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ÄTHERISCHE ÖLE BEIM PFERD: Eine dufte Sache


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 110/2018 vom 22.10.2018

MittelsÄTHERISCHEN ÖLENdie Kraft der Natur nutzen – klingt erstmal gut und kann bei einigen Problemen und Krankheiten hilfreich sein. Aber diese Substanzen sind hochkonzentriert. Falsch angewendet können sie auch schaden


Artikelbild für den Artikel "ÄTHERISCHE ÖLE BEIM PFERD: Eine dufte Sache" aus der Ausgabe 110/2018 von St.GEORG. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Viele Kräuter haben eine bestimmte Wirkung, die man z.B. über ätherische Öle nutzt.


Foto: Fotolia

Wir finden sie in den unterschiedlichsten Produkten: in Parfüms, in Ölen für Duftlampen, aber auch in Lutschtabletten, um Halsschmerzen zu lindern oder in Mundspülungen, um gegen Entzündungen anzugehen. Und wer gerne Tee trinkt, dem steigen sie nach dem Aufbrühen ebenfalls in die Nase. ...

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... Ätherische Öle stecken in verschiedensten Pflanzen und werden für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt. Wer sich schon einmal mit der Aromatherapie beschäftigt hat weiß, dass Lavendel beruhigend wirkt und Zitronenduft die Laune verbessern soll. Aber wie funktioniert das? Und geht das auch bei Pferden?

LAVENDEL GEGEN STRESS

Beim Einatmen von ätherischen Ölen gelangen deren Wirkstoffe in den Blutkreislauf. Kommen die Duft-Informationen über die Sinneszellen der Nase im Gehirn an, wirkt sich das auf Gefühle, das vegetative Nervensystem, die Hormon-Produktionund das Immunsystem aus. Dass sich damit sogar Stress bei Pferden reduzieren lässt, zeigen zwei amerikanische Studien. Eine Studentin des Albion College in Michigan testete, wie sich Pferde während eines Transports im Pferdeanhänger verhalten, wenn sie Lavendel-Öl einatmen – Lavendel ist bekannt dafür, dass es entspannen und Stress reduzieren soll. Acht Pferde wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und 15 Minuten lang transportiert: Bei der einen Hälfte wurde Wasser in den Anhänger gesprüht, bei der anderen eine mit Lavendel-Öl versetzte Diffusions-Lösung. Nach der Fahrt wurden der Herzschlag und der Kortisol-Spiegel im Blut gemessen, was Aufschlüsse über die Stressbelastung liefern kann. Beide Werte waren bei den Pferden niedriger, die Lavendel eingeatmet hatten. Auch bei extremem Lärm hilft Lavendel – das zeigte die andere Studie, die mit sieben Pferden an der Louisiana McNeeseState University durchgeführt worden war. Wieder in zwei Gruppen aufgeteilt, wurden die Tiere Stress ausgesetzt – in diesem Fall einem lauten Signalhorn – und danach Herzschlag und Atemfrequenz gemessen. Eine Hälfte der Pferde wurde danach einer Aromatherapie unterzogen, einer Mischung aus feuchter Luft mit ätherischem LavendelÖl. 15 Minuten Aromatherapie reichten aus, um den Herzschlag zwischen Stress- und Erholungsphase deutlicher zu senken.

Wissenschaftlich belegt: Mit Lavendel-Öl lässt sich bei Pferden Transportstress reduzieren.


NATÜRLICH HOCHKONZENTRIERT: KRÄUTER ODER ÄTHERISCHES ÖL?

Je nach Feinheit ergeben 60 bis 150 Kilogramm Lavendel einen Liter Öl.


Foto: Fotolia

Der wohl wichtigste Unterschied von Kräutern und ätherischen Ölen: Ätherische Öle sind hochkonzentriert – das kann unter Umständen zu stark sein. Sie müssen verdünnt werden (z.B. ein Tropfen auf ein Glas Wassser bei innerlicher Anwendung). Wie hochkonzentriert diese Öle sind, zeigt sich bei der Herstellung: Um z. B. einen Liter ätherisches Kamille-Öl herzustellen, benötigt man etwa 300 Kilogramm Kamille. Ätherische Öle kann man in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder im Internet kaufen. Gute Öle werden als 100 Prozent reines ätherisches Öl gekennzeichnet und tragen sowohl den deutschen als auch den lateinischen Namen der Pflanze. Ursprungsland der Pflanze, Anbauweise, verwendete Pflanzenteile, Gewinnungsverfahren, genaue Füllmenge, Sicherheitshinweise und Mindesthaltbarkeitsdatum sollten ebenso angegeben sein. Wer sich mit ätherischen Ölen nicht auskennt, sollte die innerliche Anwendung einem Fachmann überlassen oder auf Kräuter zurückgreifen, die schonender wirken. Manche ätherische Öle sind dopingrelevant (ADMR-Liste www.pferd-aktuell.de).

