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Achtung, Baby isst mit!


ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern - epaper ⋅ Ausgabe 10/2008 vom 01.08.2008

Vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung ist während der Schwangerschaft besonders wichtig, denn nur so kann man sicher sein, dass das Kind im Bauch mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.


Artikelbild für den Artikel "Achtung, Baby isst mit!" aus der Ausgabe 10/2008 von ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Kompakt Kinder & Eltern, Ausgabe 10/2008

An Würstchen und Kotelett konnte die 26-jährige Theresa schlecht vorbei gehen. Bis sie schwanger wurde. „Plötzlich war mir so viel Fleisch zuwider“, erinnert sie sich. Stattdessen gelüstete es sie nach bisher verpöntem Grünzeug. „Mein Körper hat mir gezeigt, was ich brauche“, ist die junge Mutter überzeugt.

Nicht immer wandeln sich die Essensvorlieben in der Schwangerschaft auf so sinnvolle Weise. Doch viele ...

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... werdende Mütter stellen fest, dass ihr Geruchsund Geschmackssinn besonders empfindlich ist und sich der Geschmack verändert. Wenn dadurch der Speisezettel größer wird: umso besser. Denn je abwechslungsreicher die Kost, desto geringer das Risiko, dass Mutter und Kind wesentliche Nährstoffe fehlen. Denn das sollte sich die werdende Mutter bewusst machen: Bei allem, was sie zu sich nimmt, hat sie einen „Mitesser“. Wie sie sich ernährt, hat Einfluss auf die Entwicklung und die Gesundheit des ungeborenen Kindes.

Gesundes für zwei. Vitamin- und mineralstoffreiche Kost ist genau das Richtige für Mutter und Kind.


Bunt und gesund sollte der Essensplan sein. Also besser Finger weg von süßen, salzigen oder fettigen Fertiggerichten und Snacks. Stattdessen kommen viel frisches Gemüse, Obst und Vollkornprodukte auf den Tisch. Fleisch und Fisch sollten in Maßen verzehrt werden und Süßigkeiten nur ab und zu. Kein Unterschied also zur ganz normalen vollwertigen Ernährung.

Nicht für zwei essen

Allerdings bleibt in der Schwangerschaft nicht alles gleich. Dass man nicht „für zwei“ futtern sollte, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Aber 250 Kilokalorien pro Tag mehr dürfen es schon sein, und zwar von Beginn der Schwangerschaft an, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Energiebedarf individuell verschieden ist. Erfahrungsgemäß benötigen die meisten Frauen erst nach dem vierten Monat diese Zulage. Viel ist es ohnehin nicht: Schon mit einem kleinen Stück Obstkuchen hat man das empfohlene Plus an Kalorien intus. Wer viel mehr zu sich nimmt, riskiert Übergewicht, und damit sind Gesundheitsrisiken wie Diabetes oder Bluthochdruck verbunden. Beides kann sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Wer ständig Hunger hat, sollte auf fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten pro Tag umsteigen. So vermeidet man Hungerattacken und die kleinen Portionen sind leichter verdaulich – das beugt obendrein Schwangerschaftsübelkeit vor.

Natürlich ist die Schwangerschaft auch keine Zeit für Diäten. Wer darbt oder sich einseitig ernährt, riskiert eine Unterversorgung des Ungeborenen. Untersuchungen zeigen außerdem, dass bei Normalgewichtigen das Risiko für Komplikationen während der Schwangerschaft am geringsten ist. Wie viel man während der neun Schwangerschaftsmonate zunimmt, hängt von individuellen Faktoren ab, nicht zuletzt vom Ausgangsgewicht.

Vollkornprodukte wirken sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus und geben Kraft.


