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Ackerlspitze: Wilde Wege: Ackerlspitze (2329 m) Mit Anspruch und Aussicht


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 17.08.2019

Im Wilden Kaiser gibt es viele empfehlenswerte Gipfel und Wege. Eine besonders reizvolle, weil wenig begangene Tour: nordseitig hinauf zur Ackerlspitze. Der anspruchsvolle und durchaus wilde Aufstieg auf den zweithöchsten Gipfel im Kaisergebirge wird mit einem grandiosen Ausblick belohnt.


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Bildquelle: Bergsteiger - Das Tourenmagazin, Ausgabe 9/2019

Nach dem abwechslungsreichen Aufstieg liegt einem fast der komplette Kaiser zu Füßen.


Wild Card

Die Ackerlspitze vom Kaiserbachtal via Kleines Griesner Tor und die Nordwestflanke auf den Gipfel ist eine technisch und konditionell anspruchsvolle Bergtour, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt.

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Kletterkönnen

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Kondition

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Ausgesetztheit

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Einsamkeit

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Ein schöner Herbsttag. Wie so oft zieht es uns dorthin, wo es so unzählig viele Möglichkeiten gibt, einen Bergtag der Extraklasse zu verbringen: ins Kaisergebirge. Aufbruch in die Tiroler Griesenau, ins Kaiserbachtal zur markanten Nordseite des Wilden Kaisers, wo sich im Vergleich zur Südseite der touristische Rummel auch an einem schönen Wochenendtag noch in Grenzen hält. Und wer dann nicht dem Gros der Wanderer und Bergsteiger folgt, welches vom Parkplatz an der Griesner Alm (1024 m) auf dem beschilderten und gut ausgebauten Weg hinauf zum Stripsenjochhaus unterwegs ist, kann hier noch echte Bergeinsamkeit in imposanter Kulisse genießen.

Kaiserliche Gipfelparade

Wir starten vom Parkplatz an der kleinen, feinen Fischbachalm und queren auf die gegenüberliegende Bachseite, wo ein breiter Weg an einer Gedenkstätte für Bergtote sowie an einem etwas künstlich wirkenden Kinderthemenweg vorbeiführt. Gegenüber der Latschenbrennerei zweigt ein ausgeschilderter Steig (816/816b) nach links in den Wald in Richtung Lärcheggspitze (2133 m) und zur Fritz-Pflaum-Hütte (1868 m) ab. Zuerst über einen schönen Waldpfad, dann steiler ansteigend geht es hinauf. Wir queren kleine Geröllfelder, bis wir zu einer Steilstufe gelangen, die mit Stahlseilen abgesichert ist. Der Fels ist hier rutschig, Trittsicherheit und Konzentration sind angesagt. Eine gute Einstimmung auf das, was weiter oben noch kommen soll. Aufgemalte Markierungen an den Felsen geben Orientierung, außer uns ist bisher kein Mensch unterwegs. Weiter oben queren wir Schuttbänder und Latschengelände, bis wir an die Sockelfelsen des Lärchegg gelangen. Ein schmaler Pfad führt durch das Schuttband nach oben bis ins Kleine Griesner Tor zwischen Lärchegg im Osten und Mitterkaiser im Westen. Ein kurzes Innehalten, um das Panorama zu genießen: Im Norden auf dem gegenüberliegenden Bergrücken grüßt in der Sonne der Feldberg, im Südwesten die kaiserliche Gipfelparade mit Regalpspitze, Kleinem Törl, Törlspitze, Vorderer und Hinterer Goinger Halt.

Weiter geht es in freiem, wenig steilem Gelände hinauf in den ebenen Boden des Kleinen Griesner Kars. Viele Steinmännchen weisen den Weg über ein Schuttfeld in einen wenig ausgeprägten Sattel. Von dort geht es in stetigem Auf und Ab über das Wiesen- und Schrofengelände des Kars. Auf etwa 1800 Metern verzweigt sich dann der eigentliche Weg. Der Pfad führt gen Westen weiter zur unbewirtschafteten Fritz-Pflaum-Hütte, die sich hinter einem Hügel verbirgt. Die Schutzhütte der DAV-Sektion Bayerland wurde 1912 zu Ehren von Fritz Pflaum, des 1908 am Mönch im Berner Oberland verunglückten Bayerländer Alpinisten und Liebhaber des Wilden Kaiser, errichtet. Der anspruchsvolle Weg über die Nordwestflanke hinauf zur Ackerlspitze führt hier links hinauf und dauert nochmals knapp zwei Stunden. Wir nehmen aber schon einige Höhenmeter weiter unten einen Abkürzer und steigen in freiem Gelände geradeaus hinauf zum Pfad, der zur Ackerlspitze führt.

