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AFRIKAS sanfte RIESEN


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 32/2018 vom 03.08.2018

Eigentlich sind sie nicht zu übersehen – doch Forscher haben das lang getan. Giraffen sind noch immer Giganten voller Geheimnisse


Artikelbild für den Artikel "AFRIKAS sanfte RIESEN" aus der Ausgabe 32/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 32/2018

SCHAULAUFEN Giraffenweibchen leben in Gruppen zusammen, mitunter mit mehr als 30 Gefährtinnen


ZÄRTLICH Giraffenweibchen kümmern sich fürsorglich um den Nachwuchs


PRAKTISCHBis zu 50 Zentimeter lang wird die Zunge einer Giraffe – ein ideales Greifwerkzeug


GELENKIGNicht so einfach: An Wasserstellen ist bei Giraffen Akrobatik gefragt


Genüsslich knabbert die Giraffe ...

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... an den Blättern einer Akazie, wieder und wieder streift sie mit ihrer 50 Zentimeter langen Zunge über die Äste, greift Grünzeug ab und zermalmt es im Mund. Seelenruhig, über alles erhaben. Kein Wunder, schließlich können die eleganten Langhälse auf exquisite Nahrungsquellen zugreifen. Kein anderes Säugetier kommt an das heran, was sie fressen. Mit bis zu sechs Metern überragen sie alle anderen. Die meisten Menschen sind nicht mal so groß wie ihre Beine: 1,80 Meter.

Die Tiere sind herausragend – doch von der Wissenschaft bislang vergleichsweise schlecht erforscht. Das zeigt auch die Arte-Doku „Giraffen: Die großen Unbekannten“ (s. TV-Tipp). „Es ist schon paradox“, findet Artenschutzexperte Dr. Arnulf Köhncke von der Naturschutzorganisation WWF. „Die Giraffe ist eine von der Wissenschaft übersehene Art, obwohl man sie gar nicht übersehen kann. Vielleicht wurde sie lange einfach ignoriert, weil sie keine lauten Geräusche

von sich gibt.“


Wenn Giraffen summen undbrummen


Allmählich bringen Studien und Feldbeobachtungen Licht in das Leben der Tiere. „Wir wissen jetzt, dass sie komplexe Verhaltensweisen an den Tag legen“, berichtet der WWF-Experte. Wie bei den meisten anderen Säugetieren auch ziehen Weibchen die Nachkommen fürsorglich auf. Muttel-uind-Paare schließen sich meist zu größeren Gruppen zusammen, die jedoch kein festes Gefüge haben. „Das ist ein dynamisches soziales System, wie etwa bei Schimpansen und Bonobos“, erklärt Arnulf Köhncke. Wie eng die Mutter-Kind-Bindung sein kann, zeigt sich auch in Todesfällen: Biologen haben mehrfach beobachtet, dass die Mütter, wenn ihr Kalb stirbt, mitunter an Ort und Stelle verweilen. Das heißt: Giraffen trauern regelrecht.

Im Gegensatz zu den Weibchen sind die Männchen typische Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit suchen die Bullen die Nähe zu den Kühen – und verwandeln sich dann manchmal in Kampfmaschinen. Im Streit um die Dame der Wahl schlagen sie ihren Kopf gegen den Hals des Konkurrenten. „Man muss sich vorstellen, dass in diesen Hälsen eine enorme Muskelkraft steckt“, beschreibt Köhncke. „In Ausnahmefällen kommt es dabei auch zu Genickbrüchen.“

Rätselhaft bleibt immer noch die Kommunikation. „In so komplexen Sozialsystemen müssen die Tiere sich verständigen“, stellt Köhncke klar. Aber wie? Giraffen ge-

RABIAT Bullen ringen, indem sie ihre Hälse heftig gegeneinanderschlagen


VERSTREUT ÜBER AFRIKAGiraffen leben weit versprengt in etwa 20 Ländern Afrikas. Die größten Populationen gibt es im Osten des Kontinents in Kenia und Tansania sowie im Süden in Mosambik, Simbabwe, Botsuana und Südafrika


FOTOS: S. 16-17: LEINANI SHAK YOSAITIS; S. 18-19: ANIMAL.PRESS, DU TOIT/DPA PICTURE-ALLIANCE, LANTING/VORHOFER/GETTY IMAGES (2); KARTE: HÖRZU