontrolle mit dem Stahllineal zeigt, dass das Baubrett in allen Richtungen plan liegt.


Die aufgenadelte linke Flächenhälfte der Ka 6 von aero-naut. Der Bauplan wurde zuvor mit einer Folie abgedeckt.


Zusätzliche Verstrebung

Bereits jetzt liegt das Baubrett schon exakt plan. Damit das Baubrett verwindungssteif wird, bedarf es einer diagonal verlaufenden Verstrebung. Da diese Leiste jedoch länger sein muss als die Längsleisten, war es wichtig, dass ich mir die Leisten auf eine größere Länge zuschneiden ließ. Will man es perfekt machen, dann sägt man die diagonale Leiste auf Gehrung ab, damit diese genau im Winkel der Rahmen bündig anliegt. Falls man nicht die technischen und handwerklichen Möglichkeiten hat, kann auch diese Leiste rechtwinklig abgesägt werden. Für die Verwindungs-und Verzugsfestigkeit ist es wichtig, dass die diagonale Leiste ebenfalls stirnseitig verleimt und mit Spax gesichert wird. Auch hier ist wichtig, dass die Mitte der verlaufenden Holzleiste exakt mit Bleistift auf der Oberseite angezeichnet wird, damit die Spax-Schrauben die Leiste nicht verfehlen.

Ist man mit Säge und Bohrschrauber ausgestattet, zimmert man sich an einem Vormittag ein leichtes und trotzdem stabiles Baubrett. Wichtig: Das Baubrett sollte immer in trockenen Räumen gelagert und nicht belastet werden, damit es sich nicht verzieht, denn ein plan liegendes Baubrett ist die Grundlage für einen exakten, verzugsfreien Aufbau von Tragflächen, Leitwerken und Rümpfen.

Noch ein Tipp zur Pflege: Ich tape zuerst meinen Bauplan auf das Baubrett und lege darüber eine transparente Folie, die ebenfalls angeklebt wird, das kann auch ein transparentes Drachenpapier sein. Damit verhindere ich, dass herabtropfender Leim die Oberfläche meines Bauplans und die des Baubretts beschädigt.

Inzwischen habe ich mir noch ein zweites Baubrett in gleicher Bauweise gezimmert, da ich für den Bau der großen Zlin, bedingt durch die große Flächentiefe, ein breiteres Baubrett benötigte. Ich habe nun den Vorteil, dass ich, wenn z.B. die Verklebungen der Fläche auf dem einen Baubrett trocknen, auf dem zweiten Baubrett am Rumpf weiterbauen kann. Zugegeben, da benötigt man genügend Platz. Aber auch für die Modellflieger, die nicht so viel Platz zum Bau Ihres Modells zur Verfügung haben, bietet so ein Baubrett die Möglichkeit, dass eine aufgenadelte Flächenhälfte sicher zum Trocknen zum Beispiel auf den Schrank gestellt werden kann.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Bau und Flug Ihres nächsten Flugmodells und hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Bericht ein paar praxiserprobte Anregungen geben konnte.