ACHTUNG: ÄTHERISCHE ÖLE KÖNNEN REIZEN

Thymian hilft gegen Husten.


Foto: Kathmann

Ätherische Öle müssen stark verdünnt werden, da sie Haut und Schleimhäute reizen bzw Allergien auslösen können. Manche Öle dürfen auf keinen Fall in die Nähe von Augen, Nüstern oder Maul gelangen.

ÄTHERISCHE ÖLE BEI HUSTEN

Für Hustenpferde gibt es viele Produkte auf dem Markt, die mit Kräutern oder ätherischen Ölen arbeiten – sei es als Stallspray oder in speziellem Zusatzfutter, das die Atemwege freihalten soll. Thymian, Schwarzkümmel, Anis, Fenchel Süßholzwurzel sind nur einige der Pflanzen, die zum Einsatz kommen und in ihrer Kombination Schleim lösen, Hustenreiz lindern und die Abwehr stärken sollen. Aber Achtung: Thymian ist dopingrelevant. Bei trächtigen Stuten sollte kein Schwarzkümmel verwendet werden. Eine Studie der Universität Wien mit Hunden und Katzen zeigte, dass Ergänzungsfutter auf Pflanzenbasis mit ätherischen Inhaltsstoffen unter anderem das Immunsystem unterstützt und Keime hemmt – verwendet wurden Anis und Fenchelfrüchte sowie Thymianblätter.

Gute Erfahrungen hat Tierheilpraktikerin Ute Ochsenbauer mit Eukalyptus-Öl gemacht. Sie mischt einen Tropfen dieses Öls mit einem Glas Wasser und kippt diese Mischung übers Futter, um bei Pferden mit chronischem Husten den Schleim zu lösen. Das klappt natürlich nur, falls und solange das Pferd dieses Öl fressen mag, denn es schmeckt sehr intensiv.

Vom Inhalieren mit ätherischen Ölen raten sowohl die Tierheilpraktikerin als auch die von uns befragten Tierärzte ab (siehe Kasten oben). Auch wenn es beim Menschen hilfreich sein kann, so lässt sich diese Erkenntnis nicht auf Pferde übertragen, da ihre Schleimhäute ganz anders reagieren.

PROF. DR. KERSTIN FEY

Fachtierärztin Innere Medizin, Klinik f. Pferde, Innere Medizin, Justus-Liebig-Uni Gießen

„Es gibt keine Studien beim Pferd darüber, ob/ bzw. wie ätherische Öle beim Inhalieren wirken. Das angenehme oder hilfreiche Gefühl, dass wir Menschen haben, wird einfach auf das Pferd übertragen. Aber man muss sehr vorsichtig sein, da die Schleimhäute des Pferdes anders reagieren können als unsere. Andererseits sind mir keine Schäden durchs Inhalieren bekannt. Aber ich sehe auch keinen Grund, warum man sie verwenden sollte und würde eher etwas Sicheres nehmen. Bei chronischen Husten ist eine staubfreie Haltung das A und O und um das Sekret zu lösen, würde ich mit etwas Neutralem wie Kochsalzlösung inhalieren. Erst recht bei akuter Kolik würde ich die Finger von ätherischen Ölen lassen – zumal das Pferd in dieser Zeit nichts fressen darf. Hier ist die frühzeitige Diagnose und korrekte, meist zunächst spasmolytische Behandlung wichtig für den Ausgang der Krankheit. Bei immer wiederkehrenden Koliken sollte man mit dem behandelnden Tierarzt abklären, ob Kräuter oder ätherische Öle helfen können.“

GEGEN INSEKTEN

Ein ätherisches Öl, das sicherlich viele Pferdebesitzer in der Sommerzeit in der Nase haben: Citronella-Öl. Es wird von einer Zitronengras-Art gewonnen und steckt in vielen Insektenabwehrsprays, da Citronella eine abstoßende Wirkung auf Insekten haben soll. Auch Lavendel-, Nelken-, Eukalyptusoder Teebaumöl helfen dabei, die lästigen Brummer fernzuhalten. Wer sich selbst ein Fliegenspray mischen möchte, muss aufpassen: Man darf ätherische Öle nicht einfach so verwenden, sie dürfen nur stark verdünnt aufgetragen werden. Zusätzlich sollte man an einer kleinen Hautstelle prüfen, ob das Pferd die Substanzen gut verträgt, denn manche ätherische Öle können die Haut reizen oder auch Allergien auslösen. Ute Ochsenbauer schlägt in ihrem Buch drei Rezepte für Fliegensprays vor. Eines davon lautet: Je fünf Tropfen Lavendelund Palmarosa-Öl (asiatisches, schilfartiges Gras) mit 30 Millilitern Wasser und 20 Millilitern Obstessig mischen.

