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Ahlemer Poinsettiennachmittag 2018: Poinsettien: 2018 war eine aufregende Saison


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 19.01.2019

Große Pflanzenschutzprobleme, hoher Hemmstoffbedarf, verzögerte Induktion, später Start der Verkaufssaison – die Hitze und Trockenheit des vergangenen Sommers 2018 hatten auf die Poinsettienkultur einen erheblichen Einfluss. VonKatrin Klawitter


Denn bekanntlich liegt deren Hauptkulturzeit in den Sommermonaten mit Topfzeitpunkten Anfang Juli und war deshalb besonders betroffen. Das machte der Ahlemer Poinsettiennachmittag, der im Dezember des vergangenen Jahres stattfand, mehr als deutlich.

Wärme ließ nahezu alle Sorten später induzieren

Besonders heiße Phasen lagen laut Dr.

Dirk Ludolph, Versuchsleiter ...

Artikelbild für den Artikel "Ahlemer Poinsettiennachmittag 2018: Poinsettien: 2018 war eine aufregende Saison" aus der Ausgabe 3/2019 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 3/2019

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... der Lehrund Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Ahlem, beispielsweise in der Jungpflanzenphase 2018 – ein kritischer Zeitpunkt, als Folge blieben oftmals die Triebe stecken. Bis auf etwas kühlere Temperaturen im September hatten die Pflanzen die komplette Kulturzeit unter der Wärme zu leiden, was laut Ludolph bei vielen Sorten Einfluss auf deren kritische Tageslänge hatte und diese später induzieren ließ.

... neue Poinsettiensorten vor, wie die rote ‘Christmas Universe‘ (Selecta) und ...


... ‘Biancaneve‘ von Lazzerie mit großen weißen Brakteen.


Curto-Bakterium erstmals in Schleswig-Holstein

Erstmals fand sich in diesem Jahr in Schleswig-Holstein das neue Curto-Bakterium an Poinsettien. Die befallenen Pflanzen mussten daraufhin vernichtet werden. Das Curto-Bakterium bereitet nach der Bewurzelungsphase bei Poinsettien die meisten Probleme: Neben einem gestörten Austrieb und Wachstum zeigen sich Blattflecken und Risse in den Stängeln.

Problem: Es gibt kein Pflanzenschutzmittel gegen dieses Bakterium, für das das JKI 2014 erstmals eine Risikoanalyse aufgestellt hat und das 2016 zum ersten Mal in Niedersachsen auftauchte. Es befällt ausschließlich Poinsettien, entsprechend hoch ist dort die Ausbreitungsgefahr.

Übertragen wird es durch Kontakt und über Spritzwasser. Laut Behrens lässt sich außer strikter Hygiene nicht viel gegen das Bakterium ausrichten – wichtig sei eine Desinfektion der Oberflächen im Betrieb. Kupfer helfe zwar, verursache aber leider auch Wachstumsschäden. Menoflorades als Mittel sei hier zur Anwendung nicht zugelassen.

Auffällig gelb: ‘Golden Glo‘ von Dümmen Orange. Dr. Dirk Ludolph stellte auch ...


Starker Befall: Was tun gehen Phythophtora?

Auch der Wärme und Wasser liebende PilzPhythophtora hatte im Poinsettienjahr 2018 leichtes Spiel, da viel bewässert werden musste und sich seine Zoosporen vor allem da leicht ausbreiten können, wo keine Wasserreinigung erfolgt.

Da das Bekämpfen vonPhythophtora schwierig ist, wies ein anwesender niederländischer Produzent noch einmal darauf hin, wie wichtig es sei, hier auf Kulturmaßnahmen wie das Vermeiden von zu viel Nässe zu achten.

Laut Behrens ist chemischer Pflanzenschutz gegenPhytophtora an Poinsettien wie folgt möglich: Aliette WG (Fosetyl) ist noch bis zum 30. April 2019 zugelassen, Fenomenal bis zum 14. Februar 2019 (Zulassung widerrufen, aufbrauchen bis 14. November 2019), Proplant bis 31. Dezember 2024 und Rival, Omix bis zum 31. Juli 2019. Nur vorbeugend eingesetzt werden können Bioten (Trichoderma gamsii , bis 31 Dezember 2026) und Prestop (Clonostachys rosea , bis 31.

Juli 2020). Mit Einzelfallgenehmigung nach Paragraf 22(2) ist der Einsatz von Forum, Ranman Top und Ridomil Gold MZ sowie Phophonate möglich.

Auch Blattläuse und Spinmilben traten 2018 an Poinsettien vermehrt auf, teilweise gleichzeitig. Die Weiße Fliege machte ebenfalls vielen Betrieben sehr zu schaffen, da sichBemisia tabaci bei hohen Temperaturen teilweise explosionsartig ausbreitete. Viele gängige Mittel zeigten hier keine Wirkung oder verursachten Pflanzenschäden, wie Behrens an einer großen Tabelle aufzeigte und auch anwesende Gärtner bestätigten. In Zukunft wirksam und verfügbar gegen Weiße Fliege an Poinsettien werden laut Behrens Movento SC (ölfreie Formulierung von Movento OD), Mainspring (was nur gegenBemisia eine gute Wirkung zeigt) sowie eventuell Azalien, eine ölfreie Formulierung von NeemAzal T/S, sein.

Schlupfwespe Eretmocerus ist Pflanzenschutzmittel-toleranter

Biologisch gut wirksam, vorausschauend eingesetzt, ist nebenEncarsia auch die neue SchlupfwespeEretmocerus , die laut Behrens wesentlich toleranter gegenüber Pflanzenschutzmitteln ist. Beide Schlupfwespen empfiehlt er, immer in Kombination einzusetzen.

Als alternative neue Raubwanze zuAmblyseius swirskii verwies der Berater noch aufMacrolophus pygmaeus . Die Raubwanze wird zur Bekämpfung vonTrialeurodes vaporariorum undBemisia tabaci vorwiegend an Nachtschattengewächsen wie Tomaten eingesetzt und ernährt sich auch von Blattläusen, Spinnmilben, Thripsen und Minierfliegen.

Zur Vorsicht beim Einsatz in Zierpflanzen rät Behrens, daMacrolophus auch Pflanzensauger sind und Verschmutzung durch Kotablagerungen entstehen können. Die Raubwanze ist nur im Langtag aktiv. Der Nützlingseinsatz ist daher ab Anfang März bis etwa Oktober möglich.Macrolophus pygmaeus ist empfindlich gegenüber chemischen Pflanzenschutzmitteln und langem Transport. Zur erfolgreicheren Bekämpfung der Weißen Fliege sollte die Raubwanze in Kombination mitEncarsia formosa eingesetzt werden.


Fotos: Klawitter/LVG Ahlem