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Ängstliche Katze


Pets - Dein Haustier-Ratgeber - epaper ⋅ Ausgabe 1/2021 vom 20.04.2021

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Bildquelle: Pets - Dein Haustier-Ratgeber, Ausgabe 1/2021

VERSTECKT unter einer Decke lässt sich die Umgebung sicher beobachten

Unsere Welt ist voller Reize. Wie eine Katze darauf reagiert, bestimmt eine ganz frühe Zeit in ihrem Leben. Die ersten sieben Lebenswochen sind der Zeitraum der Sozialisierung gegenüber Menschen, Artgenossen, anderen Tieren und der Gewöhnung an die Umwelt. Das heißt: Erfahrungen, die Katzen in dieser Zeit sammeln, werden sie ihr ganzes Leben lang prägen. Findet in dieser Zeit kein Kontakt mit Menschen statt oder erlebt sie sogar negative Dinge, wird sie später nur noch schwer Vertrauen zu Menschen fassen.Verantwortungsvolle Katzenzüchter versuchen deshalb, Katzenjunge in dieser so wichtigen Lebensphase behutsam an verschiedene Alltagssituationen, Alltagsgegenstände, andere Tiere und Menschen zu gewöhnen. Ob Staubsauger, Fön oder laute Küchengeräte – was bekannt ist und als harmlos eingestuft wurde, macht später keine Angst mehr. Ebenso verhält es sich ...

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... mit Artgenossen. Junge Katzen sind sehr kontaktfreudig. Werden soziale Kontakte mit Artgenossen positiv verstärkt, wird sich die Katze zu einem sozialen Tier entwickeln. Doch wenn die Sozialisierungsphase nicht optimal verlief und die Katze nun Ängste hat, was dann?

WIE ZEIGT EINE KATZE ANGST?

Zunächst einmal ist Angst eine biologisch sinnvolle Emotion, um das Überleben in gefährlichen Situationen zu sichern. Wird eine Katze jedoch ständig mit angsteinflößenden Situationen konfrontiert, kann diese Belastungssituation für sie auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Angefangen von der Futterverweigerung, weil sich die verängstigte Katze nicht unter dem Sofa hervortraut, kann Angst auch zu Durchfall und Erbrechen führen. Auch Markierverhalten und Unsauberkeit können auf eine Angstproblematik hindeuten. Eine Katze, die gern fliehen möchte, aber daran gehindert wird, kann Aggressionen zeigen. Körpersprachliche Anzei-chen von Angst sind eine geduckte Körperhaltung, langsame Bewegungen, zur Seite gedrehte Ohren, erweiterte Pupillen und ein eng am Körper gehaltener Schwanz, der auch zwischen den Beinen eingezogen sein kann. Die Katze macht sich klein und möchte am liebsten nicht gesehen werden. Nach Möglichkeit wird sie sich verstecken. Kommt man ihr trotzdem zu nah, kann sie knurren, fauchen, spucken oder kratzen. In extremen Angstsituationen kann es zum spontanen Absetzen von Kot und Urin kommen.

ANGST VOR GERÄUSCHEN

Die Geräuschangst kann sich auf einen bestimmten Laut beziehen oder die Katze ist generell geräuschempfindlich. Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Katze ängstlich auf Geräusche reagiert. Wie bei der Angst vor Menschen, sind die ersten Lebenswochen entscheidend. Katzen, die geräuscharm aufwachsen, die Geräusche also nicht in der Prägephase kennengelernt haben, werden später eher Probleme damit haben. Wenn bereits die Mutterkatze Geräuschangst hat, lernen die Kleinen ebenfalls, empfindlich darauf zu reagieren. Letztlich können auch traumatische Erfahrungen, zum Beispiel die Explosion eines Silvesterböllers ganz in der Nähe, zu Ängsten führen. Eine wirkliche Therapie ist schwierig. Mit Audio- Aufnahmen von Gewitter und Feuerwerk kann versucht werden, die Katzen allmählich an die Geräusche zu gewöhnen. Ansonsten sollte Katzen immer ein möglichst ruhiger Rückzugsraum angeboten werden. Freigänger bleiben an Silvester oder bei schweren Gewittern besser im Haus. Pheromon-Zerstäuber können zusätzlich zur Stressreduktion beitragen.

VERTRAUEN AUFBAUEN

Wer eine ängstliche Katze, zum Beispiel aus dem Tierheim, aufnehmen möchte, sollte ihr zunächst einen eigenen Raum im neuen Zuhause anbieten. Dort kann sie zur Ruhe kommen. Erste Annäherungen können beim Füttern erfolgen. Möchte eine Katze nicht fressen, sollten verschiedene Futtersorten ausprobiert werden und sie auch damit alleine gelassen werden, damit sie in Ruhe fressen kann. Wenn sich die Katze versteckt, kann man ihr das Futter zunächst in ihr Versteck stellen. Eine Katze muss jeden Tag Futter zu sich nehmen. Bei längerer Futterverweigerung kann es zur akuten Leberverfettung kommen. Rückzugsmöglichkeiten wie Höhlen, Kartons oder auch erhöhte Liegeplätze bieten Katzen Sicherheit. Die selbstgewählten Rückzugsorte sollten unbedingt respektiert werden. Sich mit einigem Abstand auf den Boden setzen und mit sanfter Stimme sprechen, ist ein erster Schritt zur Kontaktaufnahme. Auf keinen Fall sollte die Katze angestarrt werden. Das empfinden die Tiere generell als Bedrohung. Ein langsames freundliches Blinzeln hingegen signalisiert, dass man ihr wohlgesonnen ist. Noch schneller lässt sich eine vertrauensvolle Bindung aufbauen, wenn der neue Halter mit der Katze im selben Raum schläft. Eventuell kommt sie während der Nacht sogar, um vorsichtig an ihrem neuen Menschen zu schnuppern. Wenn die erste Angst verflogen ist, kann versucht werden, mit besonderen Leckerchen die Katze zu sich zu locken. Gelingt das, eignen sich Spielangeln, um mit etwas Abstand ein Spiel zu beginnen. Die Bewegungen sollten dabei nicht hektisch sein. Das Spiel sollte immer mit einem Erfolgserlebnis, also dem Erhaschen der „Beute“, beendet werden. Im nächsten Schritt kann der Besitzer der Katze langsam eine Hand entgegenstrecken. Bleibt die Katze ohne Anzeichen von Angst in der Nähe, darf sie vorsichtig, zunächst am Kopf, gestreichelt werden. Niemals sollte eine Katze zu etwas gezwungen werden. Das Tempo der Annäherung entscheidet immer die Katze.