SO WERDEN ÄTHERISCHE ÖLE HERGESTELLT: VON DER PFLANZE IN DIE FLASCHE

Eine Art, um ätherische Öle herzustellen: die Wasserdampfdestillation.


Foto: Fotolia

Ätherische Öle werden mittels verschiedener Verfahren aus Pflanzen gewonnen. Je nach Art der Herstellung verwendet man die gesamte Pflanze oder bestimmte Teile. Genutzt werden: Blüten, Blätter, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Harze, Rinden oder Holz. Der Begriff Öl ist dabei irreführend, denn ätherische Öle sind nicht fettig.

Wasserdampfdestillation
Am häufigsten wir die Wasserdampfdestillation angewandt, bei der die zerkleinerte Pflanze bedampft wird. Der Dampf löst das ätherische Öl aus der Pflanze, das in einem Rohr abgekühlt wird. Das durch das Kühlen entstandene Öl-Wasser-Gemisch wird aufgefangen und anschließend das Öl vom Wasser getrennt. Dieses Verfahren wird zum Beispiel zur Gewinnung von Rosenblüten- oder Pfefferminz-Öl verwendet.

Kaltpressung
Bei Zitrusfrüchten kommt dieses Verfahren zum Einsatz. Durch Drücken oder Pressen platzen die Öldrüsen der Schale und das ätherische Öl kann aufgefangen und anschließend noch destilliert beziehungsweise filtriert werden.

Extraktion
In diesem Verfahren werden mithilfe von Kohlenwasserstoff-Verbindungen die ätherischen Öle aus der Pflanze gezogen. Es wird vor allem bei Pflanzen angewandt, bei denen Dampf das ätherische Öl beeinträchtigen würde, wie zum Beispiel bei Jasmin. Das Endprodukt enthält eine Mischung aus Wachsen und flüchtigen Ölen, so dass es stabiler ist als reines ätherisches Öl. Wird das Öl nochmals extrahiert oder destilliert, nennt man das daraus entstandene Produkt Absolue.

BEI KOLIKEN?

Bei Koliken greifen manche Pferdebesitzer zu Colosan – dieses enthält ätherische Öle.


Foto: www.toffi-images.de

Kümmel beeinflusst die Verdauung beim Menschen positiv und hilft gegen Blähungen und Krämpfe. Auch beim Pferd wirkt er gegen Verdauungsprobleme und ist als ätherisches Öl zum Beispiel in Colosan enthalten, das viele Pferdebesitzer gerne verwenden, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Pferd leichte Bauschmerzen hat. Sternanisöl, Bitterfenchelöl, chinesisches Zimtöl und Schwefel vervollständigen die Liste der Inhaltsstoffe von Colosan (dopingrelevant, 48 Stunden Karenzzeit). Dennoch gilt bei dem Verdacht auf eine Kolik: Immer als erstes den Tierarzt anrufen! Zusammen mit ihm können Sie entscheiden, ob Kräuter oder ätherische Öle verwendet werden sollen bzw. dürfen. Auch bei Magenproblemen kann man ihn um Rat fragen, ob etwas dagegen spricht, z. B. Lavendel-Öl zu nehmen. Ute Ochsenbauer hat damit gute Erfahrungen bei Magengeschwüren gemacht. Hierfür mischt sie einen Tropfen Lavendel-Öl mit einem Glas Wasser und verabreicht dies mit dem Futter.

DR. ANNETTE WYRWOLL

FEI-Tierärztin mit einer Pferdepraxis im bayerischen Duggendorf

„Wie so oft gilt auch bei den ätherischen Ölen: Es ist eine Sache der Dosis! Wendet man die falschen ätherischen Öle in hochkonzentrierter Form an, so werden sich beispielsweise die Schleimhäute nicht beruhigen, sondern eher gereizt werden.

Ein weiterer Faktor: Man sollte solche Dinge nicht ständig anwenden und so wenig wie möglich. Wenn ich zu alternativen Heilmethoden greife, dann mache ich das gezielt. Zum Beispiel verwende ich Johanniskraut zur Beruhigung oder Colosan, um die Darmbewegung zu unterstützen. Inhalieren würde ich aber mit ätherischen Ölen nicht. Um Schleim zu lösen, greife ich zur Kochsalzlösung oder zu echten Medikamenten.“