Die Kletterei ist nur bei trockenen Bedingungen zu empfehlen.


Einsames Bergglück am zweithöchsten Gipfel des Wilden Kaiser


Schuttfelder erleichtern am Ende der langen Tour den Abstieg.


Zeit, den Helm aufzusetzen. Das Gelände wird jetzt immer schroffer und felsiger.


Hände an den Fels

Zeit, den Helm aufzusetzen. Das Gelände wird jetzt immer schroffer und felsiger. Wir steigen durch ein riesiges Schuttkar. Im Kar geht es steil bergauf, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden hier zum Muss. Ebenso höchste Vorsicht vor Steinschlag, sollten andere Bergsteiger weiter oben oder unten unterwegs sein. Jetzt wird auch klar, warum überall dringend empfohlen wird, den Aufstieg nur bei trockenen Verhältnissen anzugehen. Das eine oder andere Totentaferl im Fels lässt einen nachdenklich werden und wir wundern uns deshalb umso mehr, als wir hier dann doch auf einen älteren Bergsteiger treffen, der alleine unterwegs ist und auch schon ziemlich am Ende seiner Kräfte zu sein scheint. Hilfe braucht er aber keine und umdrehen will er auch nicht, sagt er. Wir behalten ihn so lange wie möglich im Auge.

Der Weg hinauf zum mit 2329 Metern zweithöchsten Gipfel des Wilden Kaiser zeigt sich jetzt sehr abwechslungsreich und wird seinem wilden Anspruch gerecht. Immer öfter kommen die Hände zum Einsatz und etliche Kletterstellen (bis II UIAA) sind zu meistern. Die Route ist zwar bis hinauf zum Gipfel markiert, aber man sollte die Augen schon offenhalten, um sich nicht zu versteigen. Nach guten dreieinhalb Stunden erreichen wir den Gipfel, den wir anfangs noch ganz für uns allein haben, bis ein paar andere Bergsteiger von der Südseite heraufkommen.

Wir genießen den grandiosen Ausblick auf das gesamte Kaisergebirge, auf die Orte Going, Ellmau und Scheffau im Süden und die ferne Heimat im oberbayerischen Inntal im Norden und blättern ein wenig im alten, von der Edelweißgilde Kitzbühel aufgelegten Gipfelbuch. Eine kurze Brotzeit und wir machen uns gestärkt an den Abstieg, vor dem ich vor allem im oberen Drittel gewaltigen Respekt habe. Ruhig bleiben und sich auch nicht von anderen Bergsteigern auf der Strecke stressen lassen, die dann halt einfach mal warten müssen, bis man eine heikle Passage gemeistert hat, sage ich mir. Sicherheit hat oberste Priorität und kleine Unaufmerksamkeiten könnten in diesem Gelände böse Folgen haben. Wir überlegen kurz, jetzt über die Fritz- Pflaum-Hütte und durch das Griesner Kar am Großen Griesner Tor westseitig des Mitterkaiser in Richtung Griesner Alm abzusteigen, bleiben aber dann doch auch bergab auf unserer eher einsamen und wilden Aufstiegsroute und haben beim Abrutschen der einzelnen Schuttfelder am Ende dieser langen Tour noch jede Menge Spaß.

Der Kaiser gehört zu den Lieblingsgebirgen vonPetra Rapp . An die Ackerlspitze hatte sie sich bisher noch nicht getraut. Umso schöner, dass sie nun ihr Sohn dabei begleitet hat.

ACKERLSPITZE (2329 M)

Lang und wild, einsam und aussichtsreich

Charakter: Eine lange, fordernde, aber landschaftlich extrem reizvolle Tour auf einsamen Pfaden. Die Tour verlangt hohe Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und sollte nur bei trockenen Verhältnissen begangen werden.
Ausgangs- und Endpunkt: Kaiserbachtal, Parkplatz Fischbachalm (860 m)
Einkehr/Übernachtung: Griesner Alm, Fischbachalm
Karte: Alpenvereinskarte 1:25 000, Nr. 8 »Kaisergebirge«
Route: Parkplatz Fischbachalm – Kleines Griesner Tor – Kleines Griesner Kar – Nordwestflanke Ackerlspitze – Ackerlspitze – Kleines Griesner Kar – Kleines Griesner Tor – Parkplatz Fischbachalm
Tourenkarte Heftmitte: 11

Spannend: Blättern im alten Gipfelbuch


Fotos: Valentin Rapp, Petra Rapp

Fotos: Valentin Rapp (2), Petra Rapp (1)