Fett und Kohlenhydrate: kein Mehrbedarf

Der Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist während der Schwangerschaft erhöht. Die Kunst besteht allerdings darin, diesen Mehrbedarf zu decken, ohne die Kalorienzufuhr in die Höhe zu treiben.
Fett: Ein Plus an Fett brauchen werdende Mütter nicht. Bevorzugen sollte man pflanzliche Fette und Öle sowie ungesättigte Fettsäuren, die der Körper für verschiedene Stoffwechselprozesse braucht. Sie kommen besonders reichlich in Raps- oder Sojaöl vor. Bei tierischen Fetten hingegen ist Zurückhaltung angeraten. Um überflüssiges Fett zu vermeiden, sollte man zu mageren Fleisch- und Käsesorten greifen.
Kohlenhydrate: Auch hier gibt es keinen höheren Bedarf, aber auf die Zusammensetzung kommt es an. Langkettige Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel langsam und kontinuierlich ansteigen lassen, sind wertvoll für die Ernährung. Sie kommen zum Beispiel in Vollkornprodukten vor. Hingegen sollten Süßigkeiten maximal zehn Prozent der Kohlenhydrate stellen.

Davon darf es etwas mehr sein

Eiweiß: Schwangere haben ab dem vierten Monat einen etwas höheren Bedarf an Eiweiß, da es für den Aufbau von Körpersubstanz des Kindes benötigt wird. Damit das Baby wächst und gedeiht, ist dabei eine Steigerung der täglichen Proteinzufuhr von zehn Gramm ausreichend. Insgesamt kommt man mit knapp 60 Gramm Protein pro Tag hin, diese Menge ist zum Beispiel schon in 270 Gramm Putenschnitzel enthalten. Obwohl tierisches Eiweiß in Fleisch, Fisch und Eiern hochwertiger ist als pflanzliches, sollte tierisches Protein nicht mehr als die Hälfte der Eiweißzufuhr ausmachen, da es gleichzeitig meist viel Fett enthält. Als Proteinlieferanten eignen sich Milch und Milcherzeugnisse, Seefisch und Vollkornprodukte.

Kompakt

Vegetarierinnen sollten Mangel vorbeugen
Wer sich fleischfrei ernährt, nimmt unter Umständen zu wenig Eiweiß und Eisen auf und hat einen Mangel an bestimmten B-Vitaminen. Aber auch mit pflanzlichen Produkten kann man den Bedarf an diesen lebenswichtigen Stoffen decken. B-Vitamine sowie Eisen finden sich zum Beispiel in Vollkornprodukten. Damit der Körper dieses pflanzliche Eisen gut verwerten kann, sollte man Vitamin-C-reiches Obst oder Gemüse dazu essen, wie rote Paprika oder Zitrusfrüchte. Schlecht für die Eisenaufnahme ist schwarzer Tee, der als „Eisenfresser“ gilt. Einen Eiweißmangel brauchen Vegetarierinnen nicht zu befürchten, wenn sie häufig Milch und Milchprodukte verzehren.

Foto: kjetilv/sxc.hu

Allergenarme Kost nicht nötig

Schwangere brauchen sich nicht allergenarm zu ernähren, wenn sie einer Allergie ihres Babys vorbeugen wollen, schreibt das Fachblatt Pädiatrische Allergologie. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es etwas nutzt, wenn Schwangere zum Beispiel auf Kuhmilch, Nüsse oder Eier verzichten. Vielmehr drohen Mängel durch unausgewogene Ernährung. Ausnahmen gelten natürlich für werdende Mütter, die aufgrund einer eigenen allergischen Erkrankung Diät einhalten müssen.

Ganz schlechte Angewohnheit. Mit dem Rauchen sollten besonders Schwangere umgehend aufhören.


Foto: irisblende.de

Diese Lebensmittel besser meiden

Bei folgenden Lebensmitteln können Gefahren für Mutter und Kind durch Belastung mit Keimen und Krankheitserregern drohen:
• Vorgefertigte Salate
• Rohmilch und Rohmilchprodukte (z. B. Milch direkt vom Bauern)
• Rohes und nicht durchgegartes Fleisch bzw. Fleischerzeugnisse (z. B. Mett, blutiges Steak)
• Leber (Schadstoffbelastung, zu viel Vitamin A)
• Roher und geräucherter Fisch (z. B. Sushi, Räucherlachs)
• Rohe Eier und Speisen mit rohem Ei (z. B. Mayonnaise, Tiramisu)
• Rohes, ungewaschenes Obst und Gemüse