AUSGEWÄHLTE PFLANZEN UND WIE SIE HELFEN: KLEINE KRÄUTERKUNDE

In der Pflanzenheilkunde, auch Phytotherapie genannt, werden Wirkstoffe vieler verschiedener Pflanzen genutzt. Ein paar davon kommen besonders gerne und häufig zum Einsatz, auch beim Pferd – als ätherische Öle, als getrocknete Pflanze oder in der Form von Tee. Die höchste Konzentration der Wirkstoffe enthalten ätherische Öle.
Anis wirkt krampflösend, hilft bei Blähungen
Citronella beruhigt, hält Insekten fern. Achtung: leicht hautreizend
Fenchelsamen lindern Verdauungsprobleme und Husten, können äußerlich bei Hufabszessen angewendet werden
Geranie hält Insekten fern
Johanniskraut wirkt beruhigend, kann bei Warzen oder schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden
Kümmel wirkt antibakteriell, verdauungsfördernd, gegen Blähungen, zur Darmsanierung z. B. nach Antibiotikagabe
Lavendel hält Insekten ab, wirkt beruhigend, lindert Hautprobleme
Rose für gereizte, nervöse Pferde, zur Wundheilung bei Ekzemern
Schwarzkümmel hält Insekten fern, hilft bei Verdauungsproblemen, stärkt die Abwehr, hilft gegen Husten. Nicht in der Trächtigkeit anwenden!
Süßholzwurzel lindert Husten und chronische Bronchitis. Achtung: Nicht während der Trächtigkeit anwenden!
Teebaum wirkt gegen Bakterien, Pilze und Viren, zur Wundreinigung, antiseptisch
Thymian wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, soll das Immunsystem stärken, wirkt außerdem entkrampfend, ist durchblutungsfördernd und verdauungsanregend
Zitrone stärkt die Abwehrkräfte, wirkt reinigend sowie anregend

STRAHLFÄULE UND HAUTPROBLEME

Lavendel-Öl gilt als wundheilend und kann Ekzemern helfen.


Foto: www.slawik.com

Gegen Strahlfäule kann Teebaum-Öl helfen. Es wirkt antibakteriell.


Foto: Lenz

Teebaum-Öl hat eine antibakterielle Wirkung und wird deswegen auch gerne bei Strahlfäule angewandt, da bei dieser Krankheit Fäulnisbakterien das Hufhorn angreifen. Dazu nimmt man drei bis fünf Tropfen Teebaum-Öl und mischt diese mit Lorbeer-Öl an. Es gibt aber auch bereits fertige Produkte gegen Strahlfäule, die Teebaum-Öl enthalten. Bei Hautproblemen rät Tierheilpraktikerin Ute Ochsenbauer allerdings von der Verwendung von Teebaum-Öl ab, da es die Haut reizen kann. Eine bessere Alternative: Lavendel-Öl. Es wirkt kühlend und wundheilend, so dass es sich gerade für Ekzemer-Pferde gut eignet. Drei Tropfen Lavendel-Öl werden dafür mit einer Tasse kaltem Grünen Tee vermischt und die betroffenen Stellen damit abgetupft. Auch Rosenwasser oder Hamamelis-Wasser eignen sich für Ekzemer besser als die ätherische Variante dieser Pflanzen, da diese zu stark sein und reizen könnte. Rosenwasser zum Beispiel ist das Nebenprodukt, das bei der Herstellung von ätherischem Rosenöl anfällt und weniger intensiv ist, aber dennoch eine Wirkung hat. Ob ein ätherisches Öl hilft oder reizt, hängt also sowohl von der Pflanze ab, als auch davon, ob die hochkonzentrierte Form in diesem Fall sinnvoll ist.

UTE OCHSENBAUER

Tierheilpraktikerin, verfasste unter anderem das Buch „Heilkräuter für Pferde“

„Ätherische Öle sind unglaublich konzentriert. Das wird deutlich, wenn man sieht, wie viele Pflanzen zur Herstellung nötig sind. Manche der Inhaltsstoffe lösen sich in Öl, andere in Wasser oder in Alkohol, manche muss man kochen, andere hingegen dürfen nicht gekocht werden. Einige Pflanzen können Allergien auslösen, bei anderen wie z. B. Lavendel-Öl kann man wenig falsch machen. Gerade bei der innerlichen Anwendung sollten unerfahrene Personen deswegen einen Fachmann um Rat fragen. Bei der äußerlichen Anwendung gelangen die Wirkstoffe zwar auch in den Blutkreislauf, aber schonender, so dass sich dies bei entsprechender Verdünnung auch für Laien eignet.“

BUCHTIPP

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen – zumindest fast. Wer das Buch „Heilkräuter für Pferde“ von Ute Ochsenbauer aufschlägt, findet vom Auge bis zum Huf alle möglichen Krankheitsbilder und welche Kräuter dagegen helfen, ob als Tee oder ätherisches Öl (mit genauer Dosierungsanweisung). Erschienen im Kosmos-Verlag, ISBN 978-3-440-13335-4, 9,99 Euro.