Mineralstoffe und Spurenelemente: Der Bedarf an Calcium, Magnesium und Jod ist in der Schwangerschaft etwas erhöht, Eisen braucht die Schwangere mit 30 Milligramm (mg) pro Tag sogar doppelt so viel wie sonst. Auf den Speiseplan gehören reichlich Milch und Milchprodukte sowie Nüsse für die Calciumzufuhr, eisenreiche Gemüsesorten wie Broccoli und Paprika, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Wer zu diesem Essen ein Glas Orangensaft trinkt, verbessert die Verfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Ein bis zwei Mal pro Woche Seefisch und der Gebrauch von jodiertem Speisesalz empfiehlt die DGE, um Jodmangel vorzubeugen.
Vitamine: Auch Vitamine brauchen werdende Mütter etwas mehr als sonst. Bei den meisten Vitaminen liegt der Bedarf nur etwas über dem Normalwert. Deshalb gilt auch hier: Viel frisches Obst und Gemüse essen, aber auch Milch und Milchprodukte, Vollkorn und hin und wieder Fleisch auf den Tisch bringen, um das gesamte Vitaminspektrum abzudecken. Vorsicht geboten ist bei Vitamin A: Zu viel davon kann zu Missbildungen des Säuglings führen. Deshalb sollten Schwangere auf Leber verzichten, denn sie ist besonders reich an Vitamin A. Unbedenklich und keinen Einschränkungen unterworfen ist hingegen der Verzehr von Provitamin A, auch als Betacarotin bekannt. Es kommt vor allem in Karotten vor.

Folsäure: Ein Sonderfall im Vitaminbouquet. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an diesem Vitamin der B-Gruppe doppelt so hoch wie sonst. Folsäure spielt im Stoffwechsel eine wichtige Rolle und ist zusammen mit B12 an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt. Folsäure kann das Ungeborene vor Neuralrohrdefekten wie dem offenen Rücken bewahren.

Studien des Robert-Koch-Instituts zeigten, dass lediglich ein Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter Folsäure in ausreichender Dosierung zu sich nimmt. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt 0,4 Milligramm pro Tag. Dadurch lässt sich das Risiko von Fehlbildungen um bis zu 75 Prozent senken. Diesen Bedarf an Folsäure kann man selbst durch gesunde Ernährung nicht decken. Zwar ist das Vitamin zum Beispiel in Grünkohl, Rosenkohl und Kichererbsen enthalten. Aber der Körper kann nur einen Teil dieser Folsäure verwerten, und durch Erhitzen wird das wertvolle Vitamin leicht zerstört.

Genussmittel – in Maßen oder gar nicht

Genussmittel können dem Ungeborenen gerade in den ersten Schwangerschaftswochen schaden, denn in dieser Zeit bilden sich die Organe.
Kaffee & Co.: Zu viel Koffein kann sich negativ auf das Geburtsgewicht auswirken und das Risiko einer Frühgeburt erhöhen. Die kritische Grenze liegt bei ungefähr 300 Milligramm (mg) Koffein pro Tag. Das entspricht drei Tassen Kaffee. Schwarzer oder grüner Tee enthält 20 bis 50 mg pro Tasse, Cola 30 bis 70 mg pro Glas.
Alkohol: Darauf sollten werdende Mütter verzichten. Auch geringer und unregelmäßiger Alkoholkonsum kann sich negativ auf die Entwicklung des Embryos auswirken.
Rauchen: Wer während der Schwangerschaft raucht, vergiftet sein Kind. Das im Rauch enthaltene Kohlenmonoxid verringert den Sauerstoffgehalt im Blut. Folge: Der Embryo leidet unter Sauerstoffmangel. Giftige Inhaltsstoffe wie Blei, Arsen, Blausäure und Kadmium werden ungefiltert ans Baby weitergegeben. Raucherinnen haben mehr als doppelt so häufig Frühgeburten wie nicht rauchende Mütter. Kinder, die schon vor der Geburt mitrauchen müssen, haben ein erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken, und bleiben in ihrer geistigen Entwicklung zurück.